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Der Hunger nach Information

Bjoern Theis 5 März 2008 9 Kommentare

Die Welt wird verlinkt.

Der Hunger nach InformationWillkommen im Informationszeitalter! Dank des Internets war es nie leichter, Erkundigungen über Produktpreise und Dienstleistungen einzuholen oder sich schnell benötigtes Wissen anzulesen, ohne den gesamten Brockhaus zu kaufen. Der Zugriff auf die digitalen Informationsquellen lohnt sich: mit einem Klick kommt der neue DVD-Rekorder versandkostenfrei und oftmals günstiger als beim heimischen Händler ins Haus. Selbst technikscheue Rentner schätzen heutzutage die geld- und zeitsparenden Vorteile von Online-Buchungen. Und der Hunger nach Information wächst stetig. Zukunftssicher sind diejenigen, die diesen Appetit nach Aufklärung befriedigen. Der Fast-Food-Riese McDonalds hat die Zeichen der Zeit erkannt und stellte gerade sein neustes Internetportal «mcdonaldsmenu.info» vor, auf dem sich Kunden anhand von persönlichen Daten, wie Alter, Geschlecht und Gewicht und einem «Menükalkulator», ihr ausgewogenes McDonalds-Dinner zusammenstellen können.

Wertvolle Informationen für Fluggäste liefert der «Seat Guru». Per Klick gelangt man über die einzelnen Airlines zu den Bodenplänen der einzelnen Flugzeugtypen. Hier sind dann alle besonders guten und schlechten Plätze farbig markiert und mit Kommentaren versehen. Besonders Vielflieger werden diese Informationen zu schätzen wissen und bei ihren Buchungen berücksichtigen.

Aber auch unterwegs wächst die Lust nach Infos. Und schon haben die Handyhersteller diesen Wunsch erkannt und beginnen die Hardware der Mobiltelefone der Wanderlust anzupassen. Weltweit sind heutzutage rund 1,9 Milliarden Mobiltelefone im Einsatz. Nach Schätzungen werden gegen Ende 2008 rund 600 Millionen dieser Geräte neben dem Herstellen von Sprachverbindungen und SMS-Versand auch fähig sein, sich mit dem Internet zu verbinden. In Zukunft wird das Handy neben dem Mittel zur Kommunikation auch zum Informationsportal. Google hat diesen Trend bereits erkannt und promotet gerade fleißig die neuen Produkte «Google Mobile», ein Browser, der nur für das Handy formatierte Internetseiten anzeigt, und «Google Maps Mobile», eine nützliche Anwendung, um jederzeit nette Restaurants oder Busstationen im direkten Umfeld zu finden.
Die Mobiltelefonhersteller begrüßen Googles Engagement und beginnen, die Anwendungen direkt in die Geräte zu integrieren. BenQ, Motorola, Sony Ericsson und VodafonLive! ziehen nach und fangen an, den mobilen Service des Suchmaschinen-Riesen auf ihren Geräten vorzuinstallieren. Der Kampf um die Bereitstellung von mobiler Information hat begonnen – andere Portale wie «Yahoo Search on Mobile» oder «AOL Mobile Search» rüsten zum Konkurrenzkampf.

Aber die Anforderungen an das Handy sind andere als an den heimischen Computer – unterwegs sind andere Informationen für den Nutzer relevant. Oftmals steht bei den mobilen Anwendungen das gesuchte Wissen in direktem Zusammenhang mit der Umgebung.
Doch das bereitet noch Probleme – umständlich müssen über die Handytastatur die Suchbegriffe in den Browser eingegeben werden. Zeit, dass sich daran etwas ändert und die Umwelt informativ und interaktiv wird. Einige Makler, wie die niederländischen «SMS Een Huis» oder das australische «Real Estate Depot» haben die Zeichen der Zeit erkannt: Sie hinterlassen an ihren Objekten gut sichtbare Schilder, auf denen eine SMS-Nummer vermerkt ist. Gibt man diese in das Mobiltelefon ein, erhält man eine SMS, in der alle wissenswerten Daten, wie Bodenpläne, Größe und Preis enthalten sind.

Doch das ist erst der Anfang zur informationshaltigen Umwelt, die Zukunft gehört den Barcodes (siehe Foto): fast alle Mobiltelefone sind heutzutage mit Kameras ausgerüstet. Mit der passenden Software können diese Codes schnell ausgelesen werden und jede gewünschte Information, wie Werbebotschaften, oder Internetlinks bereithalten. In Zukunft könnten so Gegenstände und Objekte direkt mit zusätzlicher Information versehen werden. Ein Kinoplakat würde dann den Link zum Film-Trailer, ein Reiseplakat den kürzesten Weg zur Online-Buchung und eine CD das Downloaden von Hörproben ermöglichen.
Wikipedia bedient sich auch schon dieses Mittels. Auf Basis des Semacodes, entstand das Projekt «Semapedia». Mit diesem Programm kann man Hyperlinks zu Wikipedia-Artikel in Semacode (siehe Foto) ausgeben lassen. Ausgedruckt und an die richtigen Plätze gebracht, werden so digitale Informationen mit den realen, physikalischen Plätzen verbunden. Fotografiert man dann den Code mit seinem internetfähigen Handy wird man gleich zum passenden Wiki-Eintrag weitergeleitet.

Aber Google will noch mehr: im Firmen-Labor arbeitet man schon an codefreien Verfahren. Das Ziel ist eine so starke Bilderkennungs-Software zu generieren, dass ein Bild genügt, um sämtliche im Netz vorhanden Informationen zum fotografierten Objekt zu erhalten, seien es Produkte, Gebäude oder Menschen.

Das denkt MindSharing:
Willkommen in einer verlinkten Welt. Die digitale und reale Welt werden weiter miteinander verschmelzen, das Informationsangebot nicht nur vom Rechner oder Laptop zugänglich sein. Noch gibt es eine ganze Reihe von verschiedenen Codes – ColorCode, KoolTag, mcode, Paper Click, QR Code, Semacode, Shot Code, Upcode – aber auch hier wird man sich sicherlich in Zukunft auf wenige Standards einigen. Noch nutzen im Westen nur 12 Prozent der Handybesitzer die Online-Möglichkeiten ihrer Geräte, während es in Japan bereits 76 Prozent sind. Dass diese Zahlen aber in Zukunft gegen 100 Prozent streben werden ist sicher – der Wunsch nach ständiger Information und «consume-on-the-go» wird es richten.

MindSharings Frage an die Gemeinde:
Haben Sie auch den Wunsch nach «consume-on-the-go» oder denken Sie, dass es einen generellen Unterschied zwischen dem Konsumverhalten von Information zwischen Ost und West, zwischen Europa und Asien gibt? Wir sind gespannt auf Ihre Antworten!


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9 Kommentare »

  • cptsalek.twoday.net sagte:

    Barcodes für unterwegs…

    Das Nokia N95 enthält ja einen Barcode-Leser, mit dem man u.A. unterwegs Informationen abrufen kann. Das N95 erkennt von den im Artikel genannten “Barcodes” (“Bar” trifft es eigentlich bei keinem einzigen) QR-Code, DataMatrix und Sohn sowie Se…

  • Michael Lalk sagte:

    “consume-on-the-go” erinnert mich zu sehr an die übelste gastronmische Erfindung der letzten Jahre “Coffee to go”.

  • Doc Sarah sagte:

    bis wir uns dann chips, barcodes oder hologramm-fähige datenträger implantieren lassen…
    schnöde neue consumer welt… mir grausts…
    [youtube:http://www.youtube.com/watch?v=-4LtYMNl4yw

  • Alexander Greisle sagte:

    SemaCodes & Co. werden eine Krücke für einen Übergangszeitraum sein und sich dabei als zu aufwändig in der Handhabung herausstellen. User ist ein bequemes Wesen, das muß schon alles von selbst und ohne Interaktion funktionieren.

    Sarah, ich glaube, wir beide werden uns mit unseren komischen Bedenken da nicht durchsetzen…

    Warum erhöhen wir die Informationsflut durch neue Technologien eigentlich immer mehr, wenn wir doch noch nicht mal den derzeitigen lauen Informationswellengang bewältigen?

  • Doc Sarah sagte:

    alex, sehr berechtigte frage!
    und nun les ich grad grad das hier… frisch von der cebit…

  • Alexander Greisle sagte:

    Interessante Kombination der beiden Vorstellungen, Sarah :-)

    Wenn ich unterwegs mit dem Handy ein Foto des Semacodes auf dem Foto des Supermodels auf dem Plakat mache, dann wird sofort ein dreidimensionelles Hologramm von eben jenem vor mir aufgebaut.

    Und dann?

  • Joachim Zischke sagte:

    Ein sehr informativer Beitrag.

    Wenn jetzt schon, wie abgebildet, elf Semacodes vorhanden sind, wieviele Varianten wird es denn dann in Zukunft geben?

    Was mich noch interessiert: Warum werden derart vielfältige Codes gebraucht? Kann man sich (wieder) nicht auf einen einigen? Mit Ausnahme von Shotcode und Beetag finde ich die Semacodes visuell unschön;-)

  • Björn Theis (author) sagte:

    Früher oder später wird sich ein oder zwei der Code-Verfahren durchsetzen – wie es einst die gute alte VHS-Kassette gegen die Beta-Konkurrenz. Bis es allerdings soweit ist wird die Barcode-Schlacht weiter andauern. Sicherlich braucht man nicht12 oder 13 verschiedene Code-Verfahren.

  • schmid sagte:

    Ich bin genau dieser Meinung.

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