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Wie ein Social Network das Vertrauen mißbraucht

Alexander Greisle 5 April 2008 13 Kommentare

Vor einiger Zeit – ich probiere ja gerne Neues aus – habe ich mich bei Facebook angemeldet, einem amerikanischen Social Network, das auf den ersten Blick durch eine hohe Offenheit und durch flexible Nutzungsmöglichkeiten glänzt.

Auch auf den zweiten Blick. Denn Facebook zeigt auch eine große Offenheit und Flexibilität im Umgang mit Nutzerdaten. Ziemlich dreist und unverschämt nutzt es die Namen der angemeldeten Nutzer um damit Werbung bei Google zu machen.

Ungefragt, versteht sich, auch unter den (deutschen) Datenschutzbestimmungen findet sich kein Hinweis darauf.

facebook-google1.jpg

Und was mich besonders ärgert: Das ist die Art von Verhalten das es schwer macht, den Nutzen von Web 2.0-Diensten zu kommunizieren. Soll ich wirklich meinen Kunden oder Freunden guten Gewissens Dienste empfehlen, wenn ich damit rechnen muß, dass diese schamlos agieren? Wohl kaum, meine eigene Reputation ginge dabei den Bach runter.

Selbstverständlich ist Alexander Greisle nicht mehr auf Facebook, er hat sich gerade abgemeldet. Halt, abmelden kann man sich ja gar nicht, man kann nur seinen Account deaktivieren…

Trotzdem erscheint die Werbung von Facebook – man möchte fast sagen: natürlich – weiterhin, jetzt als falsche Tatsache. Unmöglich.

P.S.: Klaus Eck vom pr-blogger hat’s entdeckt.


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13 Kommentare »

  • Markus Sikor sagte:

    Vielen Dank für diesen Hinweis! Auch wenn es vielleicht nicht wirklich Schaden anrichtet, so finde ich es schon erschreckend, wie wenig sensibel hier mit Persönlichkeitsrechten und -daten umgegangen wird – noch dazu mit falschen Tatsachen (Werbung auch ohne Mitgliedschaft bei Facebook). Mein Konto bei FB habe ich sofort gekündigt, auch wenn es wahrscheinlich nichts bringt, so ist es ein (kleines) Zeichen.

  • Alexander Greisle (author) sagte:

    Wenn genügend Reaktionen erfolgen, dann wirds schon wirken.

    Ich habe wieder gelernt, mir künftig die Nutzungsbedingungen von Diensten _vor_ der Anmeldung genau anzusehen und die Anmeldung davon abhängig zu machen, unabhängig vom versprochenen Nutzen oder Geek-Faktor. Muß offensichtlich sein.

    Facebook scheint bei der Expansion etwas an der Rechtsberatung zu sparen. Seltsam für ein Unternehmen, das angeblich Milliarden Bubble-$ wert sein soll. Der Vorspann zu den deutschen Nutzungsbedingungen von Facebook:

    Die Übersetzung dieses Dokuments in Deutsch wird dir nur zwecks Information zur Verfügung gestellt. Im Falle irgendeines Widerspuchs soll die englische Version dieses Dokuments (siehe hier hier) die allein rechtlich bindende Version darstellen und für deine Beziehung mit Facebook maßgeblich sein.

  • Elita Wiegand sagte:

    Dass Du immer wieder Neues probierst habe ich schon oft an Dir beobachtet und das gefällt mir. Wer mutig ist, macht eben auch mal schlechte Erfahrungen, so wie jetzt mit Facebook.
    Trotz der vielen positiven Berichte, habe ich bislang Facebook gemieden – und bin jetzt froh darüber.

    Ich finde, dass der Umgang mit den Nutzerdaten ein Hammer ist – einfach unverschämt! Zeige die rote Karte!
    Hoffentlich werden durch Deinen Beitrag auch andere User darauf aufmerksam und ziehen so wie Du und offensichtlich auch Markus Silkor die Konsequenzen.

  • Michael sagte:

    Ich behaupte mal, damit hat sich Facebook den Start auf dem deutschen Markt selber sehr sehr schwer gemacht.

  • Peter Grosskopf sagte:

    Das ist echt der Hammer! Ich habe ja schon viel gesehen, aber sowas noch nicht. Leider wird sich darüber wieder mal nur die digitale Boheme aufregen, die alles durchschaut. Aber beim normalen Nutzer kommen diese Eklats einfach nicht an, man sehe sich nur die AGB und Abmahnungsskandale der deutschen Konkurrenz an …

  • Frank Hunck sagte:

    Alexander, bei amerikanischen Diensten sollte mensch immer vorsichtig sein, dort ist es zumeist so, dass im Falle des Falles die amerikanische Rechtssprechung als die einzig gültige herangezogen wird. Es gilt wie immer im Web2.0 – vorher überlegen, ob mensch seine Daten frei durch die Gegend schwirren lassen will, denn alles ist möglich… Bin selbst ein Web2.0-Pessimist ;)

  • Alexander Greisle (author) sagte:

    Hm, Web 2.0-Pessimist, bin ich nicht, werde ich deswegen auch nicht.

    Es geht mir dabei gar nicht mal um die Daten, die ich – wie immer sehr bewußt – dort eingestellt hatte. Man sollte sich natürlich bei jedem so genannten Social Network genau überlegen, was denn die Motivation der Betreiber ist. Denn Nutzerprofile sind heute eine Menge Geld wert, da kenne ich den einen oder anderen Fall, bei dem das Businessmodell ganz klar darauf abzielt.

    Ich finde die – unabgestimmte – Verwendung von Mitgliederdaten zur Werbung schlicht daneben. Das ist kein seriöses Geschäftsgebahren. Gibts im virtuellen wie im realen Leben und ist ein Ausschlußkritierum.

  • Hilfe, ich bin eine Werbung » alltagskakophonie sagte:

    [...] nicht. So berichten auch Erik Hauth, Martin Oetting, Ibo, Mike Schnoor, Frank Helmschrott, Alexander Greisle und Klaus Eck von ihrer plötzlich Facebook-gesponserten Top-Platzierung. Neben der Tatsache, dass [...]

  • stefan sagte:

    Ich verstehe die aufregung nicht ganz. Ergo müsste man ab sofort auch alle Telefonbücher verbieten, da nutzerbezogene Werbung.

  • Alexander Greisle (author) sagte:

    Im Telefonbuch gibt es keine nutzerbezogene Werbung mit mir. Schon gar keine ungefragte und unauthorisierte. Es gibt Dinge, die tut man nicht.

  • Das PM-Blog » Werbung mit dem guten Namen Anderer sagte:

    [...] facebook kann, das können andere schon lange [...]

  • Rainer Helmes sagte:

    Es geht leider auch andersherum: man nehme eine Webseite, auf der man Werbeplätze verkauft und setze eine nicht-autorisierte Anzeige einer Person ein.

    Ich bin gerade auf eine solche Anzeige unter meinem Namen bei den Weka Fachmedien gestoßen; diese Anzeige hatte ich weder autorisiert noch bin ich über die Veröffentlichung informiert worden. :(

    Manueller Trackback: Werbung mit dem guten Namen Anderer

  • Doc Sarah sagte:

    und soeben hab ich meinen facebook account deaktiviert… schade eigentlich, denn ich hatte meine amerikanischen freunde drauf (die hatten mich auch eingeladen) – aber so gehts ja nun mal gar nicht. danke alex!

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