Benzin ist viel zu billig
Die Kraftstoffpreise steigen und steigen. Überall wird lamentiert. Und der Staat wird aufgerufen, die armen Autofahrer zu entlasten.
Wenn ich unterwegs bin, bietet sich mir ein völlig anderes Bild: Viele Autofahrer scheinen ihren Sprit umsonst zu bekommen; anders kann ich mir deren Fahrstil nicht erklären. Da kommt die tonnenschwere Limousine auf der linken Spur mit hoher Geschwindigkeit herangeschossen, um in letzter Sekunde mittels glühender Bremsscheiben die überschüssige Energie in Form von heißer Luft an die Umwelt abzugeben.
Sonntags und Feiertags bin ich nur äußerst selten mit dem Auto unterwegs. Immer wenn ich losfahre, bin ich so naiv, anzunehmen, die Straßen seien weitgehend leer. Und bin dann jedes Mal überrascht, wenn die halbe Nation unterwegs ist, um an einem möglichst entfernten Ort Kaffee zu trinken. Ich will keinem den Kaffee am Rursee verwehren, aber es soll mir keiner von denen jammern, er könnte sich die hohen Spritpreise nicht mehr leisten.
Obwohl auch der letzte Depp kapiert haben müsste, dass es in punkto Klimaschutz drei vor zwölf ist, nimmt die Anzahl der spritsaufenden Vorstadtpanzer in Form von Porsche Cayenne, Audi Q7 etc. weiter zu. Schön, dass manche Staaten dieses asoziale Verhalten mit drastischen Strafsteuern bestrafen.
Fazit: die gestiegenen Spritpreise haben zwar ein Aufstöhnen an den Tankstellen ausgelöst. Aber zum Umdenken, geschweige denn neuem Handeln reicht es noch lange nicht. Ich freue mich auf steigende Spritpreise und vor allem innovative Mobilitätskonzepte.
Angeregt durch Spiegel Online und ein SUV, dass mir heute Morgen meine Joggingluft verpestet hat.
Foto: www.istockphoto.com
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oh ja, diese vorstadtpanzer… haben wir hier in düsseldorf ganz viele (wohl wegen der hochgebirgslage und den wild outbacks im rheinland…).
auch die 2-takter vespas mit meist übergewichtigen fahrern sind schicke dreckschleudern. frage mich schon lange, warum die nicht verboten werden.
die fahrweise betreffend: neulich hatte ich einen leihwagen, der zeigte bei übernahme einen durchschnittsverbrauch 9,2l/100km. ich hab ihn eine woche mit 7,1l/100km gefahren. und mein diesel braucht 6 l/100km – eine freundin mit dem gleichen wagen verbrät 9l/100km. eigenartig, was?
Das gleiche Thema hatte ich heute mit meiner ersten Kundin. Wir kamen sehr schnell auf die Benzinpreise zu sprechen. “Jede Fahrt wird von mir überlegt,” so die Kundin. Das Verhalten einiger Zeitgenossen spricht aber genau eine andere Sprache. Jedes Fahrzeug ist nur mit einer Person besetzt, es wird aus “Freude am Fahren” gebraust, es wird nicht regional eingekauft und die Zigaretten und Brötchen werden mit dem Auto geholt.
Das wirkliche Umdenken wird in “6 Monaten” passieren, wenn der Benzinpreis die 2,00 € Marke überschreiten wird.
seht mal, wie schaurig: Angst vor einer Stagflation breitet sich aus. wird aber auch zeit… für umweltbewußtsein!
Hehe. Ich weiss warum ich kein Autofahrer bin
Und ich komme ganz gut damit zurecht
Hallo Wolff!
Ich sehe in den steigenden Spritpreisen auch die Vorzeichen für einen positiven – umweltschonenden – Wandel. Aber, wie in so vielen Bereichen: die Mehrheit ist erst zum “anders-Handeln” bereit, wenn es richtig weh tut. Und das wird wohl noch so etliche Cents pro Liter dauern …
Herzliche Grüße, Ulrike
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