Endlich frei!

2008-06-06, von Ulrike Sennhenn

“Die Spielwiese ist eröffnet für Dich”

Mit Herzklopfen beobachte ich die Tür, die sich vor mir öffnet … langsam, voller Neugier um mich blickend, trete ich ein … in einen großen Raum, der mir wie eine große Spielwiese erscheint. Fröhliches Lachen ist zu hören … es herrscht emsiges Treiben … jeder Mensch im Raum ist mit etwas beschäftigt, manche alleine, manche in Gruppen. Aber alle mit großer Begeisterung!

Eine ansteckende, inspirierende Atmosphäre. Mitten im Raum bleibe ich stehen, schaue um mich. Was nun? Es dauert eine Weile, bis jemand auf mich aufmerksam wird. Ich werde sehr freundlich begrüßt, und meine Frage, was ich tun könne, wird lächelnd beantwortet:

“Mach, was Dir Spaß macht! Mach es alleine oder such Dir Gleichgesinnte! Wenn Du magst, kannst Du Dir auch einen Begleiter aussuchen, der Dir hilft, wenn Du Fragen hast. Wir freuen uns, dass Du bei uns bist!”

So stelle ich es mir vor – wie sich ein Kind fühlt, wenn es zum ersten Mal in die Unternehmerschule kommt. Eine Schule, die auf einem demokratischen Schulkonzept beruht, und in der jeder frei ist zu tun, was ER möchte. Keine Einteilung in Klassen, keine Stundenpläne, keine Lehrer, keine Noten, kein Druck, kein Zwang. Dafür ganz viel Freiheit und Eigenverantwortung.

Meine Vision … die grad Tag für Tag ein Stückchen mehr Realität wird! :-)

Ich fühle mich grad ähnlich wie dieses Kind, das die Schule zum ersten Mal betreten hat, denn mit der Partnerschaft bei innovativ.in öffnet sich für mich eine Tür – und ich freu mich sehr darauf, hier gemeinsam mit euch aktiv werden zu können!

Fröhliche Grüße, Ulrike

PS: Zum Betreff hat mich das Buch “Endlich frei!” von Daniel Greenberg inspiriert … eins der wunderbarsten Bücher, das ich jemals gelesen habe (und das waren SEHR viele :-) ). Der Verstand schüttelt beim Lesen den Kopf … neee, das kann nicht funktionieren … aber das Herz, das geht gaaaaaaaaanz weit auf und nickt heftig. Ja, genau SO fühlt es sich richtig an!

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8 Kommentare zu “Endlich frei!”

  1. Michael - Baudax sagt:

    @Ulrike:
    “Eine Schule,……in der jeder frei ist zu tun, was ER möchte.”
    Ist das wirklich Ihr Ernst? Dann habe ich im Leben etwas völlig falsch verstanden.

  2. Ulrike sagt:

    @Michael:
    Ja, das ist mein Ernst! :-) Es ist ein seit 40 Jahren erfolgreich praktiziertes Schulkonzept und (leider ;-) ) keine Erfindung von mir.
    Welches ist denn die Lehre, die SIE aus Ihrem Leben gezogen haben?

    Neugierige Grüße, Ulrike

  3. Michael - Baudax sagt:

    @Ulrike
    Ich habe gesagt, dass ich dann wohl etwas falsch verstanden habe:
    1. Meinen Klassenlehrer im hum. Gymnasium, der uns immer wieder sagte: Da wo die Grenzen am eindeutigsten gesetzt sind, ist die Freiheit am größten. Alles andere führt zum Chaos.
    2. Mein Vater, der mich immer wieder Goethe lernen und rezitieren ließ und hier aus Wilhelm Meisters Wanderjahre: In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister und das Gesetz nur kann uns Freiheit geben.
    Und Ihr Konzept sieht vor, dass jedes Kind tun kann, was es möchte?
    Als Schüler hätte ich sicher gesagt, das ist es. Rückblickend bin ich aber froh, dass meine Schulausbildung eine andere war. Auch wir durften mitgestalten, mitverantworten und mitverwalten, aber die Grenzen wurden uns aufgezeigt und wir haben sie verstanden und akzeptiert.

  4. Doc Sarah sagt:

    @ michael-baudax: bei was “ER” möchte musste ich schmunzeln… wer denn ER – gottvater, das liebe jesulein oder der bundespräsident?! nöö – würd ich auch nicht wollen. hieße es in korrekter übersetzung greenbergs “jede/r ist frei zu tun, was mensch möchte” könnte ich jetzt in die diskussion einsteigen…

    @ ulrike: ich hab “summerhill” live erlebt. dankbar bin ich wohlhingegen meiner strengen großmutter. deren erziehung hat mich summerhill erst goutieren lassen…
    mit dem greenbergschen bestseller tu ich mich schwer. als redakteur bei “focus” wär er für nen artikel gut gewesen.. nu, aber focus?!
    anyway: willkommen bei innovativ-in. die spielwiese hier wird dir sicher viel spass machen. und es wird dich freuen, dass wir hier schon mehr drauf haben als populistische bücher. freu mich sehr auf dein dabei sein!

  5. Ulrike Sennhenn sagt:

    Guten Morgen Michael!

    Dann haben Sie im Leben doch alles richtig verstanden! ;-) Wunderbar (vorsichtshalber ;-) merke ich an, dass ich das keinesfalls ironisch meine!), wenn Sie rückblickend sagen können, dass die Prägungen, die Sie in Ihrer Kindheit/Jugend erfahren haben, Ihnen im Leben dienlich waren.

    Bei mir gibt es so einige, die mich vor z.T. große Herausforderungen gestellt haben. Beispielsweise “Du musst alles alleine schaffen. Verlässt Du Dich auf Andere, bist Du verlassen …” Und, ich beschäftige mich – als gelernte Programmiererin ;-) – mit wachsender Begeisterung mit dem Thema “hinderliche Glaubenssätze in Förderliche umprogrammieren”.

    Was mir in meinem Leben immer wieder begegnet: wähle ich für MICH Wege, die zwar “anders” sind, sich für mich aber gut anfühlen und mir Spaß machen, dann tobte um mich herum oft ein Sturm der Entrüstung. Hat lange gedauert, bis ich erkannte, dass ich das förmlich erwartet habe *lach* … was für eine Wohltat, als ich in die Kreise der Querdenker kam :-)

    Dass das Konzept der demokratischen Schule an ganz tiefe Muster rührt, ist mir klar … ich glaube, genau deshalb bin ich auch so begeistert davon :-) Und, mit der Aussage “die Kinder können tun, was sie wollen”, wird auf das Demokratische im Konzept ja noch gar nicht eingegangen. Ich werde aber gerne davon berichten.

    @Sarah: Danke für den Willkommensgruß! Ich lese ja schon gut ein Jahr mit ;-) und freue mich sehr, hier nun dabei zu sein!

  6. Michael - Baudax sagt:

    @ Ulrike:
    Also mit den Prägungen und Glaubenssätzen hat wohl jeder so seine Probleme. Natürlich versuche ich aucn mit Affirmationen “hinderliche in förderliche umzuprogrammieren”. Hilfreich waren mir anfangs
    Bücher von Catherine Ponder, um überhaupt mal auf die Schiene zu kommen. Oder um Freud zu zitieren: “Das Bewußtsein schwimmt wie eine Nußschale auf dem Ozean des Unterbewußtseins”. Ich habe Teile meiner Affirmationen täglich vor Augen an meinem Schreibtisch.
    Bin aner gespannt, wie das Demokratische in Ihrem Konzept aufgelöst wird.

  7. Sabine Raiser sagt:

    Der Wert von Freiheit liegt in ihrer Umsetzung. Mehr in der Tat als in der Idee. Der Begriff Freiheit allein entlockt uns leicht ein JA. Schwierig wird es dann, wenn es um die Bewertungsmaßstäbe geht. Wer legt diese fest und nach welchen Parametern?
    Der Satz von Rosa Luxenburg hierzu gefällt mir immer noch gut. Er ist leicht verständlich und ideologiefrei: “Meine Freiheit endet dort, wo sie die der anderen beschneidet.”
    Liebe Ulrike, ich wünsche Dir für Dein anspruchsvolles Projekt Glück, Geduld und Gelassenheit, um nur einiges zu nennen, was Du dafür brauchst :-) .
    Schön, Dich dabei zu haben.

  8. Ulrike Sennhenn sagt:

    Liebe Sabine!

    Danke! :-)

    Den Satz von Rosa Luxemburg kann ich auch unterschreiben …

    Und “demokratisch” heißt ja nun auch nicht, dass es “über Tisch und Bänke” geht :-) Ganz im Gegenteil …

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