Weniger ist mehr
2008-06-24, von Ulrike Sennhenn
Vom “Pareto-Gesetz” oder dem “80/20-Prinzip” haben sicher die Meisten schonmal gehört. Zusammenfassen lässt sich die Kernaussage wie folgt:
20 Prozent des Inputs sorgen für 80 Prozent des gesamten Outputs.
Das lässt sich auf Ergebnisse anwenden (80 Prozent der Ergebnisse resultieren aus 20 Prozent des gesamten – auch zeitlichen – Aufwandes), aufs Geld (80 Prozent des Reichtums und des Einkommens sind im Besitz von 20 Prozent der Bevölkerung) oder auch auf den Kleiderschrankinhalt
(in 80 Prozent der Zeit ziehen wir 20 Prozent unserer Kleidung an).
Schaue ich mir mal einen “normalen Arbeitstag” an, so würde das bedeuten: in 20 Prozent meiner Arbeitszeit (ich runde mal großzügig auf 2 Stunden auf) erziele ich 80 Prozent meines angestrebten “Outputs”.
“Nee, stimmt nicht. Niemals würde ich das in zwei Stunden am Tag schaffen. Das mag vielleicht für andere Branchen / Angestellte / Mitarbeiter ohne Führungsaufgaben / Selbständige / … gelten, aber bei MIR geht das nicht!” Ich schätze, dass so gut wie jedes Ego dieses Argument bringt – oder?
Innovative Menschen sollten an dieser Stelle hellwach werden, denn .. wenn das Ego so heftig aufbegehrt, dann ist – meine Erfahrung – “was im Busch”. Und um dem auf die Schliche zu kommen, könnte man folgende Herausforderungen annehmen:
- einen Zettel schreiben und an den Monitor kleben – und mehrmals täglich die daraufstehende Frage beantworten: “Erfindest Du gerade Dinge, um das Wichtige zu vermeiden?”
- für ein paar Tage die tatsächliche Arbeitszeit auf 2 Stunden reduzieren (hier ist ganz viel Kreativität und Disziplin gefragt
)
Beim “vorbereitenden gedanklichen Durchspielen” fiel mir schon auf, dass ich ziemlich gut bin im Erfinden von Dingen, die mich vom Wichtigen abhalten … und DAS würde wegfallen, wenn ich wüsste, ich hätte nur zwei Stunden Zeit für meine Arbeit.
Je öfter ich es gedanklich durchspiele, desto mehr “kribbelt’s” in mir … das MUSS ich ausprobieren, ob DAS stimmt!
Welche Reaktionen ruft das Pareto-Gesetz bei Ihnen hervor?





















Dienstag 24. Juni 2008 um 11:23
Das Pareto-Prinzip funktioniert bei mir am besten beim Putzen
Da habe ich schon Hunderte von Stunden gespart, die ich dann bei anderen Projekten in die letzten zwei Prozent stecke.
Ulrike, wenn du nur zwei Stunden am Tag arbeiten möchtest, dann habe ich noch etwas Besseres für dich: Timothy Ferriss: Die 4-Stunden-Woche: Mehr Zeit, mehr Geld, mehr Leben.
Dienstag 24. Juni 2008 um 11:33
Hallo Wolff,
*lach* … ja, siehste, das wollte ich noch dem Artikel angefügt haben:
>> Inspirationsquelle ist das Buch “Die 4-Stunden-Woche”
Dienstag 24. Juni 2008 um 12:01
Liebe Ulrike, es ist immer das selbe: Menschen, die viel lesen, empfehlen sich gegenseitig Bücher, die der/die Andere schon im Regal stehen hat.
Das kennst du dann bestimmt auch schon: Richard Koch: Das 80/20 Prinzip: Mehr Erfolg mit weniger Aufwand. Oder?
Eine Menge guter Anregungen gibt es auch in Timothy’s Blog.
Dienstag 24. Juni 2008 um 12:59
Lieber Wolff!
Daher führt mich beim ersten Besuch in einer Wohnung eines neuen Bekannten der erste Weg oft zum Bücherregal … dann weiß ich “Bescheid”
Das sind doch eher die “ähnlich tickenden Menschen”
Danke, DAS Buch kenne ich noch nicht … und den Blog hab ich auch noch “vor mir”. Da ich aber grad auch die “Info-Diät” mache, bremse ich mich da was – Input ist gerade zu genüge da
Wendest DU das Prinzip denn an? Bzw. was stößt es bei Dir an? Der Gedanke, mit nur 2 Stunden am Tag (z.B.) “auszukommen” und den Rest zur freien Verfügung zu haben … der macht zumindest mich total glücklich
Dienstag 24. Juni 2008 um 17:39
Liebe Ulrike, wie oben beschrieben, funktioniert bei mir beim Putzen das 80/20 Prinzip perfekt. Vielleicht durch eine Anregung aus Koch’s Buch. Er beschreibt, wie jemand aus dem 80/20 Prinzip ein Geschäftsmodell entwickelt hat: Seine Firma verleiht für Büros Teppichböden im Fliesenform. Sie haben nämlich festgestellt, dass 80% der Flecken auf 20% der Fliesen sind. Es wird nur ein Teil der Fliesen ausgewechselt und alles sieht wieder aus wie neu.
Bei anderen Projekten gelingt mir das 80/20 Prinzip leider (noch) nicht. Viel zu oft bin ich ein Perfektionist. Und das kostet natürlich viel – zu viel – Zeit. Vielleicht sollte ich das auch mal probieren: Die Vorstellung, dass um 10 Uhr bereits Feierabend ist. Ja, das hat was!
Mittwoch 25. Juni 2008 um 01:15
Eins verstehe ich nicht – ich brauche 99% der Zeit zum nachdenken um in dem verbleibenden Prozent die Idee umzusetzen… ich weiss nicht, wie ich das auf das Lösen scheinbar unlösbarer Probleme anwenden soll… ansonsten ist mir schon lange bekannt, dass ich mich mit “Ersatzbeschäftigungen” ablenke – aber gerade in den “Ablenkungsphasen” habe ich die entscheidende Eingebung. Das hier beschriebene klingt ein wenig nach der üblichen Hektik in der keine wirklich nachhaltigen Lösungen entstehen sondern nur Wegwerfkonzepte von der Stange – Schade.
Mittwoch 25. Juni 2008 um 08:29
Hm, diese Wahrnehmung hatte ich so ganz und gar nicht – wobei das Pareto-Prinzip sicher nicht “Jedermanns Sache” ist
Aber für Menschen, die effektiv ihre Zeit nutzen wollen … und mit der nun freien Zeit was anzufangen wissen (!!!) … sind jede Menge gute Tipps vorhanden. Vieles empfinde ich beim Lesen spontan als “logisch”, aber ich wäre alleine nicht darauf gekommen, weil … nun ja … die “Verhaltensmuster” eben schon so eingefahren ist und vieles überhaupt nicht mehr hinterfragt wird.
Wie schon geschrieben – ich werde es selber ausprobieren, und … Wolff … ich würde mich über jeden Mitstreiter freuen
Mittwoch 25. Juni 2008 um 08:38
Hallo Ulrike, ich spinn jetzt mal … Wenn wir das mit den zwei Stunden schaffen, dann können wir uns ja demnächst um 10 Uhr zum After-Work-Breakfast treffen
Mittwoch 25. Juni 2008 um 08:49
Hallo Wolff, ich spinne soooooooooooooooo gerne mit!
Überleg doch mal, was passiert, wenn wir das Bild so richtig schön und rund und mit ganz vielen Glücksgefühlen aufgeladen haben (ich seh mich da grad mit meinem roten Flitzer in Rodenkirchen parken, um dort am Rheinufer die Picknickdecke auszubreiten … im Picknickkorb frische Croissants, Erdbeeren, Sekt … etc. …
Ach nee, noch besser wäre das Szenario mit Hängematten …
Was uns DA für geniale Ideen kommen werden … die wir dann am nächsten Morgen in den 2 Stunden wiederum bearbeiten können … *lach*
Mittwoch 25. Juni 2008 um 11:06
Hallo allerseits
,
also ich gebe ja zu, dass ich auch als Angestellter in leitender Funktion zu denen gehöre, denen manchmal solch “quergedachte” Ideen auch ebenso quer “runtergehen” …
… aber ich habe schon selbst erkannt, dass die Versuchung manchmal groß ist, sich mit Ersatzbeschäftigungen abzulenken.
ABER …
Das sind doch meistens dann genau DIE Phasen, in denen der Verstand Lösungen findet zu Problemen, die einem eben durch konzentriertes Nachdenken gerade NICHT einfallen.
Wenn man zum Beispiel nicht auf den Namen eines Films kommt, den man letztens gesehen hat, so hilft da kein konzentriertes Nachdenken, sondern viel eher das Beschäftigen mit ganz anderen Themen – und plötzlich fällt einem der Titel doch wieder ein … dem Unterbewusstsein sei Dank … und so funktioniert das auch mit einigen anderen “Problemlösungen” …
Ulrike schrieb:
“Beim “vorbereitenden gedanklichen Durchspielen†fiel mir schon auf, dass ich ziemlich gut bin im Erfinden von Dingen, die mich vom Wichtigen abhalten … und DAS würde wegfallen, wenn ich wüsste, ich hätte nur zwei Stunden Zeit für meine Arbeit.”
Hmm … also das verstehe ich nun nicht so ganz … warum kann man das denn nicht ebenso auf 4 oder 8 Stunden übertragen und sagen: ” … und DAS würde wegfallen, wenn ich wüsste, ich hätte nur vier (acht) Stunden Zeit für meine Arbeit.” ???? Die Zahl 2, 4 oder 8 Stunden ist doch nur “willkürlich” gewählt und hängt doch von Art und vor allem vom UMFANG der Tätigkeit oder des Projektes ab – entscheidend ist doch, dass man “Ersatzbeschäftigungen”, die nicht der Kreativität dienen, einfach weglässt … denn dann könnte man das Projekt statt nach 4 Tagen vielleicht schon nach 2 Tagen fertigstellen
Herzlichen Gruß,
Stephan
Mittwoch 25. Juni 2008 um 14:06
Ich wechsel mal zum hoffentlich besseren Verständnis auf einen anderen “Spielplatz”
Nehmen wir das Projekt “Haushalt” und den üblicherweise dafür bereitstehenden Samstag. Aus persönlicher Erfahrung kann ich da folgendes erkennen: gehe ich ran mit der Einstellung “jetzt hab ich für den Haushalt den ganzen Tag Zeit” … dann war’s oft später Nachmittag, bis ich fertig war. Gab’s am Nachmittag eine Verabredung und ich ging ran mit dem Gedanken “bis Mittag hab ich Zeit”, dann hat das meistens genau gepasst. Hatte ich beispielsweise nur zwei Stunden “kindfrei” zum ungestörten “Haushalten” … dann hat auch das gepasst. Gut, da wurden nicht so oft die Fenster geputzt, Handtücher wurden auch nicht gebügelt und der Staub auf den oberen Regalen lag auch schonmal was dicker
… aber … es war im akzeptablen Bereich!
Und diese Phasen, wo das Unterbewusstsein “alleine” auf die Suche nach Antworten gehen kann, die sind natürlich wichtig. Aber … ich unterstelle mal … dass die Lösungen wesentlich schneller kommen, wenn man während der Suche im Wald spazieren geht, den Rasen mäht oder bügelt. Und eben nicht, wenn man “privat surft” oder telefoniert oder nen Plausch mit dem Kollegen hält.
So ist zumindest meine persönliche Erfahrung dazu.
Mittwoch 25. Juni 2008 um 16:44
Haha, hier werden Äpfel mit Birnen verglichen. Lasst uns unsere unterschiedlichen “Kurven” so lange ableiten bis 1 dabei rauskommt. Dann sind wir nämlich einer Meinung und alle glücklich (nebenbei auch noch gleichgeschaltet und standartisiert).
Ulrike, ich denke nicht, dass “Haushalt” ein geeignetes Beispiel ist, denn da geht es weitestgehend nicht um Problemfindung und -lösung sondern lediglich um Routine. Was ich ansprach war, dass solche Konzepte gern so dargestellt werden, dass Sie in jedem Bereich einzusetzen sind – das sind Sie aber nicht und pauschalisierte Gutheißung stößt bei mir generell auf geistige Ablehnung.
Das schöne ist ja, wenn man Picknicken will, sollte man einfach gehen! Wir alle haben das selbst in der Hand zu jedem Zeitpunkt den wir uns selbst setzen. Klingt verrückt? Klar, ist es auch, wenn man davon ausgeht, dass alle gefälligst gleich zu funktionieren haben. Am besten in gleichförmigen standartisierten Schemata und GENAU deswegen produzieren wir seit Jahren nur noch Müll! Ich gehe andere Wege. Wir haben müssen häufig dann arbeiten, wenn es dringend nötig ist – also zum Beispiel nachts um 3h ein Rechenzentrum ausfällt. Das ist aber dann “nur Arbeit” – wie wir hier sagen.
Es gibt aber auch Kopfarbeit und dort kann ich nur sagen, dass Ablenkung und Ersatzbeschäftigung extrem wichtig sind, denn sonst kommen keine vernüftigen Lösungen dabei raus und die kann man nicht erzwingen, die melchen sich, wenn sie soweit sind. Lösungen die wirklich funktionieren und nicht aus einem Haufen mieser Kompromisse bestehen, weil Software A das nicht kann oder Standard B dies verbietet…
Ich muss feststellen, dass der Markt für solche “Irren” wie mich dramatisch schnell wächst und das der Kram, der vielen in einer hübsch geregelten 40h Woche entspringt wirklich nur eben Kram ist (Standardlösungen weil die AGBs des Konzerns oder die Anleitung des Herstellers ja nun leider nicht mehr hergaben).
Man sollte solche Konzepte grundlegend verbieten – das führt nämlich dazu, dass Menschen weniger Nachdenken, Querdenken oder einfach mal Ihr Hirn fernab der Normen benutzen. Das führt vielmehr dazu, dass man anstelle wirklich etwas zu leisten einfach nur das nötigste versucht zu tun (das keinem Auffällt wie mittelmäßig man ist) – hauptsache man hält seine 2/4/6/8 Stundenregel ein – merkt eigentlich einer was für ein (geistiges) Korsett Ihr euch da anlegt?
Mittwoch 25. Juni 2008 um 18:27
Arme Pareto-Regel, sie tut mir fast ein bischen leid.
Da hat Kollege Pareto die Verteilung des Volksvermögens in Italien untersucht und herausgefunden, dass ca. 20 % der Familien ca. 80 % des Vermögens besitzen. Das ist dann offensichtlich so einleuchtend, dass man diese 80:20 immer wieder als Annahme zugrunde legt und Gott und die Welt damit begründet. Wenn man jetzt bei der Begründung noch etwas aufpasst, findet man sie bestätigt, alles eine Frage der Betrachtung.
Weil’s so schön einfach ist. Und da Mensch es gerne einfach mag, wird diese Regel heute übertragen auf jede Sache, auf die sie auch nur ansatzweise passen mag.
Ich mag 100 % – oft, nicht immer. Ich mag es, schon mit einer 70 % fertigen Lösung an den Start zu gehen und zu lernen. Ich nutze 60 % der Funktionen von Word. Ich nutze vielleicht 40 % meiner Zeit auf den ersten Blick nicht produktiv im klassischen Sinn, dafür aber 100 % der Zeit, die ich für den Kunden arbeite. Und wer weiß, vielleicht stellen sich 10 % der 40 % später als so wichtig heraus, dass sie die anderen 60 % locker in den Schatten stellen.
Ich mag auch gar nicht trennen. Nicht zwischen Schwarz und Weiß, nicht zwischen Arbeit und Freizeit, nicht zwischen 80 und 20 Prozent.
Im Grunde genommen geht es darum, die Dinge wegzulassen, die nichts bringen. Dazu muß man sich erst mal im klaren darüber sein, was einem was bringt und warum. Ich tue keine 80 % Dinge, die mir unwichtig sind. Hilfe, ein schrecklicher Gedanke. Ich tue 100 % Dinge die mir wichtig sind. Im Augenblick, für ein Ziel, lang- oder kurzfristig. Oder einfach nur aus Spaß. Keine 80 %, auch keine 20 %. Ob meine 100 % die 20 % sind? Egal.
Ich mag die 80-20-Regel nicht. (wobei sie mir beim putzen schon sympathisch ist, zumindest die 20 %
Donnerstag 26. Juni 2008 um 09:17
Guten Morgen!
Ich seh das gaaaaaaaaanz pragmatisch: wo könnte mir die Anwendung der Regel nützlich sein? In welchem Bereich lohnt es mal genauer hinzuschauen? Wo könnte ich mal ein bißchen herumexperimentieren, wo lässt sich “was herausholen” – ein MEHR an Lebensqualität?
Oberstes Prinzip für mich ist immer: es muss sich gut ANFÜHLEN!
Fröhliche Grüße, Ulrike
Donnerstag 26. Juni 2008 um 09:58
@ Alexander # 13: Arme Pareto-Regel? Ich sehe das nicht so. Ich sehe darin ein fast universales Prinzip. Viele Kurven bei statistischen Verteilungen und Naturvorgängen sehen eben so aus, dass sie “im Anfang” einen steilen Anstieg haben und dann “nach hinten” wegbiegen und sich der 100%-Marke nur asymtotisch nähern. Daraus ergibt sich zwangsläufig, dass mit einem relativ geringen Input ein relativ hoher Output erzielt werden kann. Und dass für einen hohen Output über 80% ein immenser Input erforderlich ist. Die 20% Input im Verhältnis zu 80% Output sind nur eine Metapher dafür.
Ich stimme dir zu, dass es Bereiche gibt, bei denen die 100% anzustreben sind.
Würdest du auch zustimmen, dass es sehr viele Bereiche gibt, bei denen Unmengen an Energie, Aufwand, Material etc. gespart werden könnten, wenn die Pareto-Regel nur halbwegs geachtet würde?
Ich meine, jeden Tag mal darüber nachzudenken, kann ganz lohnend sein. Daher: Danke Ulrike für den Pareto-Refresh!
Donnerstag 26. Juni 2008 um 10:00
Guten Morgen …
Alexander schrieb:
Im Grunde genommen geht es darum, die Dinge wegzulassen, die nichts bringen. Dazu muß man sich erst mal im klaren darüber sein, was einem was bringt und warum.
Genau DAS ist es … kurz und bündig auf den Punkt gebracht !!!!
Herzliche Grüße,
Stephan
Donnerstag 26. Juni 2008 um 20:40
> Würdest du auch zustimmen, dass es sehr viele Bereiche gibt, bei denen
> Unmengen an Energie, Aufwand, Material etc. gespart werden könnten,
> wenn die Pareto-Regel nur halbwegs geachtet würde?
Ich stimme zu, dass es Bereiche gibt, bei denen Unmengen an Energie, Aufwand, Material etc. gespart werden können. Das hat aber nichts mit einer Pareto-Regel zu tun, sondern mit der Klarheit darüber, was wirklich notwendig ist und genau das dann 100 % zu tun.
Wolfgang, gut, dass Du die 80:20 als Metapher siehst. Leider begegnet mir die Pareto-Regel viel zu oft nicht als Metapher, sondern als “Werkzeug” in möglichen und unmöglichen Lebenslagen. Auch schon mal als Ausrede, um die letzten, oft nervigen und schmerzvollen Schritte bis zu einer vollständigen Fertigstellung nicht tun zu müssen. Schade drum.
Es wäre auch noch einen Gedanken wert, wie man die richtigen 80 % aus den 100 bestimmt.
Von Vilfredo Pareto stammt auch der Begriff der “schein-logischen Erklärung” einer Handlung. Auch wenn dieser Begriff nicht direkt mit der Pareto-Regel zu tun hat (macht aber nichts, diese “Regel” hat auch nur mit dem Volkseinkommen in Italien zum damaligen Zeitpunkt zu tun), scheint er mir auf viele Anwendungen dieser vermeintlichen Regel zu passen.
Freitag 27. Juni 2008 um 12:40
Bei kreativen Aufgaben ist es tatsächlich schwierig zu beurteilen, welcher Teil der Arbeit „nützlich“ war und welcher nicht. („Die Hälfte meiner Werbung ist hinausgeworfenes Geld. Ich weiß nur nicht, welche Hälfte.“) Pausen und Ablenkungen vom Problem können wirklich viel helfen, einen neuen Blickwinkel zu gewinnen, und neue Ideen hervorzubringen.
Diese Ablenkungen sollen aber überhaupt nicht „Ersatztätigkeiten“ sein, lieber Tätigkeiten, die auch selbst „nützlich“ sind: Essen, Sport, Spaziergänge, in einer gewissen Menge auch Websurfen und Chat mit Bekannten. Manchmal kann auch ein anderes Projekt als gute Ablenkung funktionieren.
Sogar wenn man die Lösung eines Problems sucht, kommt es vor, dass man zu viel Zeit auf dem nicht entsprechenden Weg verbringt: wenn ich schon zum fünften Mal dieselben Wörter in Google tippe oder dieselben 2 Seiten lese. Wenn ich dieselbe Sache zum dritten Mal ausprobiere, obwohl ich mich noch mit anderen Lösungsmöglichkeiten überhaupt nicht beschäftigt habe. In diesen Situationen soll die gewisse Ablenkung kommen.
@Ulrike
Ich versuche bewusst darauf achten, nicht immer meine Lieblingsstücke zu tragen. Und Klamotten, die ich wahrscheinlich höchstens 2mal im Jahr anhaben würde, lieber gar nicht zu kaufen.
Im Fall des Kleiderschranks sind wir einverstanden.