“War of eyeballs“ der Wahlkampf findet im Kopf statt
Der Wahlkampf um das Oberbürgermeisteramt in der Landeshauptstadt Düsseldorf neigt sich dem Ende zu. Am 31. August haben die Bürger die Wahl, wer die nächsten sechs Jahre regieren wird.
Ich durfte bei dem einzigen Termin beiwohnen, an dem sich die beiden Spitzenkandidaten Kortmann und Elbers zusammen auf die Bühne wagten.
Es war sehr interessant zu hören, wofür beide Parteien stehen. Die Frage die sich mir allerdings stellt: wählen die Bürger, die wählen gehen, die jeweilige Partei nach Wahlprogramm oder doch eher nach Sympathie?
Schließlich findet der Wahlkampf auf Plakaten statt. So zeigen sich die Kandidaten an jeder Straßenecke allein oder zusammen mit Kindern oder anderen strategischen Gruppen und Orten. Die Plakate sollen unsere Aufmerksamkeit anziehen, über unsere Augen eine Entscheidung im Kopf provozieren. «Wen könnte ich mir als Vertreter meiner Stadt vorstellen.» Schon lange hat das Wahlprogramm keine zentrale Bedeutung mehr, nicht für die breite Masse. Würde jede Partei für eine deutlich andere Strategie stehen, dann hätten wir vielleicht mehr als 50 % Wahlbeteiligung, oder?
Als ich Frau Kortmann persönlich kennen lernte, habe ich sie erst nicht erkannt.
Sie wirkt auf den Plakaten sehr kühl und distanziert. Die zarte und zierliche Person wirkt durch den wirklich schlecht gewählten Kontrast mit dem schwarzen Anzug 10 Jahre älter und ihre sympathischen blauen Augen stechen durch die übertriebene Retusche gerade zu hervor, dass es schon unangenehm ist, in sie zu blicken. Schade, denn an dem Tag erschien sie so zugänglich und zeigte auch durch ihr Outfit, dass die zweifache Mutter für Familienwerte steht und eine der Masse zugängliche Person darstellt.
Leider verliert sie auf der Plakatwerbung in der Stadt. Die Massage kommt nicht rüber, im Gegenteil sie wirkt kühl, distanziert und damit nicht rheinländisch.
Leider hat sie bzw. ihre Berater keinen Anlass gesehen, die Dienste einer professionellen Imageberatung in Anspruch zu nehmen. Auch Berlin bietet Dienstleister, die bei der Planung der strategischen Selbstinszenierung solche Fehler hätte vermeiden können. Denn jeder kleine Fehler, kann im Kampf um die Gunst des Menschen der entscheidende sein.
Stellt man die Kosten einer solchen Beratung dem Verlust eines Wahlkampfes entgegen, sind die Opportunitätskosten sehr hoch.
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Liebe Frau Brablec,
Politiker sind heute der Mediengesellschaft ausgeliefert und oft dominiert der äußere Eindruck. Eine Scheinwelt! Kompetenz, Authenzität oder gar das Wahlpromm spielen die untergordnetet Rolle.Und so wird auf Wahlplakaten, wie Sie richtig bemerken, retouschiert, negativ verändert, und ein verkrampftes Bild nach Außen geliefert, das leider bei Karin Kortmann nachteilig ausfällt. Ich kenne Karin Kortmann schon sehr lange und bin auch der Meinung, dass Sie auf dem Foto unvorteilhaft abgebildet ist und ihre Natürlichkeit untergeht. Chance vertan…, aber letztlich hat sie ihr okay zu dem Foto gegeben.
Hallo Frau Brablec,
ich denke, dass die Entscheidung Elbers oder Kortmann LEIDER nicht aufgrund der Wahlprogramme getroffen wird – so, wie es doch eigentlich sein sollte. Aber zum Einen weiß der Wähler ja inzwischen, dass VOR der Wahl und NACH der Wahl andere “Sitten” herschen und Versprochenes dann viel zu oft nicht eingehalten wird. Und zum Anderen wird sicher etwas eher nebensächliches, was man “nebenbei aufgeschnappt hat”, entscheiden … sei es der erste Eindruck beim persönlichen Kennenlernen (Sympathie oder Antipathie?), sei es eine Meldung in der Zeitung (die SPD bleibt weit unter 100.000 Euro für den Wahlkampf, die CDU gibt deutlich über 100.000 Euro aus)oder Meinungen aus dem engeren Umfeld.
Ich bin sehr gespannt, ob es eine Überraschung geben wird (die Wahl von Karin Kortmann wäre es für mich!) … und wieviel Prozent der Wahlberechtigten am 31. August erscheinen werden. Ich darf wieder vor Ort im Wahllokal dabei sein und abends die Kreuzchen zählen
@Carmen Brablec
Ich glaube, die Investiton in eine Stilberatung ist nicht nur für Politiker vernünftig, sie spart auch jedem Nichtpolitiker Geld, weil man dann die richtige, zum Typ passende Kleidung kauft. Gestehe hier meine Eitelkeit ein, auch ich habe mich der Beratungsprozedur ausgesetzt und renne z.B. immer zum Gaudi der Anwesenden mit einem Farbfächer durch die Geschäfte.
Zu Kortmann fällt mir doch eine ziemliche Verwandlung auf. Vorher:
http://www.bmz.de/de/ministerium/leitung/kortmann/index.html
Ich danke Ihnen für die Kommentare und ehrlichen Hintergründe.
@Herrn Baudax:
ich finde es großartig, dass Sie sich als Mann “outen”, der eine Beratung genossen hat. Immer mehr Herren kommen auch in meine Beratung und es ist toll, dass eben Männer immer mehr Wert auf ihr Äußeres legen. Im Zeitalter der austauschbaren Produkte und Dienstleistungen ist der Faktor Mensch von zentraler Bedeutung, und dessen Kompetenz soll man von Anfang an auch sehen!
@ Frau Sennhenn:
Bitte berichten Sie uns was Sie im Wahllokal alles erlebt haben.
Es ist wirklich schade, dass der Bürger nicht mehr auf Grund des Wahlprogramms entscheiden kann, und dass es sich hier mehr um ein Kabinett der Eitelkeiten handelt, das nur noch bewertet wird. Doch so sind wir Menschen eben, Bild und Co. können das über ihre Absatzzahlen belegen.
Frau Wiegand hat ganz Recht, Frau Kortmann hat abgenickt, damit hat sie sich selbst entschieden, wie sie wirken will, oder zumindest welches der gemachten Fotos besser war.
Ich freue mich auf die Zeit in der es auch bei uns eine Ehre ist und keine Schande sein wird, einen Berater zu haben. Amerika macht es hier nur gut vor, warum soll man sich dafür schämen, dass man sich verbessern will. Das verdient Lob und keine Häme.
in dem Sinne, stilvolle Stunden
Carmen Brablec
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