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Grenzen setzen!

Nicole Poli 19 August 2008 4 Kommentare

Wann setzen Sie Grenzen?

Wie viel akzeptieren Sie, bis Sie die Wörter: «Nein, jetzt ist Schluss» aussprechen?

Wurden wir nicht allgemeingültig zu Gehorsam und Fleiß erzogen?

Wann sollten wir in unserem Familien-, Freundes- oder gar dem Geschäftsumfeld Grenzen setzen?

Ich frage mich, wann fängt der «Service» an, wo beginnt das besondere Fünkchen mehr, was Kunden so schätzen und vor allem wo setzen wir unsere Grenzen?

Ich glaube, dass «Das-Persönliche-Grenzen-Setzen», zu einer der wichtigsten Entwicklungsschritte der Individuen auf unserer Erde gehören.

Durch das Setzen von Grenzen, werden wir sensibel für unsere eigenen Bedürfnisse, für unsere Leistungen und unsere ureigensten Wertschätzungen.

Auf dem Weg des «Eigenen-Grenzen-Setzens» gibt es mehrfache Entscheidungshürden…und es stellen sich Fragen wie: «Wann ist es gerecht, meinem Gegenüber zu sagen, dass dieser meine Grenzen überschritten hat? Hat er diese bereits überschritten oder sehe ich den gegenwärtigen Sachverhalt zu eng?»

Ich glaube, es ist eine täglich neu zu beschreitenden Gradwanderung, die sich in der Vielfalt unserer heutigen Geschäfts- und Privatsituation wider spiegel und durch das tägliche Geschehen und die Anforderungen nicht immer leicht erkennbar.

Mir ist wichtig, dass das «Grenzen setzen» stilvoll und voller Achtung zu sich selbst und gegenüber dem Mitmenschen ausgesprochen wird – je nach Situation nicht immer leicht – Menschen, die Ihre Gefühlszustände in diesem Zusammenhang nicht analysieren und aufspüren, was sie genau bedrückt, werden wütend, missmutig und hegen Argwohn gegenüber Ihrem Umfeld. Doch Menschen, die Mut beweisen, zu sagen, wie Sie sich fühlen und nach einer allgemein zu akzeptierenden Lösung suchen, werden belohnt.

Haben Sie schon einmal Erfahrungen Situationen gemacht, in denen das Faß drohte überzulaufen?

Beste Grüße

Nicole Poli M.A.

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4 Kommentare »

  • Marcel Klotz sagte:

    Liebe Frau Poli,
    in den heutigen Märkten, wo der Mitbewerber gleich nebenan zu finden ist, sind Grenzen schwer zu setzen. Wir sind leider schnell “erpressbar” und geben dadurch zu leicht auch nach, besonders beim Preis, aber auch beim Service danach. Da wo nur der Umsatz, das Wachstum oder der Marktanteil zählt, ist man zu schnell bereit, nachzugeben und die Grenzen variable zu halten. Hauptsache der Kunde unterschreibt bei mir, eher heute als im nächsten Quartal und es passt einigermaßen zu meinen Kennzahlen (DB, Marktanteil, etc.) Wen stört da schon die Qualität? Hauptsache, die Bilanzpressekonferenz wird ein Erfolg und die Börse reagiert positiv. Nur der Mittelstand kann da noch widerstehen. Jedenfalls ist es zu empfehlen. Daher schliesse ich mich Ihnen an: Standhaft bleiben, die eigenen Kriterien hochhalten und wenn es sein muss auch mal ein Geschäft ablehnen. Das gilt natürlich auch für das menschliche Miteinander im Geschäftsleben. Fairness, Achtung vor Personen, alles Dinge, die nur noch hochgehalten werden können, wenn wir zur Not auch diese Reklamieren und Grenzen setzen. Dazu bedarf es Mut. Mut des (korrekten) Widerspruchs und der klaren Auflegung (und Abholung) von Erwartungen.
    Gruss MK

  • Joachim Zischke sagte:

    Unter den genannten Umständen, wenn es uns nicht gelingt, die Kosten drastisch zu reduzieren, sehen wir keine Möglichkeit, die beiden Werke beim xxx-Verlag zu veröffentlichen.

    Und dann habe ich Nein, danke gesagt und mich vom Verlag verabschiedet. Denn für eine Garantiesumme von 350 Euro schreibe ich kein Buch, sondern arbeite vielleicht einen Vormittag lang …

    Ich denke, das derartige Gradwanderungen immer weniger mit Stil und Achtung zu tun haben oder damit entschärft werden könnten. Take it or leave it. Hier geht es nicht mehr um Gefühle, sondern um das nackte Geschäft. Der Verlag hätte sicherlich nicht sein Angebot geändert, hätte ich ihm gesagt, wie ich mich innerlich fühlte.

    Die Kompromissbereitschaft, trotz gegenteiliger Auffassung, zu einer Einigung, einem Verständnis zu gelangen, ist uns abhanden gekommen. Die Grenzen stehen nunmehr auf beiden Seiten.

  • Lutz Falkenburg sagte:

    Ja, wir machen ständig solche Erfahrungen und vor Jahren, als ich noch dachte “jeder Auftrag läuft irgendwie, hauptsache Auftrag”, habe ich eben eher keine Grenzen gesetzt. Allerdings hat es fast 5 Jahre gebraucht alles so zu “positionieren”, dass wir heute mit einem Bruchteil der ehemaligen Mannschaft das selbe Ergebnis erzielen. Meist, weil wir von vorn herein eindeutige Grenzen nennen ohne, dass sich irgendwer überhaupt schon in deren Reichweite befand – das wirkt auf einige Partner zu Beginn etwas seltsam aber letztendlich führt es zu einem entspannten Miteinander.

    Ich habe kein Problem damit einem Kunden offen zu sagen “unter den Umständen sehen wir von dem Auftrag ab” anstelle mich mit einem Auftrag zu blockieren, der hinten und vorne nicht passt. Natürlich hemmt dieses Vorgehen das Wachstum, dafür ist es extrem gesund. Sowohl fürs Unternehmen, als auch für die Nerven.

    Die Aufgabe ist aus meiner Sicht nicht anspruchsvoll. Das läuft hier unter der Kategorie “Blamiere Dich täglich” und sorgt oft auf beiden Seiten für reichlich Spass, wenn man es nicht versucht ich geschwollene Worte zu kleiden sondern einfach sagt – einfach so – gerade heraus. Das scheint es immer weniger zu geben und viele unserer Kunden scheinen sich buchstäblich danach zu sehnen. Wo ist das Problem, wenn ich eine am Boden liegende IT-Landschaft vorfinde, dem Kunden zu sagen “so ein Chaos ist mir selten untergekommen, wenn sie nicht augenblicklich unserem Konzept folgend wird das nicht gut ausgehen….”. Ich finde, es ist einfacher sich zu entschuldigen, weil man, man selbst war, als sich ständig zu verbiegen und zu schauen mit welchem subtilen Trick ich den Kunden dahin manövriere, wo ich ihn gern hätte.

    irrsinnige Grüße

  • Klemens Kolberg sagte:

    Grenzen sind im Privatleben und Geschäftsleben zwingend!
    Privat muss ich mich vor “Zeiträubern” schützen.
    Als unverbesserlicher Optimist ;-) breche ich eher einen Kontakt ab (oder pausiere), als dass ich mich von einem Menschen ständig negativ beeinflussen lassen – unabhängig von der menschlichen Nähe.
    Im Job hat Grenzen zu setzen neben der Verpflichtung zum Umsatz auch etwas mit Selbstbewusstsein zu tun.
    Wenn ich sicher und überzeugt hinter meinem Produkt stehe, lass ich mich viel weniger auf Kompromisse ein und kann leichter meine Grenzen setzen. Selbstverständlich lockt der Umsatz. Mit Stärke und klaren Grenzen ist nach einer Vorentscheidung durch meine Kunden zu meinem Gunsten ein Zusammenarbeiten (für mich) viel einfacher, weil der Kunde mein Selbstbewusstsein wahrnimmt und mich damit auch als gleichwertigen Geschäftspartner akzeptieren kann.
    z.B. letzte Woche: Eine Absage von mir an einen Kunden – aber der Kunde meldet sich erneut und bittet um ein Angebot für eine kleinere Einheit!

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