Business meets Spiritualität

2008-08-21, von Ulrike Sennhenn

Es waren einmal zwei Inseln – auf der Einen lebten die Menschen, die “verstandesorientiert” agierten, für die Zahlen und Fakten maßgebend waren, die sich an Beweisen und “der Realität” orientierten, und die sich nach “den geltenden Regeln” verhielten. Auf der anderen Insel lebten die Menschen, die “gefühlsorientiert” agierten, für die ihr Glaube maßgebend war, die sich an ihren eigenen Zielen und Visionen orientierten, um “sich ihre individuelle Realität” zu gestalten, und die immer wieder querdachten und – handelten. Zwei sehr gespaltene “Lager” … sich misstrauisch beäugend.

Vor wenigen Jahren erschien ein Film, der eine Brücke baute zwischen diesen Inseln: “What the bleep do we (k)now?” Ich bin mir sicher, dass dieser Film zu ungläubigem Staunen geführt hat (und vielleicht dadurch auch zu einem großen Erfolg wurde?) – da beweist nun die Wissenschaft das, was die Spirituellen schon immer geglaubt/gefühlt hatten. Was für eine Innovation!

Brücke

Bildquelle: pixelio.de

Ich nehme weitere Brücken wahr … die Spiritualität “hält Einzug” in’s Business! Da wird z.B. mit großem Erfolg das Enneagramm zur Optimierung der Kommunikation im Unternehmen eingesetzt (war Thema bei der letzten Veranstaltung “Drei Jahreszeiten” der Innovativ-in-Partnerin Sabine Raiser), oder es werden “elektronische Bioresonanzverfahren” zur Auflösung von Erfolgsblockaden oder zur “Potentialaktivierung des Unternehmers” eingesetzt (Innovativ-in-Partnerin Astrid-Beate Oberdorf).

Kennen Sie weitere Beispiele, wo die Spiritualität Einzug hält in’s Business? Nutzen Sie als Unternehmer bereits “Tools der Spiritualität”?

Ich bin gespannt auf Ihre Beiträge!

Bookmark and Share

15 Kommentare zu “Business meets Spiritualität”

  1. Wolff Horbach sagt:

    Business mit Spiritualität ist ein ganz heikles Thema. Ich erinnere mich da an unzählige Diskussionen. In der Tat scheint es da zwei Inseln zu geben. Ich kann hier weder zu Enneagramm noch zu elektronischen Bioresonanzverfahren etwas sagen. Beide Dinge kenne ich nicht.

    Aber leider sind mir gerade in der letzten Zeit einige Dinge über den Weg gelaufen, wo sich mir die Nackenhaare sträuben und die Fußnägel aufrollen: Die eine Frau will Handystrahlung unschädlich machen, der andere spürt schlafstörende Wasseradern auf, der dritte befreit Häuser von Erdstrahlen. Und alle nennen diesen Hokuspokus dann Spiritualität. Und nehmen dabei nur den Menschen das Geld aus der Tasche.

    Es wäre also sehr schön, wenn wir hier ganz deutlich unterscheiden würden zwischen Esoterik und Spiritualität. Das wird m.E. immer durcheinander geworfen.

    Mein persönliches “Tool der Spiritualität” ist ganz einfach: Meditation. Bewährt seit 2.500 Jahren, bei mir seit 10 Jahren. Außer einem Kissen und etwas Zeit brauche ich dazu nichts.

  2. M. K. sagt:

    Um GOTTES Willen kann ich da nur sagen. Das bitte nicht auch noch. Spiritualität gut und schön, aber doch bitte zu Hause. Mir reicht, dass wir uns mit der Emotionalität (die wir endlich akzeptieren)schon schwer tun. Auf diese Komponente kann ich gerne verzichten. Oder soll ich mit meinen Kunden über Religion reden und wenn wir beide dann feststellen, wir glauben an xy, dann machen wir das Geschäft. Ich bin heilfroh, dass Politik, Religion, Spiritualität und andere Themen fein sauber aus diesem Bereich des Lebens herausgehalten werden.

  3. Lutz Falkenburg sagt:

    Wie schön, dass ich in IT-Branche und dort im Bereich der reinen Nullen und Einsen Tätig bin – ein 0,5 gibt es da nicht. Nur klare nüchterne Größen, die sich auch von ein paar Räucherstäbchen oder Klangschalen nicht beeinflussen lassen…

    Ich stelle mir grad vor einen Serverraum nach Fengh Shui (schreibt man so?) einzurichten. Aber vielleicht bin ich auf dem falschen Weg und wir sollten in jedem Serverraum einen Konkurrenten verbuddeln, weil dann alles ewig hält – glaubten zumindest die Menschen einer Kultur, die zu dem Zeitpunkt schon älter war als die unsere heute. Nein Danke von meiner Seite aus. Und Emotionen? Sind zumindest beim Kunden meist reichlich vorhanden, wenn nix mehr geht oder der unser 5vor12 Projektmanagement in Anspruch nimmt – aber die hat er, wir müssen zwangsläufig ruhig und konzentriert bleiben.

  4. Doc Sarah Schons sagt:

    heikles thema. die modernen “naturwissenschaften” nähern sich ja immer mehr den zb im buddhismus längst angewandten erkenntnissen.

    doch sollte mensch sich da im wabernden umfeld der – ich nenn es mal: pseudospiritualität vor der vielfalt von hoax-produkten und anbietern schützen. ich erlebe es täglich in meinem beruf, welch sonderliche blüten dieses spirit-business treibt. interessanterweise haben patienten dafür geld – aber nicht für gescheite prävention und achtsame lebensweise.

    ich halt es wie wolff: meditation. seit über 25 jahren. einfach und effektiv…

  5. Ulrike Sennhenn sagt:

    Einen wunderschönen guten Morgen!

    Hmmmmmmmmmmm … sind Ähnlichkeiten rein zufällig? ;-)

    Über die Schwierigkeit – mit dem Neuem, dem noch völlig Unbekannten – umzugehen und sich vorzustellen, dass etwas funktionieren kann, nur weil wir es nicht kennen …

    Viel Spaß beim Betrachten der 2-Minuten-Videos aus “der Steinzeit” ;-) :

    http://www.youtube.com/watch?v=OORnMYoWX9c&e
    http://www.youtube.com/watch?v=ku4Ugw0lQ4Q&e

    Gefunden in Klotzs Competence Selling Blog

  6. Stefan Sohst sagt:

    … gut, auch unter den neuen Ideen gibt es solche, die keine Zukunft haben … unter im bisherigen Business gibt es ja auch nicht gerade wenig schwarze Schafe …

    Spiritualität ist in jedem Jahrhundert mit vielen Vorurteilen behaftet gewesen, weil es den jeweils gegenwärtigen Durchschnitts-Erfahrungs-Horizont übersteigt.

    Zur Gegenwart: Jeder Geschäftsabschluss fußt auf Emotionen, und wir sind in unserem Kulturkreis ausnehmend schlecht im Umgang mit eben jenen ausgebildet.

    Meditation ist ein sehr empfehlenswertes Werkzeug. Aber wer gelernt hat mit Hammer und Nagel umzugehen, sollte sich irgendwann auch mal für den Rest des Werkzeugkastens interessieren.

    Ich komme auch aus der IT, mit bits und Bites. Ich kenne auch aufgebrachte Kunden, bei denen das eine oder andere im Moment nicht funktioniert. Die IT-Probleme lassen sich aber nur mit kühlem Kopf lösen, und nicht unter Stress.

    Und auch gerade dafür benutze ich den ganzen ganzen Werkzeugkasten, das hebt die Effizienz erheblich.

    Ich gehöre also zu denjenigen, die sich freuen, wenn Räder rund sind ;-)

    lG Stefan Sohst

  7. Ulrike Sennhenn sagt:

    Ich dachte schon, ich müsste meine Räucherstäbchen rausholen, damit sich jemand “raustraut” *lach*

    Das Bild des Werkzeugkastens finde ich sehr schön – da mögen Werkzeuge dabei sein, die zwar hilfreich sind, aber nicht für MEIN Business geeignet sind. Dafür muss ich sie aber zumindest kennen bzw. noch besser mal in die Hand genommen und ausprobiert haben …

    Fröhliche Grüße, Ulrike Sennhenn

    (auch vormals IT und seit 13 Jahren meditierend :-) )

  8. Wolff Horbach sagt:

    @ Ulrike:
    Es liegt nahe, zu vermuten, dass Menschen etwas ablehnen, weil sie es nicht kennen (“Wat de Bur nicht kennt, dat fret he nich”). Aber auch das genaue Gegenteil trifft zu: alle paar Minuten wird eine neue Methode erfunden, die angeblich alle Probleme dieser Welt löst.

    Vor ein paar Jahren war es Pendeln, gestern Tarot und heute sind es die “Wünsche ans Universum” oder das “Law of Attraction”.

    Weil ich wissen wollte, warum das Buch “The Secret” so erfolgreich ist und warum so viele Menschen darauf abfahren, habe ich es mich von einem Freund geliehen. Es liegt hier noch rum – halb gelesen. Selten hat mich ein Buch in der letzten Zeit so gelangweilt. Und: Ich muss kein ganzes Fass aussaufen, um zu merken, dass es Essig ist.

    In “The Secret” steht zum Beispiel:

    Sie brauchen nicht wieder und wieder zu bitten. Bitten Sie einfach einmal. Es ist genau, wie wenn Sie eine Bestellung aus einem Katalog aufgeben. Sie bestellen alles nur einmal.

    [...]

    Wenn Sie eine Bestellung aus einem Katalog aufgegeben haben, entspannen Sie sich. Sie wissen, dass Sie das Bestellte erhalten werden, … (Seite 64/65)

    Was machen die Menschen alle verkehrt, die sich Glück und Reichtum wünschen? Haben sie falsch bestellt?

    Warum hat sich denn noch keiner gewünscht, dass auf der Erde Friede ist?
    Warum hat sich denn noch keiner gewünscht, dass alle Menschen frisches Wasser und ausreichend zu essen haben?
    Warum hat sich denn noch keiner gewünscht, dass Krebs und Aids ab sofort nicht mehr vorkommen?

    Alles Fehlbestellungen? Oder nicht fest genau daran geglaubt?

    Natürlich bewegen sich Dinge in die richtige Richtung, wenn wir uns intensiv damit beschäftigen. Wenn wir anpacken, üben, Ressourcen locker machen und uns Verbündete suchen. Das ist das eigentliche “Law of Attraction”. Es beginnt alles in unserem Kopf und endet an zwei Händen, die anpacken. Da Kopf und Hände auch zum Universium gehören, kann man die Wünsche an das selbige ja auch mal so interpretieren ;-)

  9. Matthias sagt:

    Vielen Dank Wolff Horbach! Das Problem unserer Zeit ist nicht zu wenig Spiritualität, sondern zu wenig Aufklärung. Nur mit mehr Aufklärung gibt es mehr Frieden, frisches Wasser für alle, weniger Krankheiten, ein glücklicheres Leben.

    Viele Grüße Matthias Brömmelhaus (der nicht in der IT-Branche arbeitet und auch seit 15 Jahren meditiert

  10. Ulrike Sennhenn sagt:

    Bevor ich mich in’s Wochenende verabschiede, möchte ich mir für diesen Thread etwas wünschen:

    Den Fokus auf das, was GELINGT … den Fokus auf die Erfolgsstories, wo “spirituelle Tools” im Business ERFOLGREICH eingesetzt werden. Ich weiß, dass es sie gibt … und ich kann versichern, dass man NICHT mehr auf dem Scheiterhaufen landet, wenn man sich dazu bekennt. ;-)

    Fröhliche Wochenendgrüße!

  11. Alexander sagt:

    @Stefan Sohst: Emotion ungleich Spiritualität. Mediation ungleich Spiritualität.
    @Ulrike Sennhenn: Kritische Haltung ungleich Steinzeitvideo. Vielmehr die Herausforderung die Kritiker vom Gegenteil zu überzeugen.

    Was mich zur Frage bringt: Was ist Spiritualität? Was gehört in einen seriösen Spiritualitätswerkzeugkasten, wo beginnt der Humbug?

    Ich kenne einige Menschen, die “bestellen” sich Ereignisse und andere, die meinen, sie müssten nur einen Abend lang intensiv daran denken, dass eine bestimmte Person etwas Bestimmtes tut und schon passiert genau das. Sie sind genauso erfolgreich (oder nicht) wie andere Menschen, die darauf verzichten.

    Ich kann bisher nur sagen: Lasst mich mit diesem Humbug in Ruhe. Was nicht heißt, dass es nicht vielleicht doch was funktionierendes gibt. Maybe.

    Meiner Meinung nach krankt das Thema an viel Wischi-Waschi. Und daran, das den “Nicht-Gläubigen” binnen Sekundenbruchteilen – egal ob bewußt oder unbewußt – die “Du-hast-ja-nur-den-Durchschnitts-Erfahrungs-Horizont”-Keule um die Ohren gehauen wird. Das trägt kaum zur Bereitschaft einer offeneren Beschäftigung mit dem Thema bei und wirkt, mit Verlaub, etwas “seltsam”.

    Und ansonsten gilt: Wenn’s persönlich hilft und niemandem anderen schadet…

    Ach ja, Fokus auf’s “Gelingen”. Vielleicht gelingt es ja in der Diskussion Seriöses von Unseriösen zu unterscheiden. Das würde dem Thema auf alle Fälle helfen…

  12. Lutz Falkenburg sagt:

    Ich kann für mein Business nur sagen, dass das Ergebnis und die Geschwindigkeit in der es erreicht wird zählt. Das gilt seit 18 Jahren und jeder, der mir was anderes zeigen wollte ist nicht mehr hier, weil es hanebüchen war und unsere Kunden sich teilweise fast angeekelt an mich wandten und fragten, was der Sch… jetzt soll. Was mir persönlich hilft immer klaren Kopfes und wachen geistes beim Kunden aufzutauchen um ein Problem möglichlichst schnell zu erkennen und relativ rasch entweder ein Workaround zur Verfügung zu stellen oder es zu lösen ist nachdenken, lesen, nachdenken, lesen… Immer dann, wenn ich das vernachlässigt habe, weil ich zum Beispiel auf Empfehlung einem Joga- oder Meditationskurs beigewohnt habe, sind die Leistungen beim Kunden schlechter geworden – also sage ich, in meinem Business hat weder Glücksh- noch Gefühlsduselei etwas zu tun. Fakten zählen.

  13. Michael - Baudax sagt:

    Empfehle in Sachen “Business meets Spiritualität” das Buch von Michael Fromm, der leider hier nicht mehr vertreten ist:
    “Führen aus der Mitte”
    Habe es einigen ausgesuchten Kunden zu Weihnachten geschenkt und sehr positive Reaktionen erhalten.
    Ein Buch fernab von dieser ganzen “Esoterik-kacke”, die sich um Spiritualität rankt.
    Den Film “Bleep” habe ich 2 x im Kino und einmal auf DVD gesehen und immer noch nicht alles kapiert.

  14. innovativ.in - Business Blog » Blog Archiv » Von arbeitslosen Engeln sagt:

    [...] schreibe deshalb darüber, weil der Blog Beitrag “Business und Spiritualität” immer hoch heftige Diskussionen im Hintergund auslöst. Per Anruf, hinter vorgehaltener Hand. [...]

  15. Andreas (Honihoni) sagt:

    In diesem Zusammenhang boomt ja auch das Tarotlegen für Manager. Wenige geben es zu, aber immer mehr tun es..

Kommentar schreiben

XHTML: Sie können diese Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>