Archiv für September, 2008

6 Sorten Sinn – Spuren statt Staub

2008-09-30, von Anja Förster

Was hilft gegen einen wackelnden Stehtisch? Ein Bierdeckel! Also baten wir einen Mitarbeiter der Firma, bei der wir neulich zu Besuch waren, um dieses Stück Pappe. Der junge Mann ging wortlos davon. Gefühlte 30 Sekunden später kam er zurück, warf sich vor uns auf die Knie und begann den Tischfuß mit einem Inbusschlüssel zu justieren. Dabei fixierte er immer wieder das Wasserglas auf dem Tisch. Der Eichstrich diente ihm als Wasserwaage. Schließlich war der Stehtisch in einer exakt horizontalen Position und wir bedankten uns. Wieder schaute uns der junge Typ wortlos an. Dann sagte er nur einen Satz: «Wir bei Porsche arbeiten nicht mit Bierdeckeln.»

Ganz offensichtlich kam dieser Mitarbeiter weder aus der Marketingabteilung noch aus dem Management. Und er wurde erst recht nicht von der Presseabteilung gebrieft, was er tun muss, um in unser Buch Spuren statt Staub zu kommen. Er hat einfach aus sich heraus den Spirit seines Unternehmens gelebt. Mit Pappe zwischen Estrich und Metall zu laborieren, wäre ihm vorgekommen wie ein Terroranschlag auf die hauseigene Kultur des Perfektionismus.

Eine solche innere Haltung kommt immer nur dann zustande, wenn das Unternehmen eine Art höhere Bestimmung für sich gefunden hat. Der Begriff «höhere Bestimmung» lässt sich direkt übersetzen in fundamentale Werte wie Schönheit, Wahrheit, Aufbruch zu neuen Ufern, Freiheit, Gerechtigkeit, Liebe, Mitgefühl, Dienst an der Menschheit. Das sind die moralischen Imperative, die die Menschen seit jeher zu außergewöhnlichen Leistungen angespornt haben. Wenn es Unternehmen gelingt, diese Werte in ihren eigenen Zielkanon zu übersetzen, dann ist die Antwort darauf gefunden, warum Menschen sich in dieses Unternehmen mit all ihrer Kreativität, Initiative und Leidenschaft einbringen sollten.

Diese fundamentalen Werte haben wir in sechs Möglichkeiten übersetzt, wie Unternehmen Sinn stiften können:

1. Aufbruch zu neuen Ufern.
Denken Sie an berühmte Entdecker wie Christoph Kolumbus, James Cook oder Alexander von Humboldt. Übersetzt in die Welt der Unternehmen bedeutet das: Innovation. Schauen Sie sich Unternehmen wie Bosch, Hilti oder Google an, die genau das zu ihrer Bestimmung gemacht haben.

2. Demokratisierung: Leistungsangebote, die zuvor nur einer Elite zugänglich waren, werden jetzt für die breite Masse zugänglich. Ein Beispiel ist die Fotogalerie Lumas, die großformatige Arbeiten renommierter Fotokünstler dank höherer Auflagen für einen Bruchteil der sonst üblichen Preise anbietet.

Lumas - Spuren statt Staub

3. Die Rolle des Herausforderers.
Hierbei richtet sich der Ungehorsam kleiner, aber mutiger Firmen-Robin-Hoods gegen die selbstzufriedenen, alteingesessenen Bewahrer des Status Quo. Die britische Virgin Group begreift sich selbst als ein moderner Robin Hood und steigt vorzugsweise in Branchen ein, in denen man alteingesessene Wettbewerber mit frischen und kundenfreundlichen Ideen Feuer unterm Hintern machen kann.

4. Human Values. Hier geht es um Themen wie Führung, Freiheitsgrade, Fairness, Menschlichkeit, familiäre Werte wie sie beispielsweise von Weleda, dem Hersteller von Arznei- und Körperpflegemitteln aus Natursubstanzen, gelebt werden.

5. Verantwortung. Hier geht es um Themen wie Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Gesundheit. Beispiel: Hipp, der Hersteller von Bio-Babynahrung setzt darauf seit über 35 Jahren.

6. Oder Sie setzen – wie das eingangs erzählte Bespiel von Porsche deutlich gemacht hat – auf das Thema Perfektion.

Wichtig: Nicht jeder Mensch fühlt sich gleichermaßen von allen Werten angezogen. Vielmehr geht es um die Passgenauigkeit von Menschen und ihren Werten und Unternehmen, die genau diese Werte verkörpern.

Die wichtigste Frage für Unternehmen lautet also nicht: WAS tun wir? Oder: WELCHE Produkte bieten wir an? Sie lautetet: WOFÜR brennt unser Unternehmen, unser Team? Was wollen wir in der Welt bewirken?

Wie sieht es bei Ihnen aus? Hat Ihr Team, Ihr Unternehmen einen solchen Sinnhorizont? Wie lautet Ihr Beweggrund? PS: Von allen sechs Punkten so ein bisschen “ das wird nix.

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Spuren statt Staub

2008-09-29, von Peter Kreuz

Wir haben sie satt  so unendlich satt: Unternehmen, die so grau sind wie der Staub, den sie die ganze Zeit aufwirbeln. Mit ihren riesigen Durchsetzungsbürokratien, mit ihren stundenlangen Meetings, in denen professionelle Klarsichthüllenverschieber aufgeblasene Power-Point-Präsentationen zum Besten geben. Diese Unternehmen sind unschlagbar  was ihre Leerlaufdrehzahl angeht. Die von ihnen erzeugte meterdicke Staubschicht kann die gähnende Sinnleere und den stupiden Leistungsdruck aber nicht kaschieren. In diesen Unternehmen gilt es als Bedrohung, Neues voranzutreiben und als eine Verletzung der herrschenden Konsenskultur, überholte Dogmen in Frage zu stellen. Das Denken ist ebenso kleinkariert wie die dazu passenden Sakkos.
Zur Sau - Spuren statt Staub
Es gibt aber zum Glück auch die andere Seite der Medaille. Und die haben wir kennen gelernt, als wir mit Menschen wie Richard Branson von Virgin, Anita Roddick von The Body Shop, Götz Werner von der Drogeriemarktkette dm in Kontakt kamen. Menschen, deren Denken und Handeln zu sagen schien: “Wir können die Welt ein Stückchen weit verändern, wie können Spuren hinterlassen statt nur Staub aufzuwirbeln.”

Und genau darum geht es in unserem neuen Buch: Es gibt zwei Sorten Wirtschaft. Genau zwei. Ergo gibt es auch zwei Sorten Führungskräfte. Zwei Sorten Mitarbeiter. Und zwei Sorten Kunden. Die gute Nachricht: Jeder von uns kann selbst entscheiden, zu welcher Sorte Wirtschaft er etwas beitragen möchte. Die Entscheidung liegt bei jedem Einzelnen! Die schlechte Nachricht: Alles andere sind faule Ausreden  und wir akzeptieren keine davon.

Neben den Unternehmen, die so grau sind wie der Staub, den sie die ganze Zeit aufwirbeln, gibt es Unternehmen mit einer gemeinsamen Leidenschaft und einem verbindenden Sinn. Für die würden wir uns immer entscheiden. Diese Unternehmen haben etwas, das wir Spirit nennen. Da haben alle Mitarbeiter das Gefühl, an etwas Bedeutsamem teilzuhaben, etwas zu bewegen. Und das strahlen sie auch aus. Damit stecken sie andere an. Solche sinnstiftenden Unternehmen hinterlassen Spuren auf Märkten und in der Gesellschaft. Hier arbeiten Menschen, die etwas anders und besser machen wollen als der Durchschnitt. Menschen, die offen, neugierig und zugänglich sind. In solchen Unternehmen hört der Chef zu, bevor er selbst redet. Und die Mitarbeiter haben tatsächlich etwas zu sagen und keine Angst, den Mund aufzumachen. Sie sind inspiriert, ihr Bestes zu geben.

Eine gemeinsame Leidenschaft zu haben heißt allerdings nicht: Alles Öko – Jute statt Plastik – wir haben uns alle ganz doll lieb. Wir meinen mit Spuren hinterlassen kein naives Gutmenschentum. Ganz im Gegenteil: Wo es Spirit gibt, da werden auch höchste Ansprüche an jeden Einzelnen gestellt. Und das ist gut so. Denn Sinn ist das, was Menschen naturgemäß zum Handeln antreibt. Wir glauben, dass Menschen ihre Arbeit wichtig ist. Und zwar nicht nur, um die Miete bezahlen oder Kredite bedienen zu können. Sie wollen, dass dabei auch Sinn entsteht und etwas zum Nutzen anderer herauskommt. Und deshalb strengen sie sich an. Jeden Tag.

Frage: Welche Unternehmen/ Personen sind für Sie die größten Staubaufwirbler? Welche Unternehmen/ Personen hinterlassen Spuren?

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“Aber das geht doch nicht …” – Adieu Idee. Oder gehts auch anders?

2008-09-29, von Anke Trischler

Upps, der Ideenkiller-Favorit «Gute Idee, ABER …kam allen doch irgendwie bekannt vor. Oder wie wäre es mit « das geht doch gar nicht, weil »? An Beispielen aus der Teilnehmerrunde zur Verhinderung von Ideen mangelte es nicht “ da kennen sich alle aus. Und wie kommen wir aus den eingetretenen Pfaden raus? Wie lösen wir Denkblockaden auf? Wo fängt mein persönliches Neuland an? Wie fördere ich das Ideenentwicklungspotenzial eines Teams? Und wie lange darf der Ideenfindungsprozess dauern bevor die Konzentration sich auflöst? Diese und zahlreiche weitere Fragen hatten die Teilnehmer des Workshops «Wie Sie spielend einfach Ideen finden», der vom Business Club innovativ.in Rhein Main am 25.9. veranstaltet wurde. David Jeggle von der Agentur Avenue, vielen bekannt durch sein Ideentower Blog, irritierte, provozierte und lockte dadurch energievoll und kreativ auf neue Wege und zu neuem Denken. Die interaktive Arbeit mit Beispielen aus der Teilnehmerrunde inspirierte, ließ querdenken und setzte neue Impulse frei. Beispiel: Sind Sie bereit für Ihre Monatsaufgabe? Einmal im Monat etwas tun, was Sie bisher abgelehnt haben ohne es zu kennen oder es je versucht zu haben? Keine Scheu, zu spinnen oder genau das wieder zu tun, was Sie als Kind konnten und“ wenn Sie sich trauen “ auch heute wieder tun können. Das regt an, regt auf und setzt Ideen frei. Die Antworten auf ihre Fragen erhielten die Teilnehmer spielerisch durch eigenes Querdenken und miteinander Rumspinnen. Wer hätte das gedacht “ das kann so einfach sein!

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Gastblogger Anja Förster und Peter Kreuz

2008-09-29, von Elita Wiegand

anja-und-peter1.jpg“Wir können selbst entscheiden, ob wir Spuren hinterlassen oder nur Staub aufwirbeln - als Angestellte, Unternehmer, Konsumenten ebenso wie als Teile der Gesellschaft.» Sagen die beiden Business-Querdenker Anja Förster und Peter Kreuz. In ihrem neuen Buch “Spuren statt Staub” plädieren sie leidenschaftlich für eine Wirtschaft die Sinn macht, zeigen auf, dass Unternehmen mit Spirit  erfolgreich sind, plädieren für menschliche Werte, für Nachhaltigkeit und Werte und sie fordern Verantwortung, die Unternehmen übernehmen müssen. Ein kämpferisches Buch mit dem Aufruf, sich von alten Denkmustern zu verabschieden und Scheuklappen abzulegen. Schluss mit den Ausreden!

41lpeqzrsil__sl500_aa240_.jpgDas Buch stellt Unternehmen vor, die unkonventionell sind, die für ihre Sache brennen, Unternehmen, die die Talente ihrer Mitarbeiter fördern.”Und es geht um Menschen, die etwas bewegen wollen, die keine Angst vor dem Rampenlicht haben und weit über das Mittelmaß hinausragen”, heißt es auf ihrer Website.

Gastblogger bei innovativ.in

Ab heute werden Anja und Peter jeden Tag einen Beitrag veröffentlichen. Wir freuen uns auf eine spannende Woche, auf eine lebendige Diskussion und wünschen uns, dass wir hier im Blog alle zusammen Spuren hinterlassen. Nur zu!

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Green Wikia: Öko-Wikipedia gegründet

2008-09-22, von Elita Wiegand

Rot? Ist vorbei. Schwarz? Ist eh traurig, aber grün, das ist es. Die Farbe ist in und im Web grünt es wie nie zuvor. Dass der Öko-Boom auch die Wikis erorbert, war eigentlich klar und jetzt gedeiht ein neues Öko-Wikia. Das Internet-Lexikon veröffentlicht Beiträge über Nachhaltigkeit,  LOHAS, Klimaschutz, Recycling, Solarenergie, und, und, und.

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Hintergründe zu dem grünen Wiki liefert Philipp Mattheis. Und hinter dem Green Wikia steht der Wikipedia-Gründer Jimmy Wales (hach, da verlinke ich doch mal auf Wiki) und das ist doch ein gute Nachricht in doppelter Hinsicht. Zwar ist das grüne Wiki erst mit 670 Beiträge bestückt, aber es kommt bestimmt auch in deutscher Version – oder zweifelt jemand daran?

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Überweisungspanne

2008-09-19, von Wolff Horbach

Klingt doch nett. Oder? Waren ja nur 300.000.000 EUR.

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Event Caterer schaffen vieles auch die Vergänglichkeit.

2008-09-19, von Philipp Wichert

Gestern war mal wieder ein Donnerstag. Wir hatten, wie eigentlich immer, unsere sehr differenzierten Catering-Gewerke. Schloss Augustusburg, Brühl, Weltkulturerbe, sehr exklusive Veranstaltung der Finanzwirtschaft. Düsseldorf, das Sommerfest einer Immobilien-Verwaltung. Hamburg, die Mitgliederversammlunng der Innung Sanitär- und Heizungstechnik im Alt-Hamburger Bürgersaal und ein Firmen-Event im Tropenhaus von Hagenbeck. Karlsruhe, die Roadshow einer Fondsgesellschaft und der Deutsche Naturschutztag. Dazu das «Übliche»: Stand-Catering bei Messen und Kongressen in Hamburg, Düsseldorf und Karlsruhe, Bewirtung bei Symposien und Meetings, Lunchboxen zu Hunderten, Anlieferung, Aufbau, Abbau… 

Ein normaler, eher ruhiger Wochentag für die Stockheim-Caterer, dennoch wieder eine doch recht bunte Palette von Themen, Kunden, Veranstaltungen. Und das Wochenende steht bevor. Es wird noch bunter.

Schaun wir mal: Die große NDR-Schlagernacht am Samstag in der Sporthalle Hamburg. Hörfunk und Fernsehen, die Flippers, Angelika Milster, moderiert von NDR-Urgestein Carlo von Thiedemann; 5000 Besucher, an die 300 VIP-Gäste. Im Staatstheater Karlsruhe steigt die große Jubiläumsfeier der Volksbank. In Düsseldorf steht schon heute eine (Quasi-)Poolparty an: Das Einkaufszentrum Bilker Arcaden, zu dem auch ein neues öffentliches Freibad gehört, wird halb-offiziell mit geladenen Gästen eröffnet.

w_189.jpgEine Woche lang als Gast-Blogger das eigene Tun täglich zu sezieren und zu bewerten mal eine ganz andere Herausforderung für einen Catering Manager. Eigentlich war ich geneigt, die heutige kurze Vorschau aufs Wochenende mit der Floskel «Da schließt sich der Kreis» zu beenden. Doch das wäre ein völlig falsches Bild. Eine Woche, gefüllt mit Veranstaltungen, Kunden, Themen und Aufgaben, geht zu Ende “ aber es schließt sich kein Kreis. Unser Job ist ein ständiges Open end. Und er bedeutet das ständige Erschaffen der Vergänglichkeit.

Wir arbeiten mit unserer Mannschaft auf den einen Punkt hin auf das Event hin, das am Ende einer langen Zeitschiene steht. VIP-Catering für die Fußball-WM 2006, zweieinhalb Jahre intensiver Vorbereitung und Planung, und nach 21 Tagen war alles vorbei. Unsere Arbeit, unsere Ideen, die Anspannung und die Mühen sind  Schnee von gestern, sobald das letzte Licht ausgeht.

Aber dann wird irgendwo ein neues Licht angeknipst. Deshalb liebe ich meinen Job.

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Catering ist Challenge: Kick it like Beckham:“Ja, wir schaffen das!”

2008-09-18, von Philipp Wichert

Zwei völlig verschiedene Welten haben wir gestern Abend gesehen. Ganz nahe beieinander in Düsseldorf, und doch auch fern. Im Rathaus, am Rheinufer gelegen, empfing die Stadt Düsseldorf ehemalige Zwangsarbeiter aus der Ukraine, die im Krieg zwangsweise in rheinischen Betrieben eingesetzt wurden. Zur gleichen Zeit, nur wenige Fußminuten rheinabwärts, begann in der Rheinterrasse die große Party der omd der Leitmesse für Online-Marketing. Ein Kontrastprogramm, das uns schon einmal innehalten lässt. Die Vielfalt unseres Berufs birgt auch nachdenkliche Momente. 

0918omd01.jpgFür beide Gelegenheiten haben unsere Catering-Teams (wie immer) ihr Bestes gegeben, um den Menschen ihren Aufenthalt angenehm zu gestalten. Es sind zwar ganz unterschiedliche Gelegenheiten  zwei Dutzend Besucher beim Empfang im Rathaus, 2500 Gäste in der Rheinterrasse -, doch in beiden Fällen sind wir das «Tischlein deck Dich!» Alle unsere Gäste haben ein Anrecht darauf, dass unsere Anstrengungen hinter den Kulissen bleiben. Ich scheue mich nicht, die Formulierung zu bemühen, dass wir für sie über einen bestimmte Zeitspanne ein Stück Heile Welt schaffen.

Obschon dies für alle Gelegenheiten gilt, bei denen Stockheim catert, versteht es sich von selbst, dass Events mit 2500 Gästen einen ungleich höheren Aufwand erfordern als das Catering für den kleinen Empfang oder ein Familienfest. 2000 Mannstunden und mehr für eine Sechs-Stunden-Party: Das ist keine Seltenheit (Andererseits: Wenn 2500 Gäste sich sechs Stunden lang vergnügen, bringen sie es sogar auf multiplizierte 15.000 Stunden). Bis zu 50 Gewerke werden für ein einziges Event gebündelt. Teamarbeit, Logistik und Erfahrung sind das A und O. Und immer die alte, ewig junge Regel beachten: Ruhe bewahren! 

In unserem Gewerbe wird alles geplant. Aber im Grunde ist nichts planbar: Mit den  unvorgesehenen Zu- und Unfällen leben wir. Jedes Mal aufs Neue. Die Möglichkeiten sind unendlich: Zwei Köche (von drei bestellten) werden krank, der Elektriker verfährt sich oder steckt im Stau, ein Lieferant bringt warme statt gekühlter Getränke, der Brandschutz verschärft in letzter Minute die Auflagen, ein Schlüssel ist verlegt, der Gastgeber stellt eine halbe Stunde vor dem ersten Gang den Menüplan auf den Kopf, und, und, und… Flexibilität, rasche Reaktionen, freundliches Lächeln. Und: Ruhe bewahren!

Bambi-Verleihung 

Dabei ist es ohne Pannen und Schnitzer schon aufregend genug. Jedes Event braucht sein eigenes Storyboard. Nehmen wir beispielsweise die Bambi-Verleihung vor einigen Monaten im ccd Congress Center Düsseldorf.  Die jordanische Königin. Sophia Loren. Tom Cruise. Eva Longoria. Ein Galadinner für 1150 Gäste, dessen Abläufe an die Zeitvorgaben der Fernseh-Live-Übertragung gekoppelt sind  was beispielsweise bedeutet, dass binnen 15 Minuten an den Tischen 3500 gebrauchte Gläser gegen 3500 neue Gläser auszutauschen sind. Außerdem zu bewirten: 350 akkreditierte Journalisten und die 200-köpfige Bambi-Crew. Auch das geschieht nicht einfach «nebenbei». Alle wurden satt und, wichtiger noch, alle waren zufrieden und entspannt.

Fußball-WM 2006

Mein spannendstes «Ereignis» als Catering Manager bisher war das Sommermärchen der Fußball-WM 2006. Das VIP-Catering an vier WM-Stadien. Bei 21 Spielen haben wir gecatert, insgesamt rund 50.000 Gäste bewirtet. Und mussten uns beispielsweise erst mal daran gewöhnen, dass bei Spielen der englischen Mannschaft besondere Regeln gelten: Die ersten 500 britischen Fans stürzen nach dem Schlusspfiff ins VIP-Zelt und bestellen «a dozen bottles of beer» – jeder von ihnen! Da muss die Getränke- und Kühlungslogistik blitzschnell umgestellt werden.

Ein derartiger Auftrag wie das WM-VIP-Catering  ist im Grunde Mengengeschäft  aber zugleich mit höchsten Ansprüchen an die Qualität der Speisen und des Service. Und der Ertrag fürs Unternehmen, der aus der Meisterung solcher Aufgaben resultiert, ist geradezu unermesslich (ich meine ausdrücklich nicht die finanzielle Seite). Die Erfahrung und die Motivation, die unsere Mitarbeiter daraus gewinnen; der Ansporn, der ihnen auch in der Nach-WM-Zeit in ihrer täglichen Arbeit erhalten bleibt; die Expertise, die wir in Fragen der Organisation und Logistik erworben haben: Das sind unbezahlbare Schätze! 

Die Challenge der Fußball-WM gestemmt zu haben, erinnert mich, unser ganzes Team, an die berühmte Sinatra-Zeile aus seinem Mega-Hit New York: «If you can make it there, you can make it anywhere.»

Oder wie mein kleiner Neffe, eingeschworener Fan von Bob der Baumeister, gern kräht: «Ja, wir schaffen das!»

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Spuren statt Staub

2008-09-17, von Elita Wiegand

anja-und-peter.jpgKann man einen Roboter lieben? Diese Frage habe ich hier schon mal im Blog gestellt, als ich den unvergleichlichen Hausfreund iRobot vorgestellt habe. Noch immer träume ich von dem phantastischen Staubsauger und siehe da: Heute gibt es die Chance den Mini-Roboter zu gewinnen. Wie?

Soeben ist das neue Buch von Anja Förster und Peter Kreuz erschienen. Mit dem Titel “Spuren statt Staub” wirbeln die Beiden Staub auf. WOW!  Wenn Sie nämlich heute! bis 22 Uhr das neue Buch der beiden Business-Querdenker bei amazon.de bestellen, können Sie den genialen Hausfreund gewinnen… Also, ich würde an der Verlosung teilnehmen… Das Buch hab ich schon, aber der Reiz ist groß… Übrigens mal wieder ein dickes Kompliment an Anja und Peter: Die Marketing-Idee ist genial… Oder was meinen Sie?

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Catering ist wie ein Büffet. Und die Locations sind wie Platzteller.

2008-09-17, von Philipp Wichert

Manchmal setze ich unser Business mit einem seiner Kernbereiche gleich: Dem Angebot an Speisen. Gestern und heute bilden an den großen Stockheim-Standorten (Düsseldorf, Hamburg, Karlsruhe) Messe- und Kongressveranstaltungen den Schwerpunkt unserer Arbeit – das ist für uns Caterer das (höchst gesunde!) Schwarzbrot. Oft auch mit interessanten Beilagen. Zu den eher exotischen Appetizern (wenn man so will) gehörte am letzten Wochenende übrigens Brigitte Nielsen, die frisch renoviert bei der After Shoe Party der Düsseldorfer Schuhmesse GDS  über die Tanzfläche tobte… Aber ich schweife ab.

Catering mit all seinen Facetten ist wie ein üppiges, appetitlich angerichtetes Büffet. Zum Schwarzbrot der Messen und Kongresse gibt es immer wieder die Appetithappen in Form von Ausstellerpartys, Get-together-Veranstaltungen, Special Events. Kundenveranstaltungen und Firmenfeiern können kernig-knackig gestaltet sein, fordern gelegentlich aber auch die kleinen Raffinessen und Geschmacksexperimente. Je nach Kundenwunsch gestalten wir die Events à la carte oder als individuell auf den Anlass komponierte Kreation. 

Zurück zum Schwarzbrot. Meine Kollegen, die bei der Messe in Hamburg catern, haben derzeit sozusagen die Zukunft der Menschheit als Verpflegungsaufgabe. Beim viertägigen Kongress der Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe sind über 140 Aussteller und täglich mehrere tausend Besucher zu versorgen. Ähnlich die (Catering-)Aufgabenstellung an meinem Heimatstandort, wo seit gestern im ccd Congress Center Düsseldorf der DGTI-Kongress u.a. aktuelle wissenschaftliche Themen der Transfusionsmedizin berät. Und in Karlsruhe schließlich wollen die Teilnehmer des ebenfalls mehrtägigen Deutschen Naturschutztags mit Essen und Trinken bedacht sein. Stand-Catering, Konferenz- und Seminarbewirtung, Firmen-Meetings stehen dort überall auf dem Programm. Kongresse und Messen sind für uns Caterer in der Regel wie ein eingedeckter Speisesaal mit Sitzordnung und Platzkärtchen.

Aber wir haben auch in diesem Bereich die Chance der freien Kür – ich nenne es mal den individuellen Platzteller. Wo sag ich’s meinem Kinde? Mal wieder im Caterer-Deutsch: Die Location ist mehr als eine Spielwiese, sie kann den Charakter eines Events prägen oder  unterstreichen, kann auf Themen einstimmen oder einfach nur gute Laune machen. Catering ist eben mehr als nur die Vorsorge für Essen und Trinken, wir kümmern uns ums Ganze, um Ambiente und Umgebung, um Atmosphäre, Stimmung und Stimmigkeit. 

Ich bemühe einmal mehr Wikipedia:Location (engl. Stelle, Örtlichkeit, Lageort) ist ein heute gängiger Ausdruck im Mediengeschäft für einen Drehort oder Schauplatz für Veranstaltungen.

tw100_bahn_300.jpgIch finde die Möglichkeiten für uns Caterer, unseren Kunden ihren individuellen Platzteller anzubieten, heutzutage einfach überwältigend und überwältigend gut. Meine Stockheim-Kollegen in Karlsruhe beispielsweise haben die Oldtimer-Straßenbahn, die als rollender Partysaal genutzt wird; dazu das Barockschloss (gleich in mehrfacher Auswahl, so ist es nun  mal in Baden), die historische Papiermühle oder ein ehemaliges Bahn-Ausbesserungswerk. 

hhtropenhausmg_6826.jpgWollen Sie vielleicht (statt Schlange zu essen) inmitten von Schlangen und Krokodilen (abgeschirmt, versteht sich) mit bis zu 750 Gästen zu feiern und tafeln? Unser Catering-Team in Hamburg ist exklusiver Partner des neuen Tropenhauses im Tierpark Hagenbeck. Eine hochspannende und einmalige Umgebung für eine Veranstaltung mit Prickel-Effekt.

Oder möchten Sie in einem Düsseldorfer Brauhaus den Tag ausklingen lassen? Dann kommen Sie an Bord des Schiffchen in der berühmten Altstadt!

Die «heiligen» Hallen eines Museums, eines Konzertsaals? Alte Industrie-Immobilien mit Montan-Ambiente? Ehrwürdige Bürgersäle oder moderne Sporthallen? Wir Event-Caterer waren schon immer Scouts auf der Suche nach dem passenden Platzteller. Trüffelschweine…

Zu guter letzt, helfen Sie mir bei meiner Marktforschung? Meine Frage an Sie, denn manchmal, ich gebe es zu, werde ich unsicher: Stets etwas ganz Neues, noch nie da Gewesenes; das Ungewöhnliche, das Ungewöhnlichste; das Exklusive, das Exklusivste – Brauchen wir das? Brauchen Sie das?

Ich freue mich auf Ihren Kommentar.

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