6 Sorten Sinn – Spuren statt Staub
2008-09-30, von Anja Förster
Was hilft gegen einen wackelnden Stehtisch? Ein Bierdeckel! Also baten wir einen Mitarbeiter der Firma, bei der wir neulich zu Besuch waren, um dieses Stück Pappe. Der junge Mann ging wortlos davon. Gefühlte 30 Sekunden später kam er zurück, warf sich vor uns auf die Knie und begann den Tischfuß mit einem Inbusschlüssel zu justieren. Dabei fixierte er immer wieder das Wasserglas auf dem Tisch. Der Eichstrich diente ihm als Wasserwaage. Schließlich war der Stehtisch in einer exakt horizontalen Position und wir bedankten uns. Wieder schaute uns der junge Typ wortlos an. Dann sagte er nur einen Satz: «Wir bei Porsche arbeiten nicht mit Bierdeckeln.»
Ganz offensichtlich kam dieser Mitarbeiter weder aus der Marketingabteilung noch aus dem Management. Und er wurde erst recht nicht von der Presseabteilung gebrieft, was er tun muss, um in unser Buch Spuren statt Staub zu kommen. Er hat einfach aus sich heraus den Spirit seines Unternehmens gelebt. Mit Pappe zwischen Estrich und Metall zu laborieren, wäre ihm vorgekommen wie ein Terroranschlag auf die hauseigene Kultur des Perfektionismus.
Eine solche innere Haltung kommt immer nur dann zustande, wenn das Unternehmen eine Art höhere Bestimmung für sich gefunden hat. Der Begriff «höhere Bestimmung» lässt sich direkt übersetzen in fundamentale Werte wie Schönheit, Wahrheit, Aufbruch zu neuen Ufern, Freiheit, Gerechtigkeit, Liebe, Mitgefühl, Dienst an der Menschheit. Das sind die moralischen Imperative, die die Menschen seit jeher zu außergewöhnlichen Leistungen angespornt haben. Wenn es Unternehmen gelingt, diese Werte in ihren eigenen Zielkanon zu übersetzen, dann ist die Antwort darauf gefunden, warum Menschen sich in dieses Unternehmen mit all ihrer Kreativität, Initiative und Leidenschaft einbringen sollten.
Diese fundamentalen Werte haben wir in sechs Möglichkeiten übersetzt, wie Unternehmen Sinn stiften können:
1. Aufbruch zu neuen Ufern. Denken Sie an berühmte Entdecker wie Christoph Kolumbus, James Cook oder Alexander von Humboldt. Übersetzt in die Welt der Unternehmen bedeutet das: Innovation. Schauen Sie sich Unternehmen wie Bosch, Hilti oder Google an, die genau das zu ihrer Bestimmung gemacht haben.
2. Demokratisierung: Leistungsangebote, die zuvor nur einer Elite zugänglich waren, werden jetzt für die breite Masse zugänglich. Ein Beispiel ist die Fotogalerie Lumas, die großformatige Arbeiten renommierter Fotokünstler dank höherer Auflagen für einen Bruchteil der sonst üblichen Preise anbietet.

3. Die Rolle des Herausforderers. Hierbei richtet sich der Ungehorsam kleiner, aber mutiger Firmen-Robin-Hoods gegen die selbstzufriedenen, alteingesessenen Bewahrer des Status Quo. Die britische Virgin Group begreift sich selbst als ein moderner Robin Hood und steigt vorzugsweise in Branchen ein, in denen man alteingesessene Wettbewerber mit frischen und kundenfreundlichen Ideen Feuer unterm Hintern machen kann.
4. Human Values. Hier geht es um Themen wie Führung, Freiheitsgrade, Fairness, Menschlichkeit, familiäre Werte wie sie beispielsweise von Weleda, dem Hersteller von Arznei- und Körperpflegemitteln aus Natursubstanzen, gelebt werden.
5. Verantwortung. Hier geht es um Themen wie Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Gesundheit. Beispiel: Hipp, der Hersteller von Bio-Babynahrung setzt darauf seit über 35 Jahren.
6. Oder Sie setzen – wie das eingangs erzählte Bespiel von Porsche deutlich gemacht hat – auf das Thema Perfektion.
Wichtig: Nicht jeder Mensch fühlt sich gleichermaßen von allen Werten angezogen. Vielmehr geht es um die Passgenauigkeit von Menschen und ihren Werten und Unternehmen, die genau diese Werte verkörpern.
Die wichtigste Frage für Unternehmen lautet also nicht: WAS tun wir? Oder: WELCHE Produkte bieten wir an? Sie lautetet: WOFÜR brennt unser Unternehmen, unser Team? Was wollen wir in der Welt bewirken?
Wie sieht es bei Ihnen aus? Hat Ihr Team, Ihr Unternehmen einen solchen Sinnhorizont? Wie lautet Ihr Beweggrund? PS: Von allen sechs Punkten so ein bisschen “ das wird nix.
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“Wir können selbst entscheiden, ob wir Spuren hinterlassen oder nur Staub aufwirbeln - als Angestellte, Unternehmer, Konsumenten ebenso wie als Teile der Gesellschaft.» Sagen die beiden
Das Buch stellt Unternehmen vor, die unkonventionell sind, die für ihre Sache brennen, Unternehmen, die die Talente ihrer Mitarbeiter fördern.”Und es geht um Menschen, die etwas bewegen wollen, die keine Angst vor dem Rampenlicht haben und weit über das Mittelmaß hinausragen”, heißt es auf ihrer Website.



Eine Woche lang als Gast-Blogger das eigene Tun täglich zu sezieren und zu bewerten mal eine ganz andere Herausforderung für einen Catering Manager. Eigentlich war ich geneigt, die heutige kurze Vorschau aufs Wochenende mit der Floskel «Da schließt sich der Kreis» zu beenden. Doch das wäre ein völlig falsches Bild. Eine Woche, gefüllt mit Veranstaltungen, Kunden, Themen und Aufgaben, geht zu Ende “ aber es schließt sich kein Kreis. Unser Job ist ein ständiges Open end. Und er bedeutet das ständige Erschaffen der Vergänglichkeit.
Für beide Gelegenheiten haben unsere Catering-Teams (wie immer) ihr Bestes gegeben, um den Menschen ihren Aufenthalt angenehm zu gestalten. Es sind zwar ganz unterschiedliche Gelegenheiten zwei Dutzend Besucher beim Empfang im Rathaus, 2500 Gäste in der
Kann man einen Roboter lieben? Diese Frage habe ich hier schon mal im
Ich finde die Möglichkeiten für uns Caterer, unseren Kunden ihren individuellen Platzteller anzubieten, heutzutage einfach überwältigend und überwältigend gut. Meine Stockheim-Kollegen in Karlsruhe beispielsweise haben die Oldtimer-Straßenbahn, die als rollender Partysaal genutzt wird; dazu das Barockschloss (gleich in mehrfacher Auswahl, so ist es nun mal in Baden), die historische Papiermühle oder ein ehemaliges Bahn-Ausbesserungswerk.Â
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