Sechs Argumente, weshalb die Easy Economy für Unternehmen gut ist
Ein Mann im gut geschnittenen Anzug sitzt in einem Meeting, hört den Ausführungen seines Vorgesetzten scheinbar aufmerksam zu. Eine Frau in lässiger Freizeitkleidung geht mit dem Hund im Park spazieren und telefoniert dabei auf dem Mobiltelefon. Wer von beiden arbeitet?
Es ist interessant zu beobachten, wie sozialisierte Rollenbilder bei jedem von uns nachwirken – egal, für wie aufgeschlossen wir uns selbst halten. Männer, so haben wir durch jahrelange Anschauung seit unserer Kindheit beigebracht bekommen, sind im Schnitt häufiger berufstätig als Frauen. Arbeit wird im Büro erledigt, nicht im Park. Wer arbeitet, trägt repräsentative Kleidung. In Konferenzen werden wichtige Dinge besprochen.
Doch wer sagt, dass der Mann im Meeting sich nicht kolossal langweilt und an den Fußballabend mit seinen Kumpels denkt? Woher wissen wir, dass die Frau nicht gerade einen Deal über viele Millionen Euro abschließt? Arbeit hat heutzutage viele Gesichter und doch fallen wir immer wieder in alte Raster zurück: Wir haben gelernt, wie Arbeit angeblich auszusehen hat: an einem Schreibtisch in einem Büro sitzend. Wir haben gelernt, dass Fleiß in Stunden gemessen wird, Effizienz in Anwesenheit und Einsatzbereitschaft anhand der Menge von Privatleben, die wir bereit sind, unserem Job zu opfern.
In der Easy Economy gelten diese alten Vorurteile nicht mehr und das ist nicht nur eine große Befreiung für die Angestellten. Es entlastet auch den Arbeitsprozess von der längst überholten Fixierung auf Zeit und verschiebt den Fokus stattdessen hin zur einzigen Kennziffer, auf die es im Berufsleben wirklich ankommt: Ergebnisse. Wer seinen Job gut macht, muss dabei nicht wie ein kleines Kind kontrolliert werden. So einfach ist das.
Einige fortschrittliche Unternehmen wie Best Buy, IBM, SAP, die Deutsche Bank oder Teile von BMW setzen diese Erkenntnis heute bereits um und das ist für sie ein erheblicher Wettbewerbsvorteil. Sie zwingen ihre festangestellten Mitarbeiter nicht mehr jeden Tag von 9to5 an den Schreibtisch, sondern lassen die Menschen arbeiten wann und wo sie wollen. Diese Easy Economy emanzipiert Arbeitnehmer von der Anwesenheitspflicht – doch auch für Arbeitgeber hat sie mindestens sechs Vorteile:
1) leichteres Recruiting hochqualifizierter Mitarbeiter, höhere Mitarbeiterzufriedenheit und Motivation, dadurch geringere Fluktuation
2) gesteigerte Produktivität sowie leichtere Identifikation unproduktiver Mitarbeiter
3) weniger Flurfunk, Meckern, demotivierende Gruppendynamik
4) verbesserte Kreativität und Innovationsfähigkeit
5) sinkende Kosten für Immobilien und Unterhaltung
6) besserer Worfklow, weniger Meetings, größere Planungsflexibilität
Leider sind die fortschrittlichen Unternehmen, die ihre Angestellten mobil und flexibel arbeiten lassen, nicht die Regel. Der größte Teil der deutschen Bürowirklichkeit dreht sich vielmehr noch immer um Anwesenheitszwang und Ablenkung, um Überstunden und Chefs, die ihre Mitarbeiter ständig sehen wollen. Um endlose Konferenzen, allmorgendliches Hetzen durch die Rush-Hour und eine Schreibtischuhr, die sich abends nur in Zeitlupe auf den Feierabend zubewegt.
Das muss sich ändern, schon damit Deutschland im immer flexibleren und mobileren internationalen Wettbewerb der Wissensgesellschaft mithalten kann.
Was meinen Sie – eine treffende Beschreibung? Oder erleben Sie den Joballtag ganz anders?
Countdown zur Freianstellung bisher:
- Acht Gründe, nicht mehr ins Büro zu gehen
- Sieben Ursachen, warum man im Büro nicht arbeiten kann
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Sieben Ursachen, warum man im Büro doch arbeiten kann…
Sieben Gründe gegen das Arbeiten im Büro hat Markus Albers, der Autor des hervorragenden Buches Morgen komm ich später rein im innovativ.in Blog aufgezählt. Recht hat er, alle sind sie richtig.
Selbstverständlich gibt es gen…
[...] Park spazieren und telefoniert dabei auf dem Mobiltelefon. Wer von beiden arbeitet?” – fragt Markus Albers auf innovativ-in.de . Der Artikel dreht sich um Unternehmen. Doch welche Wirkung hat das restliche soziale Umfeld? Wie [...]
Den meisten Aussagen kann ich nur zustimmen.
Besonders die leidige Auffassung, dass Arbeit im Büro erledigt werden sollte, und nicht im Park, bekomme ich selbst oft zu hören.
Der Fokus auf Ergebnisse anstatt auf die reine Arbeitszeit finde ich äußerst wichtig. Ergänzend dazu hier noch ein weiterführender Gedanke: Zeit und Einkommen entkoppeln
Bei Punkt 4 kann ich ihnen jedoch nicht zustimmen.
Eine flexible Arbeitsumgebung, wie wir sie aus der “Vier Stunden Woche” von Timothy Ferriss kennen, führt doch nicht zwangsläufig zu mehr Kreativität. Ein Home Office bietet zwar bedeutend mehr Ruhe und Möglichkeiten sich zu konzentrieren und effizienter zu werden, doch die ablenkenden Kollegen brachten auch viele Anstöße, auf die man in seinem stillen Kämmerchen nicht kommt. Da bieten selbst Webkonferenzen keinen gleichwertigen Ersatz.
Die Vorteile überwiegen jedoch um Einiges.
Also ich stimme für eine Easy Economy und versuche Sie auch jeden Tag ein Stück mehr in meinen Arbeitstag zu integrieren.
Es ist aktuell leider noch immer so, dass dieses Am-Schreibtisch-Sitzen und auf den Feierabend warten zu oft praktiziert wird.
Die Weichen für Veränderungen sind gestellt und immer mehr Unternehmen müssen ökonomischer arbeiten lassen, um weiter am Markt existieren zu können. Die Leistungsvergütung kann nur das Ergebnis von vertragsbrechenden Mitarbeitern sein, die statt der vertraglich zugesagten Arbeitsstunden nur einen Teil dieser Zeit arbeiten – sich aber selbstverständlich voll bezahlen lassen.
Aber bis dahin müssen noch viele Unternehmen Lehrgeld zahlen und lassen ihre Mitarbeiter unkontrolliert während der offiziellen Arbeitszeit im Internet chatten oder -eine sehr dreiste Variante- unkontrolliert ihren nicht genehmigten Nebenjob während der offiziellen Arbeitszeit auch über das Internet abwickeln.
…also kann es der deutschen Wirtschaft doch nur gut gehen…
Was ich erlebe, ist nicht eine zeitliche Ausweitung der Arbeit im Büro, sondern eine Verdichtung, d.h. immer mehr Aufgaben müssen in immer kürzeren Zeiträumen erledigt werden.
Leider ist dafür oft die physische Präsenz der Personen nötig, die in dem Workflow involviert sind. Wer nicht da ist, ist eben “raus”. Verdichtung und Komplexität heißt auch, dass immer größere Datenpakete verschickt werden müssen. Nicht jeder ist dazu mobil in der Lage.
[...] – Sechs Argumente, weshalb die Easy Economy für Unternehmen gut ist [...]
@Guido Walter: riesige Datenmengen werden heute nicht mehr verschickt. Sie werden in virtuellen Festplatten gespeichert und jeder, der einen Zugangscode erhält, kann sich die dort gespeicherten Daten ansehen, runterladen, ausdrucken, kopieren, weiterschicken oder auswendig lernen. Das ist das gute am Homeoffice: nie mehr ins Büro! LG
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