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Zwei Dinge, die ich in dieser Woche von Ihnen gelernt habe und eine Überraschung zum Schluss

Markus Albers 9 September 2008 4 Kommentare

Auf meine sechs Posts seit Montag vor einer Woche hat es wirklich sehr viel Resonanz gegeben. Ich habe neue und überraschende Aspekte zum Thema des mobilen und flexiblen Arbeitens entdeckt und insgesamt eine Menge dazugelernt. Hier ein kurzes Best-of der Kommentare:

Uwe: “Man sollte den Punkt Umwelt und Entlastung unserer Strassen durch den Berufsverkehr nicht ausser acht lassen.”

Lutz Falkenburg: “Telearbeit wird aber doch schon seit 1996 sehr effizient von etlichen Unternehmen eingesetzt. (…) Kein Grund das wieder als neu zu verkaufen…”

Christoph: Dem “Arbeiter, der irgendwo einen Knochenjob verrichtet (…) wird es irgendwie komisch vorkommen, wenn sich hier eine Gruppe von Büroarbeitern über die Zukunft der Arbeit austauscht, ohne dabei ein einziges Wort über »echte Arbeit« zu verlieren.”

Sabine Raiser: “Für mich bedeutet die Entwicklung der elektronischen Kommunikationsmittel eine enorme Steigerung meiner Lebensqualität. Ins Büro gehen können, aber nicht müssen ist die Erfüllung eines Traumes, den ich in den Achtziger Jahren noch träumte.” Aber dann auch: “Work und Life sind keine Gegensätze, die es auzubalancieren gilt. Oder? Auf der einen Seite Leben, auf der anderen Seite Arbeit?! Work ist, so wie ich es verstehe, ein wesentlicher Teil meines Lebens.”

Wolff Horbach: “Autonomie ist nach der Glücksforschung ein zentraler Aspekt für positive Gefühle: Ich kann die Dinge tun, die mir wichtig sind. Ich kann sie auf eine Weise erledigen, die ich für die beste halte. Die Easy Economy führt automatisch zu mehr Autonomie.”

Klemens Kolber: “Es ist aktuell leider noch immer so, dass dieses Am-Schreibtisch-Sitzen und auf den Feierabend warten zu oft praktiziert wird.”

Guido Walter: “Was ich erlebe, ist nicht eine zeitliche Ausweitung der Arbeit im Büro, sondern eine Verdichtung, d.h. immer mehr Aufgaben müssen in immer kürzeren Zeiträumen erledigt werden”

Andrea: “‘Easy Economy’ ist vor allem für die Chefs eine Herausforderung. Nicht jeder wird das Modell überleben. Neue Arbeitsstrukturen bedingen Chefs die keine Kontrollfreaks sind, selbständig arbeiten und entscheiden können, fähig sind klare Aufträge und Ziele zu formulieren.”

Andreas Mertens: “Ich habe versucht, einen Praktikant »zeitgemäß« in meine Arbeit einzubinden (d.h. wenige physische Meetings, Schwerpunkt bzgl. der Kommunikation auf Internet, E-Mail, Skype, Chat, Second Life-Meetings, ….). (…) Ich habe aber festgestellt, dass dieser junge Mensch (18 Jahre) genau diese Strukturen bräuchte.”

Im ‘Erfolgreich im Leben’-Blog heisst es: “Eine flexible Arbeitsumgebung, wie wir sie aus der »Vier Stunden Woche« von Timothy Ferriss kennen, führt doch nicht zwangsläufig zu mehr Kreativität. Ein Home Office bietet zwar bedeutend mehr Ruhe und Möglichkeiten sich zu konzentrieren und effizienter zu werden, doch die ablenkenden Kollegen brachten auch viele Anstöße, auf die man in seinem stillen Kämmerchen nicht kommt.”

Dennis Stolze hat die eine oder andere “kreativitätsfördernde Ecke im Büro. Einer meiner dortigen Lieblingsplätze ist die »Frozen Cloud». Da verziehe ich mich ganz gerne zum Lesen oder zum Sammeln von Ideen hin.”

Doc Sarah Schons nennt ihre “creative resorts:
- auf langen hundespaziergängen
- in der freien natur am wasser
- im garten beim wühlen
- im web 2.0 (see alex´listing)
- im gespräch mit nahen menschen”

Steffen: “Als Herr Einstein oder Herr Nietzsche kann man natürlich prima ausschlafen, wenn man weiß, dass man kurz nach dem Frühstück mal wieder einen Geniestreich zu Papier bringt.”

Elita Wiegand war ein paar Tage offline und meldete sich dann folgendermaßen zu Wort: “Ohne Web hatte ich verdächtig viel Zeit nachzudenken und kreative Ideen zu entwickeln. Die besten Einfälle habe ich ansonsten unter der Dusche. Und da hier einige angegeben haben, dass die Dusche eine Inspirationsquelle sei, frage ich mich doch, woran das eigentlich liegt.”

Andreas Rodler: “Ich habe meine »Geistesblitze« fast ausnahmslos im Auto, meistens sogar auf der Autobahn. Dummerweise ist es bei 150km/h schwer Notizen zu machen.”

Réka: “Das vielleicht größte Problem mit den Büros ist, dass man automatisch versucht, sich als beschäftigt zu zeigen. (…) Home-Office allein wird Präsentismus nicht bekämpfen, in erster Linie sollen die Einstellung zur Arbeit und überhaupt die Definition der Arbeit verändern.”

Alexander Greisle: “Ich bin überzeugt, dass es zukünftig die Mischung machen wird. Ein Arbeitsplatzmenü mit Home-Office und UMTS-Anbindung unterwegs genauso wie mit verschiedenen Arbeitsplätzen und -modulen im Büro oder eben im Straßencafé.”

Frank Hamm: “Immer mehr Arbeitnehmer werden ihre Entscheidung, eine Arbeit zu nehmen, bewusst danach treffen, ob die Tätigkeit ihnen Spaß verspricht”

Vielen Dank für die tolle und anregende Diskussion. Was habe ich persönlich daraus gelernt?

1) Ganz schlicht: Das Thema geht offenbar – quer durch alle Branchen – viele Menschen an.

2) Es spaltet die Leser etwa in der Mitte: Die einen sagen: ‘Genau, sehe ich auch schon immer so!’ Die anderen können sich eine solche Arbeitsweise aus verschiedenen Gründen nicht vorstellen oder halten die ganze Diskussion für überholt. Ich finde, ein derart ambivalentes Fazit ist für eine laufende Debatte nicht nur in Ordnung, sondern geradezu ideal. Am besten streiten wir uns auch offline noch weiter, wie wir in Zukunft arbeiten wollen. Das ist allemal besser, als den Status Quo weiter unhinterfragt zu ertragen.

Zum Schluss die Überraschung: Ich suche Freiwillige für mein nächstes Projekt. Es geht um Menschen, die international mobil sind. Also Business-Traveller. Aber auch Auswanderer. Oder, um es mit Ferriss zu sagen: Mini-Ruheständler. Sind sie selbst viel beruflich unterwegs, aber mögen das? Arbeiten Sie im Ausland oder haben das mal getan? Verlegen Sie Ihr Büro regelmäßig für ein paar Tage oder Wochen im Jahr auf die Finca? Und: Fangen Sie mit Ihrer Freizeit etwas Sinnvolles an, z.B. ehrenamtliches Engagement, ein ungewöhnliches Hobby? Oder kennen Sie jemanden, auf den einer dieser Punkte zutrifft? Dann schreiben Sie mir unter info@markusalbers.com – vielleicht kommen Sie bald in einem Zeitschriftenatrtikel vor oder sogar in einem Buch.

Unter allen Einsendern bis Freitag, 12. September, und unter allen, die seit Beginn des Countdowns und bis dahin einen meiner Beiträge kommentiert haben, verlose ich drei Exemplare meines Buches (auf Wunsch auch mit persönlicher Widmung). Also: Los geht’s!

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4 Kommentare »

  • Morgen komm ich später rein: Drei Bücher zu gewinnen - Faktor G sagte:

    [...] “Countdown zur Freianstellung” im innovativ.in Business-Blog mit dem Beitrag “Zwei Dinge, die ich in dieser Woche von Ihnen gelernt habe und eine Überraschung zum Schluss“. Wer sich noch bis Freitag, den 12.09.2008 an der Diskussion beteiligt, kann eines von drei [...]

  • Réka sagte:

    Dieser Eintrag wurde als „Artikel des Tages für Multiprojecter” nominiert. Hier kannst du bis 11.09.2008. 8:00 die anderen Kandidaten besichtigen und für deinen Lieblingsartikel stimmen. Wir würden uns freuen, deine Meinung zu hören.

  • Réka sagte:

    [...] „Easy Economy“ ist wirklich produktiv, aber überhaupt nicht easy. … Die Hauptgedanken von „Easy Economy“ sind unter anderem in der Serie auf innovativ.in zu lesen.[...]

  • Réka sagte:

    Als ich zuerst über Easy Economy las, hatte ich ähnliche Gedanken, wie Lutz Falkenberg:
    “Telearbeit wird aber doch schon seit 1996 sehr effizient von etlichen Unternehmen eingesetzt.” Warum ist es dann interessant?
    Nach etwas Überlegen denke ich, dass dieses Thema gerade deshalb redenswert ist. Wir haben seit langen Jahren die nötige Technologie, sie werden aber nur von einem Teil der Unternehmen verwendet. Warum? Was sind die – offensichtlich nicht technologischen – Hürden?

    Warum dürfen Angestellter ihre Zeit und Energie nicht freier einteilen, wenn die Technologie es ermöglichen würde? Warum bestehen viele Unternehmen und Mitarbeiter auf Arbeitsweisen, die einmal praktisch waren, aber nicht mehr Sinn haben?

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