Home » Chefsache, Querdenker

Ein echter Beweggrund “Spuren statt Staub

Peter Kreuz 1 Oktober 2008 5 Kommentare

Unser Freund Ken arbeitet als Risikokapitalgeber im Silicon Valley. Wir haben ihn gefragt, was seine Auswahlkriterien sind, um Geld an Unternehmensgründer zu vergeben. «Ganz einfach», sagt er. «Wir fragen die Leute, warum sie an ihre Geschäftsidee glauben. Wenn die Antwort sinngemäß lautet: Wir wollen so viel Kohle machen, dass wir in fünf Jahren den Laden verkaufen können und den Frühruhestand auf den Bahamas genießen, dann ist das für uns der größte nur denkbare Abturner. Wir suchen Leute, deren Geschäftsidee aus der Leidenschaft heraus geboren ist. Das sind langfristig diejenigen Unternehmen, die die größten Erfolgschancen haben.»

Das deckt sich mit unseren Erfahrungen. Großartige Unternehmen haben IMMER eines gemeinsam: Einen starken Beweggrund, an den die Mitarbeiter glauben können. Nicht die Kapitalgeber. Die Mitarbeiter! Oder können Sie sich vorstellen, dass die glorreiche Idee, den Aktionären eine exorbitante Dividende und einen möglichst hohen Börsenkurs zu bescheren, nachhaltige und tief empfundene Begeisterung bei allen Mitarbeitern eines Unternehmens auslöst?

Unsere Überzeugung: Nur ein Beweggrund, der des Glaubens würdig ist, bringt Menschen dauerhaft dazu sich selbst diesem Ziel zu verschreiben. Ihre Arbeitskraft, ihre Fähigkeiten, ihre Leidenschaft zum Wohle dieses Ziels einzusetzen.

Und wir gehen noch einen Schritt weiter: Einzig Unternehmen, denen es gelingt, Mitarbeitern und Kunden einen echten Beweggrund anzubieten“ und nicht nur eine Geschäftsbeziehung “ haben künftig eine Chance gegen die globale Konkurrenz.


Bookmark and Share

Das könnte Sie auch interessieren:

  1. Hommage an Steve Jobs
  2. Gunter Dueck – ein echter Querdenker
  3. Wandel-Werkzeug 25: Sagen statt reden
  4. Umfrage: Grünes Wachstum

5 Kommentare »

  • Gerhard Zirkel sagte:

    Das ist meiner Meinung nach auch der Grund warum es die großen Konzerne, wie wir sie heute kennen, irgendwann nicht mehr geben kann. Denn in diesen Unternehmen fehlt die Seele, die Mitarbeiter sehen weder Sinn noch Ziel in ihrer Tätigkeit.

    Nur Unternehmen die bemerken dass Menschen den Umsatz machen (Mitarbeiter und Kunden) und die Bedürfnisse dieser Menschen und zwar aller beteiligter Menschen erfüllen werden langfristig überleben.

    Gerhard Zirkel

  • Wolff Horbach sagte:

    Ich bin davon überzeugt, dass jedes neue Unternehmen mit einem zentralen Beweggrund startet. Die Kunst besteht darin, den Beweggrund auch bei einem wachsenden Unternehmen zu erhalten und zu pflegen.

    Ich habe mich mal vor Jahren mit Kai Krause unterhalten. Kai ist mit einem genialen Plug-In für Photoshop, den legendären “Kai’s Power Tools” bekannt geworden. Ich habe mal in Köln eine Demo von Grafikwerkzeugen erlebt, die schlicht atemberaubend war. Er war “Mister Demostration”. Er wurde seinerzeit von der Time als einer der 100 einflussreichsten Menschen des Jahrhunderts ausgezeichnet und als zweiter Bill Gates gehandelt. Mit seinen genialen Grafik-Ideen hat er Metacreations gegründet. Er erzählte mir, dass ihm aber schon nach kurzer Zeit die Finanzleute und Kontroller die Lust an der Arbeit verdorben hätten. Ähnlich ist es ihm ergangen, als er vor ein paar Jahren hier um die Ecke in Burg Hemmersbach in Kerpen-Horrem ein Center für wirklich innovative Firmen aufziehen wollte. Das ganze Projekt ist dann an der Borniertheit der Banken gescheitert.

    Ich habe gerade noch mal die aktuellen Gedanken von Kai nachgelesen (http://www.byteburg.de):

    Seit geraumer Zeit mach ich ja schon keinen Hehl mehr daraus, dass ich sehr glücklich bin, dass ich mich aus dem normalen Software Geschäft herausgeschlichen habe, sozusagen. Oder vielleicht sogar noch genereller: aus dem Zwang, jede schöne Idee immer gleich mit einem Profitgedanken zu verbinden und dann auch noch mit Deadlines, Quartalszahlen und Zeitdruck zu belasten.

  • Klemens Kolberg sagte:

    Da kann ich nur zustimmen:
    Der echte Bewerggrund ist der einzige Weg, um erfolgreich arbeiten zu können und Mitarbeiter langfristig halten zu können.
    Viele Vertriebe habe ich kennengelernt, in denen das “Traumauto” des Verkäufers hoch gehalten wurde, um den Vertriebler zu motivieren – und vor mehr als zehn Jahren habe auch ich viele Mitarbeiter so geführt (…mein Haus, mein Auto, mein…).

    Diese Motivation funktionierte – für kurze Zeit. Der Vertrieb “brannte” förmlich nach neuen Umsätzen bei der Kundensuche – jedoch nur als Strohfeuer…

    Nur eine Überzeugung funktioniert:
    glaube an Dein Produkt und lebe es als Firmenphilosophie – oder wechsel den Job!

  • Réka sagte:

    @Wolff Horbach:
    Ich denke nicht, dass jedes Unternehmen mit einem Beweggrund startet. Viele Firmen sind mit dem Grundgedanke „Ich mache mich selbständig, weil ich mich in meinem Job nicht gut fühle.” geboren. Es ist aber nie zu spät, einen Beweggrund zu finden.

    Andererseits hast Du total recht dabei, dass es schwierig ist, diesen gewissen Beweggrund bei einem wachsenden Unternehmen zu erhalten. Eine erfolgreiche Firma ist ein attraktiver Arbeitsplatz nicht nur Menschen, die sich für den Beweggrund begeistern, sondern auch für Menschen, die „Karriere machen“ wollen.

  • Peter Kreuz (author) sagte:

    @Wolff:
    Danke für Deinen Hinweis auf Kai Krause. Ein faszinierender Mensch. Schön das Zitat “aus dem Zwang [aussteigen], jede schöne Idee immer gleich mit einem Profitgedanken zu verbinden und dann auch noch mit Deadlines, Quartalszahlen und Zeitdruck zu belasten.”

    Markus Lüpertz hat so etwas Ähnliches einmal über Künstler gesagt.

    “Ich schaffe ja ein neues Werk nicht, weil ich es verkaufen will. Sondern weil ich auf der Suche bin – nach der reinsten, am wenigsten verstellten Verbindung von Handwerk und Geist. Nichts anderes ist die Kunst. Und ich erwarte, dass der Künstler alles kann. Der Künstler ist ein Genie, die Kunst ein Fingerzeig Gottes. Eine Atmosphäre, gestaltet wie ein Bühnenbild. Ein Interieur, gebaut aus der Ästhetik und dem stolzen Habitus des Künstlers. Ein Zustand der Abgrenzung gegen die Verhätschelung und Verdummung der Welt, gegen die Vernachlässigung des Geistigen, gegen den Verlust der Poesie und die Zweckmäßigkeit der Allgemeinbildung.”

    Faszinierend. Wie würde ein Unternehmen aussehen, das sich diese Punkte zu Eigen macht!!!

    @Klemens:
    Ja es gibt sie wirklich noch da draußen: Die Motivations-Hundefänger im grauen Anzug: Dicke Boni, goldenes Feuerzeug, schicker Wagen … Reiz und Reaktion. Leckerli und Speichelfluss. Na Wuffi, komm her, kriegst du Fresschen. Und zack brennt das Umsatzstrohfeuer. Nachhaltig? Wertschaffend? Sinn bietend? Wohl kaum.
    „Glaube an Dein Produkt – lebe es als Firmenphilosophie – oder Wechsel den Job!“ Ich könnte nich mehr zustimmen.

Ihre Meinung!

Schreiben Sie Ihren Kommentar, oder setzen Sie einen Trackback von Ihrer eigenen Seite. Sie können auch hier das Kommentar RSS-Feed abonnieren.

Be nice. Keep it clean. Stay on topic. No spam.

Sie können diese Tags benutzen:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Dies ist ein Gravatar-aktivierter Blog. Um Ihren eigenen global verwendbaren Avatar anzulegen, registrieren Sie sich unter Gravatar.