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Pizzabestellung im Jahr 2015

Elita Wiegand 13 Oktober 2008 6 Kommentare

Hat mir gerade unser Business-Club Partner Johannes Borgard geschickt. Kann ich nicht für mich behalten…

Kunde: “Hi, ich möchte etwas bestellen.”

Pizzakurier: “Kann ich bitte erst Ihre NIDN haben?”

Kunde: “Meine Nationale ID Nummer, ja, warten Sie, die ist 6102049998-45-54610.”

Pizzakurier: “Vielen Dank, Herr Schwardt. Sie wohnen in der Rosenstrasse 25 und Ihre Telefonnummer lautet 89 568 345. Ihre Firmennummer bei der Allianz ist 74523 032 und Ihre Durchwahl ist 56. Von welchem Anschluss aus rufen Sie an?”

Kunde: Hä? Ich bin zu Hause. Wo haben Sie alle diese Informationen her?”

Pizzakurier: “Wir sind an das System angeschlossen.”

Kunde: (seufzt) “Oh, natürlich. Ich möchte zwei von Ihren Spezial-Pizzen mit besonders viel Fleisch bestellen.”

Pizzakurier: “Ich glaube nicht, dass das gut für Sie ist.”

Kunde: “Wie bitte?”

Pizzakurier: “Laut Ihrer Krankenakte haben Sie einen zu hohen Blutdruck und extrem hohe Cholesterinwerte. Ihre Krankenkasse würde eine solche ungesunde Auswahl nicht gestatten.”

Kunde: “Verdammt! Was empfehlen Sie denn?”

Pizzakurier: Sie könnten unsere Soja-Joghurt-Pizza mit ganz wenig Fett probieren.

Kunde: “Wie kommen Sie darauf, dass ich das mögen könnte?”

Pizzakurier: “Nun, Sie haben letzte Woche das Buch ‘Sojarezepte für Feinschmecker’ aus der Bücherei ausgeliehen. Deswegen habe ich Ihnen diese Pizza empfohlen.

Kunde: Ok, ok. Geben Sie mir zwei davon in Familiengrösse. Was kostet der Spass?”

Pizzakurier: “Das sollte für Sie, Ihre Frau und Ihre vier Kinder reichen. Der Spass, wie Sie es nennen, kostet 45 Euro.”

Kunde: “Ich gebe Ihnen meine Kreditkartennummer.”

Pizzakurier: “Es tut mir leid, aber Sie werden bar zahlen müssen. Der Kreditrahmen Ihrer Karte ist bereits überzogen.”

Kunde: “Ich laufe runter zum Geldautomaten und hole Bargeld, bevor Ihr Fahrer hier ist.”

Pizzakurier: “Das wird wohl auch nichts. Ihr Girokonto ist auch überzogen.”

Kunde: Egal. Schicken Sie einfach die Pizza los. Ich werde das Geld da haben. Wie lange wird es dauern?”

Pizzakurier: “Wir hängen ein wenig hinterher. Es wird etwa 45 Minuten dauern. Wenn Sie es eilig haben, können Sie sie selbst abholen, wenn Sie das Geld besorgen, obwohl der Transport von Pizza auf dem Motorrad immer etwas schwierig ist.”

Kunde: “Woher wissen Sie, dass ich Motorrad fahre?” 

Pizzakurier: “Hier steht, dass Sie mit den Ratenzahlungen für Ihren Wagen im Rückstand sind und ihn zurückgeben mussten. Aber Ihre Harley ist bezahlt, also nehme ich an, dass Sie die benutzen.

Kunde: “@#%/$@&?#!” (Fuck You)

Pizzakurier: Achten Sie lieber darauf, was Sie sagen. Sie haben sich bereits im Juli 2006 eine Verurteilung wegen Beamtenbeleidigung eingefangen.”

Kunde: (sprachlos)

Pizzakurier: “Möchten Sie noch etwas?”

Kunde: “Nein, danke. Oh doch, bitte vergessen Sie nicht, die beiden kostenlosen Liter Cola einzupacken, die es laut Ihrer Werbung zu den Pizzen gibt.

“Pizzakurier: “Es tut mir leid, aber die Ausschlussklausel unserer Werbung verbietet es uns, kostenlose Softdrinks an Diabetiker auszugeben.”

Kunde: GRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRR….


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6 Kommentare »

  • Lutz Falkenburg sagte:

    Ja, das wollen doch die meisten genau so – ansonten kann ich mir den ganzen Hype um Web x.y, user published personal information, imtimate private blogging etc. sonst nicht erklären =)

    Erst war ich bestürtzt, dann erschrocken, mitlerweile ist das alles so abstrus geworden, dass man nur noch lachen kann.

  • Der liebe Datenschutz Teil 2 | Alles 2null - Die Web 2.0-Welt sagte:

    [...] Gefunden bei innovativ.in [...]

  • 1984 oder Pizzabestellung im Jahr 2015 sagte:

    [...] [via innovativ-in.de] [...]

  • CashBlog sagte:

    Das ist zum einen zum totlachen komisch und auf der anderen Seite beängstigend. Aber so wie Daten gesammelt werden und die Menschen auch damit um sich schmeißen nicht ganz abwegig. Danke für das Schmunzeln, das dabei durchaus zustande kommt.

  • Elita Wiegand (author) sagte:

    @Cash Blog
    Das Szenario ist erschreckend, aber nicht mehr weit entfernt…

  • Ludwig sagte:

    Zuerst lachte ich noch, dann blieb es mir im Hals stecken. In Zeiten in denen der Staat meint einen vor allen möglichen und oft unmöglichen “Risiken” beschützen zu müssen erscheint mir das erschreckend realistisch. Ist ja nur zu unserem Besten, nicht wahr?

    Passend dazu auch zeit.de zum elektronischen Personalausweis
    http://www.zeit.de/online/2008/42/elektronischer-personalausweis

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