Von arbeitslosen Engeln
Stundenlang um den Block kurven, Runden drehen und hektisch Ausschau halten, ob endlich ein Parkplatz frei wird. Muss nicht sein. Einfach nur eine Bestellung im Universum aufgeben und schon klappt es mit dem Parkplatz. Denn da oben warten arbeitslose Engel darauf, einen guten Job für uns zu machen. Die helfen nicht nur bei der Platzsuche, sonder bescheren den Traumpartner, das dicke Konto und den erfolgversprechenden Job. Das Buch «Bestellung beim Universum» von Bärbel Mohr hält sich als Bestseller. Das Handbuch zur Wunscherfüllung ist für mich wie vieles andere aus der esoterischen Ecke reiner Humbug. Doch in unsicheren Zeiten blüht das Geschäft mit den scheinbaren Allheilmitteln.
Inzwischen bin ich erstaunt, woran Menschen glauben. Was früher als grenzwertig galt, ist inzwischen salonfähig, so scheint es. Und es gibt einen Freischein über esoterische Wundermittelchen offen zu reden. Da werden Runen befragt und gedeutet, werden Vollmundrituale angeboten, um sich von bösen Geistern zu befreien, gibt es Seminare gegen Klopfgeister, um sich vor unerlösten Seelen zu retten. Und es werden täglich mehr, stelle ich entsetzt fest. Wenn der Glaube an sich selbst fehlt, ziehen dann Menschen Hexen, Magier oder Heiler heran, um sich an etwas festzuhalten?
Keine offene Diskussion
Ich schreibe deshalb darüber, weil der Blog Beitrag “Business und Spiritualität” immer hoch heftige Diskussionen im Hintergund auslöst. Per Anruf, hinter vorgehaltener Hand. Schade, denn eine offene Diskussion der spirituellen Befürworter hätte sicherlich klar gemacht, dass jeder unter Spiritualität etwas anderes versteht.
Leider verhunzen viele den Begriff ”Spiritualität», verwässern das Wort und es wird inzwischen fast inflationär vermarktet. Und es «ist ein Modewort geworden, läuft unter den Oberbegriffen Esoterik und Lebenshilfe und ist auch bereits in nahezu allen Bereichen präsent», heißt es bei Wikipedia.
Dabei wird leicht übersehen, dass dieses Wort abgeleitet ist vom lateinischen “spiritus” (Geist, Atem, Hauch) und inhaltlich vom “Heiligen Geist” – und damit von Gott selbst. Ein spiritueller Mensch ist also ein inspirierter, ein von Gott “angehauchter” Mensch. Klingt anders, oder?
Wenn Spiritualität im Business für Sinn und Werte steht, für Vertrauen, Respekt und Wertschätzung bin ich ganz vorne mit dabei.
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Ja, dieses Thema wird oft genug durch den Dreck gezogen, falsch kommuniziert, interpretiert und falsch verstanden. Als Feng Shui Berater merke ich das immer wieder, werde ich doch sogar bei handfesten business-Beratungen immer noch in die esoterische Einrichtungsecke gestellt. Dabei ist meine Tätigkeit weder esoterisch noch hat sie mit Einrichtung zu tun …
Das Themenfeld ist einfach viel zu komplex und die Vorurteile immer noch stark. Wird einem doch schon in der Schule beigebracht, “was man nicht anfassen kann gibt es nicht”.
Ratgeberbücher jeglicher Art geben den Rest dazu. Wünsche beim Universum helfen dann plötzlich bei der Parkplatzsuche und gleiten somit ins Lächerliche ab. Dass man damit sein Unterbewusstsein auf Erfolg programieren kann, bleibt außen vor – ist das doch mit mehr verbunden als dem Lesen eines Ratgebers.
Anstatt sich mit einem Thema zu beschäftigen und es anzuwenden, kauft man lieber ein Zauberhilfsmittel aus dem Esoshop und hält es dann für Humbug wenn es keine Wunder wirkt.
Es gibt noch viel zu tun in diesem Bereich, speziell von Sinn und Werte, Vertrauen, Respekt und Wertschätzung sind wir noch weit entfernt.
Gerhard Zirkel
Liebe Elita,
danke für diese Definition von Spiritualität. Sie trifft meiner Meinung nach in ihrer Kürze das Wesentliche. Große Worte wie Liebe, Freiheit, Gerechtigkeit und eben auch Spiritualität verleiten dazu, vereinnahmt zu werden. Nicht selten geht ihre Essenz dabei verloren. Das ist schade. Es hindert mich aber nicht daran, diese Begriffe und ihre Bedeutung mit Herz und Verstand in mein Leben zu integrieren. Und ihren Wert zu schätzen.
„Als Konfuzius einmal gefragt wurde, welche Maßnahmen im Staate er zuerst ergreifen würde, wenn er Macht hätte zu bestimmen, antwortete er: Sicherlich die Richtigstellung der Begriffe!“
Scheinbar gibt es Themen, die uns auf Dauer erhalten bleiben.
Ich verweise einfach mal auf meinen Kommentar im genannten Artikel. Er wartet immer noch auf Beantwortung. Soviel zur “Diskussion über Spiritualität”. Scheinbar diskutieren recht einseitig nur die Ungläubigen, die anderen sind sich zu schade für die kritische Auseinandersetzung jenseits der “Ungläubigen-Keule”.
Das Diskutieren ist in diesem Bereich so schwierig weil, wie Sabine schon andeutete, die Begriffe nicht definiert sind. Das klappt ja noch nicht einmal in Teilbereichen, geschweige denn in der Gesamtdiskussion.
Da spricht der eine von Spiritualität und meint damit Sinn und Werte, sein Gegenüber sieht gleichzeitig das letzte Horoskop aus der Tageszeitung vor sich – die Diskussion wird dann entsprechend Sinnfrei.
Ich persönlich beschränke mich mit Diskussionen zum Thema stark auf meinen eigenen Blog und halte mich ausserhalb meistens raus, zumal mein Themenfeld eigentlich gar nicht spirituell ist – mehr psychologisch. Aber da stimmen halt auch wieder die Begriffe nicht und das macht es schwer…
Gerhard Zirkel
Die Wünsche ans Universum funktionieren:
• Kannst du mir bitte mal helfen?
• Haben Sie mal einen Moment Zeit für mich?
• Sind Sie damit einverstanden, dass wir das grundsätzlich klären?
Der Partner, der Kollege, der Mitmensch sind einfach Teil des Universums. That’s all.
Da auch ich Teil des Universums bin, funktionieren die Wünsche ans Universum auch bei mir:
• Ich würde gerne 5 Kilogramm abnehmen.
• Ich würde gerne Italienisch sprechen können.
Bei der Sache gibt es nur einen kleinen Haken: Das Abnehmen funktioniert nur, wenn ich weniger esse und mich mehr bewege. Und mit meinem Lieblings-Italiener kann ich mich nur in seiner Muttersprache unterhalten, wenn ich Vokabeln und Grammatik lerne und übe, übe, übe. Alles andere funktioniert erwiesenermaßen nicht.
Diese “bestellten Parkplätze” machen jetzt schon seit Jahrzehnten die Runde. Die ganze Sache ist einfach lächerlich und finstertes Mittelalter. Es ist mir unbegreiflich, wie ein aufgeklärter Mensch an diesen Unsinn glauben kann. Ein freier Parkplatz ist da, weil da vor einiger Zeit einer weggefahren ist. Das geschieht in einer Großstadt ein paar Hunderttausend Mal am Tag. Auch ich habe immer noch einen Parkplatz gefunden, obwohl ich noch nie einen “bestellt” habe. Ich behaupte sogar, dass alle Menschen immer einen Parkplatz finden. Wenn das nicht der Fall wäre, würden sie endlos herumfahren.
Sollte einer der Leser der Überzeugung sein, dass die “Wünsche beim Universum” funktionieren, so bitte ich doch um die Erfüllung folgender Dinge:
• Genügend Essen für alle Menschen auf der Welt.
• Abschaffung aller Kriege.
• Der Sieg über Krebs, Aids und alle anderen schweren Krankheiten.
Eigenartig, dass noch nie jemand auf die Idee gekommen ist, dies beim Universum zu bestellen.
@ Elita:
Spiritualität zu reduzieren auf Gott und den „Heiligen Geist“ ist mir zu dürftig und mit Esoterik hat es nun absolut nichts zu tun. Man findet spirituelle Menschen (obwohl ich behaupte, dass jeder Mensch spirituell ist) zwar besonders unter tiefgläubigen Menschen, aber ihnen fehlt, weil eingeengt in Dogmen, die völlige geistige Freiheit.
Dass Spiritualität im Business sehr wohl funktioniert, hat der buddhistische Mönch Geshe Michael Roach bewiesen, der nach buddhistischen Prinzpien eine Firma aufgebaut hat, die zu den Weltmarktführern in der Diamantenbranche zählt.
Aber sollten Werte wie Respekt, Anstand, Wertschätzung und Vertrauen nicht Grundlage jedes Unternehmens oder Managers sein?
@Wolff
Bärbel Mohrs Bücher sagen richtigerweise doch im Grunde nur aus, dass das, worauf ich mich konzentriere, wächst. Ich habe also immer die Wahl, mich auf den Mangel (auch an Parkplätzen)oder auf die Fülle zu konzentrieren. Das formuliert sie griffig mit dem kosmischen Bestelldienst. Und es stimmt, ich fahre jeden Montag Abend ins Zentrum von Hamburg, wo ich die Wahl habe, zwischen teurem Parkhaus oder um diese Zeit kostenloser Parkbucht. Ich konzentriere mich auf den freien Parkplatz und in 8 von 10 Fällen klappt es auch. Oft bin ich bei den Ausnahmen zu ungeduldig und fahre ins Parkhaus, weil die Parkbuchten belegt sind. Komme ich dann aus dem Parkhaus, ist häufig ein Platz freigeworden.
@All
Die Kommentare sprechen für sich. Ganz egal, ob man die ursprüngliche Definition des Begriffes “Spiritualität” wählt -es ist eben immer interpretierbar.
Eigentlich wollte ich nach dem letzten Beitrag einfach noch mal das Thema aufgreifen und hoffte, dass die Diskussionen im Hintergrund offen ausgetragen werden. Schade aber auch…
Es ist egal, für wie spirituell sich jemand hält.
Das Wesentliche ist die Einstellung und Betrachtungsweise.
Wenn ich plane, mir einen bestimmten Autotyp zu kaufen werden mir diese Autotypen auf der Strasse ab diesem Zeitpunkt viel häufiger auffallen.
“Präge Deinen Geist mit dem, was Du sehen willst!” ist ein Lebensmotto.
…dann kannst Du glücklich sein – wenn DU willst!
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