Home » Allgemein

Mut zu Fehlern – könnte man daraus eine Gewohnheit machen?

Jörg Weisner 1 Januar 2009 2 Kommentare

Klar, Fehler macht keiner gern. Aber ohne Fehler können wir nicht lernen. Das Problem liegt in unserer Angst vor Fehlern oder anders ausgedrückt, in unserer kulturellen Hypnose, wie ich unsere schulische Erziehung gern nenne.

Hand aufs Herz, wie fühlt Ihr Euch, wenn Ihr merk, dass Ihr etwas nicht wisst oder nicht könnt? Wenn ich diese Frage meinen Seminarteilnehmern stellen, antworten über 95 % mit „schlecht, blamiert, unwohl …“. Sie verbinden damit also negative Gefühle. So ist uns das in der Schule schließlich beigebracht worden. Wenn wir etwas nicht wussten, gab es eine Fünf.

Kein Wunder, dass bei diesen Gefühlen immer wieder versucht wird, die Schuld auf andere zu schieben oder den Fehler zu vertuschen. Dabei brauchen wir die Erkenntnis, wie etwas nicht funktioniert, um daraus zu lernen. Stellt Euch vor, Ihr habt wieder einmal etwas falsch gemacht und Eure Mitmenschen hauen Euch voller Begeisterung auf die Schulter und jubeln: „Super, jetzt haben wir wieder eine Möglichkeit mehr entdeckt, wie es nicht funktioniert. Danke für Deinen Mut, danke für Deine Risikobereitschaft. Danke, dass Du vorgeprescht bist und mich an Deinen Erfahrungen teilhaben lässt. Lass uns gemeinsam überlegen, was wir daraus lernen können und wie wir diesen Fehler das nächste Mal vermeiden könnten.

Kaum vorstellbar? Ja, aber denkbar wäre es schon. Und bis unsere Umwelt sich in diese Richtung weiterentwickelt hat, können wir zumindest selbst anfangen, uns für unseren eigenen Mut und unsere eigene Risikobereitschaft zu loben und zu belohnen.

Wenn wir das Fach Lernen in der Schule gehabt hätten, wäre unser Mut zu Fehlern wahrscheinlich größer. Genau diesen Mut brauchen wir aber, um uns neuen Situationen zu stellen. Um neue Erfahrungen zu machen.

Mutig sein bedeutet, Fehler zu machen und zu ihnen zu stehen. Damit bleiben wir proaktiv und handlungsfähig. Die Alternative wäre eine Lähmung, aus der Angst etwas falsch zu machen.

Was gäbe es in 2009, vor dem Ihr Angst hättet. Wofür Ihr Mut bräuchtet, um es anzufangen und auszuprobieren? Was könnte schlimmsten Falls schief gehen? Und was könntet Ihr daraus lernen, wenn Ihr es doch wagt?

Und was wäre, wenn Ihr aus dem Mut auch einmal Fehler in Kauf zu nehmen, eine erfolgreiche Gewohnheit macht? Ich bin gespannt auf Eure Antworten.

Dies ist übrigens der vierte Schritt der kleinen siebenteilige Serie für ein erfolgreiches Jahr 2009, die ersten drei Schritte gab es hier, hier und hier. Den fünften Schritt verrate ich Euch morgen.


Bookmark and Share

Das könnte Sie auch interessieren:

  1. Sorry, ich habe einen Fehler gemacht…
  2. Bitte authentisch sein!
  3. Anstand im Geschäftsleben – eine vergessene Dimension?
  4. Arbeit neu denken
  5. Wandel-Werkzeuge – eine Zwischenbilanz

2 Kommentare »

  • Klemens Kolberg sagte:

    Ich wünsche für 2009 alles Gute und ein friedvolles Jahr!

    Vielen Menschen fällt es schwer eine Entscheidung zu treffen.
    Das Wort Ent-Scheidung macht deutlich, dass wir uns mit jeder Entscheidung für eine Scheidung aussprechen. Wenn wir dabei auch noch das Risiko eingehen dadurch einen Fehler zu begehen, fällt vielen die Entscheidung besonders schwer, da eine “Fehlentscheidung” getroffen werden könnte.
    Wenn ich mich entscheide, fasse ich alle zu diesem Zeitpunkt vorhandenen Informationen zusammen und treffe eine Wahl – an Altem festzuhalten oder einen neuen Weg zu gehen.
    Wer meint keine Entscheidung zu treffen hat sie bereits getroffen:
    Alles beim Alten zu lassen!
    Aus diesem Grund ist es unmöglich keine Entscheidung zu treffen.

    Ich werde mir für 2009 zur Gewohnheit machen schnelle Entscheidungen zu treffen, weil es keine Fehlentscheidung gibt. Aus den möglicher Weise entstehenden unangenehmen Konsequenzen werde ich lernen. Denn es gibt nur drei Möglichkeiten zu lernen:
    Ich lese etwas und nehme es auf;
    ich höre etwas und setze es um
    oder ich mach meine eigenen Erfahrungen (auch Fehler) und lerne intensiv!

  • Monika Birkner sagte:

    Lieber Herr Weisner,

    Sie sprechen ein sehr wichtiges Thema an.

    Spontan fällt mir dazu Folgendes ein:

    1. Möglichst viel Neues wagen. Damit wächst die Wahrscheinlichkeit, erfolgreich zu sein, und einzelne “Fehler” fallen nicht mehr so ins Gewicht.

    2. Systematische Lernprozesse: Jeder Schritt bringt einen weiter und öffnet neue Türen. Auch ein “Fehler” kann wichtige Erkenntnisse vermitteln. Voraussetzung ist, wie Sie auch schreiben, dass man sich hinsetzt und schaut, was man daraus lernen kann.

    3. “Fehler” nutzen, um daraus etwas Gutes entstehen zu lassen. Bekanntlich können aus reklamierende Kunden später die treuesten Kunden werden. Ob das der Fall ist, hängt davon ab, wie man mit der Panne umgeht.

    Also in diesem Sinne: mehr Mut zum Handeln. Mehr Mut zu “Fehlern”. In den meisten Fällen geht die Welt dadurch nicht unter. Im Gegenteil: Aus Fehlern kann viel Gutes entstehen.

Ihre Meinung!

Schreiben Sie Ihren Kommentar, oder setzen Sie einen Trackback von Ihrer eigenen Seite. Sie können auch hier das Kommentar RSS-Feed abonnieren.

Be nice. Keep it clean. Stay on topic. No spam.

Sie können diese Tags benutzen:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Dies ist ein Gravatar-aktivierter Blog. Um Ihren eigenen global verwendbaren Avatar anzulegen, registrieren Sie sich unter Gravatar.