Staatlich verordnet: Das Jahr der Kreativität und Innovation
Wenn die Europäische Union heute zum Jahr der Kreativität und Innovation 2009 aufruft, ist Skepsis angebracht. Der Bundestag hat dazu ein PDF veröffentlicht - ist weniger lehrreich, sondern vielmehr leer, ohne erkennbare Inhalte. Heißt es doch, „dass auf europäischer und nationaler Ebene eine intensive Öffentlichkeitsarbeit stattfindet, um die Bevölkerung und die Regierungen der Mitgliedstaaten auf das gewählte Thema aufmerksam zu machen.“ Ein guter Vorsatz, der sich offensichtlich bewährt, wie sich an diesem Beitrag zeigt.
“Gut funktionierendes Wissensdreieck”
Wie nicht anders erwartet, will man mit dem Jahr der Kreativität und Innovation ein deutliches Zeichen setzen. Denn, „Der Europäische Rat stellte auf seiner Tagung vom 8. und 9. März 2007 in Brüssel fest, dass die allgemeine und die berufliche Bildung Grundvoraussetzungen für ein gut funktionierendes Wissensdreieck (Bildung – Forschung – Innovation) seien und maßgeblich zur Förderung von Wachstum und Beschäftigung beitrügen.“ Man beachte die blitzgescheite Auffassungsgabe der EU-Politiker, die auf den Punkt genau die Zusammenhänge treffend formulieren.” Und fast scheint es, als sei der Begriff „gut funktionierende Wissensdreieck“ in einem Brainstorming Prozess oder Think Tank entstanden.
Sensibilisierungskampagnen
Damit ist das kreative Potential der EU-Politiker bei weitem nicht erschöpft: Im Rahmen des Europäischen Jahres für Kreativität und Innovation sollen auch Sensibilisierungskampagnen stattfinden. Das Wort spricht für den unsensiblen Umgang mit der Sprache und ist allein deswegen bedenklich. Damit sich die Kreativität in Europa wortreich austobt, sind zudem Diskussionen und Konferenzen auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene geplant.
Kreativität und Innovation lassen sich nicht staatlich verordnen, meine ich. Wohl dem, der mich vom Gegenteil überzeugt.
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Das könnte nur klappen, wenn es bald eine Schlagzeile gibt: “Elita Wiegand zu EU-Kommissarin für Kreativität und Innovation ernannt!”
Ansonsten kenne ich viel Gutes von der EU…
Lieber Ludger,
die Politik überlasse ich lieber denjenigen, die sich dazu berufen fühlen
Kreativität und Innovation werden hier in Deutschland schon auf bürokratischer Ebene wirksam verhindert, von den Geldgebern mal ganz zu schweigen. Als Innovation kann sich hier nur durchsetzen, was sich nahtlos in bestehende Systeme einfügt. Ob das dann wirklich Innovationen sind bleibe dahingestellt.
Daran wird auch die EU nichts ändern können – gerade die nicht.
Gerhard
Sehe ich wie Sie: Ist wohl eher ein Kapitel aus dem Politiker Fortsetzungsroman: Wie verhindere ich Innovationen und Kreativität?
die politik kann sicher etwas im bereich bildung und innovation tun, aber das sind meist unpopuläre, bestenfalls unscheinbare maßnahmen im kleinen. dann also lieber dem aktionismus frönen und ordentlich tam-tam veranstalten. das ist weder richtig noch falsch, und man muss sich nicht vorwerfen lassen, in dem bereich nichts getan zu haben.
Aktionismus- das ist treffend formuliert, lieber Herschel Rubsinstein.
die EU mal wieder…. bekannt für innovatives und kreatives handeln… ähnlich dem holzfahrrad mit viereckigen rädern…
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