“E” für Erfolg

2009-01-14, von Barbara Boyle

Ich melde mich mal wieder aus Irland, weil ich auf ein Buch aufmerksam machen möchte. Überall spricht man vom Unternehmergeist. David Gibson redet nicht nur darüber wie ein Buch, er hat es gleich niedergeschrieben. Damit will der Hochschullehrer aus Nordirland tausenden junger Leute eine Chance geben, nach ihrem Studium innovativ tätig zu werden. Während des Studium lernt man viel, aber David ist überzeugt, dass es der ‚efactor’ ist, der am Ende den Ausschlag gibt, ob man im Leben auch erfolgreich ist. Vielleicht hängt es auch mit seiner Persönlichkeit zusammen. David Gibson ist natürlich auch gleichzeitig Direktor seines eigenen Unternehmens, aber er hat jahrelang erfolgreich für Nordirland Tennis gespielt und ist immer noch als Tennis Coach gefragt. „Ich sehe vielleicht nicht sehr sportlich aus, aber ich bin immer noch ergeizig beim Spiel“, schmunzelt der leicht rundliche fünfundvierzigjährige Vater eines Teenagers. Beim Treffen an der Queen’s Universität sprudelt er nur so vor Ideen.

Neue Wege gehen
Im Innovationszentrum für Studenten (eine seiner Ideen) wird er von allen Seiten angesprochen. Viele der Studenten kommen aus dem Ausland, alle scheinen ihn nicht nur sehr zu mögen, sie zollen ihm auch große Achtung. Im Vorwort zu seinem Buch ‚The E Factor’ erklärt , dass er wissen immer wollte, „wie man es schafft, das Beste aus seinen Fähigkeiten herauszuholen um dann dieses Wissen weiter zureichen.“ Das hat er sich zur Aufgabe gestellt und die Belfaster Queen’s Universität bietet eine Vorlesung mit David Gibson als Plus in einigen Studiengängen an. In Gesprächen mit den Studenten will er ihnen Mut machen neue Wege zu gehen und versteckte Fähigkeiten aufzudecken. „Die wichtigste Fähigkeit, die man als Unternehmer braucht, ist die Fähigkeit Absatzmöglichkeiten zu erkennen und innovative Ideen und Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln“, meint er im 1. Kapital seines Buches ‚The E Factor’, dass im Pearson Verlag erschien und jetzt erneut bei einem anderem Verlag aufgelegt werden soll. David Gibson ist nicht nur in Nordirland gefragt. Im Frühsommer geht er auf Gastredner-Tour nach Osteuropa. Sein Projekt wird über die Europäische Union gefördert.
Egal wo in Europa, Unternehmergeist muss dringend gefördert werden und David Gibson hat natürlich eine Marktlücke endeckt. Gerade jetzt ist in den Zeiten der Weltkreditkrise die Suche nach zündenden Geschäftsidee wichtiger als jemals zuvor. Noch nie waren die Zahlen der britischen Hochschulabsolventen, die mit ihrem Bachelor-Abschluß auf einen abgespeckten Arbeitsmarkt strömen, so hoch wie jetzt.

Innovativ sein
Laut Angaben von Fortbildungssekretär John Denham (Sunday Times) wollen in diesem Jahr fast 400.000 junge Leute erwartungsvoll eine Karriere beginnen – und viele werden enttäuscht sein, dass die Unternehmen, ihnen nicht wie bisher, mit ausgebreiteten Armen entgegenlaufen. Die Londoner City ist wie ein Kartenhaus zusammengefallen – die Jobs sind über Nacht verschwunden, aber auch in der Industrie und in den weltweiten Unternehmen mit Sitz in Großbritannien und Nordirland werden Arbeitsplätze abgebaut – von Einstellungen ist keine Rede mehr. Da muss man sich was einfallen lassen, Ideen müssen angeregt werden: Innovativ-sein ist jetzt besonders gefragt. Doch vor allem Hochschuabsloventen haben alles andere gelernt, nur nicht wie man unternehmerisch tätig wird oder was ‚geschäftstüchtig’ wirklich bedeutet. David Gibson ist sich sicher, daß er die Schlüsselkompetenzen gefunden hat, die zum Erfolg führen. „Egal ob man sich selbständig machen will, ob man in einem Unternehmen aufsteigen will oder im Wohlfahrtsbereich tätig werde möchte, diese Kompetenzen helfen einem mit Veränderungen umzugehen, Chancen zu erkennen und als Macher dazustehen.“

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