Social Media auf den Punkt gebracht: gemischte Erfahrungen eines Webdienstes
Dieser Tage wird hierzulande, also in der Schweiz, viel über Social Media diskutiert. Gerade gestern ging es im Tagesanzeiger darum, ob Facebook & Co. die Produktivität der Mitarbeiter schwächt oder fördert. Wir kennen alle sicher beide Aspekte: nach anfänglichem Zögern gegenüber einem neuen Kanal oder Netzwerk kommt die Euphorie-Phase, in der ein Maximum an Information und sozialen Interaktionen aufgesogen wird. Diese Phase weicht hoffentlich einem wachsenden Pragmatismus: welche Kontakte sind interessant, welche Informationen relevant? Am Ende nutzt man Social Media als wertvolle Informationsquelle und als Networking-Instrument. Kritisch ist doch nur, wenn der digitale Kontakt die physische Begegnung mit Menschen verdrängt. Bei einem ehemaligen Kollegen, einem echten geek, ging es so weit, dass er gar nicht mehr reagiert hat, wenn man ihn zum Beispiel im Kaffeeraum ansprach. Wahrscheinlich twitterte er in diesem Augenblick „Kollege quatscht mich von der Seite an“ ins iPhone …
Einem Start-Up wie Doodle, das sich über eine große Fangemeinde im Netz erfreut, bedeutet Social Media vor allem eines: Mund-zu-Mund-Propaganda! Tag für Tag twittern immer neue Leute über den Nutzen von Doodle.com in ihrem Leben. Dagegen sind die Bemühungen eines Kommunikationschefs kläglich, der „seine“ Botschaften in „der Presse“ sehen will! Auch unser Blog wird eifrig kommentiert (eine kleine Kostprobe dazu). Viel Feedback bekommen wir allerdings auch über unsere klassische Support-Emailadresse: So sind wir immer im Bild, was unsere User beschäftigt, können weiterhelfen und den Dienst weiterentwickeln – ganz ohne Web2.0. Überhaupt sehen wir Doodle als Webtool, das vor allem die Brücke ins reale Leben schlägt: weniger Zeit im Netz, mehr Zeit um sich zu treffen!
Wie sich das großes Echo in den Social Media, wie sich der „buzz“, letztlich handfest auf die Besucherzahlen auswirkt, können wir bisher nicht abschließend beantworten. So haben wir zum Beispiel im Oktober 2008 den Preis für die beliebteste deutschsprachige Facebook-Applikation gewonnen. Rein traffic-mäßig hat sich dies aber nicht wirklich nennenswert ausgewirkt. Das Word of mouth echter Fans, viel Information, das gute Gefühl dabei zu sein und ein großer Zeitaufwand: das beschert uns Facebook, Twitter & Co.
Hatten Sie, werte Leserin, werter Leser schon handfestere Erfahrungen mit dem Web2.0?
Das könnte Sie auch interessieren:








Lieber Herr Eberle,
Doodle ist tatsächlich ein Webtool, das die Brücke ins reale Leben schlägt und gemeinsame Treffen ermöglicht.
Die virtuellen Vernetzungen sind nett…, aber schöner ist es jemanden live zu erleben und dem Gegenüber in die Augen zu schauen.
Natürlich bin ich auch „Web 2.0 verseucht“
Wie viele andere bin ich bei XING, twittere, bin Moderatorin der innovativ.in Gruppe, bin bei Skype, blogge etc. und offen gestanden, ist es mir in letzter Zeit zu viel geworden. Zu viele Informationen, zu viel Komplexität, zu viel oberflächliches Networking.
Vieles frisst einfach nur Zeit und ich habe mir angewöhnt, die Tools wohl dosiert zu nutzen. Sicher, Blogs wecken Aufmerksamkeit und steigern die Besucherzahlen, bei Twitter finde ich oft interessante Themen oder Links, bei XING habe ich einige nette Menschen kennen gelernt oder wieder getroffen und in meinem eigenen Querdenker Blog habe ich seit Wochen nicht mehr geschrieben.
Fazit für mich: Auf die Dosis kommt es an! Ich sehe heute die Web 2.0 Tools sehr viel kritischer, als früher. Vielleicht liegt es auch nur daran, dass sich meine Prioritäten verschoben haben und ich meine Zeit anders nutze.
Ihre Meinung!