Das kreative Chaos
25 Jahre ist es her, als Steve Jobs vor 3000 Menschen auf der Bühne eine kleine Kiste auspackte. „Es war Magic, der faszinierste Moment in unserem Leben“, erinnert sich der Apple-Evangelist Guy Kawasaki in seinem Blog. Der Macintosh ist Geschichte. (Wunderbare Anekdoten und Storys von den Machern findet man auf der Website die “Macintosh-Story”)
Dass Apple Spuren im Universum hinterlassen hat, möchte keiner leugnen. „Think different“ ist der Wahlspruch aller Querdenker, aber was macht den Apple-Gründer Steve Jobs eigentlich so „different?
Schulversager Steve Jobs
Um die Ursachen zu erforschen, schauen wir uns mal gemeinsam die Kindheit von Steve Jobs an: Er war als Nervensäge und Einzelgänger bekannt, schrieb schlechte Noten und weigerte sich irgendetwas zu tun, was er für Zeitverschwendung hielt. Jobs rebellierte gegen die Schulbürokratie, eckte bei Lehren an und kämpfte gegen konformistische Korsetts. Nach unserem pädagogischen Verständnis war Steve Jobs eine Null, ein Schulversager, der immer nur negativ auffiel.
An die Berufung und Vision geglaubt
Später lief er mit zerschlissenen Hosen herum, war abenteuerlustig, kiffte und interessierte sich für östliche Mystik. Er strolchte durch Silicon Valley, besuchte die Garagentüftler und eignete sich früh ein großes Fachwissen an. Sein Studium hat er nach dem ersten Semester hingeschmissen. Und trotzdem hat der Apple Gründer immer an sich und an seine Berufung und Vision geglaubt.
Genialer Tyrann
Dazu brauchte er aber einen Katalysator, einen Synergiepartner, der ihm half seine sozialen Anpassungsprobleme zu überwinden. Jobs wäre vermutlich “unter der Brücke” gelandet, wenn er nicht Steven Wozniak getroffen hätte.
Kreativität gibt es nur im Plural
Im Duo war Jobs der kreative Spinner und Wozniak hat seine verrückten Ideen umgesetzt. Ein geniales Team, denn der sprunghafte Jobs hätte damals nicht das Durchhaltevermögen und die technische Fähigkeiten gehabt, den Macintosh zu bauen. Und Wozinak fehlten das charismatische Auftreten und die genialen Marketingideen.
„Synergiepartner sind wichtig, um das kreative Potential zu entfalten,“ schreibt Professor Olaf-Axel Burow in seinem Buch „Ich bin gut – wir sind besser“. (Obwohl schon älter, ist das Buch sehr zu empfehlen) Co-Kreativität stachelt auch die Konkurrenz untereinander an, beflügelt die Partner und lässt sie zu Höchstformen auflaufen.
Doch die Kreativitätsfelder sind zeitlich begrenzt. Wir wissen, dass sich Steve Jobs und Steven Wozniak früh getrennt haben, wissen, dass, der Apple Chef als egozentrisch gilt und ein kleiner Tyrann ist, der schreit und wohl auch mit seinen Mitarbeitern barsch umgeht.
Kreatives Chaos
Die Thesen von Burow sind interessant, denn sie belegen mal wieder, dass Kreative meist chaotisch sind, viele Ideen auf einmal haben und es hapert oft an der Strategie und dem Biss die Projekte konsequent umzusetzen. Somit brauchen sie den Gegenpart. Burow hat das Phänomen untersucht und beschreibt wie die Paar-Kreativität zum Beispiel auch John Lennon und Paul McCartney und letztlich die Beatles angetrieben hat. Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre haben sich bei allen Unterschieden beflügelt und selbst Bill Gates hatte mit Paul Allen einen Synergiepartner. Um Großes zu schaffen, dürfen die Paare jedoch nicht in die Harmoniefalle tappen. Im Gegenteil. Sie müssen ihre Unterschiede akzeptieren, tolerieren und aushalten.
Olaf-Axel Burow stellt in seim Buch Fragen, die ich hier gerne aufgreife:
Erinnert Ihr Euch an Synergiepartnerschaften? Welche Erfahrungen habt Ihr damit gemacht? Wo könnte Euch eine kreative Partnerschaft helfen, ungenutzte Potentiale freizusetzen? Wo seht Ihr derzeit Möglichkeiten für fruchtbare Synergien?
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das buch muss ich erst mal lesen… klingt spannend… ja, und synergie-partnerschaften kenn ich im umfeld und hab ich glücklicherweise auch selbst… denn bei deutlicher ausprägung sind selten die kreativen macher oder die macher kreative… oder täuscht mich mein eindruck?!
Hi Sarah,
das Buch lohnt sich, denn darin wird bestätigt, dass den Kreativen das Durchhaltevermögen bei der Umsetzung ihrer Ideen fehlt. Kenne ich leider auch…
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