Bürger werden aktiv: ePetition
In Artikel 17 des Grundgesetzes ist das Petitionsrecht verankert: Jedermann hat das Recht, sich einzeln oder in Gemeinschaft mit anderen schriftlich mit Bitten oder Beschwerden an die zuständigen Stellen und an die Volksvertretung zu wenden.
Zuständig für die Entgegennahme und Abarbeitung von Petitionen ist der Petitionsausschuss.
Ich habe selbst vor ein paar Jahren mal eine Petition eingereicht. Mich hat gestört, dass ich zwar ständig gehalten bin, DIN-Vorschriften einzuhalten, ich diese Vorschriften aber nur gegen hohen Kostenaufwand einsehen kann. Sprich: die DIN-Vorschriften haben für viele Bereiche den Charakter von Gesetzen, sind aber nicht öffentlich zugänglich, sondern müssen für teilweise viel Geld erworben werden. Ich habe vorgeschlagen, alle DIN-Vorschriften als PDF zum Download im Internet zur Verfügung zu stellen. Leider ist diese Petition nicht umgesetzt worden.
Heute Morgen bin ich gleich durch zwei verschiedene Quellen auf eine neue Möglichkeit aufmerksam geworden: Es ist möglich, beim Deutschen Bundestag über das Internet sogenannte ePetitionen abzugeben. Das hat den Vorteil, dass es für Petitionen eine Vielzahl von Mitunterzeichnern geben kann und dass die Petitionen auch im Sinne von Web 2.0 diskutiert werden können.
Die zwei Petitionen, auf die ich heute aufmerksam wurde, sind:
Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommen. Es haben bereits über 30.000 Menschen unterzeichnet. Bis zum 17.02.2008 besteht noch die Möglichkeit, sich anzuschließen. Bemerkungswert finde ich, dass es zu der Pettion über 4.200 Diskussionsbeiträge gibt. In einer E-Mail habe ich gelesen, dass 50.000 Unterzeichner notwendig (wünschenswert?) sind. Mehr weiß ich momentan nicht.
Eine andere Initiative ist von Frank Hamm, einem fleißigen Kommentator dieses Blogs, gestartet worden: Änderung des Artikel 5 des Grundgesetzes. Frank bemängelt zu Recht, dass der bisherige Text: “Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet.” nicht mehr zeitgemäß ist und nicht die neuen Möglichkeiten des Internets und die “Berichterstattung” von Bürger via Blogs, Twitter etc. berücksichtigt. Er schlägt daher eine Änderung vor in: “Die Medienfreiheit und die Freiheit der Berichterstattung über Kanäle wie Rundfunk, Film oder Internet werden gewährleistet.” Das Ganze wird dann noch ausführlich begründet.
Ich finde, dass wir die Gestaltung unserer Zukunft nicht nur den Politikern überlassen sollten. Hier gibt es die Möglichkeit, aktiv zu werden und mitzuwirken.
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Hallo Wolff,
die Zeichnungsfrist für meine Petition endet am 27. März 2009 (sechs Wochen für jede Petition).
Dann geht sie in die Prüfung und vielleicht, vielleicht wird irgendwann eine Abstimmung des Bundestags daraus. Bei einer Zweidrittelmehrheit geht es dann noch zum Bundesrat, dort auch wieder Zweidrittelmehrheit …
Ich bin gespannt
Eine ePetition ist eine gute Möglichkeit als Bürger Einfluss zu nehmen. Hatte ich schon von gehört, weil ich mich mit meiner “Unterschrift” an einer ePetition von Stefanie Berg zum Thema “Frauen im Management” beteiligt habe.
500 Menschen haben damals unterschrieben und der Rechtsausschuss des Bundestags hat danach das Thema “Frauenquote in den Aufsichtsräten” aufgegriffen. Allerdings hat es Monate gedauert, bevor Steffi über die Medien erführ, dass sogar der ehemalige Wirtschaftsminister Norwegens, Ansgar Gabrielsen eingeladen wurde und man ihn nach seinen Erfahrungen befragt hatte.(Norwegen ist nämlich Vorbild in Sachen Frauen-Vorstände. (Über die ePetition von Steffi hatte ich auch auf dem Wirtschaftportal Business-on.de einen Artikel geschrieben )
Über die Initiative “Grundeinkommen” habe ich gelesen und das wirbelt allein duch die vielen Kommantare viel Staub auf. Gut so!
@Frank Hamm
Mir gefällt, dass Du das Du den bisherigen Text der Pressefreiheit verändert haben möchtest. Ist uralt und deswegen ist es dringend erforderlich, dass das Gesetz angepasst wird.
Dann werde ich doch gleich mal den Link besuchen und mich beteiligen.
Danke für den Demokratie-Tipp, Wolff!
ihr lieben, bin schon lang bei den online petitionen unterwegs. immer wieder.
mich interessiert, wie valide die zählungen und daten denn sind… bislang hats keine der von mir unterstützten petitionen geschafft – obwohl viele zT sehr, sehr viele waren ( über 50.000 ).
mein vertrauen in die it-fähigkeit des bundestags ist auch nicht erst seit dem denkwürdigen zwischenfall mit der schäuble homepage erschüttert…
(siehe dieser artikel aus 2007: http://www.doc-sarah-schons.de/blog/2007/12/vorratsdatenspeicherung-es-grimmt-im-lande-frau-holle-kohler-und-ihr-wolf/ – oder auch dieser aus 2008: http://www.doc-sarah-schons.de/blog/2008/11/politiker-im-internet-druben-und-huben/)
für alle, die’s nicht mitbekommen haben: http://www.blog.datenwachschutz.de/2009/02/wolfgang-schaeuble-homepage-gehackt/ und auch hier: http://www.stresstoy.de/2009/02/10/unser-freund-wolfgang-gehackt-dank-typo3/ oder hier: http://palze.wordpress.com/2009/02/10/tja-herr-schauble/
sind online petitionen am ende ein fake?!
Ihre Meinung!
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