Wann ist ein Nachhaltigkeitsbericht glaubwürdig?
Ich möchte das Thema der Glaubwürdigkeit noch einmal aufgreifen. Gerade größere Unternehmen unterliegen schnell dem Verdacht des greenwashings. Zumal aus den Konzernzentralen gelegentlich Verlautbarungen kommen, die nicht immer mit den Aussagen der Berichte in Einklang zu bringen sind.
Wir haben uns für die Bewertung der Nachhaltigkeitsberichte bemüht, Bewertungskriterien für den Anspruch Glaubwürdigkeit aufzustellen:
1. Wesentlichkeit: der Bericht soll die zentralen Herausforderungen aufgreifen, dabei geht es um das eigene Kerngeschäft, d.h. da wo das Geld verdient wird, denn hier wird die quantitativ größte Wirkung erzielt, positiv und negativ. Und bitte keine Nebenschauplätze, Spenden und Sponsoring sind nicht das zentrale Thema der unternehmerischen Nachhaltigkeit.
2. Verbindlichkeit: der Bericht soll sich eine Überprüfbarkeit herstellen, durch klare quantitative Benennung von Zielsetzungen und diese dann im Folgebericht auch abprüfen.
3. Offenheit: der Bericht soll offen noch ungelöste Probleme aufzeigen und auch über Misserfolge reden.
4. Externe Bewertung: kritische Externe zu Wort kommen lassen und sich der Auseinandersetzung stellen und zwar zu den wesentlichen Aspekten, d.h. ein Energieversorger sollte den Diskurs zu Kohlekraftwerken, Kernkraft und seiner Preispolitik führen. Auch Datenschutz, Antikorruption sind je nach Branche zentrale Themen.
5. Verantwortungsübernahme der Geschäftsleitung: der Vorstand soll Stellung beziehen, was ist wichtig, wo gibt es Probleme, und dadurch erkennbar machen, dass hier ein Vorstandsauftrag besteht.
Ich denke, diese Kriterien gelten nicht nur für die Berichte sondern sind auch übertragbar auf die Glaubwürdigkeit der Unternehmen selbst.
Welche Aspekte fehlen?
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