FBInnovation: Das schwere Los eines Marktforschers
Stellen Sie sich vor, Sie müssten sich für Ihren Beruf ständig rechtfertigen: vor Familie, Freunden, Bekannten, Nachbarn. Das passiert mir laufend!
Sie kennen ja die gängige Frage im privaten oder geschäftlichen Smalltalk: „Und was machst Du beruflich?”, „Was machen Sie in Ihrer Firma?”.
Marktforschungsunternehmen? „Ach jaaaa?”.
Auf meine Antwort „Ich arbeite in einem Marktforschungsunternehmen.” ernte ich zumeist einen strengen Blick mit hochgezogenen Augenbrauen und ein lang gezogenes „Ach jaaaa?”. Und oft folgt auch gleich im Anschluss: „Also, dann bist Du/sind Sie auch so einer, der immer in der Fußgängerzone steht und die Passanten mit nervigen Fragen belästigt?”.
Und schon fühlt man sich – in seiner Berufsehre angegriffen – verpflichtet seine Arbeit zu rechtfertigen.
Denn mein Unternehmen FBInnovation – praxisnahe Marktforschung macht genau das nicht. Wir führen ausschließlich Interviews im Business-to-Business-Bereich mit Firmenkunden durch, ganz seriös, meist per Telefon aus separaten Büros und ohne störende Hintergrundgeräusche, die Sie vielleicht durch Anrufe aus einem Call-Center kennen. Auch online werden bei uns Umfragen durchgeführt. Jedoch nicht auf der Straße und in Fußgängerzonen.
Dabei bearbeiten wir viele Themen- und Technologiebereiche, was die Arbeit sehr abwechslungsreich und interessant macht. Wir messen Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit, und wir führen Markt-, Image-, Wettbewerbs- und Potenzialanalysen durch.
Bei professionell und kompetent durchgeführten Interviews begrüßt die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer die Möglichkeit, Einfluss auf die Gestaltung von Produkten und Prozessen nehmen, ihre Meinung äußern oder einfach mal Dampf ablassen zu können.
Die Gesprächspartner selber äußern nur selten die innovativen Lösungsvorschläge für die Zukunft, aber erst die systematische Erhebung ihrer Bedürfnisse ermöglicht den Produktmanagern der Hersteller Innovationen im Sinne optimierter Bedarfsdeckung zu entwickeln. Hinter dem, was dem Verbraucher als leichte Übung erscheint, dem Erkennen von Trends, Chancen und Risiken, steht in Wahrheit harte und systematische Arbeit. Entscheidungen müssen heute auf der Basis solider Forschungsergebnisse getroffen werden.
Ich möchte wegen des (vielleicht aus Unkenntnis existierenden) schlechten Images der Marktforschung nicht wehleidig klingen, denn wir sind stolz auf unsere Beiträge zum Erfolg der Unternehmen, für die wir arbeiten, und die uns das in ihren Dankesbriefen bestätigen. FBInnovation leistet, wie viele andere Marktforscher auch, ganz seriöse Arbeit. Wir betreiben Ursachenforschung bei auftretenden Problemen und liefern Antworten sowie Anregungen für die strategische Ausrichtung von Unternehmen. Gerade jetzt in den Zeiten der Wirtschaftskrise ist dies ein wertvoller Beitrag zum Wohlergehen unserer Volkswirtschaft. Der Marktforscher, der Licht ins Dunkel bringt. Und das versuche ich auch immer den kritischen Zeitgenossen klarzumachen. Hintergründe über unsere Arbeit erfahren Sie auch in einem Interview, das auf dem Wirtschaftsportal Business-on.de veröffentlicht wurde.
Was halten Sie davon? Haben Sie auch insgeheim Vorurteile gegenüber der Marktforschung? Wenn ja, welche? Kennen Sie Marktforscher in Ihrer Familie, im Freundes- bzw. Bekanntenkreis oder hatten Sie bereits geschäftlich mit Marktforschung zu tun? Ich freue mich auf Ihr Feedback!
Ihr Fritz Brandes
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Sehr geehrter Herr Brandes,
Sie sprechen mir mit Ihrem Beitrag sehr aus der Seele. Als Marktforscher liegt unsere berufliche Tätigkeit zwar überwiegend im Endverbrauchermarkt und nicht im business-to-business Bereich, aber auch wir spüren die verhaltenen Reaktionen, wenn wir von unserer Arbeit im privaten Umfeld berichten.
Der Schwerpunkt unserer Tätigkeit liegt in der Durchführung von telefonischen Umfragen in privaten Haushalten. Hierbei machen Interviews unter Kunden unserer Kunden den überwiegenden Teil der Arbeit aus. Wir spüren eine von Jahr zu Jahr abnehmende Bereitschaft, an diesen Interviews teilzunehmen. Dabei benötigen unsere Auftragnehmer dringend eine Rückmeldung vom Endverbraucher. ‘Wie war der Service, wie die Abwicklung?’ ‘Wie kundenorientiert sind die Unternehmen?’ ‘Wie ist die Qualität der Ware?’ ‘Wie verhält es sich mit den Öffnungszeiten?’ Viele Endscheider in den Unternehmen sind so weit vom eigentlichen Geschehen im Markt entfernt, dass ohne diese Forschungsergebnisse keine guten Entscheidungen mehr möglich sind. Budgets sind in vielen Unternehmen knapp (geworden) und daher ist es umso wichtiger, diese für die richtigen Dinge auszugeben. Zum Wohle der Kunden.
Leider trifft uns auch immer wieder eine Datenschutzdebatte. Viele Menschen in unserem Land wissen nicht zu differenzieren zwischen anonymisierter Markt- und Meinungsforschung und vertriebsbezogenen Marketingaktionen. Eine Antwort auf die Einkommensfrage bleibt bei uns anonym und dient dem Ziel, die unterschiedlichen Bedürfnisse der Verbraucher besser zu verstehen.
Dabei wirken wir auf unsere Auftraggeber ein, den Bogen nicht zu überspannen, damit die Anzahl der Fragen und die Länge der Interviews im Rahmen bleiben. Oftmals liegt ‘in der Kürze die Würze’. In dem Sinne verstehen wir uns auch als Vermittler zwischen den Verbrauchern und den Unternehmen, damit die zeitliche Beanspruchung in den Befragungen im akzeptablen Rahmen bleibt.
Vielen Dank für diesen Anstoß, den ich mit diesem Kommentar gerne aufgegriffen habe.
Ihr Ralf Zacharias
Ihre Meinung!