Archiv für August, 2009

Neue Ideen – kreative Spinnerei oder systematischer Prozess?

2009-08-31, von Anke Meyer-Grashorn

„Das klingt irgendwie ziemlich einfach, das mit den Ideen.”, sagte vor ein paar Tagen eine Dame zu mir, die mich zum Thema systematische Ideenproduktion interviewt hat. Stimmt. Neue Ideen zu haben ist nicht schwer. Wenn man weiß wie es geht. Ist ja bei vielen Dingen im Leben so.

ideeleineBeim Wort „Idee” denken Sie vielleicht an Musenkuss oder Geistesblitz. Was tun Sie, wenn Sie sich etwas einfallen lassen müssen, nach einer neuen Lösung für ein altes Problem suchen oder erkannt haben, dass der bisherige Weg anscheinend so nicht mehr weiter funktioniert? Setzen Sie sich ruhig auf einen Stuhl und warten auf die vorbeifliegende Muse oder die Eingebung von oben? Vielleicht öffnen Sie gegen Abend ein Fläschchen Wein, um die Wartezeit zu überbrücken. Wein soll ja für Vieles gut sein, bestimmt auch für Ideen.

Vielleicht fragen Sie ja auch Kollegen, Kunden, Freunde, Bekannte oder Verwandte nach ihrer Meinung oder einem Tipp, wie diese Ihre Fragestellung lösen würden. Vielleicht wenden Sie sich an ein Genie, das Sie zufällig kennen, an einen Fachmann oder eine Expertin, irgendeinen schlauen Kopf, der scheinbar mehr und bessere Ideen hat als Sie?

musenkussDie schlechte Nachricht zuerst: Ideen sind nur in den allerallerallerwenigsten Fällen das Ergebnis von Musenküssen und Geistesblitzen. Sie sind keine Geniestreiche, haben selten mit Zufall zu tun und Wein hilft auch nur bedingt.

Die gute Nachricht: Ideen kann man produzieren wie andere Güter und Waren. Wie Autos, Kaugummis, Dichtungsringe oder Taschentücher. Am Fließband, mit System, Methode und einem strukturierten Prozess, der erlernbar ist. Jede und jeder kann es. Sie auch. Der einzige Trick ist: Sie müssen es einfach nur tun.

Tun klingt nach Arbeit. Ja, leider. Ideenproduktion ist ein hartes Geschäft. Einfach, aber sehr anstrengend. Nicht mystisch, eher mühsam. Schweißtreibende Plackerei das Denken. Das könnte auch der Grund dafür sein, dass in vielen Unternehmen so wenig innovativ gedacht wird. Aber das ist ein anderes Thema, auf das ich im Lauf der Woche noch im Detail eingehen werde.

Spinner, Ideen? System, Prozess, Struktur? Widerspricht sich das nicht? Prallen hier nicht zwei Welten aufeinander? Nein. Paßt perfekt zusammen. Auch wenn es komisch anmutet.

Ausnahme: Falls Sie zu den Künstlern, Kreativen, Tüftlern oder Erfindern gehören, für die die Ideen-Früchte ihres Schaffens nicht existenziell sind – soll heißen, dass Sie damit kein Geld verdienen müssen, keinen lästigen, fordernden Auftraggeber oder irgendein Zeitlimit haben – dann müssen Sie nicht systematisch vorgehen. Dann sind Zufall und Geschehenlassen völlig in Ordnung.

Wenn Sie aber zu denen gehören, die Ideen benötigen zu speziellen Fragestellungen oder zur Lösung aktuell anstehender Probleme, Ideen für bestimmte Märkte, Produkte oder Dienstleistungen, vielleicht dabei unter Zeitdruck stehen und kein Ergebnis keine Option ist, dann fallen Sie unter die Kategorie „Ideenproduzent” und sollten, wie jeder andere gute Produzent, entsprechend systematisch vorgehen.

Mein Ideen-Produktions-Prozess ist einfach und besteht aus drei Prozessschritten:

Schritt 1: Sammeln
Schritt 2: Verdichten
Schritt 3: Präsentieren

Alle drei Schritte sind gleich wichtig und müssen nacheinander durchlaufen werden. Nicht mischen, nichts weglassen. Wie bei der Autoproduktion. Zuerst wird die Karosserie zusammengebaut, dann wird lackiert und dann werden alle anderen Teile einmontiert.

Wie der Prozess und die einzelnen Schritte im Detail funktionieren, erfahren Sie morgen. Also: Schalten Sie wieder ein, ich freue mich sehr über Input und Fragen. Gibt es etwas, was Sie bei der Ideenproduktion besonders interessiert? Schreiben Sie mir. Sind Sie bereits erfolgreicher Ideenproduzent und haben Tipps für mich? Jederzeit gerne.

Eine erfolgreiche Woche und ein paar gute, neue Ideen, wünscht Ihnen

Anke Meyer-Grashorn

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Anke Meyer-Grashorn spinnt mit uns

2009-08-30, von Elita Wiegand

Spinnen ist Pflicht!   Nach diesem Beitrag geht es weiter… Mit der Autorin des Buches.  

anke-meyer-grashorn3Anke Meyer-Grashorn will mit uns  Standpunkte verrücken.   Mit ihrer provokanten These  bringt sie uns, aber vor allem  Unternehmen dazu das „Old Business” zu hinterfragen, Strukturen zu durchbrechen und Veränderungen einzuläuten. Anke Meyer-Grashorn ist nämlich Innovationsberaterin und Expertin für systematische Ideenfindung. Sie unterstützt Unternehmen wie Adobe, Toshiba,  BMW, Deutsche Post, EnBW, Walt Disney Company, Fraunhofer Institut oder die Raiffeisenlandesbank.

Die Chefin der “großen freiheit“  entwickelt durch ihre speziellen Methoden Zukunftsideen, die schrittweise in den Unternehmen umgesetzt werden. Und dabei wird nicht nur das „Spinn”-Potential der Mitarbeiter in messbare Erfolge verwandelt.

Blog-Woche mit Anke-Meyer Grashorn
Perspektivenwechsel auch bei uns im Business-Blog: Anke Meyer- Grashorn ist unsere Gastbloggerin für eine Woche.  Am Montag geht es los – wir freuen auf den kreativen Austausch, auf spinnernde Ideen, auf Denkmassagen, die uns den Kopf verdrehen. Herzlich willkommen!

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Kaffeekränzchen und was dabei herauskommt

2009-08-25, von Marcel Klotz

Es gibt manchmal Tage, die man irgendwie nicht vergisst. So bleibt mir lebhaft in Erinnerung als Elita Wiegand zusammen mit Antje Berheide (IBM), Michael Hochgürtel, Dieter Jansen (beide von Cresult) und mir  im Foyer des Interconti Düsseldorf saßen und uns gegenseitig inspirierten. Ja, das ist genau der richtige Begriff. Es war ein Zufallsrunde und gerade der richtige Moment für viel Austausch von Gedanken, Spinnereien und Ideen. Anlass des Treffens war irgendeine Konferenz, mehr als langweilig, so dass wir uns kurzerhand in den weichen Sesseln der Halle wiederfanden und bei gutem Cappuccino lauter tolle Ansätze für neue Projekte oder Events entwarfen.

interconti-i

Elita Wiegand hatte Folgende: Eine Zukunftsparty organisieren und jeder solle so kommen, wie er meint, in 5 oder 10 Jahren zu sein bzw. zu zeigen, was er sich bis dahin als “realisiert” wünschen würde. Wir dachten uns so einiges aus und ich muss gestehen, am Anfang viel es mir schwer, meinen Träumen und Wünschen freien Lauf zu lassen. Was würde ich in 5 Jahren realisiert haben wollen? Was würde ich dann machen? Und dann kam es mir doch in den Sinn und sogar über meine Lippen. Mein Wunsch wäre es, zu der Party zu erscheinen, die Spiegel Bestsellerliste in der Hand und darauf mein Buch. Platzierung egal. Hauptsache darauf stehen. Kaum gesagt kam natürlich die Nachfrage: Worüber ich denn schreiben wolle? Roman, Sachbuch, oder Anderes? Tja, da war wieder mein altes Problem. Der Wunsch, mal ein Buch zu schreiben, war ja nicht neu, aber worüber?  Hatte ich früher immer an den “großen” Roman gedacht, so musste ich schon Jahre zuvor feststellen, dass mir sowohl die Gabe dazu wie auch der Stoff, der Plot fehlte. Über ein paar Artikel in Fachzeitungen und Kompendien war ich nicht herausgekommen. Und mein Ansatz, über die New-Economy zu schreiben, wurde Ende 2000 jäh zerstört. Wer wollte noch etwas über eine Entwicklung lesen, die gerade zusammengebrochen war.

Competence Selling – ein Thema für ein Buch?
Doch irgendwie bohrten die Anderen in der Runde weiter. Und so kamen wir darauf, dass meine Workshops und Vorträge zum Thema Verkaufen (Competence Selling) ein ideales Thema sein könnte. Und das wurde es auch. In den nächsten Monaten überprüfte ich meine Materialsammlung und änderte die Struktur meiner Workshops. Außerdem nahm ich meine Vorträge als mp3 auf und ließ davon ein Transkript machen. Es war sehr hilfreich, mal zu lesen, was ich während eines Vortrags gesagt hatte und konnte später daraus einiges verwenden.

Hilfe von außen
Und dann kam wieder Elita Wiegand mit Hilfe, diesmal in Form einer Einladung für einen Business Club Event. Es ging um einen Abend bei Frau Dr. Sonja Klug, in dem diese vorstellte, was zu beachten ist, wenn man ein Sachbuch verfassen möchte. Ein ausgesprochen hilfreicher Abend mit vielen brauchbaren Tipps. Der nächste Schritt war allerdings herausfordernd, denn durch Frau Dr. Klug wusste ich nun, dass es sehr schwer ist, einen Verlag zu finden. Am besten solle man ein Exposé schreiben und das den Verlagen anbieten. Ok, soweit gut, aber welchen Verlagen? Dazu schrieb ich ein paar mir bekannte Autoren an. U.a. Stefan F. Gross, der mir unglaublich zuvorkommen nicht nur die Kontaktdaten seines Verlags gab, sondern mich dort sogar ankündigte. Ein super Einstieg (nochmal Danke dafür). Gleichzeitig arbeitete ich gemeinsam mit Rita Denk an einem Exposé, das ich dann an verschiedene Verlage geschickt habe. Trotz dieser Arbeit  – sie hat sehr dazu beigetragen, die Struktur des Buches sowie die Ziele und Messages herauszuarbeiten -  glaube ich aber heute, dass dies ein eher überflüssiger Akt ist. Viel wichtiger ist, mit den Programmleitern, Verlegern etc. direkt ins Gespräch zu kommen.

BusinessVillage -  der Verlag
Dies gelang mir dann bei dem Verleger Christian Hoffmann (Verlag Business Village) in Göttingen, der u.a. auch Anne M. Schüller, Stéphane Etrillard und Tim Cole publiziert. Ihm zeigte ich meinen Workshop in Kurzform. Das war überzeugender als jedes Exposè. Er gab mir im November 2008 den Rat, einfach loszulegen und zu schreiben.

Die erste Testleserin: Meine Frau
Was dann kam war für  mich völlig überraschend. Einmal angefangen und losgelegt, floss es mir aus dem Kopf über die Finger in die Tastatur. Nicht, dass ich alles in einer Nacht runtergeschrieben hätte, ein paar Monate hat es schon gedauert. Manchmal ging es richtig klasse und manchmal brauchte ich ein paar Pausen. Schließlich wollte auch meine Familie noch etwas von mir haben. Im Mai diesen Jahres war ich erstmal fertig. Nun ja, sagen wir so, ich hatte für den Moment alles geschrieben, was ich glaubte, schreiben zu wollen, und meine vorher festgelegte Struktur war ausgefüllt. Jetzt brauchte es erste Test-Leser. Als erstes musste meine Partnerin her. Sie las es, fragte viel nach und lachte auch an ein paar Stellen. Die Dinge, die ihr unverständlich vorkamen wurden dann geändert, ein paar Ansätze umformuliert oder ergänzt. Und wir fanden gemeinsam ein gutes Schlusskapitel.

Positives Feedback
Und nun, wer sollte das Manuskript anschließend lesen? Jetzt musste Elita Wiegand ran. Schließlich war sie es “schuld”! Nach zwei Tagen rief sie wieder an. Sie hatte die 180 Seiten nach nur zwei Tagen durch und ihr Feedback war unglaublich positiv. Ein wichtiger Schritt war getan; es war nicht für den Mülleimer geschrieben. Jetzt hatte ich den Mut, das Manuskript nach Göttingen zu Christian Hoffmann zu schicken. Und auch von dort kam ein positives Feedback.

Wie es weiterging und -geht kann ich nun in Kurzform berichten. 1. Lektoratslesen durch eine befreundete Kunsthistorikerin – meine Güte hat sie viele Fehler gefunden. Dann noch Ergänzung um das ein oder andere Kapitel auf Anregung des Verlages. Vertrag machen. Grafiken erstellen, Klappentext und “über den Autor”-Text erstellen. Portrait Fotos durch den Fotografen Marcus Hofschulz machen lassen und bereitstellen  2. Lektorat durch den Verlag. Anmeldung der ISBN-Nummer. Drucken. Fertig !  Nun, hört sich einfacher an, als es ist, aber wenn das Manuskript einmal fertig ist, geht der Rest fast von alleine, schließlich übernehmen dann die Profis. Jetzt heißt es also abwarten bis ich den eigenen Titel in Amazon finde. Eine spannende Zeit war es. Und ich glaube, es bleibt spannend.

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Der Trend zu Wegwerf-Applikationen

2009-08-21, von Wolff Horbach

Gestern war ich im Gasometer Oberhausen und habe mir die Ausstellung “Sternstunden – Wunder des Sonnensystems” (sehr sehenswert!) angesehen. Als wir einen Kaffee tranken, sah ich auf einem Tisch eine Polizeikelle liegen. Das war jedenfalls mein erster Gedanke: langer Griff und oben eine kreisrunde Scheibe. Es war aber gar keine Polizeikelle, sondern der offizielle Audioguide – ein Ausbund von hässlichem Design.

Etwas später dachte ich: Warum kann ich nicht einfach die Audios zur Führung auf mein iPhone laden? Wozu so einen hässlichen Audioguide – wahrscheinlich dreimal so schwer wie mein iPhone – noch zusätzlich mitschleppen. Die Bedienung geht auf dem iPhone mindestens genau so einfach und die Tonqualität ist mit Ohrhörern bestimmt viel besser. Außerdem kann ich noch Bild- und Texthinweise bekommen, Links, vertiefte Informationen, …).

Heute Morgen habe ich mal etwas recherchiert und festgestellt, dass es schon eine ganze Reihe von Audioguides für das iPhone gibt. Dabei kommt die revolutionäre Technik voll zur Geltung: Stadtführer nutzen das GPS-Modul, lokalisieren den Ort und spielen dort die passenden Informationen ab.

Diese Technologie wird den Trend zu Wegwerf-Applikationen beschleunigen: Wenn ich eine fremde Stadt besuche, lade ich mir vorher für ein paar Euros den passenden City-Audioguide auf das iPhone. Ich kann dann wahrscheinlich zwischen einer kurzen Stadtführungen mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten und einer ausführlichen Variante wählen. Habe ich die Stadt auf diese Art kennen gelernt, kann ich die Applikation getrost wieder löschen. Sie hat viel weniger gekostet als ein gedruckter Führer, verursacht viel weniger Energieverbrauch und CO2-Emission. Und wenn ich nach ein paar Jahren wiederkomme, dann lade ich einfach den aktuellen Guide.

Das gleiche könnte ich bei Ausstellungen machen: Ich lade vorher den Audioguide, kann mich zu Hause oder auf der Fahrt zu der Ausstellungen schon mal einstimmen. Nach der Ausstellung kann ich den Guide mit einem Knopfdruck entsorgen.

Welche Wegwerf-Apps könnten Sie sich vorstellen?

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Peinliche iPhone Panne

2009-08-19, von Elita Wiegand

Die iPhone Pannen bei meinem Lieblingsmenschen  und mir reißen nicht ab. Das letzte Mal war Klaus von der Welt abgeschnitten, jetzt habe ich völlig unbeabsichtigt Menschen genervt.

Was ist passiert?
Wir beide waren gestern im Open Air Kino. Die Location direkt am Düsseldorfer Rheinufer ist genial und romantisch war‘s. Sonnenuntergang, der Himmel in den schönsten Farben, eben ein lauer Sommerabend.

kinoNervige Geräuschkulisse
Das Einzige was während des Films wirklich störte, war eine Stimme, die immer wieder im Hintergrund leise zu hören war. Die Kinobesucher vor uns schienen  sichtlich genervt, drehten sich nach uns um, schimpften, aber wir waren uns keiner Schuld bewusst.

Nach etwa 60 Minuten dämmerte mir, dass es sich um meine Stimme handeln könnte. Doch erst nach dem Film im Auto war klar: Die nervigen Nebengeräusche stammten von einem Audio, dass ich über das iPhone verschickt hatte. Vor Beginn hatte ich es noch mal angehört und nun lief das Audio  während des gesamten Films in einer Endlosschleife immer wieder von vorne. Ich entschuldige mich hiermit bei den Kinobesuchern vor, hinter und neben mir für die Störung. Peinlich…

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Jagen oder hegen und pflegen?

2009-08-18, von Anne Schueller

 Um eine prosperierende Zukunft aller Marktteilnehmer zu ermöglichen, sind Konzepte vonnöten, die auf ökonomische und soziale Nachhaltigkeit zielen. Theoretisch ist das alles bekannt – doch leider fehlen den meisten Managern die dafür notwendigen Bordmittel. So ist zu beobachten, dass viele schon wieder auf ihre alten ‚Werkzeuge‘ zurückgreifen – weil sie eben mit keinen anderen umzugehen verstehen: Kundenjagen statt Hegen & Pflegen, Preisaktionismus statt Emotionsverkauf, Hardselling statt Zukunftssicherung.

Es braucht nun wirklich andere Führungskräfte mit neuen Zielen für sich selbst und ihr Unternehmen. Es braucht eine neue Vertriebskultur und vor allem ein neues Umgehen mit dem wertvollsten, was ein Unternehmen besitzt: treue Immer-wieder-Kunden und aktive positive Empfehler. Denn nicht Konsumverzicht, sondern Illoyalität ist die schärfste ‚Waffe‘ des Kunden. Der (Wieder-)Aufbau von Kundenloyalität ist somit die größte unternehmerische Herausforderung der nahen Zukunft.

Die klassische Neukunden-Gewinnung ist in vielen Branchen völlig ausgereizt. Die Märkte sind gesättigt. Erstnutzer werden immer seltener. Dem Verkauf gehen langsam die Interessenten-Adressen aus. Das Abjagen von Kunden funktioniert, wenn man dem Rabattgeschrei der Unternehmen lauscht, anscheinend (fast) nur noch über den Preis. Dies führt zu einer Margen-Situation, die kurzfristiges Neugeschäft kaum noch rentabel macht.

Bestandskunden hingegen bieten ein oft immer noch unterschätztes, ergiebiges und insgesamt kostengünstig zu bearbeitetes Feld. Gerade dort, wo die Anlaufkosten der Neukunden-Gewinnung hoch sind, erzielt der Ausbau eines profitablen Stammkunden-Geschäfts – gekoppelt mit einem systematischen Empfehlungsmarketing – die höchste Wertschöpfung. Der unrentierlichste Auftrag ist ja bekanntlich der erste. Denn auf ihm liegen all die Aufwendungen, die das mehr oder wenige lange Werben ausgelöst hat. So muss es doch das größte Bemühen eines Unternehmens sein, alles zu tun, um die angefallenen Akquise-Kosten auf eine möglichst lange Kundenbeziehungszeit zu verteilen.

Doch leider: Die Vertriebsaktivitäten unterstützen dies nicht. Die Strategie heißt gerade mal wieder: Maximalerfolge im Kurzzeit-Rhythmus müssen her. Und jeder will dabei den längsten Balken im Präsentationsdiagramm. ‚Schneller, höher, weiter‘ heißt dieser Virus, der, so scheint’s, besonders gern in Männerhirnen nistet. Das sklavische Streben nach immer mehr Umsatz, immer mehr Rendite und immer höheren Marktanteilen führt zu einem zerstörerischen Wettrüsten, dass an der knallhart umkämpften Verkaufsfront ausgetragen wird.

So werden profitable Stammkunden vernachlässigt, um unprofitable Neukunden zu jagen. Wer allerdings immer nur auf das Neugeschäft schielt und seine Verkäufer für Eroberungen bezahlt, liegt falsch. Denn Attacken auf den Kundenpool der Mitbewerber gelingen nur mit attraktiven Ködern: Preiszugeständnisse und Sonderleistungen. Diese bekommen aber nur die neuen Kunden. Bestandskunden bekommen sie nicht. Nicht mal auf Nachfrage. Und was lernen wir dabei? Ist man erst mal Kunde, dann ist man ‚2.Klasse‘.

Kontakt: www.anneschueller.de

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Dalai Lama: Mehr Frauen in die Chefetagen

2009-08-17, von Thomas Wilke

big1Der Dalai Lama wünscht sich mehr Frauen in Führungspositionen, berichtete vor einigen Tagen Focus online. „Frauen haben mehr Mitgefühl“, sagt das geistige Oberhaupt der Tibeter. Für einen Frauentick zeigt er allerdings wenig Verständnis. Das geistliche Oberhaupt der Tibeter, der Dalai Lama, plädiert dafür, mehr hohe Positionen mit Frauen zu besetzen. „Frauen können den Schmerz anderer Menschen schneller und besser erkennen als Männer. Das ist eine wichtige Eigenschaft“, sagte der 74-jährige Buddhist…”

Wie sehen das FRAUEN UND MÄNNER hier im Blog? 

Bin sehr gespannt auf die Diskussion und Ihre Meinung.

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Pizza Hut fürs iPhone

2009-08-13, von Elita Wiegand

appstoreDer iPhone App Store entwickelt sich immer mehr zu einem gigantischen Shop: Musik, Spiele, Podcasts, Bücher und Lernprogramme – ein Wahnsinns- Angebot. Nicht  jede Anwendung ist gut, manche sind komplett überflüssig, andere schlecht umgesetzt. Trotzdem ist es ein Riesenmarkt. Schließlich bietet das iPhone neue Möglichkeiten, um auf sich aufmerksam zu machen,  Produkte zu verkaufen und Kunden zu gewinnen.  Bislang sind jedoch nur wenige  Unternehmen auf den Zug aufgesprungen.

Pizza Hut: “Killer app for your appetite”
Vorreiter ist die Fastfoodkette Pizza Hut - Hut ab!  Ganz schön clever, was die amerikanische Kette vormacht: 100.000 Nutzer haben bereits das App geladen und bestellen nun brav ihre Pizza Margherita, Salami oder Hawaii über das iPhone. Die Nachricht ist zwar nicht mehr ganz neu, muss es  aber trotzdem vorstellen, weil das Video verdeutlicht, wie einfach es ist. 

Der neue Pizza Hut Verkaufsschlager ist erst der Anfang: Schon jetzt setzt Apple nach Angaben des Konzern-Chefs Steve Jobs mit dem Download-Portal App Store täglich eine Million Dollar um. Das gab Jobs bei einem Interview mit der Zeitung Wall Street Journal an, berichtete connect.  

Trotzdem bin ich überrascht, warum bisher kaum ein deutsches Unternehmen die Chancen erkennt. Wäre doch für viele Branchen interessant, oder?

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Sind Roboter die besseren Köche?

2009-08-12, von Elita Wiegand

Vor kurzem hat in Nagoya ein Restaurant eröffnet, in dem Roboter kochen. Die beiden Roboter Chefköche  bereiten die Nudeln vor, mischen sie mit Zutaten und würzen die Gerichte. Wie das praktisch aussieht, zeigt am besten dieses Video:

via: designboom

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Ideen für leere Ladenlokale

2009-08-11, von Elita Wiegand

Da war doch vor kurzem noch… Geschäft geschlossen. Viele Ladenlokale stehen leer. Schade eigentlich. Wie man den Leerstand nutzt , hat das Modelabel COMME des GARÇONS  mit den Guerillas Stores vorgemacht.  Die japanische Modedesignerin Rei Kawakubo sorgt bis heute mit ihren “Bruchläden auf Zeit”  für Furore.  Statt exklusivem Ambiente a la Gucci oder Armani, setzte sie auf unkonventionelle Loactions und hat viele Nachahmer gefunden, wie gerade aktuell das Manager Magazin berichtete.  

wanted-geschaftsidee

Wanted: Ihre Geschäftsidee
In der Düsseldorfer Collenbachstraße  habe ich jetzt das Schaufenster eines leeren Ladenlokals entdeckt, das mit einem Plakat beklebt ist.  Darauf prangt in großen Lettern: “Wanted: Ihre Geschäftsidee”. In rechteckigen Bildern sind verschiedene Geschäftsideen abgebildet. Autovermietung, Buchladen, Bäckerei etc. schön illustriert, witzig gemacht, auf jeden Fall ein Hingucker.

Immobilien revitalisieren
Neugierig wie ich nun mal bin, habe ich angerufen: Ralf Jackstadt ist Art-Director und hat das Plakat entworfen. Seine Idee: Er will seine Immobilien revitalisieren, wie er sagt und sucht Gründer, die ihn mit einem ausgereiften Konzept und einem guten Business-Plan überzeugen. Inzwischen haben sich viele beworben und Ideen für das Ladenlokal präsentiert. Von Tangoschuhen über den Rechtsanwalt bis zum Schmuckgeschäft war alles dabei. Bisher hat der Vermieter wohl nicht den richtigen Gründer gefunden - das Ladenlokal jedenfalls steht noch leer und es ist sogar ein zweites in der Hermannstraße im Stadtteil Flingern dazu gekommen.

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