Drogeriemarkt Schlecker im Visier: Hände hoch!
Räuberpistolen-Geschichten? Nicht hier im Blog … oder gerade hier? Tatort: ein Drogeriemarkt . Die Kassiererin wird mit einem Brotmesser bedroht, der Täter raubt mehrere hundert Euro und verschwindet. „Markt in einer Woche zwei Mal überfallen”, lautete die Überschrift in der Rheinischen Post und das macht mich so wütend, dass Sie erfahren müssen, warum.
Verantwortungslos
Meine Empörung heißt Schlecker. Jeden Tag wird eine der 10.000 Filialen des Billigdiscounters Schlecker überfallen. Ich wiederhole: Jeden Tag eine Filiale. Das ist kein Zufall, sonder dahinter steckt eine Unternehmenskultur, die verantwortungslos ist. Schlecker ist dafür bekannt, die Mitarbeiter auszubeuten und unter Tarif zu zahlen. Der Herrscher der Drogerieketten Anton Schlecker kalkuliert knallhart, muss knallhart kalkulieren, um seine Waren billig anzubieten. Der Sparwahn auf Kosten der Mitarbeiter gipfelt darin, dass in den meisten Filialen lediglich eine Angestellte arbeitet, die für die Kasse und für den gesamten Drogeriemarkt zuständig ist. Somit haben Räuber ein leichtes Spiel, zumal die Kassiererin mit dem Rücken zur Ladentür sitzt.
Es reicht
Wenn Sie „Schlecker und Überfall” eingeben, spuckt Ihnen Google über 46.000 Treffen aus. Überfall in Dresden, Überfall in Losheim, Überfall in Recklinghausen usw. Die Gewerkschaft hat mehrfach auf die Missstände hingewiesen, bislang erfolglos.
Ich kaufe seit Jahren nicht mehr bei Schlecker und mit mir strafen viele Kunden den Billig-Discounter ab. Doch reicht der stille Protest?
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Es soll sogar Schleckerfilialen ohne Telefonanschluß geben bzw. bestenfalls Telefone, wo man nur angerufen werden kann.
Aber auf dem Auge sind die Gewerkschaften blind.
Lieber Michael,
kann mich daran erinnern, dass die Telefongeschichte in den Schlecker Filialen auch für Schlagzeilen sorgte. Und erst vor einem Monat berichtete der Spiegel, dass Anton Schlecker, der Chef der deutschen Drogeriemarkt-Kette, die Betriebsratsvorsitzende “blöde Kuh” genannt haben soll und sich vor dem Nürnberger Arbeitsgericht verantworten musste.
Die Gewerkschaften sind nicht blind, sondern werden bei Schlecker grundsätzlich massiv behindert, gehört auch zur Unternehmenskultur.
Aktuell siehe z.B. hier: http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?rubrik=36098&key=standard_document_37689380
Lieber Holger,
inzwischen überschlagen sich die Nachrichten zu dem Streik in Groß-Bieberau und den Umsatzverlusten von Schlecker. Als ich den Beitrag geschrieben habe, wusste ich nichts von dem noch schlimmeren Lohndumping. Gut, dass sich die Mitarbeiter jetzt endlich gegen die unmenschlichen Arbeitsbedingungen wehren.
Ich denke, Schlecker bekommt allmählich die Quittung für diese Mitarbeiter-verachtende Politik: Laut Spiegel-Online brechen bei Schlecker Umsatz und Gewinn massiv ein. Schlecker ist auch längst nicht mehr günstig. Im zitierten Artikel steht, dass der vorbildliche dm Drogeriemarkt 11,1 bis 14 Prozent günstiger ist.
Jetzt kann jeder mit seinem Einkauf entscheiden, ob er teuer eine miserable Personalpolitik unterstützen will oder lieber ein gutes Betriebsklima fördert und dabei auch noch Geld spart.
Lieber Wolfgang,
den Artikel im Spiegel habe ich auch gelesen. Kunden haben Macht. Die Umsatzrückgänge bei Schlecker ist eindeutig.
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