Schlechtes Klima für innovative Projekte
Elita Wiegand
22 Oktober 2009
Ein Kommentar
„Deutschland ist nicht innovativ genug,” berichtet heute die Süddeutsche. Im Vergleich zu anderen Ländern hinken wir hinterher und belegen in der Rangliste des “Innovationsindikators 2009″ nur Platz 9 landet.
Bei uns mangelt es am Bildungssystem und junge Gründer haben es zu schwer, an Kapital für innovative Projekte zu kommen,” urteilt Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).
Warum rutschen wir ab, warum hinken wir hinterher? Was meinen Sie?
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Ich habe zurzeit das Gefühl, dass alles am Geld gemessen wird. Siehe die Koalitionsverhandlungen in Berlin. Es wird nur noch darüber geredet, wo gespart oder wo mehr ausgegeben wird.
Der Begriff “Klima für innovative Projekte” ist ganz richtig: Innovationen erfordern sicherlich Finanzmittel, aber genau so wichtig oder noch wichtiger sind Kreativität, Zeit und Fehlerkultur. Innovationen kann man nicht verordnen, sondern können nur in einem günstigen Klima entstehen.
Ich sehe folgende Hauptursachen für mangelnde Innovationen:
Starre Strukturen. Das Musterbeispiel sind unsere Behörden und staatlichen Einrichtungen: Gesetze, Vorschriften, Verordnungen und angebliche Staatsdiener ersticken jeden Ansatz von Innovationen. Da Innovationen oft Veränderungen bedeuten, wird alles blockiert, was auch ansatzweise den eigenen Status tangieren könnte.
Stress. Immer mehr Menschen klagen über Hektik und Stress. Ein Großteil der arbeitenden Bevölkerung hat zunehmend den Eindruck, nur noch getrieben zu sein. Die Zeit reicht nie für alle Anforderungen. In so einem Klima gedeíht Kreativität – eine wesentliche Quelle für Innovationen – nur ganz schlecht. Wir brauchen mehr Spielraum und Muße.
Fehlervermeidung. Anstatt eine Fehlerkultur zu pflegen, versuchen wir krampfhaft Fehler zu vermeiden. So kann nichst Neues entstehen. Man braucht sich nur die Geschichte erfolgreicher Innnovationen anzusehen, um zu erkennen, dass vor dem Erfolg oft eine lange Reihe von Misserfolgen stand. In der Evolution braucht es oft Tausende von Mutationen, bis eine dabei ist, die eine Verbesserung darstellt.
Dem entsprechend sieht die Lösung für mehr Innovationen aus:
Flexible Strukturen. Für Experimentierfelder müssen wir die starren Korsette abstreifen und auch Ausnahmen zulassen. Warum nicht eine Stadt, in der nur Elektroautos fahren? Wettbewerbe statt Hierachie. Es führt der mit der besten Idee und nicht der mit der höchsten Rangstufe.
Mehr Zeit. Mehr Ruhe. Mehr Spaß. Meine besten Ideen hatte ich nicht am Schreibtisch, sondern an Orten, die man normalerweise nicht mit Arbeit verbindet: beim Waldspaziergang, unter der Dusche oder auf dem Golfplatz. Man schaue sich nur die Arbeitsumgebung bei Google an.
Fehlerkultur. Wer innovativ sein will, muss unbedingt Fehler machen. Möglichst nicht den gleichen Fehler zweimal. Aus den Fehlern sollte man möglichst schnell lernen.
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