Bestseller oder Flop?

2009-10-30, von Elita Wiegand

In Deutschland erscheinen jedes Jahr etwa 100.000 Bücher. In den nächsten Tagen kommt auch das Buch „Competence Selling” von unserem Business-Club Partner Marcel Klotz auf den Markt. Wie viele andere Autoren wünscht sich Marcel Klotz sicherlich auch, dass sein Buch ein großer Erfolg oder gar ein Bestseller wird. (Wir drücken die Daumen!). Doch entscheidet wirklich die Qualität eines Buches, wie oft es verkauft wird? Oder spielt das Marketing, die Rezensionen oder die Bekanntheit des Autors eine viel größere Rolle?

Glück kommt selten allein
gluckBin schon sehr überrascht, dass sich das Buch „Das Glück kommt selten allein” von Eckart von Hirschhausen seit Monaten auf Platz 1 der Spiegel Beststeller-Liste hält. Ob BILD Zeitung, Talk-Show oder Magazine – der Autor entpuppt sich inzwischen als Medienstar und mich nervt der von Hirschhausen-Rummel allmählich. Im Web wimmelt es an Rezensionen zu seiner Glücksfibel - allein 113 Besprechungen bei amazon.de.

Rezensionskriege im Web
„Im Netz toben Rezensionskriege, von denen wir wenig ahnen. Und doch haben sie deutliche Auswirkungen. Ein Buch, dass beim führenden online-Händler amazon miese Leserbewertungen erhält, wird spürbar weniger gekauft als eins, das vielfach mit 5 Sternen klassifiziert wird”, schreibt sezession und weist auf einen Artikel der Literaten hin. Die haben entdeckt, dass Thorsten Wilder als Top-Rezensent bei amazon.de arbeitet. Er hat in den letzten Jahren über 1950 Bücher besprochen und erhält von den Verlagen inzwischen die Bücher kostenlos zugeschickt. Warum er für die Verlage interessant ist? Thorsten Wilder bespricht die Bücher grundsätzlich positiv. 

Amazon Sterne sind für den Verkauf eines Buches also inzwischen ausschlaggebend. Ist das die negative Seite des Mitmach-Webs? Was meinen Sie?

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4 Kommentare zu “Bestseller oder Flop?”

  1. Wolff Horbach sagt:

    Beim Buch zieht einfach der Promi-Faktor. Ich kann da einen direkten Vergleich ziehen: Das Buch von Eckart behandelt im Prinzip das gleiche Thema wie mein Buch “77 Wege zum Glück“. Während von meinem Buch bisher ca. 7.000 Exemplare verkauft wurden, dürften es von Eckarts Buch das 100fache sein! Ich weiß aus persönlichen Gesprächen, dass wir beide zum Thema Glück in etwa die gleichen Quellen studiert haben. Nur unsere Darstellung der Konsequenzen ist eine andere, er witzig-locker, ich anwendungs-orientiert.

    Wie stark der Promi-Faktor wirkt, sieht man an der Ankündigung der Autobiografie von Sarah Palin. Ich würde für das Buch keine 10 Cent geben, aber es startet mit einer Auflage von 1,5 Millionen Exemplaren!

    Ob ein Buch gut oder schlecht besprochen wird, spielt übrigens auch keine Rolle, wenn die Publicity groß genug ist. Das Buch “Feuchtgebiete” von Charlotte Roche hat grottenschlechte Rezensionen bei Amazon. Alleine 779 RezensentInnen haben die schlechteste Note gegeben. Aber trotzdem war und ist das Buch ein absoluter Bestseller. Die Leute kaufen wie verrückt, trotz dass (oder gerade weil?) sich die meisten ekeln.

  2. Manuel sagt:

    Doch entscheidet wirklich die Qualität eines Buches, wie oft es verkauft wird? Oder spielt das Marketing, die Rezensionen oder die Bekanntheit des Autors eine viel größere Rolle?

    Ich denke, das war eine rhetorische Frage, oder? Gerade Amazon-Rezensionen sind für die Leser “näher” dran, als im Feuilleton der Zeitung, z.B. Weil sie von Leuten wie “Du und ich” kommen (vermeintlich).

  3. Marcel Klotz sagt:

    Auf diese Problem hat mich auch mein Verlag aufmerksam gemacht. Tauchen schlechte Bewertungen in Amazon auf, kann sich dies sofort negativ im Verkauf bemerkbar machen. Kann nur hoffen, dass sich ein paar positive bei mir einfinden. Das von Hirschhausen so gut ankommt, kann ich allerdings verstehen. Ich höre gerade seine Audio-CD im Auto und muss sagen, er spricht mich an und trifft den Punkt. Und letztlich ist das wohl das Rezept. Man muss für den Leser schreiben und nicht für sich selbst. Und wenn dann noch der Zeitgeist getroffen wird….
    Vielleicht ist es eben ein Glückstreffer und den gönne ich gerne.

    @Wolf Horbach: Glückwunsch zu den 7000. Ich denke, das ist für das Erste und ohne Promi Bonus des Herrn von Hirschhausen klasse. Wenn ich so weit komme, gebe ich einen aus.

  4. Markus Frey sagt:

    Hey Leute, vorsicht. Der Mann ist gut. Der Mann kann (zu einem wesentlichen Teil sehr relevantes) Wissen sehr unterhaltsam an den Mann bzw. die Frau bringen und das ist eben sehr gefragt. Von Hirschhausen war ja nicht immer Promi, sondern einfach ein eher durchschnittlicher Klinikarzt der erkannt hat, dass er Überdurchschnittliches schaffen kann, wenn er seinem Beruf eine andere Richtung gibt. Den Mut haben schon mal nicht so viele. Und dann hat er eine Reihe von Dingen auch verdammt richtig gemacht, keine Frage. Ebenfalls keine Frage ist, dass dazu auch ein gutes Marketing gehört.

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