Stinksauer: Die unseriösen Verkauf-Tricks der Telekom

2009-11-02, von Elita Wiegand

Wie hätten Sie reagiert? Eine nette Telefon-Stimme bietet Ihnen eine schnellere Internetverbindung an. Keine Zusatzkosten, die Telekom schickt Ihnen sogar einen kostenlosen Splitter, alles ganz einfach und schnell. Wenn auch zunächst etwas skeptisch, hat mich das Angebot überzeugt. Nach einigen Tagen erhielt ich den Splitter, dann ein Anruf, dass morgen auf die schnelle Webverbindung VDSL umgestellt wird. Dass sich hinter dem Angebot, das Entertain Programm verbirgt, hat mir vorher  keiner gesagt.   

Unverschämtheiten am laufenden Band
Am nächsten Morgen wurde nicht umgestellt, aber ich lahm gelegt: Kein Web, keine Mails. Anruf bei der Telekom. Um 16 Uhr schalten wir Ihren Anschluss wieder frei. Weitere Telefonate mit dem Magenta-Riesen. Um 17 Uhr immer noch keine Verbindung zum Web. „Dauert bis Mitternacht”, sagte mir der x-te Call-Center Mitarbeiter.
Am nächsten Morgen immer noch kein Anschluss, wieder endlose Telefonate und dann der Hinweis, dass ich für den VDSL Anschluss ein neues Speedport benötige. WUT!!!  Also auf in den nächsten Telekom-Shop, Speedport gekauft, angeschlossen. Fehlanzeige! Nix!  Es folgten weitere Telefonate bei der Beschwerdestelle. „Ja tut uns leid, aber die Kollegen wollen eben das „Entertain Paket verkaufen”, musste ich mir anhören. „Wir schicken einen Techniker, aber das kann dauern!” Es dauerte. “Ihre Leitung ist technisch gestört”, hieß es dann. Nach zwei Tagen, um 17 Uhr leuchtet dann endlich das Lämpchen für das Web auf.

Dicke Rechnung
Dass ich stinksauer war, muss ich nicht mehr explizit schreiben. Schlimmer aber, sind die eigentlichen Kosten, die mir entstanden sind. Meine Arbeit ist wie bei vielen anderen durch das Internet bestimmt. Bedeutet:

  • Zwei Tage Verdienstausfall
  • Ein neuer Speedporter = 198 Euro
  • Unzählige Anrufe
  • Ein Techniker, den ich auf eigene Rechnung bestellt habe, damit er mir bei dem Telekom-Murx hilft, um die   Gebrauchsanweisung von 160!!! Seiten überhaupt zu verstehen und  den Speedporter anzuschließen
  • Ein Router, den ich erst vor kurzem gekauft habe und der jetzt überflüssig ist

Deshalb hier meine Warnung an alle: Wenn Sie demnächst jemand von der Telekom anruft, der Ihnen mit säuselnder Stimme einen schnelleren Internetzugang verspricht, sagen Sie laut NEIN!

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8 Kommentare zu “Stinksauer: Die unseriösen Verkauf-Tricks der Telekom”

  1. Rainer Prüm sagt:

    Gut zu wissen!! Bin schon vor langer Zeit auf den lokalen Anbieter “Schlaucom” (Tochter der Stadtwerke, die mir auch Strom, Wasser und Gas liefern) umgestiegen. Absolut ohne Probleme!! Die “unseriösen Verkaufstricks der Telekom” sollten zur Warnung und Abschreckung von möglichst vielen in allen möglichen Blogs ausführlich kommentiert werden!
    Gruß Rainer

  2. Jan Marth sagt:

    Was für die Telekom gilt, stimmt für viele Anbieter im Kommunikationsbereich.
    Völlig undurchsichtige Tarife. Terminologie, die keiner versteht.

    Die Konkurrenz in diesen Bereichen hilft offenbar auch nicht, den Kunden zu verwöhnen, so dass ein Wechsel zu anderen Anbietern keine Lösung ist.

    Und NEIN sagen kann es wohl auch nicht sein. Denn manches Mal, will man ja tatsächlich haben, was einem angeboten wird, nur eine vollständige Transparenz dieser Angebote (DSL, Handy, Telefon, TV etc) wäre schon wünschenswert, so dass auch der technische Laie versteht, was er kauft.
    Nur davon werden wir die Marktteilnehmer im Kommunikationsbereich so schnell nicht überzeugen: fürchte ich!

  3. Elita Wiegand sagt:

    @Rainer Prüm
    danke für das Feedback. Gut, dass es unkomplizierte Anbieter gibt.

    @Jan Marth
    Natürlich besteht leider gerade in der Kommunikationsbranche ein großes Wirrwarr – den Tarifdschungel und die komplizierten “Service”-Angebote versteht kein Kunde mehr. Die Telekom bildet da wirklich keine Ausnahme.

    Das NEIN bezog ich auf dieses “überflüssige” Entertain Programm, mit dem der Kunde über eine schnellere Internetverbindung geködert wird.

  4. Gunilla Erdmann sagt:

    Dieses beschriebene Theater hatte ich nicht nur 2 Tage lang, sondern satte 4 Wochen. Und zwar mit 1und1. Würde ich hier schildern, was dieses Unternehmen sich geleistet hat, wäre mein Blutdruck behandlungsbedürftig. Ich kann Dich sehr gut verstehen. Ich sehe aber auch nicht, daß sich an der Situation etwas ändern wird.

  5. Birgit-Rita Reifferscheidt sagt:

    Einmal mehr werde ich in meiner Intuition bestärkt. Ich bekomme regelmäßige Anrufe von der Telekom. Jedes Mal wollen sie mir etwas Neues und Besseres verkaufen. Jedes Mal sage ich nein.
    Wenn es mal wieder um Vertragsverlängerung geht(alle 2 Jahre), nehme ich mir Zeit und informiere mich ausführlich und persönlich in einem Telekomladen über neue Möglichkeiten oder einen eventuellen Tarifwechsel. In den Läden hat man es mit ausgebildeten Personal zu tun, zu mindestens ist das meine Erfahrung.
    Die Zeit war bisher gut investiert, wenn ich lese, welche Erfahrungen andere gemacht haben.

  6. Michael (Baudax) sagt:

    Ähnliches habe ich mit Versatel erlebt und mußte einen Anwalt einschalten. Seine erste Frage, ob ich nicht die drei größten Verbrecherorganisationen kennen würde – Banken-Versicherungen-Telekommunikationsdienst. Erst danach käme mit großem Abstand die Mafia.
    Gerettet hat uns seinerzeit ein vergessener, aber immer weiter bezahlter ISDN-Anschluß bei Hansenet, so daß wir telefonieren und (mit Schneckentempo) unsere Internetbestellungen bearbeiten konnten.

  7. Elita Wiegand sagt:

    @Gunilla
    Das klingt aber heftig- vier Wochen ohne Verbindung? Über das Web sind die Möglichkeiten gegeben, dass sich Verbraucher noch mehr wehren und ihren Ärger verbreiten.

    @ Birgit-Rita Reifferscheidt
    Die Anrufe der Telekom häufen sich in letzter Zeit auch bei mir und es werden ständig neue Tarife angeboten. Nicht immer bleibt die Zeit, sich ausführlich zu informieren, so wie Sie es machen. Die Mitarbeiter in den Telekom-Shops sind mir übrigens ebenfalls positiv aufgefallen und ich bin dort bisher immer gut beraten worden.

    @Michael
    Ist wohl kein Einzelfall wie bei Dir, dass man sogar einen Anwalt einschalten muss.

  8. Birgit-Rita Reifferscheidt sagt:

    @Elita Wiegand
    Ich habe aus unangenehmen Erfahrungen gelernt. Die Zeit nehme ich mir heute. Unterm Strich spare ich Zeit, Geld und vor allen Dingen eine Menge Ärger.

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