Wie Apple-Chef Steve Jobs mit Präsentationen fasziniert

2009-11-08, von Elita Wiegand

jobs-bookApple-Chef Steve Jobs verkauft keine Produkte. Er verkauft Erlebnisse.  Seine Keynote-Präsentationen sind inzwischen legendär. Er hat die Apple Produkteinführungen zu einer Kunstform erhoben und inszeniert die Präsentationen wie ein Theaterstück.  Aber was macht diese Faszination eigentlich aus? Wie fesselt und begeistert er die Zuhörer? Das Buch „The Presentation Secrets of Steve Jobs: How to Be Insanely Great in Front of Any Audience” des amerikanischen Kommunikationstrainers Carmine Gallo lüftet das Geheimis. Der Autor hat Steve Jobs jahrelang beobachtet und fünf Erfolgskriterien herauskristallisiert. 

1. Die kurze Schlagzeile: Steve Jobs präsentiert jedes Produkt mit einer Überschrift, das gut in ein 140-Twitter Post passen würde. Zum Beispiel beschrieb Jobs das MacBook Air als “dünnstes Notebook der Welt.” Dieser Begriff  erschien auf seinen Präsentationsfolien, der Website von Apple und den Apple Pressemitteilungen zur gleichen Zeit und prägte sich ein.

2. Held-Bösewicht: In jeder klassischen Geschichte kämpft der Held gegen den Bösewicht und das setzt auch Apple ein. Im Jahr 1984 war es IBM. Heute ist der “Bösewicht” in den Präsentationen Microsoft. Der gemeinsame “Feind” ist ein starker Motivator für die Apple-Fans.

3. Einfache Folien, starke Fotos: Apple-Produkte sind einfach zu bedienen. Der gleiche Ansatz gilt für die Folien von Steve Jobs. Sie sind verblüffend simple und bestechen durch die dominanten Fotos. Dem Text wird kaum Bedeutung beigemessen: Es gibt Beispiele von Jobs Präsentationen mit insgesamt sieben Wörtern auf zehn verschiedenen Folien. Keep it simple!

4. Spannung erzeugen: Präsentationen langweilen sehr schnell. Neurowissenschaftler haben herausgefunden, dass das Gehirn nach 10 Minuten ermüdet, egal, wie gut der Redner ist. Die Präsentation von Jobs dauert etwa 1,5 Stunden, aber alle 10 bis 15 Minuten durchbricht er seinen Vortrag mit Videos, Demonstrationen oder Gastrednern. Als er 2007 das iPhone auf der Macworld vorstellte, zeigte Jobs zum Beispiel wie Google Maps auf dem iPhone funktioniert. Er blendete eine Liste von Starbucks Fillialen in der Umgebung ein und forderte das Publikum auf, eine Filliale zu nennen. Dann rief er über das iPhone Starbucks an und bestellte 4.000 Latte Macchiato. Na ja, war nur Spaß…

5. Ein emotionales Ereignis: Emotionale Momente baut Jobs ganz bewusst in seine Präsentationen ein. Als er zum Beispiel bei der Macworld 2007 das iPhone vorstellte, wählte er eine geschickte Dramaturgie. Er sagte: “Heute stellen wir Ihnen die Einführung von drei revolutionären Produkten vor: Das erste Produkt ist ein Breitbild-iPod mit Touch-Bedienung. Das zweite Produkt ist ein revolutionäres Mobiltelefon. Und das Dritte ein Internet-Kommunikationsgerät. Es sind aber nicht drei Geräte. Dies ist ein Gerät!” Die Message über das neue iPhone kam so unerwartet, dass das Publikum in Jubel ausbrach.

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Fazit: Verkaufen Sie Träume!
Leidenschaft, Emotionen und Begeisterung sind grob unterschätzte Zutaten in der professionellen Business-Kommunikation und in Präsentationen.  Gerade  Leidenschaft und Emotionen aber führen dazu, dass Sie Ihre Kunden anstecken und faszinieren. Steve Jobs sagte einmal, sein Ziel sei nicht als reichster Mann zu sterben, vielmehr wolle er eine Marke schaffen, die für etwas Sinnvolles steht, die Menschen begeistert und die an eine Mission geknüpft ist. Ist ihm gelungen. Was meinen Sie?

 via: Businessweek

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4 Kommentare zu “Wie Apple-Chef Steve Jobs mit Präsentationen fasziniert”

  1. Wolff Horbach sagt:

    Die Präsentationen von Steve Jobs sind wirklich legendär. Wir können alle eine Menge von ihm lernen.

    Noch eine Buchempfehlung zum Thema: “slide:ology: Oder die Kunst, brillante Präsentationen zu entwickeln” von Nancy Duarte. Nancy hat u.a. ganze Arbeit geleistet bei der hervorragenden Präsentation von Al Gore in “Eine unbequeme Wahrheit“.

  2. Elita Wiegand sagt:

    Danke für den Tipp, Wolff. Kannte das Buch von Nancy Duarte nicht, habe aber schon viel von ihr gehört.

  3. Was war los in Kw. 46? sagt:

    [...] mit 400 Freien Tools via http://www.toolblog.de/archives/1203 Das Geheimnis hinter den Präsentationen von Steve Jobs Wie Coaching wirklich [...]

  4. Präsentieren wie Steve Jobs - Arbeitsorganisation | Arbeitstechniken | Zeitmanagement - blatternet.ch sagt:

    [...] hat die Kollegin Elita Wiegand auf dem Blog von innovativ.in einen interessanten Artikel über die Faszination seiner Präsentationen geschrieben. Da möchte ich nicht hinten anstehen und in einer Top-7 die Geheimnisse von [...]

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