Umfrage: Warum kaufen wir, was wir kaufen?

2009-11-25, von Elita Wiegand

Kunden sind mächtig. Wissen wir doch eigentlich längst, seitdem wir über Blogs, Foren und Twitter unsere Meinung zu Produkten und Unternehmen verbreiten. Aber warum entscheiden wir uns für bestimmte Angebote und lassen andere liegen? Wann empfehlen wir ein Produkt oder ein Unternehmen weiter?

Zum Beispiel kaufe ich ganz bewusst bei DM, weil Götz Werner für mich ein vorbildlicher Unternehmer ist. Ich bevorzuge Body Shop Produkte, weil mich das Engagement der Gründerin Anita Roddick begeistert hat oder ich kaufe zum Beispiel Reinigungsmittel von Frosch aus Umweltgründen.

Kauft das Unterbewusstsein mit?
Doch offen gestanden weiß ich nicht, warum ich mich immer wieder für einen Vorwerk Staubsauger entschieden habe oder ganz oft  zu Lindt Schokolade greife oder Lavazza Espresso kaufe. Hingegen war ich bisher nur einmal bei Aldi und meide Douglas Filialen.  

Gibt es Produkte von Unternehmen, die Du ganz bewusst kaufst oder auch meidest? Spielt die Unternehmenskultur bei der Auswahl Deiner Produkte eine Rolle? Gibt es Unternehmen, bei denen Du grundsätzlich nicht kaufst? Bin auf die Antworten ganz gespannt. Los geht’s…

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6 Kommentare zu “Umfrage: Warum kaufen wir, was wir kaufen?”

  1. Rainer Prüm sagt:

    Ich sage mal, das Unterbewusstsein kauft nicht nur mit, wir kaufen ausschliesslich über das Unterbewusstsein. Egal ob bei Dingen des täglichen Bedarfs, die wir mit Namen, Preis und Einkaufsort „unbewusst“ abgespeichert haben, oder ob bei hochpreisigen Markenartikel. Ich bin aus Zeitmangel und Gelegenheit öfters mal bei Discountern und brauche in der Regel dort gar keinen Einkaufszettel, auch bei einem „größeren“ Einkauf. Ich flitze durch die Gänge, greife links, wieder links, rechts, …usw. Und habe am Ende in der Regel das, was ich auch wollte. Gut, manchmal ist an der Kasse etwas zu viel im Korb, aber, hält sich ja ….;-) Das heißt, während mein Wachbewusstsein dafür sorgte, dass ich mit niemandem zusammen stiess, hier und da mal jemand grüßte, steuerte mein Unterbewusstsein, in dem meine „Einkaufsliste“ abgespeichert war, meine Hand und meine Augen, oder? Und da ich gerne einen guten franz. Rotwein trinke, den ich nach jahrelangen „Geschmackstests“ für mich als absolut passend entdeckt habe, steuere ich den ebenfalls ganz gezielt im Fachgeschäft an, egal, was man mir noch so zum Probieren eventuell anbietet, oder was gerade im Angebot ist. Manchmal bekäme ich für den Preis meiner „Lieblingsmarke“ anderswo 4 – 8 Flaschen statt einer, aber das ist mir mittlerweile egal.

    Lieber konsumiere ich etwas weniger, aber dafür weiß ich mittlerweile auch blind, dass er mir ausgezeichnet schmeckt. Wobei man ja über Geschmack nicht streiten kann, sagte schon der Affe, als er die Kernseife aß. ;-) Das heißt also doch, dass mein Unterbewusstsein diesen von mir so bevorzugten Geschmack als „erstrebenswert“ abgespeichert hat und mein Wachbewusstsein daher keine Chance hat, einen anderen Rotwein zu kaufen, geschweige denn nur daran zu denken. Sicher gäbe es noch viel mehr Beispiele zu erwähnen, auch aus dem Nonfood Bereich. Ich glaube, ich bin ein „Lustkäufer“. Und entscheide mich häufig spontan aber auch gezielt sowohl für Marken- als auch für No Name Produkte.

    Ich glaube alle Menschen kaufen alles emotional, aber wenn sie dann von anderen gefragt werden, warum sie dies oder jenes gekauft haben, dann argumentieren sie rational. Wie der junge Mann, der mit seiner Freundin einen neuen Wagen kaufen wollte und im Autohaus vom Verkäufer alle möglichen technische Details zu den verschiedensten Wagen bekam, sich aber letztlich nicht entscheiden konnte und das Autohaus wieder verlassen wollte. Ein anderer Verkäufer konnte sie gerade noch daran hindern und begann nun, die Vorzüge eines bestimmten Wagens mit der Figur und dem Aussehen seiner Freundin in Zusammenhang zu bringen. Wie gut sie darin aussehen würde, wie viel Platz ihre langen Beine haben würden, wie toll das Sitzleder zu ihrer Handtasche passen würde, wie einfach sie ihr Make Up überprüfen könnte …usw. Der junge Mann stellte sich nun unbewusst seine Freundin in diesem neuen Auto sitzend lebhaft vor, setzte sich sodann mit ihr hinein und der Verkäufer fuhr fort ihm „den Bauch zu pinseln“. Und der Wagen wurde am Ende tatsächlich von ihm gekauft!!

    Stolz fuhr der junge Mann am anderen Morgen mit seinem neuen Auto alleine ins Büro und und dort schauten schon alle Kollegen neugierig aus dem Fenster. Und begannen sofort „zu meckern“ wieso er denn ausgerechnet so ein Modell gekauft hätte. Und dann noch in dieser Farbe! Und dann der Spritverbrauch! Und was macht unser Käufer nun? Er konnte ja jetzt schlecht etwas von Make Up und langen Beinen erzählen, also spulte er alle technischen Details herunter, die der erste Verkäufer vergebens als Kaufanreize von sich gegeben hatte. Doppelvergaser, oben liegende Nockenwelle, hinterbelüftete Scheibenbremsen…..usw. Er verkaufte also seinen Kollegen seine Kaufentscheidung bewusst mit den Argumenten, die für ihn in Wahrheit aber absolut beim „unbewussten Kauf“ keine Rolle gespielt hatten. Mann, das ist aber jetzt lang geworden. ;-)

    Gruß Rainer

  2. Elita Wiegand sagt:

    Lieber Herr Prüm,
    da merkt man doch gleich, dass aus Ihnen der Marketing-Fachmann spricht. Trotz allem wüsste ich doch zu gerne, was Sie als Lustkäufer bevorzugen. Welche Marken kaufen Sie und und warum? Wenn alles in Ihrem Unterbewusstsein gespeichert ist, gibt es dan auch hierfür Gründe, oder?

  3. Rainer Prüm sagt:

    Der Grund warum unser Unterbewusstsein alles speichert ist dass unser Unterbewusstsein eben alles speichert. ;-) Aber das Wachbewusstsein gibt nicht alles Preis!! Irgendwo hab ich mal gelesen, dass es so was wie ein limbisches System in unserm Hirn gibt, in dem Emotionen verarbeitet werden und in dem auch unser Triebverhalten entsteht. Also alles was mit Antrieb, Trieb, Instinkt, Motivation …usw. zu tun hat. Es wird geradezu „gefüttert“ mit allen Erlebnissen und Situationen, denen wir irgendwann gegenüberstanden. Und daher sorgt es dafür, dass wir in bestimmten Situationen bestimmte Entscheidungen treffen, die wir vom Kopf her, also rational (mit Vernunft) oft nicht erklären können. Unser Unterbewusstsein lässt uns dann manchmal halt zu bestimmten Produkten greifen oder Dienstleistungen kaufen, die wir eben als „gut für uns“, dort drin abgespeichert haben. Negatives Stichwort dazu: “Präpupertäres Fehlverhalten”.

    Welche Markenprodukte ich kaufe? Oh je, soll ich jetzt alle aufzählen?? ;-) Bestimmt hunderte, wobei es mir manchmal eben gar nicht bewusst ist, dass es ein Markenprodukt ist. Ich will (kauf) es einfach. Und häufig sind es eben auch keine Markenprodukte sondern eben „nur“ Produkte, die aber den Zweck erfüllen, wofür ich sie brauche oder will. Also so eine Art „Mischverhältnis“. Es kommt natürlich häufig auch auf die Situation an. Kann und will ich mir die Marke (finanziell) „leisten“, oder tut es ein preiswerteres unbekanntes Produkt auch und ich stecke das (vom Gesamtbudget) gesparte Geld in zusätzliche und jetzt ja zu finanzierende weitere Wünsche. Oder hab ich gar keine Wahl, weil es gerade jetzt in dieser Situation nur dieses Produkt gibt und es ist „zufällig“ eine Marke. Oder habe ich spontan auf etwas Lust, weil es in diesem Moment gut aussieht, gut riecht, sich gut anfühlt….usw. Und es ist ebenfalls „zufällig“ eine Marke. Oder auch keine….;-)

    Was sagt das also über uns aus, wenn wir einen Kasten Bier (und zwar eins das uns schmeckt) im Angebot für 4.80 kaufen und dazu eine Flasche Chateauneuf Du Pape (der uns ebenfalls schmeckt), für 18.00 Euro. Oder heute in ein 3 Sterne Restaurant gehen und 350 Euro ausgeben, dafür morgen 2 Bratwürste am Imbiss für 5 Euro essen. Einen Bossanzug erwerben und dazu nebenan eine ALDI-Jeans. Usw….!! ;-)

    Na die Psychologen unter uns haben sicher Antworten darauf.

    Gruß Rainer

    P.S.. Ich denke gerne auch an die vielen Blindverkostungen zurück, bei denen ich dabei war, und bei denen z.B. Brauereichefs ihr eigenes Bier nicht herausgefunden haben.

  4. Christiane Windhausen sagt:

    Wenn ich ab und zu mal eine Werbepause im Fernsehen bewußt auf mich einwirken lassen, stelle ich fest, dass ich bei bestimmten Produkten immer wieder dazu tendiere, den Werbeversprechungen vorbehaltlos zu glauben. Und dass trotz zahlreicher gegenteiliger Erfahrungen.

    So bin ich zum Beispiel immer wieder geneigt an ein Zauber-Putzmittel zu glauben, an die Wirkung von Zahnpasta oder an den wunderbaren Geschmack von bestimmten Lebensmitteln. Bei anderen Produkten scheint Werbung bei mir diese Wirkung gar nicht zu haben… Ich würe gerne wissen, woran das eigentlich liegt.

  5. Gisela D`Agostino-Kastner sagt:

    Warum kaufen wir, was wir kaufen?

    meistens habe ich mir vorab schon überlegt, was ich kaufen möchte. Nun hängt es vom Geschick, der Freundlichkeit und dem Service, in der Regel der Verkäuferin oder des Verkäufers ab, ob ich mir ein Produkt kaufe oder nicht. Des öfteren habe ich schon ein Geschäft verlassen, obwohl mir das Produkt gefallen hat. und qualitativ hochwertig war. Ich bin als Mensch nicht registriert worden,- oft scheitert es an ganz banalen Dingen, wie z.B. grüßen.Oder man hat mir meine Ohren zugetextet mit Sachen, die mich überhaupt nicht interessieren. Auch bin ich sehr stilsicher was das Thema Bekleidung angeht und habe es nicht nötig mir etwas aufdrängen zu lassen, Motto: steht Ihnen super–Hauptsache ich bekomme meine Provision.
    Aus meiner Sicht kaufe ich letztendlich wenn die software stimmt. Also feeling, guter Kontakt, Service, kurzum die Persönlichkeit des Verkaufenden mir liegt. Dann ist mir auch der Preis egal, denn ich komme mit einem guten Gefühl aus einem Geschäft in dem ich mich sehr wohl gefühlt habe und vielleicht habe ich dann doch mehr gekauft als ich eigentlich wollte.
    Ich schätze Liebenswürdigkeit und Service.Und wir leben das auch in Silhouetta weiblich edel individuell.Ich habe in 2004 die Marke Silhouetta weiblich edel individuell gegründet.Sie wird im eigenen Couture Haus in Nürnberg/ Mögeldorf im Baderschloß entworfen, produziert und verkauft.Qualität ist selbstverständlich,Service und Freundlichkeit ist unsere Lebenseinstellung.Gisela D`Agostino-Kastner Inhaberin

  6. Elita Wiegand sagt:

    @ Christiane
    Na ja, wenn Du Dich von Produkten verzaubern lässt, spricht die Werbung wohl Dein Unterbewusstsein stark an.

    @Gisela D`Agostino-Kastner
    Schön, dass Sie Ihren Beitrag von der XING innovativ.in Gruppe auch hier veröffentlichen. Unser Blog wird einfach mehr gelesen. Somit begrüße ich Sie in unserem Blog.

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