Der Sieg über den Egoismus?
Der Mensch ist gierig, neidisch, skrupellos, egoistisch. Stimmt doch, oder?
Nein, es ist ganz anders. Tief in unserem Gehirn ist ein Trieb zu selbstlosen Taten verankert. Der Erfolgsautor Stefan Klein (Autor der Bücher “Der Stoff, aus dem das Leben ist“, ”Die Glücksformel“ oder “Alles Zufall: Die Kraft, die unser Leben bestimmt“) hat in der Zeit ein hervorragendes Dossier zu dem Thema geschrieben. Am besten selbst lesen, fasse aber hier den Inhalt mal kurz zuammen, um dafür Neugier zu wecken.
Wie ist die Selbstlosigkeit von Menschen zu erklären? Unter welchen Umständen stellen wir unser eigenes Interesse zurück? Beispiele: Heute engagieren sich bei uns zwei Millionen Menschen mehr im Ehrenamt als noch vor zehn Jahren. Mehr drei Millionen Deutsche haben sich registrieren lassen, um Knochenmark entnehmen zu lassen und allein zehn Millionen haben selbstlos für Wikipedia Artikel geschrieben.
Obama für Arme
Selbst der Wahlsieg von Barack Obama erklärt Stefan Klein mit einer gewissen Form von Solidarität. Das amerikanische Volk hat einen Präsidenten gewählt, der trotz grandioser Abschlüsse auf der Columbia- und der Harvard Universität eine Karriere als Wirtschaftsjurist ausschlug und stattdessen Sozialarbeiter und Anwalt in den Armenvierteln von Chicago wurde.
Wir sind aufeinander angewiesen
Altruistisches Verhalten, so Klein, sei heute wichtiger denn je ist. Wir stehen vor gewaltigen Aufgaben und müssen weltumspannende Probleme lösen. „Nie zuvor war jeder Einzelne so sehr von anderen oft weit entfernten Menschen abhängig.” Kooperationsbereitschaft fördern, lautet das Gebot der Stunde. Menschen setzen sich für das Gemeinwohl ein, wenn sie wissen, wie sehr sie aufeinander angewiesen sind. Auf Unternehmen übersetzt: Üppige Boni oder Gehaltserhöhungen bringen nur selten die gewünschte Motivation. Es ist besser in ein gutes Betriebsklima zu investieren.
Fazit: Immer mehr Wissenschaftler verabschieden sich von dem Dogma des egoistischen Menschen und der Homo sapiens erscheint zunehmend freundlicher.
Das ist doch eine gute Nachricht für 2010. Weiter so!
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