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Arbeit neu denken

Elita Wiegand 29 März 2010 8 Kommentare

Na bitte: Das Homeoffice ist ein Objekt der Begierde. Laut einer Umfrage des Branchenverbands BITKOM wollen inzwischen 72 Prozent aller Mitarbeiter gerne zuhause arbeiten, bereits 10 Prozent der Beschäftigten arbeiten regelmäßig an ihrem Schreibtisch im Homeoffice.

Trotz dieser Fakten, gibt es immer noch viele Bürosklaven, die sich mit alten Strukturen herumschlagen und den 9to5 Job ausüben. Bei den  Arbeitsabläufen mit der Stechuhr, gehörten Grundsätze wie diese dazu:

  • Je mehr ich arbeite, desto mehr Arbeit schaffe ich
  • Produktivität ist eine Konstante, mit der sich planen lässt

Markus Albers hat uns in seinem Vortrag beim Business Querdenken LIVE die Vorteile der Easy Economy und die veränderte Arbeitswelt aufgezeichnet. Freiheiten für Festangestellte, die ihre Kreativität und ihre Talente einbringen, Kollaboration, Schnelligkeit. (Ganz aktuell ist dazu von Markus Albers ein Artikel in der neuen brand eins erschienen)

Kommunikation über das Web
Um zukunftsfähig zu sein, müssen die veränderten Arbeitsformen im Unternehmen definiert und organisiert werden, müssen Mitarbeiter eingebunden werden. Um die „Digital Natives“ für Unternehmen zu begeistern, gehört die webbasierte Kommunikation über Wikis, Blogs, Twitter, Facebook oder andere Social Networks dazu.

Fehler machen dürfen
Die „Ureinwohner des Internets“ lehnen Hierarchien ab, wollen „auf Augenhöhe“ kommunizieren und sehen sich als Partner. Sie legen Wert darauf, dass ihre Arbeit sinnvoll ist und Freude bereitet. Palomar5 hat uns noch mal auf ihre Werte hingewiesen. Sie wollen kooperieren, sich erlauben Fehler, zu machen, Wertschätzung und Vertrauen ist ihnen wichtig.

Nicht nur im Bereich der Fehlerkultur müssen sich Unternehmer umstellen. Voraussetzung für ein innovatives Milieu, ist auch eine hohe technologische Aufgeschlossenheit und eine weitere Aufgabe besteht darin, die Mitarbeiter zu befähigen, die Technik sinnvoll zu nutzen. “Prozessoptimierung und Prozesssteuerungen sind Schwachpunkte in vielen Unternehmen”, erläuterte Dr. Thomas Bruse von der Pavone AG bei der Veranstaltung.

Macht und Kontrolle aufgeben
In der veränderten Arbeitswelt, müssen Chefs aber auch lernen loszulassen, müssen lernen, Macht und Kontrolle aufzugeben. Ist jedoch bisher in vielen Chefetagen nicht angekommen. So entsteht eine Kluft zwischen herkömmlichen Unternehmensstrukturen und der Netzgeneration, die im Kontext der Kreativ- und Wissensökonomie auf den Markt drängen und den Wandel prägen.

Auf Ihre Meinung bin ich gespannt, auf Ihr Feedback – auch zu der Veranstaltung.


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8 Kommentare »

  • Julian Valkieser sagte:

    Hallo,

    ich finde die Thematik äußerst interessant. Leider konnte ich nicht zum letzten Business Querdenken LIVE kommen, habe danach aber einen Artikel auf meinem Blog verfasst. Der die Theorie und den Bedarf des Homeoffices weiterdenkt. Vielleicht ist es ja interessant um diese Diskussion anzuregen. Zu finden unter folgendem Link: http://seifenblasen.tv/2010/03/coworking-spaces-waren-einmal/

    Man geht eben bisher davon aus, dass sich alle Welt dann gern auf Homeoffice und Cafe etc. stürzen wollen. Aber die die das noch nicht gemacht haben, wissen nicht, wie stark man an Aufschieberitis leiden wird, wenn man ungebunden ist! Oder sehe ich das falsch?

    VG Julian

  • Elita Wiegand (author) sagte:

    @ Julian,
    Jeder, der im Homeoffice arbeitet, hat bestimmte Schwierigkeiten. So fehlt mir oft der Austausch und eine face-to-face Kommunikation. Ein Co-Working Space gibt es (noch nicht) in Düsseldorf. In Deinem Blog-Beitrag finde ich vor allem den Aspekt der menschenlerre Büros interessant. Ich zitiere Dich deshalb noch mal hier:

    “Auf Basis eines Coworking Space wird die Bürofläche nach der “Hauptverkehrszeit” anderweitig genutzt. Für Poetry Slams, Pecha Kucha Vorträge oder einfach nur für eine Afterwork-Party. Mit geschickter Raumeinteilung und neuartigen Raumkonzepten könnte man an einem Tag sogar verschiedene Nutzungen einplanen: Arbeitsplatz, Pecha Kucha Vorträge, Hostel – 8 Stunden arbeiten, 4 Stunden Vorträge, 12 Stunden Hostel. Wie? Klapp-/Schrankbetten, Tische mit Rädern, ausklappbare Podeste. Alles kein Problem.

    Ist euch Abends nicht schon einmal die Frage gekommen, wieso diese menschenleeren Büroräume nicht auch Nachts genutzt werden, während Mietpreise immer höher steigen und die Nachfrage für zentrale Lage weiterhin kräftig zulegt? Wer hat Lust die Welt der Arbeit zu verändern?” Soweit der Auszug.

    Die Räume vielseitig zu nutzen, macht Sinn. Was sagen denn andere dazu?

  • Martin Weiß sagte:

    Hi,

    ich gehöre seit einem dreiviertel Jahr auch zu den Glücklichen, die zumindest zeitweise vom Homeoffice aus arbeiten können. An einem Tag pro Woche kann ich mir also die 1,5 Stunden Zug-Pendelei (einfach!) sparen und stattdessen wesentlich produktiver und entspannter meine Arbeit zu Hause am PC erledigen. Und gerade wenn man an Dingen arbeitet, für die man Ruhe und Konzentration braucht, ist das Homeoffice aus meiner Sicht perfekt. Es ist sicherlich nicht jeder Arbeitsplatz dafür gleich gut geeignet – aber mit Sicherheit mehr, als so mancher Chef glauben würde.

    Zu Julians Punkt wegen Aufschieberitis: Das kann sicherlich ein Thema sein, wenn man sich plötzlich selbst organisieren muss und dies bisher in der Form noch nicht gewohnt war. Erhöhte Selbstdisziplin gehört allemal dazu. Auf der anderen Seite zählt (hoffentlich) das Arbeitsergebnis. Und wenn das nicht stimmt, kommt der Druck automatisch…

    Ich persönlich bin sehr glücklich mit meiner Homeoffice-Regelung und kann nur jeden dazu ermutigen, seinem Chef diesbezüglich auch auf die Nerven zu gehen. Natürlich gehört Vertrauen dazu, aber das braucht der Vorgesetzte letztendlich auch, wenn man im Büro anwesend ist. Denn ob dort tatsächlich immer produktiv gearbeitet wird oder nicht, kann er auch nur schwer nachprüfen.

    Grüße,
    Martin

  • Elita Wiegand (author) sagte:

    @Martin
    Einmal in der Woche Homeoffice ist natürlich ein Fortschritt. Mich würde interessieren,ob Du Deinen Chef genervt oder überredet hast? Oder war es gar seine Idee?
    Wie Du richtig schreibst, gehört Vertrauen dazu, aber letztlich zählen doch die Ergebnisse und wenn Du in Deinem Homeoffice konzentrierter arbeitest, umso besser.

    Bin gespannt, wer Deinen Tipp annimmt und sich als Nervensäge entpuppt, um das Homeoffice in seiner Firma durchzusetzen :-)

  • Martin Weiß sagte:

    @Elita.
    Bei mir war es eher ein längerer Prozess. Nicht zuletzt war das Buch von Markus Albers (Morgen komm ich später rein) eine große Motivation, nach einer Homeoffice-Regelung zu fragen. Beim Chef meiner früheren Abteilung war ich damit leider nicht erfolgreich. Hier war aber weniger mangelndes Vertrauen das Problem, als vielmehr die Angst, einen Präzedenzfall zu schaffen.
    Mein jetziger Chef hingegen sieht den Nutzen des Homeoffices und hat dies auch aktiv unterstützt.

    Was das “Nerven” angeht, darf man die Sache natürlich nicht überstrapazieren. Als Mitarbeiter sitzt man da immer am kürzeren Hebel. Aber wer nicht fragt, kommt auch nicht zum Zug.

    Grüße,
    Martin

  • Christian Maria Fischer sagte:

    Liebe Frau Wiegand,

    herzlichen Dank nochmals für den tollen Abend. Ich finde es nur schade, dass nicht mehr Partner und Gäste dabei waren. Sie hätten wertvolle Impulse nutzen können, um ihr Unternehmen durch eine neue Arbeitskultur und den neuen technischen Möglichkeiten wettbewerbsfähiger zu machen.

    Bei mir persönlich haben die Referenten etwas in Gang gesetzt. Der Schlüsselmoment war die Aussage von Palomar 5, dass kleine Unternehmen mit einer Digital Natives Kultur und Digital Natives Tools besser und schneller auf den Markt reagieren als so manches tradierte Unternehmen. Und da will ich dabei sein. Ich kann ich mir gut vorstellen, dass beispielsweise eine PR-Agentur mit der entsprechenden Arbeitskultur und den neuen technischen Möglichkeiten besser, effektiver und zuverlässiger PR im Sinne von Beziehungsarbeit leisten kann als die klassischen PR-Agenturen. Eine solche Agentur könnte die originelleren Ideen und nachhaltigeren Strategien liefern und könnte flexibeler auf Absatz- und Meinungsmärkte reagieren und somit auch Kontrolle entspannter abgeben, um letztlich Wettbewerbsvorteile zu sichern.

    Sicherlich gibt es bereits heute schon einige gute Agenturen mit starken Konzepten. Moment mal! Agenturen? Es sind doch eher die Köpfe, die die Leistungen bringen. Und diese dürsten – denke ich – nach den Modellen die Palomar 5 und Markus Albers an diesem Abend vorgestellt haben. Da bin ich mir ziemlich sicher.

    Wie hieß an diesem Abend so schön: „Die Zukunft ist angekommen, nur schlecht verteilt.“

    Viele Grüße aus Flingern!

  • Marcel Klotz sagte:

    Liebe Elita,

    der Abend war super – inhaltlich ! Ich bin ja schon längst begeistert von dieser Veranstaltungsform. Um so trauriger bin ich über die geringe Teilnehmerzahl. Das Fernbleiben bringt nämlich die Gefahr, dass diese Events nicht weitergehen. Und das wäre sehr sehr schade. Also, liebe Freunde des Querdenkens. Beim nächsten Mal dabei sein bitte !
    Gruss MK

  • Jan Bause sagte:

    Liebe Frau Wiegand,

    nach meinem Urlaub komme ich nun dazu einen Kommentar beizusteuern. Zuerst einmal vielen Dank für die gelungene Veranstaltung. Für mich als mehrjähriger Heimbüro Nutzer ergibt sich die Balance – die Mischung zwischen zu Hause oder Büro. Ich habe herausgefunden, dass ich nicht länger als 2-3 Wochen dem Stammbüro fernbleiben sollte. Man verliert sonst einfach die Bindung. Beine Firma sitzt in Berlin, da gestaltet sich die Entscheidung etwas einfacher. Aber nicht zuletzt wegen des Einsatzes moderner Technik wurde vor ca. 1,5 Jahren das Büro in Düsseldorf geschlossen. Der einzige Vorteil vor Ort war der Laserdrucker. Telefon und Internet sind von zu Hause genauso schnell und komfortabel. In Berlin arbeiten mit Hot Desks, d.h. jeder nimmt gerade den Platz der frei ist. Mit der Anmeldung des Laptops übernimmt der Telefonapparat am Platz meine Nummer. In die tägliche Kommunikation fließt Video immer mehr ein. Webkonferenzen sind an der Tagesordnung. Aber bei aller Technikfaszination lassen sich persönliche Treffen durch nichts ersetzen. Einmal im Monat kommt der Vertrieb geschlossen zusammen.
    Bevor es in einen Roman ausartet – viele Grüße und bis zum nächsten Mal.

    Jan Bause

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