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Statement von Trigema-Chef Wolfgang Grupp

Elita Wiegand 6 Mai 2010 59 Kommentare

Das kurze Interview mit Wolfgang Grupp hat ungeahnte Reaktionen ausgelöst. 

Viele Twitterer fühlen sich als „Idioten“ angegriffen (ich mich auch) und wehren sich in Form von Kommentaren oder Tweets. Die Reaktionen zeigen deutlich, wie das Web 2.0 tickt, wie sich eine solche Nachricht in Windeseile verbreitet, wie eine offene Kommunikation funktioniert und es zeigt auch, dass viele Unternehmen immer noch die Macht der Kunden unterschätzen.

Wolfgang Grupp hat mir eben einen offenen Brief gemailt, den ich hier veröffentliche. Unser Interview war natürlich viel länger, ich habe es gekürzt. Auf den Inhalt will ich nicht weiter eingehen, mir sind aber einige persönliche Anmerkungen sehr wichtig: Ich schätze Wolfgang Grupp, weil er Standpunkte vertritt, die unbequem sind. Selbst dann, wenn er mit einer Meinung aneckt, beweist er den Mut, offen das zu sagen, was viele nur denken oder hinter vorgehaltener Hand sagen.  Chapeau!

Ich kann mich noch gut an ein Interview erinnern, das ich mit ihm geführt habe, wo er sagte:  “Es ist mir egal, was andere über mich reden. Ich werde nicht nur belächelt, sondern auch massiv von Kritikern beschimpft. Viele warten nur darauf, dass ich am Boden liege und mein Geschäft nicht mehr läuft. Das weiß ich. Ich bin unbequem, weil ich die Wahrheit sage – das will eben keiner hören.“

Wolfgang Grupp gehört für mich zu den wenigen Unternehmern, der Flagge zeigt, der sich zum Standort Deutschland bekennt und Werte hochhält.

Ich bin der Meinung, dass dieses Interview eine wunderbare Möglichkeit bietet, sich anzunähern, in den Dialog zu treten und miteinander zu diskutieren. Wir planen eine Sondersendung auf cliq.fm. Den genauen Termin werden wir noch bekannt geben.

Hier das Statement von Wolfgang Grupp:

Sehr geehrte Damen und Herren

Durch die Interview-Veröffentlichung von Frau Wiegand kam es gestern zu vielen negativen Diskussionen.

Mit Frau Wiegand habe ich am Dienstag, den 4. Mai 2010, ein sehr nettes und ausführliches Telefongespräch geführt, über die Entwicklung des Internets, über Mails, über unseren Online-Shop und auch über Twitter. Dieses Interview wurde nicht in voller Länge wiedergegeben; deshalb möchte ich hiermit, nachdem es verständlicherweise zu Irritationen führen konnte, auf die veröffentlichten Punkte Stellung nehmen:

1. Ich erklärte Frau Wiegand, dass ich konstant versuche, bei mir im Unternehmen, die positiven Seiten des Internets zu nutzen.

Natürlich habe ich aber auch die Nachteile des Internets beschrieben, wie z. B., dass auch manchmal unnötig viel Zeit vor dem PC verbracht wird, die vielleicht sinnvoller genutzt werden könnte.

2. Ich habe auch erläutert, dass ich keine eigene E-Mail-Adresse hätte. Selbstverständlich hat mein Sekretariat aber eine entsprechende Adresse und über diese Adresse können mir Mails auch persönlich zugestellt werden.

3. Auch ging es darum, dass wir einen sehr erfolgreichen Online-Shop haben, der für uns und unsere Kunden viele Vorteile bietet, nachdem wir nunmehr alle unsere Produkte auch allen in Deutschland anbieten können, da unsere Testgeschäfte nur vereinzelt in Urlaubsgebieten sind und der Handel in der Zwischenzeit sehr stark geschrumpft ist und es viele Handelsunternehmen nicht mehr gibt. Damit war die Möglichkeit eines Online-Shops für uns eine große Chance die Kunden, die nicht mehr im Einzelhandel unsere Produkte kaufen können, nunmehr selbst zu bedienen.

Ich habe aber klar betont, dass wir alle zwar viele Vorteile haben, aber dafür unsere Volkswirtschaft auch Nachteile anderer Natur hat wie z. B. dass viele Einzelhändler auf der Strecke geblieben sind, dass das Ausbluten der Innenstädte durch den Niedergang des Einzelhandels erfolgte und das auch die großen Kaufhauskonzerne sicher durch den Einfluss des neuen Kaufverhaltens große Probleme bekamen, die dann meistens zur Insolvenz führten.

4. Wir haben auch über Social Media gesprochen, unter anderem über Twitter. Dies ist sicher eine sehr zeitgemäße Kommunikationsmöglichkeit, aber es wird damit auch viel Unfug verbunden und ich habe erklärt, dass ich gewisse Leute nicht verstehe, weil sie jeglichen Unsinn in die Welt hinaus verbreiten und habe diese Leute dann salopp mit Idioten verglichen, die vielleicht nichts besseres zu tun haben, als solchen belanglosen Kram anderen mitzuteilen. Die sollte keine Generalisierung werden. Ich habe nämlich klar gesagt, dass alles positiv genutzt werden kann, genauso wie negativ und habe im Prinzip die negative Nutzung einer positiven Einrichtung kritisieren wollen.

Falls sich dadurch Personen beleidigt fühlten, möchte ich mich dafür entschuldigen. So war es nicht gemeint! Wir selbst sind ja ebenso bei Twitter, oder Facebook, oder beispielsweise Youtube aktiv, worauf man als Unternehmen in der heutigen Zeit auch nicht verzichten sollte.

Selbstverständlich stehe ich persönlich einer weiteren Diskussion jederzeit gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Grupp

TRIGEMA GmbH & Co. KG


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59 Kommentare »

  • Henner sagte:

    na, wenn das nicht doch mal ein großartig angelegter viral-pr-coup war :-)

  • Ralf Heinrich sagte:

    Frau Wiegand, Sie bestätigen also, dass Sie das ursprüngliche Interview, so wie es Herr Grupp nun im offenen Brief darstellt, auf BILD-Zeitungsniveau gekürzt und ihm die allseits bekannte Richtung gegeben zu haben? Sie sind sich hoffentlich bewusst, dass Sie damit persönlich der Auslöser des sog. “Shitstorms” gegen Herrn Grupp und Trigema waren? Tut mir leid, aber eine journalistische Sorgfaltspflicht stelle ich mir anders vor.

  • Randolf Jorberg sagte:

    @Ralf: es ist doch offensichtlich gewesen, dass das Ursprungsposting “Auf den Punkt” gebracht hat, also einen Auszug darstellte. Ein ausführlich wiedergegebenes Interview hätte doch die Gefahr bedeutet, dass die kurze Internet-Texte gewöhnten Online-Leser die spektakulären Aussagen nicht mitbekommen hätten, da nach dem vierten Satz die Aufmerksamkeit nachlässt. Als guter Online-Redakteur schafft man es daher auch aus dem langweiligsten Interview eine Schlagzeile zu machen, das Monopol darauf besitzt nicht nur die 4-Buchstaben-Zeitung… ;-)

    Gelungener Viral, dürfte sich am Ende für alle Beteiligten auszahlen. Für Trigema vor allem daher, da sie in Onliner-Kreisen bisher keinerlei Kunden gehabt haben dürften und der (wertkonservativen und alten) Zielgruppe viele der New-Media-Skeptischen Sätze von Herrn Grupp absolut aus der Seele sprechen dürften.

  • Elita Wiegand (author) sagte:

    @Ralf Heinrich
    ja, ich bestätige, dass das Interview länger war, aber vermutlich hätten Sie Äußerungen von Herrn Grupp zu seinem Einkaufsverhalten in München oder dass er seltener mit Scheckarte bezahlt, nicht so sehr interessiert, oder irre ich mich?

    Zum Hintergrund: Interviews bei Printmedien, im Hörfunk oder TV werden höchst selten in voller Länge wieder gegeben (es sei denn, es sind Live-Gespräche) Eine Journalistin (ich war früher beim WDR – also öffentlich-rechtlich :-) hat die Aufgabe die Essenz des Gespräches herauszufiltern und es auf den Punkt zu bringen.(Siehe auch der Facebook Kommentar von Karl-Manfred Schmidt-Lustig) Mein Interview heißt auch noch “Auf den Punkt”, das impliziert, dass es kurz und knackig ist.

  • Wolff Horbach sagte:

    @ Ralf:
    Herr Grupp ist bekannt für seine knackigen Stellungnahmen. Daher bin ich mir sehr sicher, dass er es genau so gesagt hat, wie hier wiedergegeben. Ich kenne Elita Wiegand lange und gut genug, so dass ich weiß, dass sie ihrer journalistischen Sorgfaltspflicht immer nachkommt.

    Wenn jetzt die Stellungnahme nach der Aufregung in der Twitter-Gemeinde etwas differenzierter und “weicher” herüberkommt, ist das doch nur allzu verständlich.

    Herr Grupp wird jetzt gelernt haben, dass Social Media nicht zu vernachlässigen ist.

    Aber wo ist der Lerneffekt der Twitter-Community? Da wird jede Menge Unsinn produziert. Ich wette, dass die meisten, die geschrieben haben, sie würden jetzt bei Trigema nicht mehr kaufen, noch nie bei Trigema gekauft haben. Im Internet kann mal ja schön mit 140 Zeichen über andere herfallen und hehre Ansprüche stellen. Mit der eigenen Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit braucht man es ja nicht so ernst zu nehmen.

  • Hagen sagte:

    Werden Interviews bzw. das, was veröffentlicht werden soll i.d.R. nicht noch einmal zur Freigabe vorgelegt? So kenne ich das zumindest…

  • jke sagte:

    Ich bin seit 3 Jahren bei Twitter aktiv und lasse mich von so einem Kommentar & dem “shitstorm” nicht beeinflussen. Vor allem nicht bei einem Unternehmer, der sonst durch ein integres Verhalten glänzt und als einer der wenigen & ersten Hersteller die Cradle2Cradle Philosophie übernommen hat. Da juckt mich seine Offliner Meinung (“Ich lasse mir die Mails von meiner Sektretärin vorlegen…”)zum Thema Cluetrain in 2010 eigentlich eher wenig. Jedem seine Kernkompetenz.

  • Wayne … » Blog Archive » Statement von Trigema wirft Fragen auf sagte:

    [...] der Trigema-Sache gibt es nun eine Gegendarstellung von Wolfgang Grupp. Und die beiden unteren Kommentare werfen die Fragen [...]

  • Gib dem Affen von TRIGEMA Zucker … /// Michael Jäger sagte:

    [...] Facebook veröffentlicht, den man hier nachlesen kann. Und nach Durchlesen dieses Briefes und der Reaktion von Elita Wiegand auf innovativ-in.de, die im ersten Auslöser-Post für den aktuellen Shitstorm noch den Eindruck erweckte, es sei ein [...]

  • Wolff Horbach sagte:

    @ Hagen:
    Das mit der Freigabe von Interviews ist eine Unsitte geworden. Leider. Früher hat ein Journalist jemanden interviewt und dann das Interview geschrieben. Der/die Interviewte hat sich darauf verlassen (können), dass der Inhalt korrekt wiedergegeben wird.

    Heute versuchen viele Interviewte, sich das Interview vor Erscheinen zur Freigabe vorlegen zu lassen. Nicht selten überarbeitet dann die Pressestelle das Interview. Auf diese Art und Weise kommt nur noch dreimal Weichgespültes auf den Markt. Alles andere als ein authentisches Interview.

    Ich bin froh, dass Elita Wiegand und Wolfgang Grupp hier den authentischen Weg beschritten sind. Wie ich Herrn Grupp kenne, steht er zu seinen Äußerungen. Das tut er ja hier auch. Und er lässt eben nicht seine Pressestelle vorher das Ding glattbügeln.

    Ist ja auch gut so. Hätte jemand das Interview gelesen, wenn es das obige Statement gewesen wäre? Wie langweilig!

    Manchmal muss man die Dinge auch etwas kantig und vielleicht überspitzt ausdrücken, um sie klar zu machen. Gut, dass das hier geschehen ist.

  • Elita Wiegand (author) sagte:

    @Hagen
    Inzwischen bürgert es sich leider immer mehr ein, dass Interviewte den Artikel (oder das Interview) vor der Veröffentlichung lesen wollen. Ich weiß nicht, woher Sie das kennen, aber es ist nicht üblich. Wenn Ihnen jemand einen Artikel zur Freigabe vorlegt, ist es eine “Nettigkeit” des Journalisten oder aber es handelt sich um einen bezahlten Beitrag :-)
    Ich habe übrigens schon einige Interviews mit Wolfgang Grupp gemacht und finde es gut, dass er nie davon geredet hat, dass er vorher das Interview oder den Artikel sehen will.

  • zweipunktnull » Blog Archive » Trigema: Vereitelt Wolfgang Grupp den Shitstorm? sagte:

    [...] denn spätestens durch diesen offenen Brief, den ihr übrigens bei Facebook und auch bei innovativ-in.de im vollen Wortlaut nachlesen könnt, wird zumindest den Digital Natives klar, dass er hier [...]

  • Ralf Heinrich sagte:

    @Elita Wiegand
    Natürlich ist mir klar, dass es (verständlicherweise) Gang und Gäbe ist, Interviews verkürzt wiedergegeben werden. “Auf den Punkt” ist ja an sich auch prima. Nur wenn (oder besser: falls) der Tenor eines Interviews dadurch eine andere Richtung nehmen sollte, wäre das eben nicht so prickelnd.
    Wie wäre es denn, jetzt da es eine ungeteilte Aufmerksamkeit gibt, doch noch das vollständige Interview zu veröffentlichen? Dann könnte sich jeder selbst ein vollständiges Bild von der Gesamtsituation machen. :)

  • Christian Maria Fischer sagte:

    Also ich zweifele absolut nicht an der journalistischen Integrität von Elita Wiegand. Es ist durchaus möglich, Interviews zu kürzen, ohne Aussagen zu verfälschen. Und es ist absoluter Unfug, Interviews freigeben zu lassen. Journalisten von Leitmedien würden sich kaputt lachen.

    Wir leben zum Glück in einem freien Land und ich finde es gut, dass Elita Wiegand auch Unternehmer, die nicht so sehr den Bezug haben zum Internet, zu einem offenen Dialog einlädt. In dem Fall sollten sich die Greenwasher von Trigema raus halten.

  • Alexander sagte:

    Oh, ist das Wasserglas in dem der Sturm tobt jetzt schon wieder halb leer?

    Ich gebs zu, habe gestern verschlafen, mein Popcorn ist gerade erst warm geworden. Na ja, irgendwie das übliche. Gestern Aufregung, heute zu diskutierend ausgechilled und morgen kommt die nächste Sau Aufregung. Der Zyklus im schnelllebigen Social Web…

  • War das klug, Herr Grupp? « …Kaffee bei mir? sagte:

    [...] Die Erklärung von innovativ.in, wo das ursprüngliche Interview veröffentlicht war, sowie die Stellungnahme von [...]

  • Michael Herfort sagte:

    … wie süß. Um einen der wesentlichen Sätze des offenen Briefes kurz zu analysieren: Meint jemand es ernst, schreibt er nicht: “[...] möchte ich mich dafür entschuldigen.”

    Er tut es.

    Möglicherweise liest ja das Sekretariat mit. Dann bitte mit der Schreibmaschine abtippen und vorlegen. Danke.

  • Elita Wiegand (author) sagte:

    @Ralf Heinrich
    Sie haben die Kurzform und das Statement aus dem Hause Trigema gelesen, auch wenn ich Ihre Neugier verstehe, wäre mir viel wichtiger, dass wir hier konstruktiv über das eigentliche Thema diskutieren. Wolfgang Grupp ist doch nicht der einzige Unternehmer, der sich seine Mails ausdrucken lässt:-)
    Es gibt in unserer Gesellschaft Parallelwelten – das “old Business” wird mit den Digital Natives konfrontiert – sind wir bereit voneinander zu lernen? Sind wir auch bereit, das Web kritisch zu hinterfragen?
    Gestern haben sich hier Kommentatoren verteidigt, weil ihnen Wolfgang Grupp die Vorlage geliefert hat. Heute kritisieren Blogger und Twitterer, die sich für die freie Meinungsäußerung im Internet einsetzen, dass mein Interview von Wolfgang Grupp nicht autorisiert war (autorisiert= ist doch ein “öld Business Wort”, oder?)
    Die eigentliche Diskussion bleibt leider auf der Strecke. Was ist Ihre Meinung dazu?

  • Elita Wiegand (author) sagte:

    @Alexander
    …und morgen wird die nächste Sau durch das Dorf getrieben – stimmt…leider

  • vera sagte:

    Wenn man sich die Kommentierungen in Blogs und auf Twitter ansieht und bspw. mit der Wolfskin-Geschichte im letzten Jahr vergleicht, wird man feststellen – vorausgesetzt, man möchte es sachlich betrachten – daß dieses Mal so gut wie keine Schweinetreiber unterwegs waren. Es war auch nicht nötig.

    Etwas mehr Distanz und etwas weniger Lautstärke würden hier im Nachhinein nicht schaden.

  • Elita Wiegand (author) sagte:

    @Vera
    Schweinetreiber gab es tatsächlich nicht und über viele Tweets habe ich mich sogar köstlich amüsiert, weil kreativ. Aber die Sau ist eben jetzt durch und ich bedauere, dass wir nun stecken bleiben. Vielleicht können wir in den geplanten Sendung das Thema vertiefen und mehrere Aspekte durchleuchten.

  • Klaus Adelmann sagte:

    Liebe Frau Wiegand, gegen kürzen ist absolut nichts einzuwenden wenn die Aussage hierdurch nicht verfälscht wird!
    In dem Interview steht: “Twitter ist für mich einfach nur dumm und die Menschen, die das nutzen, sind für mich Idioten.” Ich verstehe dies so, dass ALLE Twitterer Idioten sind.
    Im offenen Brief hingegen steht jedoch in Bezug auf Twitter: “… ich habe erklärt, dass ich gewisse Leute nicht verstehe, weil sie jeglichen Unsinn in die Welt hinaus verbreiten und habe diese Leute dann salopp mit Idioten verglichen”. Dies ist eine Aussage, die sich nur auf einen Teil der Twitterer bezieht.
    Beide Aussagen passen nicht zusammen und es würde mich schon interessieren, ob Herr Grupp in seinem offenen Brief die Tatsache seiner Aussage verdreht, oder ob Sie seine Aussage durch Weglassen zu einer pauschalen Beleidigung haben werden lassen.

    Ebenso wie mein Vorkommentator Ralf würden auch mich hier die Tatsachen interessieren.

    Das er sich E-Mails ausdrucken lässt finde ich skuril, aber keine Beleidigung. Jeder sollte so arbeiten wie er selbst will. Und dass das Interview nicht autorisiert war ist imo nicht nur OK, sonder sogar wichtig!
    Aber mindestens genauso wichtig ist, dass keine Verfälschung der Aussagen stattfindet! Hier steht gerade Aussage gegen Aussage….?
    Bin gespannt auf Ihre Antwort.

  • Frank sagte:

    Erinnert sich noch jemand an “Blogs sind die Klowände des Internets!” ?
    Schon Jean-Remy hatte Recht.

  • Wie man es auch machen kann… » blumenstrasse sagte:

    [...] hat sich Herr Grupp heute nachmittag umgehend gemeldet und eine — wie ich finde — ehrliche Antwort dazu geschrieben. Das nenne ich Größe und es zeigt, dass dieser Mensch wirklich Hochachtung [...]

  • Brett sagte:

    Mir sind die Leute, die laut und vernehmlich ihre Minderheits-Meinung sagen, oft lieber als diejenigen, die immer nur in das allgemeine politische korrekte Mehrheits-Horn tuten, und dies auch am liebsten dann, wenn irgendwelche Leithirsche das Getute freigegeben haben. Dieses tausendfache reflexhafte Backenaufblasen und Beledigtsein im Namen der ganzen Menschheit – herrje, das ist oft tatsächlich etwas geistverlassen. Sinnigerweise gab es da gerade heute von Peter Kruse den Link http://www.brouhaha.de/ – sehr lehrreich der Fall “Hidden Eloise” vs. “paperchase”.
    Könnte übrigens gut sein, dass nicht nur diverse Unternehmen noch nicht den Umgang mit Social Media drauf haben, sondern dass umgekehrt die Facebooker und Twitterer noch nicht besonders gut im passenden Umgang mit Skandälchen und Meinungsschaum geübt sind. Das will offenkundig auch erst einmal gelernt sein. Sobald wir aber dann mal die ersten 200, 300 Fälle hinter uns haben, dürfte sich das ganze Skandalwesen normalisieren und wir können endlich dazu übergehen, uns breitflächig über das aufzuregen, worüber man sich tatsächlich aufregen sollte. Das sind dann allerdings meistens kompliziertere Geschichten als ein hingeworfener Satz á la “diese Twitterer sind etwas idiotisch”. Mensch, da zuckt man doch maximal kurz mit der Schulter …

  • Elita Wiegand (author) sagte:

    @Klaus Adelmann:
    Gerne antworte ich Ihnen: Es gibt einen großen Unterschied zwischen dem gesprochenen und dem geschriebenen Wort. Wenn ich Sie interviewe, reden Sie vermutlich so, wie es Ihr Stil ist, also nicht druckreif. Wenn ich aber etwas schreibe und weiß, dass es viele lesen, wähle ich die Worte bewusst, überdenke sie, wäge ab.

    Glauben Sie, dass ich ein Interview veröffentliche, bei dem ich Gefahr laufe, dass ich meinen Namen, meine Reputation oder eine Abmahnung riskiere?

  • Wolff Horbach sagte:

    Lieber Herr Grupp,

    ich denke jetzt ist es höchste Zeit, dass Sie noch mal ein Wort zu dem Interview sagen. Es kann doch nicht sein, dass jetzt Elita Wiegand als diejenige dasteht, die etwas nicht ganz richtig wiedergegeben hat.

    Sie sind bekannt für ein klares Wort. Ich habe Sie oft im Fernsehen gesehen und auch persönlich erlebt. Ihre Worte im Interview erscheinen wir von daher sehr authentisch. Ihre Statement oben – was ich übrigens sehr gut formuliert finde – ist doch nicht Ihr direkter Stil, sondern sicherlich gut und ausführlich mit Mitarbeitern und eventuell externer Hilfe austariert worden. Das ist ja auch ok so.

    Sie und Ihr Unternehmen haben m.E. durch das, was hier passiert ist, sehr profitiert. Wenn Sie die Hunderte von Kommentare und Tweets aufmerksam gelesen haben (oder lesen lassen :-) ) werden Sie die eine oder andere Perle darunter finden, die Ihnen hilft, diese neuen Medien besser zu nutzen.

    Aber es kann nicht sein, dass Sie jetzt als der große Gewinner dastehen, der nur fälschlich missverstanden wurde und Elita Wiegand als diejenige, die nicht in der Lage wäre, ein Interview korrekt wiederzugeben. Jeder, der die zahlreichen Interviews, die Frau Wiegand in all den Jahren geführt hat, verfolgt hat, weiß, das dem nicht so ist.

    Ich zähl auf Sie.

  • Klaus Adelmann sagte:

    @Elita Wiegand:
    Die Antwort lag eigentlich auf der Hand. So etwas schreibt man wohl nicht, wenn es nicht gesagt wurde.

    Denke aber auch, dass Herr Grupp den Unterschied zwischen gesprochenem und geschriebenem Wort sehr wohl kennt und damit umgehen kann – oder zumindest können sollte. Falls nicht, sollte er besser keine Interviews mehr geben.

  • Andreas Frank sagte:

    Genauso habe ich die Relativierung von Herrn Grupp erwartet. Zigmal durch die PR-Check-Maschine gejagt und dann ab in die weite Welt des Internets. Schadensbegrenzung. Glaubwürdig ist das für mich nicht.

  • human.bullshit ~ Update « monstropolis sagte:

    [...] – Herr Grupp zeigt klar, dass auch er in bester deutscher Politikertradition, mit einem offenen Brief an die Social Media Gemeinde via Facebook, einfach nur um Schadensbegrenzung bemüht ist. Ich weiss [...]

  • Holy Moly » Blog Archive » Mit freundlichen Grüßen Wolfgang Grupp sagte:

    [...]   Statement von Trigema-Chef Wolfgang Grupp [...]

  • Emanuel sagte:

    wolfgang grupp scheint ein mensch zu sein, der – um es mal plakativ auszudrücken – die alten werte schätzt. deshalb produziert er weiterhin in deutschland, während die konkurrenz die sweatshops in fernost unsicher macht, und pflegt seine vorbehalte gegenüber dem “neuen” medium internet.

    und was lernen wir daraus? jede medaille hat zwei seiten.

  • _jrg sagte:

    wo und wann wird denn das interview in ganzer länge veröffentlicht? das wäre jetzt ja ganz sinnvoll, oder?

  • Trigema - Interview - Idioten und Affen | Oliver Hallmann sagte:

    [...] So, Herr Grupp hat einen offenen Brief an die Social Media Gemeinde auf Facebook veröffentlicht und auch innovativ.in hat schon wiederum darauf reagiert. [...]

  • Dominimk sagte:

    Es bleibt der schlechte Beigeschmack der geplanten Manipulation, sei es um Aufmerksamkeit für dieses Blog zu generieren und/oder für Trigema (auch wenn das schon ein sehr ausgebuffter Schachzug wäre).

    Schade, dass man daher nicht mehr weiß, wem man jetzt noch was glauben soll. Wenn es so ist, wie es auf den ersten Blick aussieht: verkürztes Interview – einseitige Interpretation – Richtigstellung Trigema, dann beleibt der schwarze Peter wohl bei Ihnen, Frau Wiegand, kleben: Wie kann man eine Aussage denn nur so zusammenkürzen, dass bezogen auf Twitter nur noch überbleibt, Twitternutzer sind dumm und Idioten? Das ist auf dem Niveau der Bildzeitung, sorry…

  • German Psycho sagte:

    Wissen Sie, was mich viel mehr an Herrn Grupp stört als die Formulierung? Die dahinterliegende Geisteshaltung. Er will seine eigene Meinung als allgemeingültig darstellen. Für ihn ist Twitter oder „das Internet” nichts, also sind alle, die das anders sehen, Idioten.

    Das ist nicht eine Minderheitsmeinung, die kühn verkündet wird, sondern die intolerante Haltung eines Egomanen, der alles haßt, was anders ist als er.

  • Alexander sagte:

    Toll an Kommentaren im Netz sind doch immer wieder diese ausgewogenen, überlegten und gut formulierten Statements von Menschen, die aus irgendwelchen Gründen in ihrem Internetdasein Spaß daran haben, sich angegriffen fühlen – oder die einfach nur aufgeregt werden wollen -, um dann bei ihren Statements ganz tief in Niveauklo zu greifen mit persönlichen Herabsetzungen.

    Etwas mehr Gelassenheit wäre schon auch mal ganz angenehm. Dann würde man als Netzbewohner vielleicht auch ernster genommen – könnte sich allerdings auch nicht mehr so schön echauffieren über die ganzen Nichtnetz-Kretins.

  • Stefan Hövel sagte:

    Wer sich zu Wort meldet – vor allem so robust wir Hr. Grupp – läuft Gefahr dafür sowohl kritisiert wie auch gelobt zu werden. Dieser Case zeigt sehr schön, wie das Social Web funktioniert. Dennoch bleibt am Ende wie bei vielen Blogstorms das Gefühl: Alle haben sich zu Wort gemeldet, die meisten haben kritisiert, nur wenige waren konstruktiv und Learnings wird es am Ende doch wohl keine geben. Ausser, dass es nun eine neue Folie für die Kongresse gibt in der steht: “TRIGEMA hat gerade noch die Kurve gekriegt”. Seien wir doch mal ehrlich: Alle stolpern ins Social Web, bei den meisten ist es nur nicht sichtbar… ;) Deswegen: Machen Sie weiter Hr. Grupp, aber interpretieren Sie den Begriff “Relevanz” neu.

  • jokahl sagte:

    Wo liegt hier eigentlich das Problem? Grupp hat seine Meinung geäußert und diese nun in dem zentralen Punkt, der alle so aufregt (twitternde Idioten) lediglich aus Höflichkeit, aber kaum inhaltlich relativiert. Es ist völlig klar, dass er immer noch findet, dass die meisten nur Idiotenkram twittern. Was ist daran so schwer zu verstehen und was ist daran zu beanstanden? Schon mal was von freier Meinungsäußerung gehört? Es ist doch absolut positiv, dass es in diesem Fall nicht so läuft wie bei Jak und Trainer Baade. Oder hat einer der twitternden Idioten nun die Absicht, Grupp abzumahnen bzw. dieses Blog, weil es seine Meinung in einem Interview verbreitet? Man kann nur immer wieder den Kopf schütteln über die Unfähigkeit der meisten Menschen, Meinungen zu akzeptieren, die nicht die eigenen oder nicht mainstream sind. Schämt Euch!

  • Ralf Heinrich sagte:

    @Jokahl
    Grupp hat den Inhalt sogar sehr deutlich relativiert!
    Und die Frage ist nun eben, hat er vorher etwas anderes geSAGT oder nur (angeblich) geMEINT.

    @Elita Wiegand
    Daher wäre es eben schön, wenn Sie eben doch einmal das komplette Interview veröffentlichen würden. Aber das scheinen Sie aus irgendeinem Grunde leider nicht zu wollen.

    Und, Frau Wiegand, bitte verstehen Sie mich da nicht falsch. Es geht mir keineswegs darum, Sie oder irgendjemand anders zu diskreditieren. Mich (und viele andere auch) interessiert einfach nur das ganze Bild.
    Ich muss offen gestanden hinzufügen: Ja, ich fand die Stellungnahme von Herr Grupp interessanter als Ihr “prägnantes” Interview. Daher gibt es ja eben auch BILD-Leser, die nur an Schlagzeilen mit dünnem Gehalt interessiert sind, und Leser, die einfach alles ein wenig genauer und dedizidierter wissen möchten.

  • Clemens Gleich sagte:

    Frau Wiegand: Ein transkribiertes Interview (denn das war es) sollte man der Höflichkeit halber mit dem Interviewten durchsprechen. “Das ist nicht üblich”, sagen Sie. Das kenne ich anders. Ein Transkript erhält so schnell einen anderen Vibe als das Originalgespräch, dass ich persönlich es unfair finde, es mit dem, der es gesagt hat, nicht mehr durchzusprechen. Sofern es Zeit dazu gibt eben. Dabei geht es nicht um Zensur, sondern es ist die einfachst und billigste Methode einer Qualitätskontrolle und der Schutz davor, versehentlich jemanden in die Pfanne zu hauen und verbrannte Erde zu hinterlassen. Oder kurz: Es ist grundlegende menschliche Höflichkeit.

    Klar gibt es gelegentlich Leute, die dann alles ändern wollen, diese Fälle sind aber in meinem Arbeitsleben extrem selten. Die Regel ist: es geht einfach durch. Manchmal ist die Bitte darin: “Diesen einen Satz bitte rausnehmen, den habe ich nicht so gemeint, wie er geschrieben wirkt.” Dass dadurch Interviews für den Leser schlechter werden, den Fall hatte ich noch nie, ich kann mich nur an zwei Fälle erinnern, in dem eine besonders knackige Aussage dann fehlte – verschmerzbar. Man kann einem übereifrigen Änderer in jedem Fall einfach sagen: “Gut, dann lassen wirs einfach. Eine Pressemitteilung ist kein Interview.”

    Ich bin auch der Ansicht, dass Herr Grupp mit seiner Vorliebe für Stoffeligkeit zum Originalartikel einfach gesagt hätte: “Ja. Bringen Sie das so.”

  • Stella Schwimmt sagte:

    Liebe Frau Wiegand, schade, dass Sie offenbar nicht bereit sind, auf den Inhalt des Interviews weiter einzugehen bzw. wenigstens auf die Punkte, die Herr Grupp in seinem Brief doch recht deutlich relativiert. Gleichzeitig bedauern Sie, dass hier nicht über das Ihrer Ansicht nach eigentliche Thema diskutiert wird. Ich jedenfalls habe dazu unter diesen Umständen keine Lust.

  • Martin sagte:

    So ein Blödsinn – manche sprechen von gelungenem Viral PR Coup um Aufmerksamkeit zu generieren???
    Sorry aber wenn dann sehr kurzweilig und nur negativ. Mein Fazit ist: Trigema Produkte kaufe ich weiterhin nicht und diesen schlecht gemachten Möchtegern Business-Linkbait-Blog werde ich auch nie wieder besuchen.

  • jokahl sagte:

    @Frau Wiegand:
    Ich würde an Ihrer Stelle den vielstimmigen Chor der Ahnungslosen hier ignorieren und die Sache auf sich beruhen lassen. Ihr (sicher sehr kurzes) Interview und Grupps Brief/Entgegnung widersprechen sich für jeden, der auch nur ein nur ein bisschen Medien- und Gesprächskenne hat, nämlich mitnichten. Das behauptet Grupp im übrigen in seinem Brief auch überhauptnicht – nur scheinen das hier die meisten Kommentatoren einfach nicht zu kapieren. Grupp sagt lediglich, dass er es gern etwas ausführlicher hätte, dass es noch um andere Themen ging usw., und legt das dementsprechend noch einmal dar. Er entschuldigt sich dafür, evtl. unhöflich gewesen zu sein, nimmt aber auch nichts zurück. Warum sollte er auch. Die Kommentatoren hier können einfach nur nicht damit leben, dass es in diesem Fall niemanden gibt, den sie gern hängen sehen würden, also entweder einen vermeintlich bornierten Unternehmer oder eine vermeintlich unseriöse Journalistin. Twittern die alle, oder was?

  • Medial Digital» Neu Social Media Marketing Twitter » Ach, Herr Grupp sagte:

    [...] dem Interview ursprünglich wirklich so scharf oder abgeschwächter formuliert hatte. Mehr dazu im Update von innovativ.in. var flattr_wp_ver = '0.4'; var flattr_uid = 'mauisurfer25'; var flattr_cat = 'text'; var [...]

  • Ralf Heinrich sagte:

    @Jokahl
    Es geht hier überhaupt nicht darum, jemanden “hängen” zu wollen. Aber Sie sind anscheinend einfach nicht der Typ, Dinge zu hinterfragen. Auch okay. Nur: Was soll denn nun so schlimm daran sein, das komplette Interview zu präsentieren? Wäre es nicht schön, selbst beurteilen zu können, in wie weit Frau Wiegand vielleicht (aus meiner eigenen Sicht) zu sehr pointiert hat? Oder Herr Grupp jetzt nur versucht, sich fachgerecht herauszulavieren? Ich verlasse mich da lieber auf mein persönliches Urteil, wenn ich die Möglichkeit dazu bekomme.
    Kurz: Es geht um schlichtes Verstehen. Nicht um Henken.

  • jokahl sagte:

    @Ralf Heinrich: “Kurz: Es geht um schlichtes Verstehen.” Genau. Z.B. müssten Sie verstehen, dass es die von Ihnen geforderte Lang- bzw. “Original”fassung des Interviews oder ein vollständig abgetipptes und veröffentlichungsfähiges Transkript wahrscheinlich gar nicht gibt. Warum sollte sich Frau Wiegand auch den (erheblichen) Arbeitsaufwand machen, das alles nachträglich zu servieren, bloß weil Ihnen und anderen irgendetwas nicht passt? Zudem müssten Sie den Grupp-Brief verstehen, der kein bisschen unterstellt, was auch immer Sie hier noch an brisantem Medienskandal vermuten. Und der als Betroffener am ehesten noch das Recht hätte, hier irgendwelche Forderungen zu stellen, wenn er sich falsch oder völlig aus dem Zusammenhang gerissen zitiert sähe. Das tut Grupp aber nicht. Er hätte das Interview halt lieber ein wenig länger gehabt, andere Schwerpunkte gesetzt, und die Blogbetreiberin Wiegand gibt ihm die Gelegenheit dazu, das zu sagen. Und Tweets sind für ihn halt oft inhaltlich Idiotenkram, auch wenn ihm diese Unhöflichkeit im Nachhinein ein wenig leid tut. So what?

  • jokahl sagte:

    @Ralf Heinrich: Ach ja, und noch was:

    “Es geht hier überhaupt nicht darum, jemanden “hängen” zu wollen.”

    Und deshalb haben Sie (kreativbuero) gestern auch getwittert “Grupp rehabilitiert. Jetzt Wiegand am Pranger?”

  • Ralf Heinrich sagte:

    @Jokahl
    1. Frau Wiegand wird das Gespräch ja wohl zumindest aufgenommen haben.
    2. Ich vermute und unterstelle keinen Medienskandal. Aber das wollen Sie nicht verstehen.
    3. Tweets sind eben nicht immer Idiotenkram. So sagt Grupp jedenfalls jetzt, und das habe er auch schon vorher gesagt, heißt es jetzt. Nur ein Teil der Twitterer seien Idioten (eben die, die es idiotisch nutzen).
    4. Vielleicht ist Ihnen das Fragezeichen an meinem Tweet aufgefallen. Aber das mit den Satzzeichen ist ja auch nicht so einfach.

    Soviel dazu. Eigentlich unterhielt ich mich aber mit Frau Wiegand.

  • Peter sagte:

    Die ganze Diskussion belegt lediglich dass hier wie so oft schlichteg zwei nicht kompatible Verständnisse von Medienarbeit aufeinenadr gestossen sind:

    Zum einen die fachkundige Journalisten mit klaren Vorstellungen, wie Ihre Geschichte in der Endfassung aussehen soll und der journalistischen Laie, der ein langes Gespräch (auch noch telefonisch, also ohne jeden Beleg) in der naviven Hoffnung führt, alles was er sagt werde veröffentlicht und auch noch im richtigen Kontext.

    Was der Journalist also als (legitimes) “zuspitzen” oder (@4) “Herausfiltern” bezeichnet, empfindet der Gesprächspartner als (unseriöses) “aus dem Zusammenhang reissen”.

    Quote, Auflage oder Aufmerksamkeit unter dem Schutz der Pressefreiheit rechtfertigen diese manipulative Konstruktion von Wirklichkeit – und zwar ohne dass der Journalist handwerkliche Bedenken hätte oder sich gar für unseriös hielte. Das ist durchgängige Praxis und unabhängig von Darstellungen in konventionellen Medien oder im web.

    Verschärfen durch Verkürzen hat bekanntlich schon zum Krieg geführt (“Emser Depesche”)…

    Unabhägig von der inhaltlichen Einstellung zum Social Web und dessen Nutzern belegt der Fall Wiegand-Grupp, Herr Grupp hätte sich (wie alle Gesprächspartner) im eigenen Interesse durch vorab festgelegte Spielregeln schützen können:

    - Veröffentlichungszweck, -zeitpunkt, – Umfang und journalistisches Formt erfragen und verbindlich festlegen (oft stellt sich ein “Interview” in Wirklichkeit als Gespräch heraus, aus dem einzene Teile als “O-Ton” in einen Lauftext eingepasst werden).

    - Den Kontext erfragen (Aufhänger und andere Gesprächspartner in der Story – denn oft wird ein Zitat hart gegen das Zitat eines anderen gestellt und so der Eindruck einer Konfrontation erzeugt)

    - Ganze Wortlautinterviews selbstverständlich immer und einzelne Zitate in der Regel vorab zur Freigabe übermitteln lassen

    - Ggf. einen eigenen Mitschnitt des Gesprächs fertigen (Selbstverständlich nicht heimlich! Den Interviewer darüber informieren!) dann gibt es in einem nachträglichen Streitfall einen Beleg des Gesagten und -hübscher Nebeneffekt – der Autor ist meist vor allzu großzügigen Textbearbeitungen etwas zurückhaltender.

    Wer Skandalisierung als Geschcäftsmodell betreibt darf nicht über die “zunehmende Unsitte der Interviewfreigabe” jammern oder sich darüber wundern, wenn die Gesprächspartner ausbleiben, wie bei bestimmten TV-Formaten, die kaum noch Interview-Opfer vor die Kamera bekommen. Und (@14) gerade Leitmedien stimmen Zitate gerne ab um spätere Dementis und Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden (z.B. Spiegel).

    Man kann übrigens auch gute Geschichten machen ohne den Gesprächs”partner” zu überrumpeln…

    Wo Qualitätsjournalismus stattfindet, im Print oder in Blogs – das ist eine andere Frage.

  • jokahl sagte:

    @Peter: Ich glaube, nicht einmal Wolfgang Grupp würde die Interviews oder Geschichten lesen wollen, die nach Ihren Maßgaben entstünden. Und ich kann mich nur noch einmal mehr wiederholen: Wolfgang Grupp hat in seinem Brief mitnichten bestritten, dass der das gesagt hat, was Frau Wiegand veröffentlichte. Und er hat in seinem Brief (den Frau Wiegand freundlicherweise veröffentlicht hat und der das Sehrkurzinterview interessant ergänzt) auch nirgendwo behauptet, dass er aus dem Zusammenhang gerissen zitiert wurde (die Lieblingsbehauptung aller Wirtschaftsbosse oder Politiker, wenn sie sich ertappt sehen). Anderenfalls hätte Grupp versucht, den Beitrag juristisch per Abmahnung/einstweiliger Verfügung zu löschen (was im übrigen auch viele tun, wenn eigentlich alles stimmt, bloß weil sie es sich leisten können). Das hat Grupp aber nicht getan. Hier sehen viele Probleme, die gar nicht da sind.

  • Peter sagte:

    @Jokahl Jeder hat das Recht, sich um Kopf und Kragen zu reden. Aber jeder sollte auch das Recht haben, Herr über das eigene gesprochene Wort zu bleiben.

  • jokahl sagte:

    @Peter: Ja natürlich. Aber es gibt bislang keinerlei Anzeichen dafür, dass das in diesem Fall mißachtet wurde – es sei denn Frau Wiegang oder Herr Grupp offenbaren noch irgendetwas, was vorher noch unklar war.

  • Oliver Förster sagte:

    Für meinen Geschmack ist da sehr viel Polemik in der Stellungnahme, doch aus diversen Interviews mit Medien und auch als Interviewer ist mir die Tatsache der möglichen Kürzung schon klar. Ein Satz geschnitten kann manchmal einen ganzen Absatz völlig anders darstellen.
    Aber wenigstens hat Herr Grupp die Situation aufgeklärt und reagiert. Es wäre interessant, die Umsatzzahlen der letzten Tage des Shops zum Vergleich haben. Mich tät wirklich interessieren, ob und wieviel Schaden Trigema wirklich genommen hat. Wenn denn überhaupt.

  • Oliver Förster sagte:

    Nachtrag: Bei den Twitter-Followern haben Sie von Donnerstag bis jetzt ca. 130 dazugewonnen. Allerdings kenne ich den Stand von Davor nicht. Waren es weniger als 200 oder mehr als 2000. Könnte mir beides vorstellen.

  • innovativ.in – Business Blog » Blog Archiv » Nachgefragt: Sondersendung mit Wolfgang Grupp sagte:

    [...] Kommentare (RSS) « Statement von Trigema-Chef Wolfgang Grupp [...]

  • Brouhaha 21 – Trigema und die idiotischen Blogger | Brouhaha mit Podpimp und Luebue sagte:

    [...] Das Statement wurde auch auf innovativ.in zitiert und erreichte hier 53 Retweets und 56 Kommentare [...]

  • Social Media als soziale Netzwärme? | Heidtmanns Zweitgeist sagte:

    [...] so unrecht nicht, wenn er die Entwicklungen des Internets beschreibt – auch wenn er dass hier relativiert. Dieser Beitrag wurde unter Web 2.0 abgelegt und mit Netzwärme, Social Media, [...]

  • Online-Shops im Sport unter der Lupe: www.trigema.de - andreaswill.com andreaswill.com sagte:

    [...] sehr kritisch gegenüber stehender Mensch wie Grupp dem Thema nicht entziehen, wie folgender Blog-Beitrag von http://www.innovativ-in.de/zeigt. Man kann eben nicht immer anders als andere sein und so besitzt Trigema eine eigenen Website [...]

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