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Wandel-Werkzeug 2: Spielen

C.P. Seibt 2 Juli 2010 11 Kommentare

Unser Leben wandelt sich. Immer. Jeden Augenblick. Bleiben wir starr, dann formt uns der Wandel, plötzlich, gegen unseren Willen.

Wandeln wir uns, dann sind wir fähig, den Wandel zu gestalten – den Wandel in uns und um uns herum.

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Probleme, Fragen, Sorgen? Spielen!

Täglich sorgen wir uns um Probleme. Die wollen wir lösen. Was hilft uns dabei?
Denken, Logik, Erfahrung. Aber das hilft nicht immer und gut genug.

Wenn ich nur ein wenig meine Methode wandle, dann öffnen sich mir zusätzliche Möglichkeiten.
Das Zusätzliche gewinne ich durch Spielen:

Das ist das Problem:…………………………………………………..

Das denke ich darüber:……………………………………………..

Und jetzt spiele ich damit: Ich

  • zeichne das Problem,
  • kritzle,
  • singe,
  • tanze,
  • forme es aus Ton, Papier, leeren Dosen, vollen Flaschen,
  • dichte es,
  • erfinde einen Roman-Titel dafür oder eine Schlagzeile,
  • finde Witze dafür
  • … was immer mir in den Sinn kommt und Spass macht.

Danach lasse ich das auf mich wirken. Wetten, dass ich jetzt mehr darüber weiss? Und wenn ich mehr darüber weiss, dann weiten sich meine Möglichkeiten.

PS von Friedrich von Schiller ( ja, genau, dem Dichter von Wilhelm Tell ): ” … der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt…”

Schamlos? Ja, genau das. Wie schaffen Sie das?


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11 Kommentare »

  • Cord Patzenvogel sagte:

    Wandel durch Spielen – eine super Idee! Spielen kann sogar Spaß machen. Fragt sich nur: Spielen wir gemeinsam oder jeder für sich? Und welches Spiel spielen wir eigentlich? Monopoly as usual? Jeder gegen jeden? Einer gewinnt, die Anderen schuften dafür? Da fehlt noch jede Menge insight, werter C.P. Seibt. Was Sie hier anbieten, sind leider noch Bröckchen, die nicht einmal den Appetit wecken.

    Spielen kann ein Werkzeug sein, vielleicht als Planspiel, aber so einfach, wie Sie sich das vorstellen — ein bischen Tanzen, Kritzeln, Dichten — funktioniert weder Spielen noch Wandel. Spielerisches Wandeln? Eine hübsche Utopie im Sommerloch —?

    PS: Leider wurde das Schillersche Zitat aus dem Zusammenhang gerissen. Das Spielen, das hier gemeint wird, meinte Schiller gar nicht. Es genügt eben nicht, einfach nur den Zitatenwortschatz nach einem passenden Stichwort zu durchforsten.

  • Wolff Horbach sagte:

    @ Cord Patzenvogel:
    Sie können dies hier theoretisch diskutieren oder einfach ausprobieren. Werkzeuge sind zum praktizieren da und nicht zum theoretisieren. Sie können einen Hammer aus der Ferne betrachten, aufgrund der geschätzten Dimensionen und Materialien berechnen, wie schwer er wohl sein mag. Oder Sie nehmen den Hammer einfach in die Hand und schlagen damit einen Nagel in die Wand.

    Ich habe extrem gute Erfahrung mit den Wandel-Werkzeugen. Genau dieses “Spielen” hier hat mir am Donnerstag noch geholfen: Ich hatte einen kleinen Konflikt mit einem Kooperationspartner zu bewältigen. Ich habe mich für den Titel “High Noon” entschieden. Es sollte auf jeden Fall eine klare Entscheidung werden. Ich rief den Partner so gegen 11 Uhr an, erreichte ihn aber nicht. Witzigerweise rief er exakt um 12:00 Uhr (high noon) zurück. Ich musste so schmunzeln, dass unser Gespräch einen humorvollen Anfang nahm. Wir wurden durch einen Anruf unterbrochen und setzten am Nachmittag unser Gespräch mit einer einvernehmlichen Lösung fort. Es kann so einfach sein.

  • Cord Patzenvogel sagte:

    Werter Herr Horbach,

    natürlich haben Sie Recht: Spielen kann man nicht theoretisieren, sondern nur praktizieren. Aber ob durch die simple Anweisung “Ich habe ein Problen, also spiele ich damit” wirklich etwas bewirkt werden kann, will ich doch stark bezweifeln.

    C.P.Seibt ist ein Mann mit vielen Fähigkeiten, verblüffenden Ideen … Seit vierzig Jahren erforscht er die Gesetze des Wandels und entdeckte die besten Methoden und Werkzeuge zum Erfolg mit dem Wandel. … Jetzt hat er sich entschlossen, diese wirklich einmaligen Werkzeuge …

    Mit Verlaub: Es sind Banalitäten, die hier (und auf der referenzierten Website) als Werkzeuge angepriesen werden. Mir scheint, hier wird ähnlich der einschlägigen Internet-Masche, der “einzig wahre Erfolg in mehrbändingen Werken und Werkzeugen” angespriesen, die nur einem einzigen Spieler nützlich sind: dem Verkäufer. Vielleicht geht dem Inselbewohner ja langsam das Geld aus, dass er sich solcher Methoden bedienen muss …

    Meines Erachtens einem Business Club wie innovativ-in nicht würdig.

    cp

  • Wolff Horbach sagte:

    @ Cord Patzenvogel:
    Mir persönlich hat die Anwendung der Wandel-Werkzeuge sehr geholfen. Daher habe ich die Idee eingebracht, einen kleinen Teil davon hier zu präsentieren.

    Ich erlebe es zunehmend, dass Menschen ob der schnellen Veränderungen um uns herum verzweifeln und nicht mehr weiterwissen. Da ist der ehemals sehr erfolgreiche Designer, der früher Art Director einer namhaften Agentur war und heute von Hartz IV lebt. Da ist der 50jährige Akademiker mit Prädikatsexamen und x Kompetenzen, der zunehmend das Gefühl hat, in der Gesellschaft nicht mehr gebraucht zu werden. Und der nicht weiß, wovon er im Alter leben soll. Da ist die hochkreative Frau mit einer ellenlangen Liste von erfolgreichen Projekten, deren Arbeit nicht mehr wertgeschätzt wird, die sich vor Hartz IV fürchtet und jetzt die Lösung bei einem Heiler sucht.

    Eines ist all diesen Menschen gemeinsam: Sie waren bis vor einigen Jahren noch sehr erfolgreich. Sie vollbrachten brillante Leistungen, wurden dafür hoch angesehen und entsprechend entlohnt. Jetzt entziehen ihnen rasche technologische Veränderungen, die globalen Arbeitsmärkte und widrige Arbeitsbedingungen den Boden unter den Füssen. Dieser Wandel ist nicht aufzuhalten. Die einzige Möglichkeit besteht darin, mit diesem Wandel leben zu lernen oder besser noch: den Wandel mitzugestalten und die zahlreichen Chancen zu nutzen.

    Dazu bedarf es besonderer Fähigkeiten, die zum Glück aber alle in uns schlummern. Sie müssen nur geweckt und praktiziert werden. Genau das ist der Sinn der hier angebotenen Wandel-Werkzeuge.

    Mögen Sie sie ausprobieren und dann von den Erfahrungen berichten?

  • Cord Patzenvogel sagte:

    Werter Herr Horbach,

    und: Sind Sie schon Millionär geworden? ;-)

    Alles richtig, was Sie schreiben. Sie benennen den Kern der Misere genau. Die “Gebrandmarkten” suchen natürlich händeringend nach Lösungen aus ihrer Misere. Und leider ist dieses Feld der Misere der ideale Tummelplatz für Leute, die das Glück, den Erfolg, das Heil und was weiß ich noch alles in ihren Büchern und Werkzeugen versprechen. Sagt Ihnen der Name Dr. Oliver Pott etwas? Eben.

    Konkret: Bei mir sträuben sich die Nackenhaare, wenn ich lese, dass jemand — wieder einmal — die besten Methoden und Werkzeuge, die absolute Wahrheit gefunden hat und dafür mich auffordert, mich in einen ominösen “Wandelraum” zu begeben, um mit meinen Problemen zu spielen (was wohl so viel wie “mich mit ihnen auseinandersetzen” heißen soll) oder mir Ziele zu setzen. Als ob die erfolglosen Erfolgreichen das nicht schon die ganze Zeit tun würden!

    Ich denke, mit dem Thema Wandel lässt sich gut Geld verdienen, falls man genug “Gläubige” findet.

    cp

    PS: Vielen Dank, doch ich werde die Werkzeuge nicht ausprobieren, da ich

  • Wolff Horbach sagte:

    @cp:
    Leider ist Ihr letzter Satz – das PS – unvollendet geblieben.

    Die hier dargestellten Wandel-Werkzeuge sind m.E. weder ominös noch sonst wie geheimnisvoll. Im Gegenteil: Sie sind sehr konkret, sehr direkt. Jeder kann Sie sofort ausprobieren und seine ganz persönliche Erfahrungen damit machen. Sie sind ein Angebot, welches man annehmen kann oder nicht.

    Ich bin im Gegensatz zu Ihnen nicht der Meinung, dass die “erfolglosen Erfolgreichen das schon die ganze Zeit tun würden”. Im Gegenteil: Sie jammern, sehen sich nach alten Zeiten zurück, versuchen mit dem Methoden von gestern die geänderten Anforderungen zu bewältigen.

    Es macht keinen Sinn, mit dem was gestern noch erfolgreich war, einfach so weiterzumachen. Gestern schrieb man noch Bewerbungen für den Traumjob. Macht es heute Sinn, den bisher 217 erfolglosen Bewerbungen noch ein paar Hundert hinzu zu fügen? Gestern noch konnte ein guter Fotograf mit auf Reisen gewonnenen guten Landschaftsbildern einen komfortablen Lebensunterhalt bestreiten. Aber seit Millionen von Menschen hervorragende Bilder bei Flickr veröffentlichen, funktioniert das nicht mehr.

    Da hilft kein Jammern, kein Kopf-in-den-Sand-stecken, kein Resignieren. Helfen tun drei Dinge:

    1. Wahrnehmen was ist
    Wenn ich nicht mitbekomme oder nicht wahrhaben will was ist, werde ich vom Wandel mitgerissen. Die Ignoranz der Musikindustrie gegen mp3 und iTunes spricht Bände. Die Verlagsbranche hat noch mal gerade eine Chance.

    2. Wahrmachen, was ICH will / WIR wollen
    Viel zu viel Menschen, ja ganze Gesellschaften schauen tatenlos zu, wie der Wandel Ihnen zunehmend die Bedingungen diktiert. Die Bundesregierung reagiert nur noch auf Impulse/Katastrophen von außen. Von Visionen kann schon lange keine Rede mehr sein. Wenn ich mir aber darüber im Klaren bin, was ich will, dann – und nur dann – kann ich auch Schritte in diese Richtung unternehmen. Zukunft geschieht nicht einfach, sondern will gestaltet sein.

    3. Neu / anders tun
    Ich will gar nicht erst wissen, wie viele Chefs sich heute noch die E-Mails von ihren Sekretärinnen ausdrucken lassen. Das nenne ich die neuen Anforderungen mit alten Methoden bearbeiten. Das lebenslange Lernen ist schon lange eine abgedroschene Metapher. Heute dürfte auch dem Letzten klar geworden sein, dass wir uns ständig ändern müssen, um im Wandel zu überleben.

    Auf alle drei Bereiche zielen die Wandel-Werkzeuge: Sie schärfen die Sinne und die Aufmerksamkeit, um besser wahrzunehmen. Sie initiieren, nähren und bereichern den eigenen Horizont, um sich jederzeit über die eigene Richtung im Klaren zu sein. Sie aktivieren und flexibilisieren, um im Sinne des eigenen Horizonts aktiv zu werden und Ergebnisse zu erzielen.

    Nicht genug?

  • Cord Patzenvogel sagte:

    Vielen Dank, Herr Horbach, Sie haben für mich den Sinn der “Werkzeuge” erschöpfend dargestellt.

    In Ihrer, wie mir scheint, etwas uferlos geratenen Euphorie etwas Neues entdeckt zu haben, vergessen Sie, dass wir alle uns in einem System befinden, dessen Regeln wir weder definiert noch gewünscht haben, “mir nichts, dir nichts” jedoch nicht verändern können. Ich befürchte, auch Sie und Ihre Wandel-Gruppe werden die Probleme dieser (Arbeits)Welt nicht lösen können, mit oder ohne Werkzeug.

    Alles Gute.

    cp

  • Wolff Horbach sagte:

    D’accord, Herr Patzenvogel, die Regeln eines großen, mächtigen Systems kann ich “mir nichts, dir nichts” nicht ändern. Das habe ich auch nicht behauptet. Aber ich kann die Regeln erstens erkennen (wenn ich will), zweitens meinen Horizont nicht aus den Augen verlieren (auch wenn die Umstände momentan nicht günstig sind) und drittens Schritte in Richtung des Horizonts unternehmen. Das verschafft Erlebnisse, bringt Erkenntnisse und erzielt Ergebnisse.

    Wenn ich aber die Augen vor dem Wandel verschließe, keine Richtung (mehr) habe und erwarte, dass die guten Zeiten wiederkommen, bin ich (wahrscheinlich) verloren.

    Danke für den interessanten Dialog – bis hierhin.

  • Dagmar von Consolati sagte:

    Was für ein interessantes Thema, dieser spielerischer Ansatz im Wandel

    Wenn der Wandel mit uns spielt, warum nicht mit ihm ‘spielen’?
    Vielleicht müssen wir nicht denken, wir hätten ausge’spielt’, sondern uns neu ins Spiel bringen.
    Der erste Schritt ist – meiner Erfahrung nach Abstand zu gewinnen – um den Ausgang aus der Sackgasse zu sehen; zu sehen, wo wir vielleicht zu enge Sichtweisen hatten und diese nun erweitern. Was ist da geeigneter, als dies spielend zu tun? Wo sonst gibt es so viel Flexibilität und Offenheit, als im Spiel! Wichtig in einer Situation, die festgefahren aussieht.

    Wandel fordert von uns diesen fluiden ( spielerischen )Geist…
    Ich komme spielend jedenfalls auf gute Ideen, die ich sonst nicht gehabt hätte.
    Ein angenehmer Zugang zu neuen Wegen ist für mich der spielerische, der neue Regeln setzt, nur scheinbar regellos vorgeht, und alte Regeln aussetzt… und zu neuen Ufern der Erkenntnis führ(en kann)t.

    Kreativität ist die Fähigkeit, die wir gerade in Zeiten heftigen Wandels dringend benötigen. Es ist genug davon da. In einem jeden von uns. Fragt sich nur, ob wir Gebrauch davon machen.

  • C.P. Seibt (author) sagte:

    Ja, eben darum geht es, Frau von Consolati:

    Kreativität gibt es im Überfluss.
    Nur hat sie wenig Raum, Zeit, Chancen und Herz von uns, in uns.

    Und gewiss spielt der Wandel mit uns -
    also eigentlich Mamma Evolution.
    Wir wissen ja nicht alles über sie, aber doch:
    sie spielt, sie belohnt Vielfalt und Fehler.

    Gehört vielleicht den Spielerischen nicht nur die Zukunft,
    sondern auch schon die Gegenwart?
    :)

    Ihr C.P. Seibt

  • Dagmar von Consolati sagte:

    Lieber C.P. Seibt,

    schön, sich vorzustellen, dass Sie von der herrlichen griechischen Insel aus antworten. Wo die Wellen spielen..
    Danke für Ihre Antwort auf mein Posting.

    Sie schreiben >> sie spielt, sie belohnt Vielfalt und Fehler.<>Gehört vielleicht den Spielerischen nicht nur die Zukunft, sondern auch schon die Gegenwart?<< …. Das hoffe ich doch sehr. Ich bin jedenfalls dabei….

    Sommerliche Grüße, :-)
    D.v.C

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