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Was Menschen stärker und belastbarer macht

Beatrice Legien-Flandergan 12 August 2010 8 Kommentare

Unser Leben wird immer komplexer, immer schneller. Ständig werden wir aufgefordert, Altes über Bord zu werfen und Neues zu lernen. Die technologischen Möglichkeiten machen immer mehr möglich. Nur bei all´ den tollen Technologien und Veränderungen wird etwas Wichtiges übersehen: 

Der Mensch ist nicht dafür geschaffen, sich in dieser Geschwindigkeit an neue Gegebenheiten zu gewöhnen und so riesige Mengen an Input aufzunehmen.  

Würden wir es wirklich versuchen, würden wir uns schon bald total überfordert fühlen und im Kopf Achterbahn fahren. Um damit bestmöglich zurecht zu kommen, nutzt der Mensch unbewusst Filter, durch die er nur das durchlässt, was er annehmen und verarbeiten kann. Je nach Persönlichkeit wird stärker gefiltert oder mehr durchgelassen.

Dieser Mechanismus ist ein unbewusster Selbstschutz. Der eine schützt sich vor Überforderung, der andere will damit sicherstellen, seine Energien nicht aufzubrauchen, und andere wiederum möchten damit ein Gefühl von Unsicherheit vermeiden. Was so empfunden wird, dass es nicht zu bewältigen ist oder noch unbekannt ist, wird lieber ausgeblendet. 

Wir wollen alles schaffen und blenden uns dabei selbst aus 

Jedoch speziell im Arbeitsleben versuchen wir zu ignorieren, dass es bei uns ein paar Begrenzungen gibt. Das soll nicht bedeuten, dass wir nicht entwicklungsfähig sind. Aber vieles braucht einfach Zeit, die wir uns oft nicht mehr geben. Wer seinen Job gut machen will und ihn auch gerne macht, wird meist alles tun, um seine „noch“ vorhandenen Grenzen zu umgehen.

Auch wenn die Flut an Informationen kaum zu bewältigen ist und dabei vieles auf der Strecke bleibt. Auch wenn einschneidende Veränderungen noch nicht verdaut sind. Wir versuchen uns bestmöglich einzubringen. Das ist lobenswert. Aber innerlich gibt es da so ein ungutes Gefühl, das uns sagen will, dass es so wie es läuft, uns nicht gut tut.

Aber diese innere Stimme wollen oder können wir nicht verstehen und bemühen uns weiter, unser Bestes zu geben. Wir glauben, alles im Griff zu haben und dass es auch wieder eine bessere Zeit geben wird. Wir warten ab und „funktionieren“ weiter. Leider gerät dadurch unser Leben immer mehr aus dem Lot. Wir verlieren immer mehr an Energie und Lebensfreude bis wir uns irgendwann leer und ausgebrannt fühlen.  

Aus eigenen Erfahrungen lernen 

In ähnlicher Weise habe ich es selbst erlebt mit dem Resultat des innerlichen Ausbrennens und einem Hörsturz. Seit dieser schmerzhaften Erfahrung haben mich viele Fragen begleitet, wie ich in Zukunft so ein Erlebnis vermeiden kann und was ich dafür ändern muss. Am Anfang stand die Wiederherstellung meiner Gesundheit und Lebenskraft im Vordergrund.

Hierzu forschte und bildete ich mich weiter in Gesundheitsförderung und ganz besonders in Ernährungsthemen. Ich habe dabei vieles hinterfragt und dabei für mich sehr wichtige Antworten und neue Erkenntnisse gefunden. Parallel interessierte mich die Psychologie, Gehirnforschung und Themen in der Persönlichkeitsförderung, um weitere Antworten zu erhalten. Durch meine Ausbildung zum systemischen Coach entdeckte ich eine für mich passende ganzheitliche Betrachtungsweise.  

5 Punkte für mehr Stärke und Widerstandskraft

Eine Kernfrage, die mich zu meiner Entdeckungsreise brachte, war: 

Was ist wichtig zu wissen und zu tun, um sowohl privaten als auch beruflichen Erfolg leben zu können und bei gesunder Lebenskraft zu bleiben?   

Einige meiner wichtigsten Erkenntnisse sind folgende:

  1. Die Gesundheit stärken durch regelmäßige Bewegung, bewusste Auszeiten und durch passende, ausgewogene Ernährung,
  2. Sich selbst immer besser kennen lernen und weitere wertvolle Potenziale aus sich hervorholen,
  3. Das für uns Wesentliche in unseren Lebensbereichen herausfinden und auf unsere Lebensbalance achten,
  4. Den inneren Kompass finden und eine eigene Lebensstrategie entwickeln, um mit den Herausforderungen des Wandels bestmöglich zurecht zu kommen,
  5. Ständig daran arbeiten, den Umgang mit anderen sowohl auf der privaten als auch beruflichen Ebene zu verbessern

Das Wichtigste in der heutigen schnelllebigen Zeit ist es, sich selbst innerlich stark zu machen, ein gesundes Selbstbewusstsein zu entwickeln und so seine Belastbarkeit zu erhöhen. Und wer auch seinen inneren Kompass kennt und auf sich und seine Lebensbalance achtet, kommt gut im permanenten Wildwasser des Lebens zurecht und kann dabei viele neue Chancen entdecken. Der Weg dahin ist nicht ganz einfach und benötigt auch einige Zeit. Aber es lohnt sich.  

Wer mehr dazu wissen will oder hierzu noch Anregungen hat, freue ich mich auf Ihre Kommentare. 


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8 Kommentare »

  • Stefanie Gnörich sagte:

    Ich kann den Worten und dem Artikel nur zustimmen. Ich selber kenne das an mir auch, wenn ich zu wenig auf die Signale achte. Es fängt mit ein wenig Schnupfen oder einem ziepen im Rücken an und weitet sich dann stetig aus, je länger ich diese Zeichen missachte.
    Im letzten Jahr machte ich dann Bekanntschaft mit einem ganz neuen Symptom: dem Ausfall des Gleichgewichtsorgans im Innenohr.
    Es ist und bleibt wichtig, stets in Reflektion mit sich selber zu leben um den Schrecken “Burn out” so gut wie möglich zu vermeiden.

  • Marcel sagte:

    Danke für den guten Artikel. Kannst du auf dein Ergebnis “gesundes Selbstbewusstsein entwickeln” noch etwas näher eingehen? Oder haben die anderen Leser hier gute weiterführende Hinweise?

  • Beatrice Legien-Flandergan sagte:

    Hallo zusammen,

    vielen Dank für Ihre Kommentare.

    @Frau Gnörich,
    das haben Sie sehr treffend formuliert. Es fängt mit kleinen Symptomen an und kaum versieht man sich, kommen die ersten Erscheinungen in Richtung “Burn out”. Es ist gut, wenn Sie eine Möglichkeit für sich gefunden haben, wie Sie gut auf sich achten können.

    @Marcel,
    was meine ich mit “gesundes Selbstbewusstsein entwickeln”? Es heißt für mich, einen guten Mittelwert zwischen einem zu niedrigen Selbstwertgefühl und einem eher egozentrischem Auftreten zu entwickeln. Sich seiner Selbst bewusst werden, offen und ehrlich damit umgehen und sich persönlich ständig weiterentwickeln. Je mehr wir uns selbst kennen, desto besser gehen wir mit uns und anderen um, was sich ebenso positiv auf die Gesundheit auswirkt.

    Herzliche Grüße

    Beatrice Legien-Flandergan

  • Marcel sagte:

    @Beatrice: Und wie erlernen wir das?

  • Joachim Zischke sagte:

    Der Mensch ist nicht dafür geschaffen, sich in dieser Geschwindigkeit an neue Gegebenheiten zu gewöhnen und so riesige Mengen an Input aufzunehmen.

    Schön, dass Sie dieses Thema aufgreifen.

    Unser Erfolgsziel sollte nicht im Überwinden unserer natürlichen menschlichen Grenzen liegen, sondern im Anerkennen unserer physischen, psychischen und mentalen “Begrenzungen”. Der Mensch ist nun einmal keine Multitasking-Maschine für einen 24/7-Betrieb, auch wenn immer mehr verlangt wird, so zu funktionieren.

    Ein “gesundes Selbstbewusstsein” bedeutet für mich, auch immer häufiger Nein zu sagen, insbesondere dann, wenn meine Lebensbalance in Ungleichgewicht geraten würde.

    Ich selbst trage Verantwortung, meinen Körper und meinen Geist gesund zu erhalten; einen Auftraggeber interessiert das überhaupt nicht, er kommt auch nicht für entstandene Schäden auf. Hier muss jeder Einzelne lernen, sein Selbstbewusstsein zu stärken und zu definieren, welcher Mensch er wirklich sein will.

    jz

  • Beatrice Legien-Flandergan sagte:

    Das haben Sie sehr schön dargestellt, Herr Zischke. Und das herauszufinden bedeutet, an sich zu arbeiten und auch immer wieder zu reflektiern, was gerade mit einem passiert und wie es einem dabei geht.

    @Marcel, ich nenne es “sich selbst entdecken”. Wer bin ich wirklich, was steckt so alles in mir und wohin möchte ich mich entwickeln.

    Ich brauchte einen Antrieb, um meinen Prozess zu starten. Den gab mir mein Körper und mein Wunsch nach Verbesserung bezüglich meiner damaligen Situation. Es gibt viele Angebote dazu, massig Literatur und diverse Seminare. Am besten entwickelt habe ich mich durch eine Kombination aus Büchern, Trainings, Weiterbildungen, viel Ausprobieren, Selbstreflexion, viel Austausch mit inspirierenden Menschen und besonders durch persönliche Coachings.

    Herzliche Grüße

    Beatrice Legien-Flandergan

  • Petra Zenker sagte:

    Manchmal ist es schwer, das Richtige zu tun. Aber ohne Gesundheit sind unsere Erfolge nur von kurzer Dauer. Deshalb ist Bewegung, Gesundheit, Familie, Freunde, Hobbys und Business eine Einheit. Sobald ich einen Teil des Ganzen zu sehr vernachlässigt, hat es Auswirkungen auf die Lebensbalance.
    Danke für den tollen Artikel.

  • Beatrice Legien-Flandergan sagte:

    Liebe Frau Zenker,

    vielen Dank für Ihre anregenden Worte. Ja, eine Balance in allen Bereichen ist sehr wichtig.

    Um herauszufinden, was für uns das Richtige oder Wichtigste ist, braucht man schon einige Zeit. Oft fällt es uns erst dann auf, wenn wir Bereiche zu stark vernachlässigt haben.

    Herzliche Grüße

    Beatrice Legien-Flandergan

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