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Wandel-Werkzeug 44: Keine Interpretationen

C.P. Seibt 7 September 2010 2 Kommentare

Erfolgreich im Wandel
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Leben oder interpretieren

Dies ist wie die Geschichte des Hammers, wo einer will, dass der Nachbar ihm den Hammer ausleiht. Immer wieder jedoch hindert ihn der Gedanke, dass ihm der Nachbar den Hammer ja vielleicht nicht auslehnen will. Mit der Zeit steigert er sich derart in diese Situation und diese Gedanken, dass er wutentbrannt zum Nachbarn geht und ihm ins Gesicht schleudert, dass er ein widerwärtiger Typ sei und seinen Hammer gefällkist selbst behalten solle..

Leben leben, keine Interpretationen:

Interpretieren Sie, was die anderen wohl denken, maßen Sie sich an, in die Köpfe, das Gehirn, die Gefühle anderer Menschen sehen zu können.
Besser ist es, sich zu fragen, was denn hindert zu tun, was Sie wollen.

  • Kenne ich Situationen, in denen ich andere interpretiere?
    …………………………………
    …………………………………
    …………………………………
  • Was hindert mich dann, zu tun, fragen oder sagen, was ich eigentlich möchte?
    …………………………………
    …………………………………
    …………………………………
  • Was sind meine künftigen Möglichkeiten in solchen Situationen?
    …………………………………
    …………………………………
    …………………………………
  • Was tue ich heute dafür?
    …………………………………

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2 Kommentare »

  • Beatrice Legien-Flandergan sagte:

    Lieber Herr Seibt,

    ich finde es klasse, dass Sie uns bereits so viele tolle Wandel-Werkzeuge zur Verfügung gestellt haben. Ich hoffe, bisher keines verpasst zu haben. Auch die Bilder, die Sie zu Ihren Worten gesellen, sind immer wieder schön anzusehen. Da komme ich manchmal ins Nachdenken, was sie in Verbindung mit dem Inhalt ausdrücken sollen.

    Ja, interpretieren und bewerten ist eben eine sehr menschliche Reaktion. Unser Gehirn ist ja so ausgelegt, entsprechend seiner Bewertung Gutes und Schlechtes abzuspeichern. Es diente früher zum Überleben, um uns beispielsweise vor Gefahren zu warnen. Heutzutage ist es allerdings sinnvoller, damit bewusster umzugehen.

    Ich ertappe mich auch immer wieder beim Interpretieren oder Bewerten, bemühe mich dann, so neutral wie möglich zu bleiben. Am schwersten fällt es mir allerdings bei Menschen, die einfach nicht reden wollen oder sich ignorant verhalten. Es gibt ja nun auch Menschen unter uns, die nicht gerne offen reden. Dann verleitet es einen, eigene Interpretationen vorzunehmen. Es ist also eine gute Kommunikation immer noch eines der wertvollesten Dinge, damit ein angenehmes, wertschätzendes Miteinander ohne behindernde Interpretationen möglich ist.

    Eine gute Möglichkeit, um sich auch mit weniger kommunikativen Menschen gut auszutauschen, ist eine wertschätzende Einstellung mit dem wirklichen Wunsch, den anderen verstehen zu wollen. Gute Fragen stellen, ohne so zu wirken, als wollte man den anderen ausfragen, und aktives Zuhören, bringt uns zu einem guten Verstehen anderer Menschen. Auch wenn es mit Geduld und mehr Anstrengung verbunden ist, sind die Ergebnisse daraus es einfach wert.

    Herzliche Grüße

    Beatrice Legien-Flandergan

  • C.P. Seibt (author) sagte:

    Liebe FRau Legien-Flandergan

    ich bin spät dran mit meinem Dank für Ihren Kommentar. (Sieben Tage mit Menschen, die sich unbedingt wieder zuhören mussten.)
    Betrand Russel nannte die Methode des schwebenden Urteils die grösste Erfindung des 20.Jahrhunderts. Welch hilfreiches Bild: ein Guillotine, die nicht hinabstürzt, sondern schwebt.
    Und, ja: Wenn wir geduldig auf den anderen warten, dann treffen wir vielleicht sogar uns selbst, wenn wir endlich ankommen.
    :)
    Wunderbare Woche,
    Ihr C.P.Seibt

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