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Das macht wütend…

Elita Wiegand 25 September 2010 5 Kommentare

Wenn man die Schlagzeilen liest, fasst man sich an den Kopf: „Das kann doch nicht wahr sein!“, ist noch eine harmlose Aussage. Maßlos, unverforen, gierig - Adjektive, die auf die  Hypo Real Estate zutreffen.  

Das Rettungspaket
Wir erinnern uns an die Finanzkrise und in dem Zusammenhang an die Skandalbank Hypo Real Estate. Der Bund hatte damals ein Rettungspaket von über 35 Milliarden Euro geschürt. 35 Milliarden Euro, um den Untergang des Unternehmens zu vermeiden. Die Rettungsspritze gehen auf Kosten der Steuerzahler, Du, Sie, ich – wir alle zusammen!

Millionenboni und üppige Pensionen
Nun lesen wir, dass die Bank seinen Managern Millionenboni zahlt. Und obendrauf erhält der ehemalige HRE Chef Axel Wieandt eine jährliche Pension von 249.000 Euro nach eineinhalb Dienstjahren. Wie die „Welt am Sonntag“ berichtet, werden jetzt zwei weitere Top Manager die HRE verlassen – und auch die Vorstände Kai Wilhelm Franzmeyer und Frank Krings erhalten eine üppige Pension von 186.000 Euro jährlich.

Die Rheinische Post titelt “HRE Banker sind maßlos” und  stellt zu Recht die Frage, “welche Qualitäten diese Mitarbeiter eigentlich haben, derentwegen man so horrende Halteprämien zahlen muss, und warum inmitten der Krise diese Qualitäten nicht weitergeholfen haben. Darauf sind die Banken bisher noch jede Antwort schuldig geblieben.“

Wo bleibt eigentlich der Protest der Steuerzahler, warum müssen wir uns das gefallen lassen?


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5 Kommentare »

  • Jürgen sagte:

    Einem Hype zu folgen und gegen Stuttgart21 anzusitzen, ist offenbar einfacher, als gegen das zu protestieren, was wirklich alle angeht.

  • Wolff Horbach sagte:

    Es ist wirklich unfassbar, was uns Steuerzahlern mit der HRE zugemutet wird. Das man den offensichtlich unfähigen Laden vor zwei Jahren nicht einfach bankrott gehen lies, kann ich ja gerade noch verstehen. Stichwort System-relevant.

    Aber dass das ganze zwei Jahre später offensichtlich immer noch ein Saustall ist, ist zuviel. Offensichtlich unfähige Manager werden immer noch mit Boni und hohen Pensionsansprüchen versorgt. “Plötzlich” wird festgestellt, dass man noch mal 40 Milliarden Staatsgarantien braucht. 40 Milliarden = 40000000000.

    Wir brauchen dringend neue Strukturen, die so einer staatlich subventionierten Misswirtschaft Einhalt gebieten. Die Banken gehören auf eine Größe reduziert, dass sie nicht mehr “too big to fail” sind. Dann würden sie bei einer Misswirtschaft dort landen, wo sie hingehören: in eine geordnete Insolvenz. Diese Konsequenz würde rechtzeitig dafür sorgen, dass das Zocken auf Kosten des Steuerzahlers unterbleibt.

    Der Protest der Steuerzahler findet übrigens schon statt. Nur nicht laut, sondern heimlich und still. Wer sieht, wie Misswirtschaft mit Steuermitteln belohnt wird, fragt sich doch allen Ernstes, warum er selbst noch ehrlich Steuern bezahlen soll. So untergraben die HRE-Skandale die Moral eines ganzes Volkes. Gefördert werden Steuerhinterziehung und Schwarzarbeit. Das dadurch fehlende Geld kann man ja dann bei den noch wenigen Ehrlichen holen. Ein Teufelskreislauf.

    Unsere politischen Aufsichtsorgane versagen auf ganzer Linie. Wahrscheinlich hat Peter Sloterdijk Recht, wenn er davon spricht, dass “wir in einer vorrevolutionären Situation neuen Typs leben”.

  • Wolfgang Nieburg sagte:

    Das ist doch nur oder nicht eimal die Spitze des Eisbergs. Der Anteil der Managerrenten (die auch erst ab dem 60. Lebensjahr fällig sind) nimmt sich lächerlich und vernachlässigbar gering aus im Vergleich zu den Folgekosten, die den Steuerzahlern noch entstehen werden. Die verstaatlichte HRE sowie die teilverstaatlichte Commerzbank – die wiederum mit staatlich finanzierter Hilfe die Dresdner Bank übernommen hat – sind die Hauptgläubiger Griechenlands und Portugals. Folglich muß die Bundesregierung als Eigentümer dieser Banken diese Staaten mit Krediten und Garantien stützen, weil sie im Falle der Staatspleiten diese Forderungen (ca. 35 Mrd. Euro)auch abschreiben(nachschiessen)könnte.

    Anders die Deutsche Bank: Sie verkauft wissentlich toxische Papiere an die IKB. Die wird dann vom Staat mit Krediten gestützt, die sich der Staat wiederum bei der Deutschen Bank leiht. Da kassiert und lacht der Ackermann direkt zweimal. Dann leiht er den Staaten Griechenland und Portugal wegen des höheren Risikos zu erhöhten Zinsen frisches Geld und schiebt genau dieses Ausfallrisiko wiederum auf den EU-Steuerzahler ab. Da lacht er ein drittes Mal. Per Aktientausch übernimmt er schrittweise die staatliche Postbank, die zuvor mit einem Milliardenbetrag aus Steuermitteln attraktiv gemacht wurde (Erhöhung der Eigenkapitaldecke). Noch zwei Gründe zu lachen. Da hat er die Bundesregierung doch gut beraten! Und wer nun glaubt, dass auf die Gewinne der Deutschen Bank wenigstens reichlich Steuern bezahlt werden, der irrt. Eher erhöht diese Bank die Eigenkapitalquote, macht Risikorückstellungen oder investiert im Ausland. Auch hier gilt der Satz: Entlassungen erhöhen den Aktienkurs. Jetzt weiss man warum Ackermann immer so gut drauf ist.

    Aber warum in die Ferne schweifen, wo die Stadt-Sparkasse liegt so nah: Reine Loyalität verbietet es mir den entsprechenden Artikel in der RP vom 25.09.2010 zu kommentieren. Ich wette, das dies Andere ab Montag tun werden.

  • Elita Wiegand (author) sagte:

    @Wolfgang @Wolfgang Nieburg

    Danke für die Ergänzungen, die anderen Blickwinkel auf das Thema und den weiteren Infos.

  • Barbara Boyle sagte:

    Liebe Elita,
    Deine Wut teilen viele mit Dir auch in anderen Ländern Europas. Die Rezession macht Großbritannien und der Republik Irland besonders stark zu schaffen, die Arbeitslosigkeit steigt immer noch an und wir sehen noch keinen Silberstreif am Horizont. Im Gegenteil spricht man von Kindergeldstreichungen und Kürzungen in allen Bereichen des öffentlichen Lebens. Aber was machen die vom Steuerzahler geretteten Banken? Sie tanzen weiter am Rande des Abgrunds und zahlen Bonnis in unglaublicher Höhe wie eh und je. “Wütend” ist gar kein Ausdruck – mir platzt der Bauch!

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