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Dr. Sarah Schons:”Gekocht wird im Fernsehen!”

Elita Wiegand 25 Oktober 2010 30 Kommentare

Du bist, was Du isst. Aber wie ernähren wir uns? Wie gesund sind unsere Lebensmittel und was macht uns krank? Nachdem die ARD Themenwoche „Essen ist Leben“ begonnen hat und viele Hintergrundinformationen liefert, wollen wir uns auch bei uns darüber austauschen. (Habe auch schon hier einen Beitrag dazu veröffentlicht)

Unsere Business-Club Partnerin, die Ganzheitsmedizinerin Dr. Sarah Schons hat gestern spontan „Ja“ gesagt zu unserer Interview-Serie „Auf den Punkt“.

Wie beurteilst Du als Ganzheitsmedizinerin die Ernährung der Deutschen?
Mehrheitlich katastrophal. Der Unterschied zwischen Lebens-, Nahrungs- und simplem Futtermittel wird nicht mehr gewusst. Zu Hause gibt es meist Conveniance Food – zu Deutsch Fertig-Fraß. Unterwegs Junk- und Kantinen-Futter. Gekocht wird im Fernsehen. Vorgekocht – von einer munteren Schar Sendungsbewusster. Nachgekocht wird bestenfalls einmal in der Woche. Und das hält der Mensch an sich für normale und gesunde Ernährung.

Welche Krankheiten entstehen durch falsche Eßgewohnheiten?
Alle Formen von Mangelkrankheiten, Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislaufkrankheiten, Krebs etc. Die Menschen essen sich krank. Die größten Kostentreiber unseres “Gesundheitswesens” sind die aus falscher Ernährung und Lebensgewohnheiten entstehenden Krankheiten.
Die alte asiatische Medizin sagt seit Jahrtausenden: “Wer Heilmittel nimmt, ohne die Eß- und Lebensgewohnheiten zu ändern, verschwendet das Wissen des Arztes…”

Wie kann man seine Einstellung zur Ernährung positiv verändern?
Es ist – wie alles im Leben – eine Frage des Bewusstseins, der Achtsamkeit und der Wertschätzung zum Essen. Ich kann allen empfehlen, sich bei zum Beispiel bei foodwatch.de schlau zu machen und die Ampelkennzeichnung zu unterstützen. Und sich darüber zu informieren, was die “Nahrungsmittel” Industrie wirklich ist.
Ein Liter Milch zum Beispiel braucht 14 Liter Wasser zur Herstellung…Massentierhaltung macht die Welt arm und traurig. Jedes fühlende Wesen hat eine Mutter und einen Charakter. Müssen diese Wesen in ihren kurzen Leben unter unwürdigeren als KZ Bedingungen gequält und getötet werden? Für Menschen, die -warum auch immer- sich gegenüber Tieren übergeordnet empfinden? Die Gleichung ist: Spare  ein Kilo  Fleisch und Du rettest 33 Menschenleben. Ein anderes großes Problem ist der Welthunger, gemacht von den immer gleichen Konzernen, die die Nahrungsmittel- und Pharmaindustrie beherrschen.

Was gehört zu einer ausgewogenen Ernährung?
Häufig höre ich Aussagen wie “Kann ich mir nicht leisten” oder “Habe keine Zeit zu kochen”. Dann komme ich mit meinem eigenen Beispiel: Ich lebe allein, bin selbstständig und wende im Monat maximal 200 Euro für meine Ernährung auf. Und ich ernähre mich gesund. Mit Lebensmitteln aus der Region. Saisongemäß, nachhaltig und ohne bösen CO2 Fingerabdruck. Kein Conveniance Food, kein Junk Food. Gemüse ist wichtig. Wenig tierische Produkte. Es gibt keinen vernünftigen und nachvollziehbaren Grund, täglich Fleisch zu essen.

Und nach Möglichkeit kein Kauf beim Discounter oder Supermarkt. Die angeblich “frischen” Produkte haben nur noch 30-50 Prozent des Nährwertes. (bei den Grossisten werden übrigens bundesweit täglich fast 50% der Nahrungsmittel weggeworfen!  ”Mülltaucher” können da gut und gesund von leben)

Was empfiehlst Du als Ganzheitsmedizinerin, um sich gesund zu ernähren und bewusster mit Lebensmitteln umzugehen?

1. Achtsamkeit
Unser Körper trägt uns durchs Leben. Es gibt keinen intelligenten Grund, ihn durch falsche Lebensgewohnheiten zu vergiften. Es gibt keinen intelligenten Grund, diese Erde auf der wir leben, zu vergiften. Es gibt keinen intelligenten Grund, Tiere und Menschen auszubeuten.

2. Bedenke die Konsequenz Deines Tuns für Dich und Alle

3. Der Industrienationen Mensch ist keine Herrenrasse
Wenn wir uns in Lebensführung, Ernährung, Gesundheit und Achtsamkeit nicht besinnen, wird die Welt recht schnell zu Grunde gehen.

4.  ARD Themenwoche zum Thema Essen ansehen

5. In meinem Doc Blog die Artikel zum “codex alimentarius” lesen.


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30 Kommentare »

  • Christian Stein sagte:

    Hallo,
    irgendwie finde ich es erbärmlich wenn sich Leute mit ihrer eigenen Meinung derartig profilieren wollen. Frei nach dem Motto: “Was ihr macht ist alles Mist und ich mach alles richtig.” Sorry, aber da geht mir die Hutkrempe hoch.
    Ich finde es zwar richtig für mehr Achtsamkeit zu werben. Was uns da teilweise vorgesetzt wird ist einfach nur noch Müll. Allerdings beschränkt sich das nicht nur auf die “bösen” Discounter, sondern auch auf die Supermärkte, Wochenmärkte oder Bioläden, deren Waren auch nicht immer schadstofffrei sind. Selbst beim Bauern nebenan kann ich mit nicht sicher sein, ob die Milch nun von einer glücklich gemolkenen Kuh kommt oder nicht. Einkaufen hat vielmehr etwas mit Vertrauen zu tun. Das Vertrauen kann nicht damit zurückgewonnen werden in dem jeden Tag neue Horrormeldungen oder Wundertipps bekannt gegeben werden.

    VG Christian

  • Wolff Horbach sagte:

    Danke, Sarah, dass du Klartext redest. Wenn ich mich im so Supermarkt umsehe, sind ca. 90% der sogenannten Nahrungsmittel Müll. Die Zucker-Mafia hat es geschafft, fast jedes Lebensmittel mit Unmengen von Zucker zu versehen. Und wird dafür auch noch mit hohen EU-Subventionen belohnt.

    Die Industrielobby hat schätzungsweise 1.000.000.000 Euro aufgewendet, um die Lebensmittelampel zu verhindern. Da werden massenhaft Politiker in Berlin und Brüssel massiv beeinflusst – wie kann man sich ja denken -, um ja kein Gesetz für mehr Transparenz zu erlassen. Wäre ja für das Geschäft eine Katastrophe, wenn der Verbraucher auf einen Blick sehen könnte, was ihm da an Zucker, Salz und Fett untergejubelt wird!

    Ich habe neulich eine Sendung von “Quarks & Co.” gesehen. Thema: Ernährung von Kindern. In einem Test wurde Kindern eine frisch zubereitete Gemüsesuppe im Vergleich zu Tütensuppe angeboten. Im Blindversuch fanden ALLE Kinder die Tütensuppe besser. Die Industrie hat es also mit künstlichen Aromastoffen und Geschmacksverstärkern geschafft, dem Großteil der Verbraucher einen guten Geschmack vorzugaukeln. Was wir beim Drogendealen verabscheuen, dulden wir bei Lebensmitteln: das gezielte abhängig machen.

    Die Hinweise auf Foodwatch etc. finde ich gut. Es ist höchste Zeit, dass sich der Verbraucher energisch wehrt: 1. indem er den Müll nicht mehr kauft und 2. indem er für eine möglichst hohe Transparenz der Inhaltsstoffe kämpft.

  • null351 sagte:

    Danke für den Beitrag. Allerdings gefällt mir die Aggressivität in den Aussagen nicht. Es ist nunmal so, dass viele sehr viel um die Ohren haben und vielleicht einfach nicht die Ahnung/ das nötige Hintergrundwissen wie manch anderer Arzt, Koch etc.. Auch die Lebensmittelampel – so gut ich diese Idee finde und die generelle Umsetzung begrüßen würde – deckt ja nicht alles ab was an Lebensmitteln zu bewerten ist.

    Da empfände ich es einfach besser, wenn diese die Gesellschaft einfach an die Hand nehmen. Meckern, dass viele sich falsch ernähren kann jeder. Was dagegen tun oder gar unterstützen, Projekte zu beginnen – das wäre eine schöne Lösung des ganzen. Mein Vorschlag: Wieso erstellt man nicht in Zusammenarbeit als Ärzte, Unternehmen, Köche, Verbraucher etc. eine Seite oder vielleicht ein Buch oder oder oder in denen aufgeklärt wird, in denen bestimmte “Gefahrenstoffe” beschrieben werden, einfachen Kochtipps, was kann man wo kaufen und warum oder warum nicht. Einfachheit ist hier der Schlüssel – das jeder das versteht auch mit – ich drücks mal vorsichtig aus – geringem Bildungsstand. Dieses Buch könnte man dann mit zum einkaufen nehmen bzw. vielleicht eine Extra-Karte mit allen Inhaltsstoffen, die man raustrennen kann und mitnehmen kann. Das fänd ich einen guten Ansatzpunkt aber solche Aussagen in Interviews finde ich ehrlich gesagt nicht sehr gewinnbringend für niemanden.

  • Christina sagte:

    Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie sehr dieses Thema polarisiert.

    Auch in den Kommentaren hier scheint es ja der Tenor zu sein, dass gesunde Ernährung eine Bringschuld sei, statt etwas, dass man als selbstverantwortlicher Mensch schon aus Eigeninteresse (Gesundheit, Umwelt, ethische Aspekte) in die eigenen Hände legt.

    Es gibt hinreichend Bücher zum Thema gesunde Ernährung, sogar zahlreiche Websites, und wem dies zu Umständlich ist, der lässt sich eben von dem Arzt / der Ärztin seines Vertrauens beraten.

    Ausreden, nichts ändern zu wollen, wird es immer geben und jene, die nichts ändern wollen, werden immer die “Angriff ist die beste Verteidigungsstrategie” fahren – wie im wirklichen Leben halt ;)

    Dass das Thema in all seinen Facetten durchaus beängstigend sein kann, kann ich gut nachvollziehen. Die (Gesamt)Situation wird allerdings nicht dadurch besser, dass man den Kopf in den Sand steckt.

    Die Idee mit dem Buch @Null351 ist ja ganz niedlich, die traurige Wahrheit aber ist, dass es in einem Supermarkt so rein gar nichts nutzt, was dort in den Regalen steht und liegt hat mit “gesund” leider rein gar nichts zu tun. Sich darüber bewusst zu werden wäre ein erster Schritt in eine gesunde Zukunft.

  • Ludger Freese sagte:

    @Christian,
    Sarah Schons ist von Elita interviewt worden und darf natürlich Ihre fachliche Meinung sagen. Ihre Hutkrempe kann sich also wieder zurück formen.

    Die Themenwoche in der ARD halte ich für sehr gut und wichtig. Leider ist es sehr schwer eine neutrale Meinung zu bekommen, weil das Spektrum Lebensmittel sehr weit reicht. Meine Meinung dazu lautet schlicht: Vertrauen! [zum Hersteller] Wenn wir alles in Maßen und zur entsprechenden Jahreszeit aus der Region essen würden, wäre aus meiner Sicht alles perfekt. (…und wenn dann noch Kochen & Ernährung in den Schulen vermittelt würden…ach, lassen wir das lieber :-) )

  • G. Erdmann sagte:

    @Null351: Ihr Posting wirkt auf mich wie eine naive Beschwerde von Kaspar Hauser. Seit es “das Internet” gibt (und ja, auch schon vor dieser Ära), waren und sind die Informationen ü b e r a l l abrufbar. Ob es sich um Informationen aus dem Netz oder den täglichen Printmedien oder gar Bücher handelt, spielt fast keine Rolle. Sie haben ja auch auf diese Seite gefunden. Insofern verwundert mich diese Haltung a la “niemand hat mir je erzählt, wie ich mich vernünftig und gesund ernähren soll”-Haltung doch sehr. Ebenfalls die von Ihnen angesprochene bildungsferne Schicht hat Zugang! Aber man muss diese auch nutzen w o l l e n.
    Ich habe auch viel um die Ohren. Wenn Menschen sich und Ihren Tagesablauf nicht organisieren können, möchte ich nicht nur eine einfache Lektüre zum Thema “Unterschied zwischen Mc Donalds und einer Gemüse-Mahlzeit” empfehlen, sondern auch einen Coach, der 30 min für die Zubereitung einer gesunden Mahlzeit freischaufelt.

    @ludger: danke! regional und saisonal sind wichtige Stichwörter! Verhindert auch Allergien! Neben den anderen netten Nebenerscheinungen wie Verringerung des Co2-Ausstosses, Vitaminverlust und verminderter Einsatz von Konservierungsmitteln und Pestiziden. Saisontabellen sind leicht über google zu finden. Ich radel fast jeden Samstag zu meinem Bauern und hole mir das, was er auf dem Feld hat. Wer die Möglichkeit nicht hat und zum Supermarkt gehen muss, kann auf Tabellen zurückgreifen und meidet eben die importierte Ware aus Spanien oder Übersee.

  • G. Erdmann sagte:

    @ludger: wo du gerade die Schulen ansprichst: Jamie Oliver (Englands Tim Mälzer) hatte sich sehr engagiert für gesundes Essen in Schulen bzw Schulkantinen. Ich erinnere mich noch sehr gut an einen Bericht, welcher zeigte, wie erboste Mütter den Kindern durch den Schulzaun (!) Pommes und Burger schoben, weil sie mit der neuen Ernährungsform alles andere als einverstanden waren. Es gab regelrechte Protestwellen! Wenn man nicht wusste, um was es eigentlich ging, hätte man meinen können, die Damen demonstrierten gegen Kindesmisshandlung oder Tierquälerei. Das ist leider (auch) Teil der traurigen Realität.

  • Stefanie Gnörich sagte:

    Für mich persönlich war und ist Zeit meines Lebens Essen ein großes Thema. Und meine Figur zeigt mit Sicherheit an, dass ich bei weitem nicht alles richtig mache, sonst wär ich wahrscheinlich 90-60-90 ;o)
    Aber ich finde, man muss irgendwann einfach einen Anfang machen. In kleinen Schritten. Wie z.B. Äpfel aus Deutschland o.ä. Und wer weiß, vielleicht weitet es sich mit der Zeit immer weiter aus.

    Was den Tipp mit dem Kochunterricht in Schulen angeht, nunja, ich hatte Hauswirtschaftsunterricht inkl. kochen. Ich kann also kochen. Auch, weil meine Mutter Wert auf diese “Tugend der Frau” legte. Was mich aber nicht abhielt, trotzdem nicht schlank zu sein. Ist also auch kein Allheilmittel.

    Vermutlich läuft es – wie bei allem – auf das “wollen” hinaus. :-)

    Und übrigens halte ich “Klartext” für nötig. Anders wird nicht diskutiert und schon gar nicht zum Nachdenken angeregt :-)

  • G. Erdmann sagte:

    Ich würde gerne auch noch einen weiteren Punkt ansprechen: Die Menge. Die Menge konsumierter Nahrung. Es reicht nicht nur, gesund zu kochen. Auch an “gesunden” Lebensmitteln kann man sich füllig essen.
    Wir leben in einer Gesellschaft, in der alle 10 Meter etwas essbares zur Verfügung steht. Zu jeder Uhrzeit! Das macht es für jeden (manchmal) schwer, mit dem richtigen Maß zu messen. Wirklich richtigen, echten Hunger kennt doch heute kaum jemand!
    Dreht man das Zeitrad zurück und überlegt, wie die Menschen “damals” gelebt haben, zu Zeiten wo es keine Döner- und Frittenbuden gab, keine Spezialitätenrestaurants aus sämtlichen Winkeln dieser Welt, Übersee-Produkte in Supermärkten, Convenience-Food, Mc Donalds, Burger King, Imbiss-Stände usw usf….man musste teilweise warten, bis das Essen einem in den Mund wuchs, auf die Suche gehen (KalorienVERbrauch!), jagen, sammeln, anbauen, tauschen, handeln usw. Die Evolution des Menschen ist ein sich ein seeeehr langsam entwickelnder und sich anpassender Prozess an die Gegebenheiten von aussen. Und sie geht eben nicht mit der Schnelligkeit unserer wirtschaftlichen Möglichkeiten. Der Sinn der Fettdepots, die heute nicht nur ein kosmetisches sondern auch gesundheitliches Problem darstellen, lag darin, in mageren Zeiten ÜBERleben zu können. Heute “sterben” wir, wenn wir unseren Lieblingskuchen nicht in 100 Meter Reichweite haben. Das ist ein Wahnwitz.

  • Michael (Bautied) sagte:

    Danke, Elita und Sarah. Ein Interview, das jedem zu denken geben sollte.
    @Ludger: Genau, saisonal und regional. Ich mag auch keine geschmacklosen Erdbeeren zu Weihnachten.
    Und fast jede Kleinstadt oder Vorstadt hat einen Wochenmarkt, wo man einkaufen kann und alls aus der Region beziehen kann.
    Und das Grundnahrungsmittel “Brot”? Wer hat einen gescheiten Bäcker? Wir haben sehr lange gesucht, bis wir einen Bäcker gefunden haben, der keine Brotmischungen, sondern nach alter Handwerkskunst backt. Nicht viel teurer, als der Bäcker an der Ecke, aber wenigstens nicht so ein mit Chemikalien versetztes Pampszeug oder Brötchen, die die hohe Kunst zeigen, wie man aus Luft Geld macht.
    Wenn es stimmt, dass fast 50% aller Nahrungsmittel (die kalkulatorisch in den Preisen berücksichtigt sind) in den Supermärkten weggeworfen werden, so ist das nicht nur ein Skandal, sondern sollte uns auch kaufmännisch zu denken geben. Würden nur 25 % vernichtet (immer noch zu viel), so müßten zwangsläufig auch die Preise fallen.
    Und vernichten ist das größte Übel. Ich kenne noch aus meinem Elternhaus, wo nicht einmal trockenes Brot weggeworfen wurde. Dafür gab es immer noch eine Verwendung und auch ich kann durch diese Prägung heute nur mit Bauchschmerzen Lebensmittel wegwerfen, wenn es sein muß.
    Und außerdem, wegwerfen muß nicht sein, die “Tafeln” würden sich freuen.
    Abschließend: Der Verbraucher, der Kunde hat viel mehr Macht, als wir glauben. Es liegt auch an uns, denn wenn wir von dem Scheißdreck, der teilweise angeboten wird, die Finger lassen würden, dann würde das Zeugs auch schnell aus den Regalen verschwinden.

  • Doc Sarah Schons sagte:

    ihr lieben alle, danke für eure comments. ich hab heute leider nicht nicht die zeit auf eure kommentare ausführlich zu reagieren. wenn morgen die sendung menschen bei maischberger zu ernährung und gesundheit gelaufen ist, hab ich hoffentlich die zeit euch zu antworten.

  • Wolff Horbach sagte:

    @Null351: Kann es eine bessere Verantwortung als die für den eigenen Körper und die eigene Gesundheit geben? Informationen gibt es zu Hauf. Es ist nur zu bequem, das Problem an die Gesellschaft zu delegieren. Es gibt m.E. nur zwei Verantwortungsbereiche:

    Wir selbst. Ich bin dafür verantwortlich, was ich esse. Ich bin verantwortlich dafür, was ich meinen Familienmitgliedern, Kindern, Gästen auf den Tisch bringe. Sonst niemand. Bei einem Volk, dessen Bürger sich im Durchschnitt über 4,5 Stunden Fernsehen gönnen, wird es ja möglich sein, einige Minuten frei zu machen, um sich zu informieren oder gar Gesundes zu kochen.

    Der Gesetzgeber. Erstens ist wichtig, dass uns über die Inhaltsstoffe von Lebensmitteln die Wahrheit gesagt wird. Und zwar in einer Form, die für den Durchschnittsbürger gut verständlich ist. Z.B. durch die Lebensmittelampel. Die jetzigen Regelungen legalisieren arglistige Täuschungen der Verbraucher. Zweitens sind Zusatzstoffe, die nur der Optik dienen und gefährlich für bestimmt Allergiker sind, zu verbieten. Die Stoffe bieten keinerlei Vorteile für den Verbraucher, gefährden Menschen und dienen nur der Profitmaximierung der Lebensmittelkonzerne. Drittens sollten Betriebe, die betrügerisch die Verbraucher über den Tisch ziehen, zur Kasse gebeten werden, notfalls geschlossen.

  • null351 sagte:

    @G.Erdmann @WolffHorbach @
    Ich habe damit nicht zum Ausdruck bringen wollen, dass man nicht selbst für sich verantwortlich ist und was man mit seinem Körper passiert hinsichtlich Essensgewohnheiten. Ich wollte einfach nur mal zum Ausdruck bringen – und das soll auch keine Kritik sein, sondern einfach ein Vorschlag – dass es mit solchen Interviews einfach nicht getan ist. Dass vieles nicht gesund ist was in den Supermärkten unterwegs ist, dass die meisten Fertigprodukte nicht gut sind etc. – ich denke das weiß jeder. Es weiß auch jeder wo er sich die Informationen besorgen kann. Ich wollte damit einfach nur anregen – statt aggressive Haltung gegenüber Patienten einzunehmen, besser versuchen aufzuklären, Projekte starten, Ideen/Visionen verwirklichen, die den Patienten/Kunden WIRKLICH was bringen. Ich mein wir sind hier auf dem “innovativ-in.de- Blog” – da ist für mich ein Interview wo von einer Ärztin zusammenfassend die Aussage ist, dass sich viele Menschen falsch ernähren und das zu Mangelerscheinungen und Krankheiten führt einfach nicht ausreichend, nicht innovativ, eher “fehl am Platz”.

    Was ich einfach ausdrücken wollte – auf einem “Innovativ-Blog” wünsche ich mir Interviews von Visionären, die das Problem anpacken, die Gesellschaft unterstützen und ihre Projekte dazu hier vorstellen, eben solche wie ich vorgeschlagen habe. Das man hier genau neues erfährt, wirklich wachrüttelt! Das war meine Grundaussage und mein Anliegen. Grundsätzlich keine Kritik an Doc Sarah.

  • Kirstin Walther sagte:

    Ich glaube ich weiß, woran sich Christian und null351 stören. Wir alle sind mit dieser Essensproblematik total übersättigt und weil sich nun die ARD dieses Themas annimmt, liest man im Moment wieder an allen Ecken davon. Ich denke auch, daß JEDER in diesem Land weiß, was er sich und seinem Körper mit der richtigen oder falschen Ernährung antun kann. Das WEISS man, genauso wie Raucher wissen, daß sie sich nichts gutes damit tun – aber sie tun es trotzdem. Ich gehöre übrigens auch dazu. Es ist immer die Frage was tut man und vorallem: trägt man die Konsequenzen für sein Handeln oder schiebt man andere vors Loch, weil einen dann das eigene Gewissen nicht so beschwert. Das mit der Ernährung ist mE wirklich so ein Eigenverantwortungsding – so viele Wege, wie es verschiedene Menschen gibt. Und die sich ändernde Gesellschaft darf man dabei sicher auch nicht vergessen.

    Ich finde schlimm, daß unser Gesundheitssystem so ist, daß einer für den anderen bezahlt und es leider auf diese Kosten keinen Einfluß hat, wie ich mich ernähre. Dort müßte man vielleicht ansetzen. Hab aber keine Ahnung wie. Früher, als ich in Stuttgart arbeitete, wurde diskutiert, ob Nichtraucher mehr Urlaub bekommen als Raucher, was ich in Ordnung gefunden hätte. Aber selbst solche Entscheidungen dürfen Arbeitgeber in diesem Land nicht treffen. Das ist glaube ich das Hauptproblem. In diesem Land kann man nichts bewegen. Man dürfte seinen Mitarbeitern noch nicht mal gesundes Essen bereitstellen, ohne daß man den Fiskus dran beteiligen muß.

    Manchmal denke ich auch, daß wir unvernünftig leben, weil es sich anfühlt, als würde der Krankheitsfall nichts kosten und die Konsequenzen kommen manchmal erst so spät, daß man sie gar nicht einkalkuliert. Oder es hat scheinbar keine Konsequenzen, wenn man bei Beschwerden ja nur zum Arzt gehen muß und vielleicht sogar dann seine Gewohnheiten nicht ändert, wenn er es dringend anrät. Denn die Kosten werden übernommen. Der Arzt hat da ja auch keine Mittel, oder Sarah? Also im Privatbehandlungsbereich vielleicht etwas anders, aber Du als Ärztin kannst ja nix machen, wenn ein Patient sich weigert sein Leben/seine Ernährung zu ändern, weil es ihm schaden wird und höhere Krankheitskosten verursacht, oder? Kenn mich da nicht so aus.

    Und zu guterletzt schieben wir alles auf die Industrie, die böse, die ja nichts anderes im Sinn hat, als unsere Körper zu schädigen? Nein. Wir leben in einem Land, wo Lebensmittel nichts kosten dürfen und billige Lebensmittel können nun mal nicht vollkommen natürlich sein. Das funktioniert nicht. Gutes Beispiel dafür ist Frosta: Mit Umstellung der Produktion auf chemiefreie Produkte, gab es erstmal Probleme, weil der Handel die höheren Preise nicht akzeptieren wollte. Gute natürliche Rohstoffe kosten aber nun mal mehr, als Pseudolebensmittel. Auslistung! Aber warum? Weiß der Handel, daß viele Verbraucher nicht bereit sind, mehr zu zahlen für gute Produkte? Oder täuscht sich der Handel? Fragen über Fragen und ich könnte endlos weiterschreiben, weil da so viele Gedanken sind. Wenn wir uns gesund ernähren wollen würden, können wir das tun. IMMER! Aber jeder entscheidet letztendlich selbst, auch wenn es Konsequenzen für uns alle hat. Ich weiß keine Lösung. Klar, Aufklärung – aber jeder weiß, was gut ist für ihn. Keiner hat jemals erzählt, daß künstliche Lebensmittel gesund sind. Das Analphabetentum in Deutschland ist glaube auch nicht so hoch – das heißt, jeder kann auf der Verpackung lesen, was er da zu sich nehmen wird. Egal, ob ne Ampel drauf ist oder nicht. Ich bin bißchen ratlos und ein Vorbild bin ich eigentlich auch nicht. Mein Eßverhalten ist absolut verbesserungswürdig. Aber neulich hab ich mit null351 lecker gekocht. Entenbrust mit Orangensoße aus echten Orangen. :-) Für mich alleine tu ich das nie. Weil ich keine Lust habe und mir der Aufwand einfach zu groß ist. Weswegen ich mir allerdings wirklich Vorwürfe mache, ist die Ernährung meines Sohnes. Da hätte ich sicher einiges anders machen können und jetzt ist er in einem Alter, wo er selbst entscheidet und ich nicht mehr viel Einfluß nehmen kann. Aber selbst das ist so ein Thema… Es gibt zahlreiche Leute, die niemals Kinder hatten und trotzdem vorschreiben wollen, wie Kinder zu erziehen sind. So war ich früher auch. Als ich dann ein Kind hatte, merkte ich erst wie schwierig das alles sein kann und hoffe nun, daß er trotz meiner Schwächen ein Guter wird und ein gesunder Erwachsener.

    So… Nun erstmal was arbeiten. Ich wünsch Euch einen schönen Tag. :-)

  • G. Erdmann sagte:

    danke @kirstin @null351 und @wolff horbach.
    Mir liegt das Thema Ernährung (nicht nur aus beruflichen Gründen) sehr am Herzen. Seit über 10 Jahren arbeite ich für ein Diabetes-Institut. Ich sehe täglich, wie falsche Ernährung den Menschen multimorbide macht. An einem Fall aus der eigenen Familie habe ich mit ansehen können, wie eine Ernährungsumstellung und Gewichtsreduktion aus einem Typ 2 Diabetiker ein normoglykämischer Mensch mit einer Tablettenreduktion von 10 Präparaten (darunter auch Herzkreislauf-Mittel) auf 0 (null!) wurde, und das innerhalb von 3,5 Monaten. Mit ganz einfachen Mitteln. Dazu braucht es – wenn man ein wenig reflektiert- auch keine neue Literatur. Im Klartext heisst das, was vielfach oben schon angesprochen wurde: saisonal, regional, naturbelassen, ohne Junk, ohne chemische Zusatzstoffe in angemessenen (!) Portionen zu essen.
    Jeder ist eigenverantwortlich für sich und sein Leben. Wie schon gesagt, die Informationen sind überall abrufbar. Der Aufschrei ist groß, wenn die Bundesregierung z.B. unser Verhalten im Netz protokolliert, uns somit zu unmündigen Bürgern macht, die bevormundet werden. Das will keiner. Gleichzeitig rennt aber ein Großteil der konsumierenden TV-Gesellschaft, die 4,5 Stunden (danke @Wolff Horbach) vor der Glotze verbringt, hin, und schreit nach dem Großverantwortlichen “Staat”, daß aus lauter “Solidarität” (was ist das denn bitte?) bitteschön die ärztliche Versorgung für Bürger, die bis dato keinerlei Interesse an Ihrem gesundheitlichen Wohlergehen hatte (in dem sie Fertigprodukte u.v.m. subventioniert) mit den besten Mitteln und Behandlungen sichergestellt sein müsse? Und subventioniert damit die Pharmaindustrie, die Kassen schröpft und keinerlei Interesse an der Gesundung zeigt (“Kundenbindung”)? Stichwort Codex alimentarius?

    Tim Mälzer hat es gestern Abend schön gesagt, als der “ich habe keine Zeit – zuviel Aufwand” -Einwand kam:
    Sinngemäß: Das erste mal braucht man sicher eine Stunde, beim nächsten mal nur noch 50 Minuten, dann immer weniger, bis man bei der Zeit angelangt ist, die man benötigt, sich TK-Fischstäbchen und Kartoffelbreipulver aus der Tüte zuzubereiten.
    Eintöpfe beispielsweise kann man auch sehr gut in größeren Mengen kochen, sie schmecken am nächsten Tag sowieso besser. So kann man gut vorbereiten.
    Im übrigen (wurde gestern auch sehr schön gezeigt), kann man sich von der Industrienahrung sehr gut und rasch entwöhnen. 4 Wochen vernünftig gegessen, schmeckten Mutter und Kind der künstliche Smarties-Joghurt gar nicht mehr. Sie blieben beim selbstgemachten.

  • Beatrice Legien-Flandergan sagte:

    Mit großem Interesse habe ich das Interview und die vielen tollen Kommentare gelesen und möchte hier gerne ein paar Worte beifügen aus meinen Erfahrungen und Erkenntnissen.

    Das Thema Gesundheit und Ernährung begleiten mich schon seit jungen Jahren, weil mir meine Gesundheit sehr häufig Probleme gemacht hat, bis ich durch einen Burnout ein Zeichen für mich gesetzt bekam. Seit diesem Zeitpunkt fing ich an tiefer zu forschen, was ich für mich tun sollte, um meine Leistungsfähigkeit wieder zu erlangen und auch halten zu können.

    Einer der Knackpunkte war meine Ausbildung zur Ernährungsberaterin und die gleichzeitigen Recherchen über die verschiedensten Gesundheits- und Ernährungskonzepte. Ich wollte genaue Hintergrundinfos und bin dabei auf ein entscheidendes Buch gestoßen, das mich darauf brachte, dass Menschen mit Nahrung unterschiedlich umgehen aufgrund unserer individuellen Stoffwechsel und Persönlichkeit. Hier habe ich entdeckt, dass meine Art sich zu ernähren, mir meine Energie nahm und ich heute auf vieles, was es gibt, verzichten muss, wenn ich gesund und mental fit bleiben will. Ich habe seither darauf geachtet, mich entsprechend zu ernähren, viel Wasser zu trinken und habe mit Krankheiten und Energieabfall kaum noch zu tun.

    Auch wenn man es in der heutigen Zeit ungern hört, gibt es viele Menschen, die aufgrund Ihres Stoffwechsels gut beraten sind, regelmäßig tierische Nahrungsmittel zu sich zu nehmen. Ich habe festgestellt in meiner Arbeit mit Menschen und auch bei mir, dass für viele gerade die Kohlehydrate ohne ausreichende Zugabe von tierischem Eiweiß und auch guten Fetten ungünstig für den Stoffwechsel sind. Ein gesundes Mischverhältnis der verschiedenen Nährstoffe ist sehr wichtig für eine gute Gesundheit. Und ganz besonders sollten es natürliche Produkte sein. Bei Fertigprodukten weiß man nie, was wirklich enthalten ist und daher sollte man dazu nur in absoluten Ausnahmen greifen.

    Frisch zubereitet ist nicht wirklich aufwendiger, sobald man den Dreh raus hat. Aber es ist bedeutend schmackhafter und vielseitiger, wenn man sich auf diese gesunde Weise eingerichtet hat. Ich kaufe meine natürlichen Produkte am liebsten auf dem Wochenmarkt ein – ist auch zwischenmenschlich ein tolle Sache.

    Ich hoffe, ich konnte hier ein paar grobe Anregungen zu diesem umfangreichen Thema geben und wünsche noch einen schönen Abend.

    Herzlichst, Beatrice Legien-Flandergan

  • Doc Sarah Schons sagte:

    hach, das hab ich mir gewünscht: eine rege diskussion! so kluge,differenzierte,ausführliche kommentare hab ich schon lang in keinem blog mehr gelesen.

    ja, die eigenverantwortung liegt bei jeder/ jedem von uns. grundlagenwissen zu ernährung, körperpflege, vernünftiger lebensführung und wettergerechter bekleidung sollte dem wahlmündigen bürger schon zuzutrauen sein.;-) ebenso wie die umsetzung.

    solidargemeinschaft kann nicht heissen, dass jede/r meint, alles ist gut, solang keine behandlungspflichtige krankheit entsteht. für die dann alle aufkommen müssen.

    drum hab ich mich auch der präventiv- und ganzheitsmedizin verschrieben.und kläre auf. gebe konkrete tipps.

    zum beispiel “verschreibe” ich kirstins säfte für die obstmuffel, empfehle gute ernährungsberater/innen, verabrede mich zum einkaufen bei regionalen biobauern, verweise für die fleischesser auf ludgers website, um mal ein qualitativ hochwertiges angebot zu sehen und nach adäquaten anbietern auch in der eigenen region zu suchen. (nein, ich bekomme nirgends provision – ich tus aus überzeugung),mache ehrenamtlich eine kochgruppe mit jugendlichen aus bildungsfernen schichten. etc.pp.

    gunillas beispiel zeigt sehr deutlich, wie “artgerechte” ernährung zb einen mehrfach kranken diabetiker heilen und medikamentenfrei machen konnte. aus das geschäft für conveniance food industrie und pharma..

    die verantwortung des staates besteht imho darin, die wirtschaft so zu ordnen, daß gute ernährung nicht dem preiskampf anheim fällt und letztlich nur den interessen der nahrungsmittelindustrie und in der folge pharmaindustrie dient.
    und daß unsere volksverteter weltpolitisch betrachtet ethik, klimawandel und nahrungsmittel kolonialismus auf dem schirm haben.

    und da der staat in sachen verbraucherschutz die weichen leider proindustriell verstellt hat, sind wir mit unserer eigenverantwortlichkeit wieder am zug. als verbrauchergemeinschaft im staat haben wir die macht, den kauf schlechter und ungesunder produkte zu verweigern. und dank solcher initiativen wie foodwatch auch großangelegte aktionen zu unterstützen.

    sollen wir im business club hier mal einen themenabend zu gesunder und ganzheitlicher lebensführung machen?! ich wär dabei…
    ich hätte da auch tolle leute für event-cooking.

    und vielleicht wird ja doch noch was aus dem von mir angedachten kochbuch “77 glücksrezepte in 7 minuten” – wolff?! ludger?! kirstin?! beatrice?! gunilla?! elita?!

  • Beatrice Legien-Flandergan sagte:

    Einen Themenabend zu gesunder und ganzheitlicher Lebensführung – das ist eine tolle Idee. Bin ich gerne dabei. Vielleicht auch mit ein paar Ideen zum Kochen – bei mir wird es allerdings immer sehr einfach. Aber ich habe da so eine tolle zweite Hälfte, die kann es dann noch besser als ich. Den kann ich bestimmt dazu mit aktivieren.

  • G. Erdmann sagte:

    ich könnte schon 7 Rezepte aus dem Stehgreif beisteuern. In diesen sind sogar regelrechte Gesundmacher heimlich versteckt. Allerdings ohne die Zeitvorgabe!
    Mein Angebot darüberhinaus: Falls sich ein Typ 2 Diabetiker darunter befinden sollte, der willens ist, in weniger als einem halben Jahr stabile Blutzuckerwerte und andere Parameter, incl. Gewichtsreduktion und drastischer Reduktion der Medikation zu erreichen (Wille und Vetrauen vorausgesetzt), würde ich ihn (oder sie) betreuen. Wer daran Interesse hat, kann gerne Kontakt zu mir aufnehmen.

  • Ludger Freese sagte:

    @Alle,
    habe alle Kommentare intensiv gelesen und kann Doc Sarah nur bestätigen: großartig und wertvoll.
    Eine Themenabend zu diesem Thema würde ich mit ganzer Kraft unterstützen.

  • Elita Wiegand (author) sagte:

    Die Resonanz auf das Interview von Sarah hat mich positiv überrascht. Hier im Blog wurde sehr lange nicht mehr so ausführlich und so qualifiziert diskutiert. Richtig gut! Habe alle Kommentare verschlungen – hätte gerne auch meine Meinung veröffentlicht, halte mich aber dann als Interviewerin zurück.
    Es hat sich gezeigt, dass das Thema Ernährung und Gesundheit und die damit verbundenen Zusammenhänge viele interessiert, bewegt, es viel Diskussionsstoff gibt.
    Die Idee, einen Themenabend im Business-Club zu veranstalten, finde ich richtig gut.
    Und weil die Idee hier im Blog entstanden ist, könnte daraus doch ein gemeinsames Projekt entstehen. Heißt, dass ein Team der Interessierten sich zusammentut und eine Veranstaltung konzipiert und organisiert. Klar, helfe ich und unterstütze den Themenabend.

  • G. Erdmann sagte:

    @elita: warum die Zurückhaltung? Deine Meinung würde ich gerne hier lesen

  • Elita Wiegand (author) sagte:

    @Gunilla
    Ich sage gerne meine Meinung zu dem Thema.

    Wo anfangen?
    Obwohl ich die ARD Woche „Essen ist Leben“ hier angekündigt habe, bin ich enttäuscht und es macht mich sogar sauer: Weich gespülte Berichte, Augenwischerei, alles nett verpackt. Das ist fernab von dem, wie es um unsere Lebensmittel wirklich bestellt ist. Lobbyisten überall, die die Politik beeinflussen, Abhängigkeit von Werbekunden in den Medien, die Berichterstattungen verhindern. Denn: Es geht um Macht, Gier, Profit.

    Ich habe Angst davor, dass künftig immer mehr Konzerne bestimmen, was wir essen, wie wir essen, ob wir sterben oder leben. Aber vergiften Konzerne nicht schon längst unsere Lebensmittel? Und weiß nicht jeder, dass die Pharmaindustrie ihren Profit mit kranken Menschen macht? Krank, weil auch die Lebensmittel krank machen.

    Sicher bin ich selbstverantwortlich, kann entscheiden, was ich kaufe, was ich esse, aber wir dürfen uns nichts vormachen: Die Lebensmittelpreise werden in den nächsten Jahren drastisch steigen, müssen steigen und wer Qualität will, muss demnächst draufzahlen. (mit 200 Euro monatlich wirst Du langfristig nicht mehr auskommen, Sarah)

    Das Thema Ernährung ist, klar, ein globales Problem, vor allem deshalb, weil die Bevölkerungszahlen explodieren. Und: Das Einkommen vieler Asiaten wird zum Beispiel steigen und damit passen sie sich dem amerikanischem Vorbild an: Sie konsumieren immer mehr Fleisch. Doch wo soll das Futter für die Rinder, Schweine und Hühner herkommen? Schon jetzt frisst das Vieh 40 Prozent der globalen Getreideernte. Die Anbauflächen werden weltweit knapper und sind schon heute Anlageprojekte von cleveren Investoren, also Konzernen.

    Alles zunehmend besorgniserregend. Wasserprobleme, Genfood, Klimawandel, Kinderarbeit, Ausbeutung, immer mehr Naturkatastrophen und unzumutbare, erschreckende Massentierhaltungen. Bilder, die einem das Grauen lehren, die aber für meine Begriffe viel über den Zustand unserer Welt aussagen: Wie wir mit den Tieren umgehen, so gehen wir mit Menschen um.

    Ich bin froh, dass ich über das Interview noch mal für das Thema sensibilisiert wurde. Danke Sarah, danke für die gute Diskussion hier im Blog.

  • Doc Sarahs Praxisreport Vol.IV | Doc Blog sagte:

    [...] mich freut, ist die tolle Resonanz auf das Interview, das Elita Wiegand mit mir zum Thema Ernährung geführt hat und erst wenige Stunden im Business Club innovativ.in online ist. Bis zum Abend schon [...]

  • G. Erdmann sagte:

    @elita: mir geht es genau so. bis auf punktuell gute Statements innerhalb weniger Berichte konnte auch ich dieser Themenreihe nichts abgewinnen. Schreierei, Polemik, teilweise erschreckend sträflich dumme Aussagen von studierten Allgemeinmedizinern mit Label Ernährungsberatung – das war das, was ich sehen und hören durfte. Und Wissen ist nicht den EBM-Medizinern vorbehalten. Von Sarah Wiener und anderen Nicht-Medizinern kamen deutlich klügere Aussagen als von Ärzten! Wobei ich mir die Sendung auch nur punktuell anschauen konnte, aus Rücksicht auf meinen akut zu entgleisen drohenden Blutdruck.
    Frau Wiener hat – ohne (denke ich mal) explizit Ahnung von der Epistemologie (Erkenntnistheorie) (http://de.wikipedia.org/wiki/Hans-J%C3%B6rg_Rheinberger – als Hinweis, hat darüber geschrieben) zu haben, so gute Einwände und Denkhinweise zu den verschiedenen Herangehensweisen an Forschung, Wissen usw. gehabt, daß den studierten Kollegen nichts anderes übrig blieb, ihren eigenen Statements Nachdruck durch die Lautstärke zu verleihen. Trauriges Schauspiel.

    Und wieder sind die Zuschauer mit einem noch größeren Fragezeichen aus der Themenwoche gegangen. Eine vernünftige “take home message” hat es leider nicht gegeben.

  • Doc Sarah Schons sagte:

    zur ard themenreihe kann ich nur sagen: thema verfehlt.
    da war die diskussion hier im blog doch wesentlich gehaltvoller.
    dank euch allen!

  • Monika Birkner sagte:

    Ich denke, dass einer der Gründe, warum Ernährungsumstellung so schwer fällt, darin liegt, dass mit Essen so vielfältige Zwecke verbunden sind, die weit über die Sättigung und Gesunderhaltung des Körpers hinausgehen. Gefühle werden damit übertüncht. Kinder werden ruhig gestellt. Besonders fällt mir das immer auf, wenn ich in der Stadt unterwegs bin und Kinderwagen sehe. In mindestens 8 von 10 Fällen hat das Kleinkind ein Plätzchen, eine Brezel, ein Eis oder dgl. in der Hand. Im Supermarkt lässt sich beobachten, dass die Kinder das Zeugs schon bekommen, bevor es überhapt bezahlt ist. Aber das ist noch ein anderes Thema. Ganz generell befütchte ich, dass auf diese Weise systematisch Gewohnheiten gezüchtet werden, die später nur noch schwer zu ändern sind.

  • G. Erdmann sagte:

    @Monika Birkner: Damit haben Sie einen der wichtigsten Punkte überhaupt angesprochen! Ich bin mir sicher, jede(r) von uns hat es schon erlebt, wie nervig und unangenehm es gerade für Eltern (aber auch für alle anderen) ist, wenn sie mit ihren Kindern auf der Höhe der Quengelware stehen und der Nachwuchs sich – unter garantierter Aufmerksamkeit aller, mit einem Elendsgebrüll bis zur Asphyxie auf den Boden schmeisst, um an die heisse Ware zu kommen. Um Ruhe einkehren zu lassen, wird der Erpressung nachgegeben. Fein konditioniert können sich dann gewisse Rituale einschleichen, die dann den Zweck der Ruhigstellung (in welcher Situation auch immer) erfüllen. Überspitzt formuliert: An diesem Verhalten wird auch im Erwachsenenalter festgehalten. Der Erwerb der heissen Ware läuft dann (meistens) etwas unauffälliger vonstatten, die Auslöser bleiben jedoch ähnlich. Langeweile, Frust, Tröster usw.

  • Angelika sagte:

    Ich bin richtig überrascht, dass das Thema “Gesunde Ernährung” noch auf eine so engagierte und teils heftige Resonanz stößt. Für mich persönlich ist Ernährung nie ein belastendes Thema gewesen, da mir meine Eltern, Gott sei Dank, das Gefühl für die für mich richtigen Lebensmittel nie vermiest haben. So habe ich bis heute das Gefühl dafür, was ich gerade brauche, habe bewahren können. (Ausrutscher mit Eis, Pommes etc. mit einkalkuliert!)

    Mir wird das Thema Ernährung allerdings im Allgemeinen zu einseitig diskutiert. Natürlich sind unsere Nahrungsmittel keine LEBENSmittel mehr. Natürlich bieten uns Supermärkte und Discounter zum großen Teil nur noch Schrott – Bioläden sind hier übrigens auch nicht ausgenommen. Was mir in der ganzen Diskussion fehlt, ist der Aspekt, dass Ernährung ein immens wichtiger Teil, aber eben nur ein Teil unseres Lebens ist. Wir haben nahezu vollständig verlernt, unsere Nahrung sowohl als Teil zur Erhaltung unserer Lebenskraft als auch als Heilmittel zu achten. Wir wissen reineweg gar nichts mehr darüber, dass eben gerade pflanzliche Nahrungsmittel immer auch zur Erhaltung der Gesundheit und des Lebens beitragen.

    So wie Sarah Schons das schon angesprochen hat, sehen die alten asiatischen Systeme Nahrung auch als Heilmittel an. Wir betrachten uns nicht mehr als ein Teil des Lebens, sondern als das Leben schlechthin und erwarten ganz selbstverständlich, dass wir jederzeit mit ALLEM versorgt werden. Der Gedanke, dass weder die Lebensmittelhersteller noch die Pharmaindustrie für unsere Ernährung und Gesundheit verantwortlich sind, kommt uns nicht einmal ansatzweise.

    Und natürlich dient, wie Monika Birkner das angesprochen hat, Essen auch den unterschiedlichsten Bedürfnissen. Wenn die Bedürfnisse nach geistigem und seelischem Wachstum heute nur noch über die Schiene des “guten” Essens gestillt werden, oder wenn Essen zu kurz kommt, weil man auf der Suche nach schneller Bedürfnisbefriedigung keine Zeit mehr hat, sich diesem wichtigen Teil unseres Lebens zu widmen, kann es eigentlich nicht verwundern, dass dieser Bereich so aus dem Ruder gelaufen ist.

    Wir kennen ja seit vielen Jahrzehnten nur noch die Tatsache, dass uns alles zu jeder Zeit und immer zur Verfügung steht, es gibt keine “Highlights” mehr, für die wir uns bemühen müssen. Und im Regelfall stützen wir uns auf unseren Anspruch, dass die Regierung, die Industrie, die Krankenkassen oder wer auch immer, für unser Wohlbefinden zuständig sind. Und das natürlich vor allem dann, wenn unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden gerade den Bach ´runter gehen.

    Eine Beschränkung auf das Thema Ernährung und darauf, wie man gesunde Ernährung und gesunde Lebensführung vermitteln und schmackhaft machen kann, wird bestimmt nicht nur über einen weiteren Ratgeber in Buchform oder über Aufklärung alleine gelöst. Das wird ein ziemlich langer Prozess werden, der vor allem damit zu tun hat, dass wir uns zunächst einmal daran erinnern, warum und wofür wir eigentlich hier sind und ob das Lebensziel oder die Lebensaufgabe klar sind.

    Wenn ich mein Leben und meine Aufgaben, mein Wachstum und meine Ziele für so wichtig halte, dass ich dafür Kraft und Gesundheit brauche, werde ich eine gesunde Ernährung als einen ganz normalen und nicht zu vernachlässigenden Teil meines Lebens betrachten.
    Natürlich finde ich einen Themenabend hierzu eine hervorragende Idee.
    Viele Grüße,
    Angelika Schmitz

  • VerbraucherMax sagte:

    Eine wirklich schöne Diskussion, da kann ich nur sagen, hat die sehr schlechte Reihe der ARD, ja doch was gutes bewirkt. Und ich persönlich finde die groß angelegten Beschwerden, dass Supermärkte und alle anderen gemeine und böse Gremien sind, die nur den Verbrauchern schaden wollen eigentlich nicht sehr hilfreich. Jedes Unternehmen produziert etwas und möchte das verkaufen, wenn die Leute es annehmen verdient das Unternehmen und kann sich glücklich schätzen. Das Problem liegt also nciht hier verborgen. Vielmehr sind es die Menschen und die Erziehung. Sicherlich würde ich auch zustimmen, dass einige Tricks des Marketings wie die Quengelware schon sehr unfair sind, aber das Problem sind sie nicht. Mein Sohn quengelt dann auch, bekommt aber deswegen nicht jedes mal etwas. Es muss also das Gesellschaftliche Denken verändert werden. hier ist natürlich jeder einzeln in der Verantwortung, aber auch das Bildungssystem. Wenn ich dann aber sehe, dass Projekte wie Obst für die Schulen nciht funktionieren bin ich entsetzt. Da legt die EU schon mal halbwegs sinnvoll fest, dass jeder Schüler mit Obst zuversorgen ist und dann stellt sich heraus, dass man nicht in der Lage ist, das Umzusetzen.

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