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“Geld darf nicht verführen” warnt Reinhard Sprenger.

Roland Kopp-Wichmann 24 November 2010 Kein Kommentar

Durch die Finanzkrise ist sie wieder zum Thema geworden – die Entlohnung der Manager. Denn der Crash hat gezeigt: Hohe Boni können  dazu führen, dass Menschen sich fehlverhalten.

In einem lesenswerten Interview in der neuen Ausgabe von managerSeminare kritisiert der bekannte Management-Vordenker die gängigen Entgeltsysteme und plädiert für eine Bezahlung, die nicht verführen soll.

Hier die Kernpunkte des Interviews mit Reinhard Sprenger:

  • Sich selbst bereichern statt andere zu motivieren:
    Früher sei es beim Gehalt nur um Motivation gegangen. Durch die Finanzkrise haben wir erfahren, dass das ganze System ein Selbstbereicherungsdiskurs sei. Sprenger führt aus: “Erstens wird das Kooperationsklima, also der Zentralwert “Zusammenarbeit”, durch hochindvidualisierte Bonussysteme geschwächt. Und zweitens: Das Thema Kreativität leidet, wenn man versucht, die Menschen durch Geld zu bewegen.”

  • Warum nicht den hippokratischen Eid auf das Gehaltssystem übertragen?
    “Primum non nocere”, also Geld darf vor allem nicht schaden. Weder den Mitarbeitern noch den Führungskräften. Dabei trifft man schnell auf das Dilemma, dass es “Gerechtigkeit” oder “Objektivität” bei der Gehaltsfestsetzung nicht gibt. Denn es kommt ganz auf die Perspektive an, was jemand als angemessen oder gerecht empfindet.
    Sein Ausweg: “Bezahlen Sie Ihre Leute gut und fair – und dann tun Sie alles, damit sie das Geld vergessen.” Das Schwierige bei der Mitarbeiterführung ist ja, dass die Konsequenz eines Bonus – oder das Ausbleiben – die Führung ersetzen kann.

  • Wie hoch der Fixanteil eines Gehaltes sein sollte.
    Hier hat Sprenger klare Vorstellungen: “Zwei Drittel des Gehalts sollten fix sein. Das Fixgehalt passt man dann alle zwei Jahre an – nach oben oder nach unten.” Denn: “Je höher der Bonus, desto niedriger die Leistung.”

Weitere interessante Punkte in dem Interview:

  • Gehälter bemessen: Wann ist ein Gehalt gut und fair?
  • Bekenntnis zur radikalen Subjektivität: Was Führungskräfte stützt und stärkt, wenn sie Leistungen beurteilen.
  • Das Unternehmen als Kooperationsarena: Warum jeder Einzelne am Unternehmenserfolg beteiligt werden sollte.

Meine Meinung: Wie immer bei Sprenger sehr radikal gedacht und trotzdem in der Quintessenz überzeugend. Aber ich fürchte, trotz der Richtigkeit seiner Thesen sind die tradierten “Landkarten” der meisten Führungskräfte noch zu sehr auf simple Reiz-Reaktions-Muster beschränkt. Da kann die Wissenschaft oder der gesunde Menschenverstand noch so kluge Alternativen aufzeigen. Wie man auch in meiner Rezension des neuen Buchs von Dan Pink “Drive – was Sie wirklich motiviert” nachlesen kann.

Ein weiteres Interview mit Sprenger zum Thema “Bonuszahlungen korrumpieren” lesen Sie hier …

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Karriere

Interview

“Bonuszahlungen korrumpieren”


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