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Localocracy: Transparente Politik im Web

Elita Wiegand 30 März 2011 2 Kommentare

Nicht nur der schwarz-gelbe Störfall der Atompolitk, die unerwartete Rolle rückwärts der FDP nach den Landtagswahlen oder das umstrittene Moratorium haben gezeigt, dass die Bürger die Nase voll haben von dem Zick-Zack Kurs der Parteien und Politiker. Unglaubwürdigkeit wird bestraft.

Bürger wollen mitreden
Dabei spielt das Web eine immer bedeutendere Rolle im demokratischen Beteiligungsprozess. Meinungsströme werden über Facebook und Twitter sichtbar, man ist schnell vernetzt, organisiert sich, vieles wird transparenter. Damit Projekte, Missstände oder Entscheidungen auch auf lokaler Ebene nachvollziehbarer werden, kanalisiert das amerikanische Startup Localocracy.org die Meinungen der Bürger. Ist richtig gut gemacht. Man kann dort die Problematik seiner Stadt oder seines Stadtteils eingeben. Zum Beispiel: Bau des Kö-Bogens in Düsseldorf. Andere User können mitdiskutieren, ihre Meinung posten, könnten über den Kö-Bogen abstimmen.

Ist doch eine Chance für die lokalen Politiker. Sie erfahren, wie die Bürger in ihrem Wahlkreis denken, was sie bewegt, was sie ärgert oder wofür sie sich engagieren. Für Bezirksvertretungen bietet sich die Möglichkeit, die Themen aufzugreifen, die in dem Stadtteil für Diskussionen sorgen und selbst für Journalisten ist eine solche Plattform interessant, weil sie aktuell im Netz informiert sind und darüber berichten können.

Transparente Politik
eGovernance steht erst am Anfang, aber langfristig kommt die Politik nicht mehr daran vorbei, Bürger einzubeziehen, authentischer zu kommunizieren, offene Dialoge über Social Networks zu führen. Obwohl inzwischen viele Politiker für mehr Bürgerbeteiligung plädieren, bin ich skeptisch, ob sie sich tatsächlich auf neue demokratische Prozesse einlassen – Lippenbekenntnisse wie gehabt oder bin ich vielleicht zu pessimistisch?


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2 Kommentare »

  • Barbara Boyle sagte:

    Mehr Bürgerbeteilung – das finde ich super! Und das man seine Meinung per Internet öffentlich zu einem Projekt abgeben kann, kann ich nur gutheißen. Man kann Farbe bekennen, aber sieht auch gleichzeitig die Meinung anderer und kann auch diese Ansichten überdenken und in seine Überlegungen mit einbeziehen. Ich stelle mir das so vor, dass man praktisch am runden Tisch sitzt, ohne das jemand eine höhere Position einnimmt oder dass eine Meinung der Politiker oder Sachverständige einen höheren Stellenwert hat, denn schließlich verfügen wir über Alltagserfahrungen und die können manchmal wichtiger sein als alle Theorie. Was haben wir zu schon verlieren? – Ich möchte Localocracy gern eine Chance geben♥

  • Elita Wiegand (author) sagte:

    @Barbara
    Wie Du, finde ich die Idee richtig gut. Einmal könnten die Lokalpolitiker sehen, was den Wählern wirklich unter den Nägeln brennt und viele Probelme in einer Stadt würden ganz anders transportiert.
    Ich hoffe sehr, dass sich Localocracy oder ein ähnliches Portal durchsetzt, damit die Bürgerbeteiligung eingeläutet wird. Vielleicht fangt Ihr in Irland damit an?

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