Home » Bizztipps, Featured, Headline, Ideenfabrik, Querdenker

Flow: Das Geheimnis für Kreativität

Elita Wiegand 15 Juni 2011 3 Kommentare

Es ist ein Hochgefühl, Glück, Freude, in sich versinken und alles um sich herum vergessen. Wann erleben wir dieses prickelnde Gefühl bei der Arbeit? Der Wissenschaftler Mihaly Csíkszentmihályi hat den Begriff Flow geprägt. Flow-Erlebnisse entstehen, dann, wenn man voll konzertiert ist, an seine Grenzen stößt, sich aber nicht überfordert, sondern mühelos Kreativität entwickelt.

Doch Arbeit assoziieren wir oft mit Pflicht: Wir erledigen Aufgaben, haken unser to-do Liste ab, stürzen uns in Aktionismus, jagen Aufträgen hinterher, sind manchmal lustlos und unmotiviert. Der Spaß bleibt auf der Strecke.

Doch jeder kennt die Momente, in denen wir erfüllt sind, innerlich total zufrieden, glücklich, über das, was wir geschaffen haben – wir empfinden tiefe Freude.

Wie sich die positiven Energien und die Kreativität verbinden und daraus Flow-Erlebnisse entstehen, hat der Autor Mihaly Csíkszentmihályi in seinen Büchern “Flow” und “Kreativität” beschrieben. (Unbedingt lesen!!)

Was machen FLOW-Erlebnisse aus?

Handeln und Bewusstsein bilden eine Einheit
Im Business-Alltag sind wir oft unachtsam, flüchten uns in Tagträume, sind in Gedanken woanders, hören nicht zu, sind zerstreut. Doch Flow-Erlebnisse bewirken, dass wir völlig konzentriert sind, weil wir das Gleichwicht zwischen unsere Talenten und Fähigkeiten bewahren.

Aufgaben und Fähigkeiten befinden sich im Gleichgewicht
Wie oft passiert es, dass wir uns im Alltag überfordert fühlen, keine Entscheidungen treffen, weil wir den Herausforderungen nicht gewachsen sind? Oder aber das Gegenteil passiert: Wir sind frustriert, weil uns die Arbeit langweilt, mehr Potential in uns steckt, wir unter unseren Fähigkeiten arbeiten. Flow fördert das Gleichgewicht zwischen Angst und Langeweile, schafft den Ausgleich und verleiht uns Flügel.  

Ablenkungen? Ausgeschlossen!
Wir lassen uns bei der Arbeit ablenken. Wenn wir im Flow sind, arbeiten wir im Hier und Jetzt. Alltagssorgen verschwinden, negative Gedanken werden verbannt, Probleme sind vergessen. Wir genießen den Augenblick.

Keine Versagensängste
Wenn wir voll konzentriert sind, bleibt keine Zeit, darüber nachzudenken, ob wir scheitern könnten. Die Zweifel sind weggewischt, wir vertrauen unseren Fähigkeiten und stürzen uns in das Flow-Abenteuer.

Das Zeitgefühl ist aufgehoben
Stunden erscheinen wie Minuten. Das Zeitgefühl ist im Flow vergessen. Das bedeutet auch, dass Zeit immer in einem Zusammenhang steht, mit dem was wir tun und wie wir es tun.

Das Ziel in sich
Die Anforderungen im Job sind hoch – wir müssen… lernen, uns weiterbilden, benötigen Zusatzqualifikationen. Wir lesen Fachbücher, weil die Kenntnisse für unsere Arbeit wichtig sind, beschäftigen uns stundenlang mit einer neuen Software, besuchen Workshops und Seminare. Wir müssen… Doch unsere Möglichkeiten wachsen, wenn wir bestimmte Tätigkeiten um ihrer selbst Willen genießen. Das griechische Wort “autotelisch“ bezeichnet die Aktivität, die ein Ziel in sich hat. Wenn die Arbeit “autotelisch“ wird, sind wir erfüllt.

Selbstvergessen
Wie wirke ich? Komme ich gut an? Wie gehe ich mit Kritik um? Uns ist wichtig, einen guten Eindruck zu machen.  Anders im Flow: Wir sind in uns versunken und denken nicht darüber nach, wie wir unser Ego schützen. Und weil wir oft dabei unsere Grenzen überschreiten, werden wir für kurze Zeit Teil eines größeren Ganzen. „Das Selbst wächst, durch Akte der Selbstvergessenheit“, schreibt Mihaly Csíkszentmihályi.

Zu schön,  zu selten, eigentlich sollten wir uns doch viel mehr Flow-Erlebnisse gönnen, oder?


Bookmark and Share

Das könnte Sie auch interessieren:

  1. Können Chefs eigentlich delegieren?
  2. Warum der Ruf nach totaler Transparenz Unsinn ist.
  3. Business Querdenken LIVE: Zukunft Shopping
  4. Bitte authentisch sein!

3 Kommentare »

  • Michael (Bautied) sagte:

    Ich habe seine Bücher regelrecht verschlungen. Besonders haften geblieben ist mir, dass glückliche Menschen weniger das Gefühl haben, dass ihnen die Zeit entgleitet und statt dessen mehr im Augenblick leben. Laut Csikzentmihaly liegt das an der Fähigkeit zur Konzentration, wörtlich schreibt er:
    “Wer in dem aufgeht, was er gerade macht, bewegt sich in einer Sphäre der Zeitlosigkeit.”

  • Elita Wiegand (author) sagte:

    Lieber Michael,
    die Bücher von Csikzentmihaly habe ich auch verschlungen und lese sie immer wieder.

    Es geht um den Augenblck, um das Hier und Jetzt – diese Glücksformel hat mir auch Wolfgang Horbach vermittelt.
    Im Alltagsstress fällt es manchmal schwer, den Moment zu genießen, weil auch ich oft in Gedanken abschweife, aber mit ein bisschen Übung klappt es :-)

  • johanna sagte:

    Wirklich schöne Thesen. Kommt auf meine jetzt schon lange Liste der Bücher, die ich noch lesen will.

Ihre Meinung!

Schreiben Sie Ihren Kommentar, oder setzen Sie einen Trackback von Ihrer eigenen Seite. Sie können auch hier das Kommentar RSS-Feed abonnieren.

Be nice. Keep it clean. Stay on topic. No spam.

Sie können diese Tags benutzen:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Dies ist ein Gravatar-aktivierter Blog. Um Ihren eigenen global verwendbaren Avatar anzulegen, registrieren Sie sich unter Gravatar.