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Wie man ein verdammt gutes Unternehmen gründet … und betreibt

Wolfgang Kierdorf (The Black Swan) 26 Juli 2012 Ein Kommentar

Als Berater (TheBlackSwan) und Autor werde ich immer wieder von Unternehmern und Gründern gefragt: “Was sind die zehn wichtigsten Grundsätze, die du mir für den nachhaltigen Aufbau meines Unternehmens mit auf den Weg geben kannst?”

Die Antwort ist leider, dass es mehr als zehn wichtige Grundsätze gibt. [Mein Counter steht derzeit bei ca. 150 Grundsätzen.]

Hier eine kleine Auswahl (ohne eine bestimmte Reihenfolge):

Ein gutes Unternehmen lebt, gerade in der Anfangsphase, vom optimalen Zusammenspiel von Unternehmer/in (Eigenschaften und Fähigkeiten) und Unternehmen (Geschäftsidee und dem Geschäftsmodell).

Einer meiner Top 10 Punkte ist auf jeden Fall:

TOP 1: “Sei mit dir selbst im Reinen, verstehe wie du tickst und warum du tust, was du tust!” [Das "Warum" ist hier einer der wesentlichen Punkte, denn dieser führt in der Folge zur sog. Alleinstellung (USP) des Unternehmens und/oder Produkts.]

Daraus ergibt sich abgeleitet:

TOP 2: “Geht’s dem Unternehmer gut, geht’s dem Unternehmen gut und umgekehrt.” [… oder eben auch nicht!]

Langzeitmotivation und Disziplin sind die nächsten Tops, die mir in den Sinn kommen:

TOP 3: “Egal was du tust, tue es mit Leidenschaft. Nur Leidenschaft für eine Sache kann dich langfristig motivieren und dafür sorgen, dass du auch in schwierigen Phasen nicht das Handtuch wirfst.” [Das gilt für Unternehmen genau so wie für Beziehungen im Allgemeinen.]

TOP 4: “Disziplin ist, neben der Leidenschaft und der Motivation, der Hauptantrieb eines erfolgreichen Unternehmens. Nur derjenige, der Aufgaben zu dem Zeitpunkt erledigt, zu dem Sie erledigt werden müssen, kann langfristig erfolgreich sein.” [Leider sind nur sehr wenige Menschen wirklich diszipliniert! Aber auch um Disziplinmangel auszugleichen, gibt es Tricks!]

Als letzten Punkt im Bereich der unternehmerischen Persönlichkeit (in dieser Top 10, nicht jedoch in meiner Gesamtliste) ist für mich die positive Grundeinstellung mitentscheidend. Ein guter Unternehmer bewegt sich im Raum der unbegrenzten Möglichkeiten und des positiven Denkens.

TOP 5: “Sei Positiv und schränke dein Denken und Handeln nicht durch negative oder begrenzende Glaubenssätze ein. Sag was du willst und du bekommst es meistens auch.”

Wenn wir uns dann in den Bereich des Unternehmens begeben, also die Geschäftsidee, das Geschäftsmodell etc., öffnet sich ein nahezu unendlich weites Feld von Tipps und Tops.

TOP 6: “Mach es nicht für dich, sondern für den Kunden!” ist der nächste Tipp

Hier spielen eine ganze Menge der Grundsätze hinein. Angefangen vom eigenen Wertesystem, das man auf das Unternehmen und auf seine Mitarbeiter überträgt, über das Produkt oder die Dienstleistung, die man verkauft, bis hin zum Fulfillment, also dem, was der Kunde am Ende als seine Erfahrung mit dem Unternehmen verbindet. Das Produkt, das man sich am Anfang ausgedacht hat, ist fast nie das, was später auch wirklich der “Kassenschlager” wird. Und das hat einen guten Grund, nämlich:

TOP 7: “Entwickle mit minimalen Aufwand ein minimales (aber verkaufsfähiges) Produkt und versuche, es zu verkaufen. Verbessere es so lange, bis es sich wirklich verkauft.”

Die meisten Menschen, die zu mir in die Beratung kommen, erwarten, dass ich sofort mit ihnen einen Businessplan schreibe und ihnen € 100.000,- bei einer Bank besorge. Ich sage nicht, dass ich das nicht manchmal auch tue. Aber bei den meisten ist das Geschäftsmodell am Anfang noch völlig unklar. Auf der Basis von “Glauben und nicht Wissen” ein Geschäftsmodell zu entwickeln oder einen Businessplan zu schreiben ist nicht hilfreich, … auf dieser Basis ein Unternehmen zu gründen, schon gar nicht.

TOP 8: “Vergiss alles, was du zu wissen glaubst. Nicht glauben, sondern wissen. Daten Daten Daten!”

Durch einen schnellen Marktstart mit einem kleinen kompakten Produkt habe ich als Unternehmer nicht nur einen erheblichen Teil des Risikos (im Sinne von Zeit und Geld) minimiert, sondern arbeite fortan auch auf der Basis von Echtdaten. Echte Kunden, echte Preise, echte Probleme. Besser kann man ein Produkt für und am Kunden nicht entwickeln.

TOP 9: “Ein Unternehmen ist ein System von Systemen.”

Als Informatiker erkenne ich Muster und Denke in Systemen. Ein System produziert im Idealfall bei identischem Input immer auch identischen Output. Investiere ich also € 100,- für Marketing, muss ich wissen (und nicht glauben), dass ich mehr als € 100,- plus sonstige Kosten, plus Gewinn erwirtschafte. Ansonsten betreibe ich kein Unternehmen, sondern eine Geldvernichtungsmaschine.

Jedes (Sub-)System wie Vertrieb, Marketing, PR, Finanzen etc. funktioniert also am Anfang wie ein Laborexperiment. Man probiert solange, bis man ein wiederholbares, erwünschtes Ergebnis erzielt. Es ist also völlig in Ordnung, eine Zeitungsanzeige zu schalten, auf die niemand reagiert, wenn man hinterher weiß, dass a) niemand darauf reagiert hat und b) man so eine Anzeige sicher nicht noch einmal schalten wird. Es gibt noch mind. 150 andere Wege, an Kunden zu gelangen!

TOP 10: “Jedes Unternehmen sollte von einer Horde dressierter Affen bedienbar sein!”

OK. Das ist vielleicht eine etwas drastische Formulierung für:

TOP 10: “Jedes Unternehmen sollten von einer Horde dressierter Affen bedienbar sein!”

TOP 10 (überarbeitet): “Jedes Unternehmen sollte wie ein Franchisesystem funktionieren.”

Jedes Unternehmen, das ohne den Inhaber funktioniert, ist ein gutes und wertvolles Unternehmen. Auch wenn die Inhaber das eigentlich nicht so gerne hören und sehen … (das korreliert mit dem Spruch “mittelmäßige Leute stellen schlechtere Mitarbeiter ein, gute Leute stellen bessere Mitarbeiter ein”).

Sind die Abläufe in einem Unternehmen gut dokumentiert, sind diese also nachvollziehbar und schnell erlernbar, benötige ich a) kein teures Fachpersonal, sondern suche mir Mitarbeiter, die für meine Idee brennen, statt solcher, die alles besser wissen, b) wird es nie ein Problem bei Unfall, Krankheit oder Tod geben und c) lässt sich solch ein Unternehmen sehr gut verkaufen, denn es zu einer Geldvermehrungsmaschine geworden ist, die auch von anderen wiederholbar betrieben werden kann.

Ein Unternehmen, das als System und ohne seinen Inhaber funktioniert, ist skalierbar und dadurch optimal auf Wachstum vorbereitet. Jeder, der schon einmal versucht hat, ein Unternehmen wachsen zu lassen, kennt die damit verbundenen Herausforderungen.

 Deshalb als Bonus:

TOP 11: “Gib keinen Job ab, den du nicht selbst beherrscht.”

und

TOP 12: “Arbeite an deinem Unternehmen, statt darin!”

TOP 11 und 12 sind die Wachstumstopps, welche nur die wenigsten Selbstständigen schaffen, gleichzeitig unter einen Hut zu bringen. Hierin liegt in späteren Phasen die Herausforderung für den Unternehmer.

Was sind Ihre Erfahrungen? Was zeichnet für Sie ein verdammt gutes Unternehmen aus? Danke für Anregungen hier oder bei unserer Veranstaltung am 09.08.2012 bei Emmas Enkel. Sind Sie schon angemeldet?


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Ein Kommentar »

  • Jessy sagte:

    Den Punkten kann ich nur zustimmen!!!

    Das Konzept von Emmas Enkel ist auch richtig gut. Leider funktioniert es bis dato nur zu 100% im lokalen Raum. Bundesweit gibt es noch einige Umsetzungsprobleme, was die Frischeprodukte anbelangt. Habe auf Netzkonsum.de gerade einen Testbericht diesbezüglich gelesen. (http://netzkonsum.de/2012/07/testbericht-emmas-enkel-uberraschen-mit-multi-channel/)

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