Kirstin Walther: Von Respekt, Freude und glücklichen Kunden
Sie wird gefeiert, wurde mit Unternehmerpreisen ausgezeichnet, mit Lob überschüttet. Zig Artikel sind über sie erschienen, sogar die New York Times hat über sie berichtet. Vorträge, Interviews, Sätze wie: “Das haben Sie sich verdient”… , aber „ich wußte nicht, wie ich damit umgehen sollte, weil ich diese Erfolge nicht mir zuschrieb, sondern Kunden, Fans und Glücksfällen “, sagt sie. Kirstin Walther hat vor acht Jahren die Kelterei Walther ihrer Eltern übernommen und trotz des Erfolgs und der guten Umsätze „habe ich geglaubt, dass ich unfähig bin, ein Unternehmen zu führen“, gesteht sie. Die Zweifel an der Selbstständigkeit nahmen zu, der Druck auch. Inzwischen hat sich Kirstin Walther neu erfunden, zu sich gefunden und hat eine Seite an sich entdeckt, die sie total glücklich macht.
Die menschliche Seite der Chefin
Kirstin Walther verabscheute Preisverhandlungen und das „hard selling Business”. Sie zeigte als Chefin immer ihre menschliche Seite. Aus der Business-Fassadenwelt ist sie ausgebrochen: „Ich weigere mich inzwischen Business-Veranstaltungen zu besuchen, auf denen nur Visitenkarten getauscht werden.“
Respekt, Freude und Spaß an der Arbeit
Die Veränderung. Impulse von außen. Dann hat sie das Buch “Delivering Happiness: A Path to Profits, Passion and Purpose von dem Zappos Gründer Tony Hsieh gelesen. Das gab den letzten Kick, das hat sie motiviert, beflügelt und sie wußte, das will ich! Seit der Lektüre fühlt sie sich in ihrer Meinung über ihr Unternehmen bestätigt: Es geht um Menschen. Um Respekt. Um Freude. Um Spaß. Und darum, die Mitarbeiter und die Kunden glücklich zu machen. „Ich bin der Meinung, dass wir uns diese Zeit, die wir auf Arbeit verbringen, so schön wie möglich machen müssen“, betont sie.
Glückliche Mitarbeiter, glückliche Kunden – eine glückliche Chefin
Das Buch war für sie wichtig, weil sie feststellte, dass es andere Unternehmer gibt, die ähnlich ticken. UND: „Seitdem bin ich viel mutiger geworden, stehe zu mir, höre nicht auf die Meinung anderer und es passieren die unglaublichsten Sachen. Es kommen Kunden, die genau zu uns passen und uns sagen, dass Sie mit uns arbeiten wollen, weil die menschliche Seite stimmt. Andere Kunden schicken uns Geschenke! Oder freuen sich, weil man ehrlich sagt, wenn man Mist gebaut hat“, erzählt sie freudig. Kirstin Walther nennt sich seitdem schmunzelnd: CEHR* der Kelterei Walther – *chief executive happiness researcher. Der ganze Beitrag von Kirstin -hier...)
Aber worum geht es in dem Buch „Delivering happiness“?
Hier der Artikel aus der „Saftpresse“, den wir übernehmen.
Das amerikanische Unternehmen Zappos wurde 199 gegründet und verkauft über das Web Schuhe und Modeartikel. Das Unternehmen hat sich einen Namen gemacht, weil es den Kunden „Happiness“, also Glück, und Zufriedenheit übermittelt. Der Zappos Kundenservice ist genial und sucht im Zeitalter des Onlinehandels seinesgleichen. So arbeiten die Mitarbeiter im hauseigenen Callcenter, sind am Telefon freundlich, menschlich und individuell und weil es keine Vorgaben gibt, kann sich der Mitarbeiter alle Zeit der Welt für ein Telefonat nehmen. Das ist ein Faktor der Zappos-Mentalität, der bei den Kunden oft ein „Wow“ Reaktion auslöst. Das Callcenter ist über eine kostenfreie Rufnummer 24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche erreichbar. Sollte ein Artikel aus dem Onlineshop einmal nicht verfügbar sein, helfen die Mitarbeiter den Kunden, das gewünschte Produkt bei einem Mitbewerber zu finden und zu bestellen. Damit geht Zappos hin und wieder eine Bestellung verloren, aber der gute Service bleibt dem Kunden im Gedächtnis und spricht sich herum. Dass Zappos seine Ware kostenfrei versendet, verwundert kaum noch.
Positive Unternehmenskultur
Grundlage für den Erfolg von Zappos ist ein einfaches Prinzip: Fühlen sich die Mitarbeiter wohl, sind sie motiviert und kreativ, wirkt sich das positiv auf die Kommunikation mit den Kunden aus. Deshalb forciert Zappos eine Unternehmenskultur, die Identifikation mit der Arbeit und vor allem den Spaß daran vermittelt. Ausdruck dessen ist u. a. die Außendarstellung von Zappos. Hier steht das „Storytelling (engl.: Geschichtenerzählen) im Mittelpunkt. Die Mitarbeiter veröffentlichen jedes Jahr in einem sogenannten „Kulturbuch“ die schönsten, spannendsten, lustigsten und verrücktesten Geschichten aus dem Firmenalltag. Verrücktheit spielt im Unternehmen übrigens eine zentrale Rolle.
Verrückte Mitarbeiter
So verwundert es dann auch nicht, dass künftige Mitarbeiter schon beim Vorstellungsgespräch ihren ganz persönlichen Grad an „Verrücktheit“ auf einer Skala von 1 bis 10 angeben müssen. Dass bei Zappos sehr auf Offenheit, Ehrlichkeit und ein gelungenes Miteinander gesetzt wird und man sich im Unternehmen des Erfolgs dieser Strategie bewusst ist, zeigt auch ein anderes Beispiel: So werden künftige Kundendienstmitarbeiter einen Monat lang geschult, um die Arbeit, die Abläufe, aber auch den Zusammenhalt und das gewisse „Zappos-Etwas“ kennenzulernen. Um die Loyalität der neuen „Zappojaner“ zu prüfen, werden jedem Absolventen dieser Einführung 2.000 Dollar angeboten, sollte er den Job doch nicht antreten. Doch fast alle Jobanwärter lehnen dieses Angebot ab und treten in den Dienst des Unternehmens.
Spaß und Freude am Arbeitsplatz
Wenn man einmal einen Blick in die Zentrale von Zappos und die einzelnen Abteilungen geworfenhat, weiß man auch, warum: Dort sieht es aus wie in einem riesigen Vergnügungspark für große Kinder und Kind gebliebene Erwachsene. Es fängt damit an, dass die Mitarbeiter regelrecht dazu aufgefordert werden, nicht nur private, sondern auch abstruse, verwunderliche und witzige Dinge an ihrem Arbeitsplatz zu horten. Dies hat eine unheimlich belebende Wirkung auf das Arbeitsklima und hebt die Individualität jedes Einzelnen hervor. Außerdem lernen sich die Kollegen so viel besser richtig kennen und haben von Anfang an Gesprächsstoff. Danebenist jede Abteilung nach einem individuellen Thema wie zum Beispiel „Urwald“ gestaltet und es stehen allen Mitarbeitern Schlafräume, Ärzte, eine Bücherei und kostenloses Essen zur Verfügung.
Zusammengehörigkeitsgefühl
Der Unternehmensführung ist das Zusammengehörigkeitsgefühl der Mitarbeiter ungeachtet der Aufgabenbereiche oder Hierarchien extrem wichtig. So sind alle „Zappojaner“ nicht nur angehalten, während ihrer Arbeitszeit auch mal zu faulenzen, sondern auch die Manager müssen einen Teil ihres Dienstes im Team zubringen – unproduktiv, versteht sich. Das alles ist natürlich nicht nur reine Spinnerei oder der verkrampfte Versuch, anders zu sein.
Eine Erfolgsgeschichte
Hinter dem „Wahnsinn“ steckt Methode: Ein aktives und ein offenes Miteinander fördert Kreativität und Wachstum. Nur gut gelaunte Servicemitarbeiter können letztlich das frische Bild von Zappos gegenüber den Kunden verkörpern. Dass die Idee tatsächlich funktioniert, beweist das Unternehmen mit seiner unglaublichen Erfolgsgeschichte bereits seit 13 Jahren. Es konnte bereits zehn Jahre nach seiner Gründung einen Umsatz von circa einer Milliarde Dollar erzielen. Heute beschäftigt Zappos über 1.500 Mitarbeiter und führt seine außergewöhnliche Unternehmenspolitik auch unter dem Dach des Online-Versandhauses Amazon weiter.









Liebe Elita,
ich bin begeistert, wenn ich lese, dass es Firmen gibt, die eine solche Firmenkultur haben und sie auch wirklich leben. Es ermutigt mich auch, diese Art des Miteinanders in Firmen noch mehr zu forcieren.
Ich bin ja schon lange davon überzeugt, dass man beim Arbeiten Spaß haben soll, sich auch mal das ein oder andere Schwätzchen oder einfach mal eine schöne Pause nach intensivem Arbeiten gönnen sollte. Danach ist man doch wieder viel frischer und engagierter. So ein Arbeiten ist einfach menschlicher.
Herzliche Grüße
Beatrice
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