Klar, Fehler macht keiner gern. Aber ohne Fehler können wir nicht lernen. Das Problem liegt in unserer Angst vor Fehlern oder anders ausgedrückt, in unserer kulturellen Hypnose, wie ich unsere schulische Erziehung gern nenne.
Hand aufs Herz, wie fühlt Ihr Euch, wenn Ihr merk, dass Ihr etwas nicht wisst oder nicht könnt? Wenn ich diese Frage meinen Seminarteilnehmern stellen, antworten über 95 % mit „schlecht, blamiert, unwohl …“. Sie verbinden damit also negative Gefühle. So ist uns das in der Schule schließlich beigebracht worden. Wenn wir etwas nicht wussten, gab es eine Fünf.
Kein Wunder, dass bei diesen Gefühlen immer wieder versucht wird, die Schuld auf andere zu schieben oder den Fehler zu vertuschen. Dabei brauchen wir die Erkenntnis, wie etwas nicht funktioniert, um daraus zu lernen. Stellt Euch vor, Ihr habt wieder einmal etwas falsch gemacht und Eure Mitmenschen hauen Euch voller Begeisterung auf die Schulter und jubeln: „Super, jetzt haben wir wieder eine Möglichkeit mehr entdeckt, wie es nicht funktioniert. Danke für Deinen Mut, danke für Deine Risikobereitschaft. Danke, dass Du vorgeprescht bist und mich an Deinen Erfahrungen teilhaben lässt. Lass uns gemeinsam überlegen, was wir daraus lernen können und wie wir diesen Fehler das nächste Mal vermeiden könnten.“
Kaum vorstellbar? Ja, aber denkbar wäre es schon. Und bis unsere Umwelt sich in diese Richtung weiterentwickelt hat, können wir zumindest selbst anfangen, uns für unseren eigenen Mut und unsere eigene Risikobereitschaft zu loben und zu belohnen.
Wenn wir das Fach Lernen in der Schule gehabt hätten, wäre unser Mut zu Fehlern wahrscheinlich größer. Genau diesen Mut brauchen wir aber, um uns neuen Situationen zu stellen. Um neue Erfahrungen zu machen.
Mutig sein bedeutet, Fehler zu machen und zu ihnen zu stehen. Damit bleiben wir proaktiv und handlungsfähig. Die Alternative wäre eine Lähmung, aus der Angst etwas falsch zu machen.
Was gäbe es in 2009, vor dem Ihr Angst hättet. Wofür Ihr Mut bräuchtet, um es anzufangen und auszuprobieren? Was könnte schlimmsten Falls schief gehen? Und was könntet Ihr daraus lernen, wenn Ihr es doch wagt?
Und was wäre, wenn Ihr aus dem Mut auch einmal Fehler in Kauf zu nehmen, eine erfolgreiche Gewohnheit macht? Ich bin gespannt auf Eure Antworten.
Dies ist übrigens der vierte Schritt der kleinen siebenteilige Serie für ein erfolgreiches Jahr 2009, die ersten drei Schritte gab es hier, hier und hier. Den fünften Schritt verrate ich Euch morgen.