Archiv für die 'Chefsache' Kategorie

TED: Inspiration für Innovatoren und Querdenker

2010-02-26, von Gabrielle Klawitter

Danke, daß wir eine Woche in Ihrem Blog zu Gast sein durften!

Danke an Frau Wiegand, die uns eingeladen hat, damit wir unsere gemeinsame Begeisterung für TED an Sie weitergeben konnten.

Gut Ding will bekanntlich Weile haben. Und die Amerikaner haben uns schließlich zwanzig Jahre voraus, um TED zu kennen und schätzen.

Vielleicht hatten auch noch nicht alle von Ihnen die Zeit und Muße, sich von einem TED-Talk mitreissen zu lassen.

Wir würden uns freuen, wenn Sie am Wochenende 18 Minuten investieren können, um sich inspirieren zu lassen!

TED Talks

Wenn Sie TEDxMunich und die herausragenden Speaker = Astro-Physiker, US-Filmemacher, weltberühmte Designer usw. live erleben wollen, können Sie sich auf der Website bewerben: TEDxMunich

und selbstverständlich freuen wir uns über einen Austausch über twitter und facebook.

Lassen Sie uns und die Welt wissen, was Sie interessiert und inspiriert!

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Denken Quer-DENKER anders?

2010-02-25, von Gabrielle Klawitter

Ein Blick in Ihren Kopf und Ihre Querdenker-Inspiration des Tages:
Wir hoffen, daß wir in dieser Woche Sie – als Innovations-Experten und Querdenker -zu TED-Fans machen.
Oder sind Sie das bereits?
Wie wurden Sie zum TED-Fan?
Weltweit werden Millionen TED-Talks abgerufen.

Ted talks:

Professoren nutzen TED-Talks für Ihre Vorlesungen.
Kreative und Enterpreneure lassen sich inspirieren.
Wie wurden Sie zum TED-Fan? Welche Talks haben Sie am meisten beeindruckt, beeinflusst, inspiriert?

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Was macht der denn sonst noch so?

2010-02-24, von Gabrielle Klawitter

Wir stellen Ihnen heute einen der TEDxMunich-Speaker vor, der für Sie als Querdenker-Community interessant ist:
Dr. Michael Tobias

ist ein Ökologe, Anthropologe und Dokufilmer, der seit seiner Kindheit sich um den Erhalt von Flora und Fauna gekümmert hat. Er ist der President der Dancing Star Foundation, die sich unter anderem um den Erhalt wichtiger ökologischer Schutzgebiete kümmert. Tobias hat mehr als 35 Bücher veröffentlicht und mehr als 100 Filme gedreht – TV Serien, Dramen und Dokufilme, alle im Zusammenhang mit seiner höchst komplexen und anspruchsvollen Arbeit unter Einbindung von Ökologie, Kultur, Kulturgeschichte, Anthropologie, ethischen und philosophischen Gesichtspunkten.
Filme:
Hot Spots – Rettung der am meisten gefährdeten Arten der Erde
No vacancy – die Bevölkerungsexplosion und ihr Einfluss auf die Umwelt
Mad cowboy  - BSE und die Tragik der industriellen Landwirtschaft und Verletzung der Tierrechte
uvm.

Weitere Speaker :
  • Marije Vogelzang – Eating Designerin aus den Niederlanden
  • Dechen Shak Dagsay – Tibetische Musikerin aus der Schweiz
  • Jim Sanborn – Künstler aus den USA
  • Abigail Disney – Filmproduzentin, Philantropist
  • Chris Bangle – ehemaliger Chefdesigner für BMW, Fiat
Als Innovativ-in-Blogger haben Sie EXKLUSIV die Chance, daß Sie mehr erfahren als die „offizielle“ Vita!
- Was interesssiert Sie brennend zu Speakern wie Dr. Michael Tobias, Marije Vogelzang, Dechen Shak Dagsay, Jim Sanborn?

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Womit wollen SIE die Welt bewegen?

2010-02-23, von Gabrielle Klawitter

Manchmal reicht ein Impuls (und Durchhaltevermögen bis zum Tipping Point). Unsere Empfehlung für Ihre Dienstags-Inspiration: “The other way of following first” Derek Sivers/Andrew Dubber on leadership (Derek Sivers hat einen 3 Minuten TED talk mit standing ovations gehalten)

Bei TEDxMunich könne Sie mit den besten Vordenkern der Welt diskutieren und Impulse in die Welt bringen, durch unseren live blog und Think Tank am 7. Juni. ‘The Value Web’ sind DIE Think Tank Experten, die bereits die Gedanken der World Leader im WEF in Davos jedes Jahr in die richtigen Bahnen lenken.

Womit wollen Sie die Welt bewegen?

Das TEDxMunich Thema 2010: Changing Energy-dream.discover.design

Was bewegt Sie persönlich?

Welchen Themenschwerpunkt würden Sie im Think Tank diskutieren?

Welche Impulse wollen Sie geben?

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TEDxMunich – wir inspirieren Deutschland mit TED

2010-02-22, von Gabrielle Klawitter

TED inspiriert seit Jahren Kreative und Macher aus den Bereichen Technologie, Entertainment und Design. Die Teilnehmer der Konferenzen in Long Beach und Oxford sind ausgesuchte Macher, Vordenker und inspirierende Vorbilder, die durch die TED Talks mittlerweile die Welt durch das Internet erobern.

Das Konzept von TED, wie man innovative Macher zusammenbringt, um die Welt mit neuen Ideen zu inspirieren, hat uns so begeistert, dass wir Chris Anderson kontaktet haben. Wir wollen TED Global nach Deutschland holen!  Mit TEDxMunich haben wir die Lizenz und die Verantwortung von TED bekommen, den inspirierenden Spirit hier zu verbreiten. Und das nehmen wir sehr ernst. Jedes Jahr wird unsere Konferenz wachsen, mit mehr Speakern und Teilnehmern, bis wir die Grösse von TED Global in Oxford erreicht haben.

Als Novum haben wir einen Think Tank mit ‘The Value Web‘ eingeführt, den es bei der TED Mutter in Long Beach vorher noch nicht gegeben hat. Damit schaffen wir einen Mehrwert für die Speaker und Attendees und zapfen die einzigartigen Hirne der Experten an, um neue Projekte ins Leben zu rufen.

The Value Web sind die Think Tank Experten des World Economic Forums in Davos, die alleine in diesem Jahr 40 Think Tank Sessions während des WEF abgehalten haben.

Besonders begeistern ungewöhnliche Experten bei TED, wie der  jüngster TED speaker dieses Jahr in Long Beach, die zwölfjährige Adora Svitak eingeladen.

Interview mit Adora

adora svitak

Sie ist Buchautorin, Lehrerin und Dichterin – und hat mit 7 Jahren ihr erstes Buch veröffentlicht.

Adora ist eine echte Inspiration für Kinder und dabei total unkompliziert!

Wir sind noch auf der Suche nach ähnlich inspirierenden ‘Youngsters’ in Deutschland, die wir gerne zu TEDxMunich einladen würden.

Kurze Anmerkung: Falls Sie sich wundern, dass der Link zu TEDxMunich nicht funktioniert, sei kurz erklärt, dass die Website auf einen anderen Server umgestellt wird. Müsste morgen wieder klappen. Sorry..

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TED inspiriert die Welt

2010-02-21, von Elita Wiegand

Jeder kennt die langatmigen 90 Minuten Vorträge, die gefühlte 3 Stunden dauern. Da klammern sich Redner am Pult fest, lesen ihren Vortrag im eintönigen Sing-Sang ab, dazu 30,40, 50 Folien vollgepackt mit Zahlen und Fakten. Typisch deutsch? Es geht doch auch anders…

TED: Ideas worth spreading
Wir wollen Vorträge, die inspirieren, bewegen, mitreißen. Es gibt sie, die WOW-Vorträge, die inzwischen legendär sind: „TED – Ideas worth spreading“.

ted1

 

Einmal im Jahr treffen sich in Kalifornien außergewöhnliche Persönlichkeiten, die ungewöhnliche Ideen vorstellen. Ideen, die die Welt ein bisschen besser machen, Ideen, die uns in die Zukunft führen, die globale Probleme lösen, Bestehendes auf den Kopf stellen und Blickrichtungen ändern. 

Inzwischen schauen sich Millionen die Vorträge im Web an. Mehr als 1000 Gäste sind live dabei und wer die TED-Talks erleben will, muss sich bewerben und zahlt zwischen 3.000 und 6.000 US-Dollar.

Brilliante Reden
Die TED Conference ist gespickt mit Reden, die ein brillantes Storytelling mit treffsicheren Pointen ausmachen. 18 Minuten dauert jeder Vortrag. Hirnforscher, Quantenphysiker, Sportler, Designer, Filmemacher und selbst trockene Wissenschaftler schaffen es, Erkenntnisse so zu präsentierten, dass die Gäste gebannt zuhören. Jeder TED Speaker fesselt das Publikum, redet auf den Punkt, gestaltet den Vortrag spannend, mit Dramaturgie, da sitzt jeder Satz, bleibt in Erinnerung, fasziniert.

Dass die Gäste während der Konferenz mit herausragenden Persönlichkeiten wie Bill Clinton, Bill Gates, Jane Goodall, Frank Gehry, Paul Simon, Sir Richard Branson, Philippe Starck und Bono in einen direkten Dialog treten können, ist das Sahnehäubchen obendrauf.

TEDx  demnächst in München 
Gabrielle und T. Sonny Klawitter wollen die TED-Magie in Deutschland verbreiten. TEDx Munich wird mit der ersten Konferenz am 7. Juni 2010 im Münchner BMW-Museum starten. Der Schwerpunkt ihrer Konferenz: “Changing energy: dream. discover. design”.

Wir begrüßen unsere Gastblogger

gabrielleklawitter

sonny-klawiiter

 

Am Montag begrüßen wir Gabrielle und Sonny T. Klawitter bei uns als Gastblogger. Die beiden Powerfrauen werden uns eine Woche lang Einblicke geben, über Hintergründe berichten und uns mit dem TED-Virus anstecken.

 

Herzlich willkommen! Wir freuen uns auf eine spannende Woche.

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Spinner-Gewinner

2009-09-14, von Anke Meyer-Grashorn

Herzlichen Glückwunsch an die drei Gewinner meines Buches “Spinnen ist Pflicht – Querdenken und Neues schaffen”. Und vielen Dank an alle, die mitgemacht und Kommentare geschickt haben. Die Spinner-Gewinner sind:

  • Michael Lalk
  • Biggi Mestmäcker
  • Ludger Freese

Herzlichen Glückwunsch!  Die Bücher werden an Sie verschickt. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen und gute neue Ideen.

Ihre Anke Meyer-Grashorn

 

P.S. Das Buch wird in den nächsten Tagen verschickt. Gerne auch mit persönlicher Widmung. Bitte mailen Sie dazu Ihre Namen an anke@freiheit.de.

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Was uns bewegt: Gemeinsam Zukunft nachhaltig gestalten

2009-09-11, von Moritz Avenarius

Nach einer Woche des gemeinsamen Bloggens von Ole Wintermann und mir stellt sich vielleicht so mancher die Frage, welcher rote Faden die Texte miteinander verbindet? Es ist die Forderung nach der Erreichbarkeit der Souveränität der Bürger gegenüber den Organisationen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Unternehmen, wissenschaftliche Institutionen und als auch Parteien sind für die Menschen da. In unserem Alltag wird dies oft nicht eingelöst. Wer kennt nicht den Ärger mit Telekommunikationsunternehmen oder der örtliche Verwaltung bezüglich unnötiger kleiner Probleme? Mit den neuen webbasierten Kommunikationsmitteln hat nun der Einzelne gegenüber diesen großen Institutionen wieder die Möglichkeit, in seiner souveränen Rolle selbstbewusst aufzutreten und die weitere gesellschaftliche Entwicklung – abseits von tradierten Eliten – mitzubestimmen.

Wer besitzt die Entscheidungsmacht?

Eine zentrale Frage, die mir immer wieder bei der Vorbereitung eines BarCamps von den beteiligten Akteuren gestellt wird, ist nach dem Auswahlprozess für die Tagesordnung, bzw. “… wer denn auf solche einer Veranstaltung eine Session halten dürfe”. Meine Antwort: Eine Session kann jeder Teilnehmer vorschlagen, hierin sind alle Anwesenden gleichberechtigt. Die Entscheidung, welche Vorschläge relevant sind, fällen dann alle anwesenden Teilnehmer eines Camps gemeinsam. Das kann in der Praxis bedeuten, dass eine Session nur mit z.B. fünf Teilnehmern gehalten wird, während parallel an einer andere 95 Menschen teilnehmen.

Anders formuliert: Ein BarCamp gehört allen Campteilnehmern – und damit auch die Inhalte und das Wissen, welche dort geteilt und gefunden werden. Damit dies funktioniert, braucht es vor allem Vertrauen in die Souveränität jedes einzelnen wie auch in die “Weisheit der Vielen”. Diese Art des Vorgehens ist in unserer durch hierarchisch-geprägten Institutionen und Entscheidungsabläufen strukturierten Gesellschaft immer noch eher die Ausnahme. Das diese Form des im besten Sinne “Selbstregierens” heterogener Gruppe hervorragende Resultate, speziell im Bereich der Wissensproduktion, generiert, zeigt sich etwa im Erfolg der Wikipedia.

Was im Kleinen funktioniert, kann Vorbild sein für die Abläufe im Großen

Warum brauchen wir heute solche partizipativen Entscheidungsprozesse? Wir benötigen sie zur Bewältigung der wahrhaft großen Probleme, die uns z.B. mit dem Klimawandel, der Migration und der weltweiten Armut – nur um einige Themen des anstehenden GlobalFutureCamps zu nennen – gegenüber stehen. Aus unserer Sicht stellt daher ein solche Veranstaltung derzeit eine der spannensten Formate dar, um diese basisdemokratische Erarbeitung von Wissen und das Herbeiführen von Entscheidungen zu befördern.

Ole Wintermann hat in seinem vorangegangenen Beitrag sehr treffend über die aktuelle Vertrauenskrise in den tradierten Institutionen aus Wirtschaft und Politik gebloggt und die Frage ausgeworfen, auf welche Art und Weise diese überwunden werden könnten. Für mich bieten BarCamps eine Möglichkeit, konkret solch partizipative Gruppenentscheidungen zunächst “im Kleinen” auszuprobieren und darauf aufbauend weiter zu entwickeln, um sie in die “großen” gesellschaftlichen Abläufe, Institutionen und Organisationen zu transferieren. Dies ist auch der Kern des FutureCamps: Welche Fragen und Antworten bewegen uns als “gemeine” Mitglieder der Gesellschaft im Hinblick auf die globalen Zukunftsherausforderungen unser Zeit? Und wie können wir gemeinschaftlich unsere Entscheidungssouveränität ausüben, um das Leben in dieser einen Welt nachhaltig zu gestalten? Ich bin gespannt auf die gemeinsamen Findungen.

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Ein Ausweg aus der Krise: Partizipation, Transparenz und Konsistenz ernst nehmen

2009-09-10, von Ole Wintermann

Vertrauen ist verloren gegangen – und jetzt?

In den letzten Wochen wurde in den Medien viel über Vertrauen geschrieben, dass durch die Finanzkrise entweder innerhalb von Institutionen, aber auch und gerade zwischen vielen Marktakteuren verloren gegangen ist. Aber auch das Fehlen von Vertrauen habe erst die Finanzkrise ermöglicht. Wenn aber Vertrauen als Mechanismus der Komplexitätsreduktion verstanden wird, welche nötig ist, um in einer sozial komplexen Welt überhaupt interagieren zu können, so müsste dies – so die These denn richtig ist – weit reichende Konsequenzen für die Zukunft haben.

Vor kurzem erst hat der Psychoanalytiker Horst-Eberhard Richter auf die Bedeutung des Vertrauens für die Gestaltung regulierender Institutionen hingewiesen. Die Marktwirtschaft werde nicht einfach sozial, so Richter, weil man sie so nenne, sondern nur, wenn das Soziale durch die an der Marktwirtschaft beteiligten auch gelebt würde. Diese Sichtweise folgt der soziologischen Logik, wonach Normen institutionalisierte Werte darstellen. Dabei sollte allerdings nicht vergessen werden, dass diese Diskussion, die auch mit Werten zu tun hat, nicht wirklich neu ist. Wenn demnach die Krise des (Finanz-)Systems nicht nur – wie gegenwärtig diskutiert – in mangelnder Regulierung gründet, sondern tiefer liegende Ursachen hat, die in zwischenmenschlichen abstrakten und konkreten Beziehungen zu verorten sind, so muss kritisch hinterfragt werden, ob neues Vertrauen einfach (wieder-)hergestellt werden kann (so es dies vorher tatsächlich im globalen Kontext gab). Dies ist wohl eher nicht anzunehmen.

Die Krise erfordert “richtige” Entscheidungen – funktioniert das?

Vertrauen in unmittelbaren zwischenmenschlichen Beziehungen, wie auch abstrakte und globale Handelsbeziehungen (die auf Dauer nicht ohne Vertrauen auskommen) setzen ein gewisses Maß an Transparenz und Konsistenz zwischen Reden und Handeln voraus. Wir leben aber in einer (ökonomischen und politischen) Welt, in der die Komplexität der Wechselbeziehungen sowie die dynamisch anwachsende Informationsmenge über eben diese Tatsache und die inhaltlichen Auswirkungen dieser Komplexität gerade die Verlässlichkeit bisheriger Beziehungen in Frage stellen. Was heute als wahr gilt, muss morgen nicht auch noch im gleichen Ausmaß wahr sein (die Umweltfreundlichkeit der Energiesparlampe sowie raps- oder maisbasierter Kraftstoffe können eben doch nur mit der Inkaufnahme negativer externer Effekte erreicht werden). Das bedeutet aber auch, dass politische und wirtschaftliche Entscheider heute plötzlich vor dem Hintergrund eines relativ kurzfristig veränderten/gewandelten Wissensstandes an ihren dann scheinbaren Fehlentscheidungen von gestern (die auf Grundlage anderer Informationen getroffen wurden) gemessen werden. Die populistische Darstellung eines solchen Vergleichs steht dem grundsätzlichen Problem konsistenter Entscheidungen aber nicht im Wege. Damit stellt sich die Frage, ob überhaupt noch „richtige“ Entscheidungen von politischen oder wirtschaftlichen Akteuren getroffen werden können?

Transparenz und Partizipation bieten einen Ausweg

Einen Ausweg aus diesem Entscheidungsdilemma bieten internet- oder intranetbasierte Partizipationsformen. Sie bieten die Möglichkeit der Nachvollziehbarkeit bezüglich des Inhaltes und des Zustandekommens einer Entscheidung. Der gestiegenen Komplexität kann damit begegnet werden, dass die informative Grundlage einer Entscheidung von mehr Menschen als bisher gemeinsam erarbeitet wird. Die proaktive Hinzunahme von möglichst vielen (kritischen) organisationsinternen Stimmen vermindert die Wahrscheinlichkeit nachträglicher kritisch-externer Stimmen. Dies gilt sowohl für die bloße Informationsbeschaffung als auch im Sinne einer vorweg genommenen Einwandsbehandlung. Transparenz fördert nicht nur den Wettbewerb, sie hilft auch, Personen mit ihren Ideen zu berücksichtigen, die vor Anbruch des Internetzeitalters durch fehlende Mitgliedschaften in den entsprechenden Gremien oder Interessenorganisationen überhaupt keine Möglichkeit gehabt haben, sich an (organisationsin- und externen) Entscheidungsprozessen zu beteiligen.

Folgen für traditionelle Rollenverständnisse?

Aber auch für den nächsten Schritt – die Entscheidung auf Basis einer breiteren Informationsgrundlage und der vorweg genommenen Einwandsbehandlung – gilt, dass die Glaubwürdigkeit des Entscheiders – und damit das in ihn gesetzte Vertrauen – auf Dauer nur dann steigt, wenn die Entscheidung eben genau auf diesen Informationen basiert und durch sie gerechtfertigt wird. Die Entscheidung muss sich quasi zwangsläufig und logisch aus dieser Informationsbasis und den auf diese Weise entwickelten Zielvorstellungen ergeben. Dadurch erhöht sich auch die Legitimität der Entscheidung (auch wenn sie sich später infolge einer neuen Informationslage als falsch herausstellen sollte). Wird durch den Entscheider eine Lösung bevorzugt, die dieser Logik nicht folgt, so muss er im Nachhinein eine informelle Rechenschaft fürchten, insbesondere dann, wenn das Ziel nicht erreicht wurde. Das in ihn gesetzte Vertrauen würde schwinden und im Weberschen Sinne die Autorität erodieren lassen.

Irritierende Fragen für das (Global) Change Management

Was bedeutet dies aber für gewachsene hierarchische Strukturen in Politik und Wirtschaft? Wieso sollte sich der vermeintlich„nicht-entscheidungsrelevante“ Bürger in – bezüglich der Entscheidungsfindung – tradierten Institutionen stärker im Vorwege beteiligen, wenn ihm dies langfristig nicht mehr Nutzen brächte? Erhöhen sich durch dieses ganz neue Maß an Transparenz und Gebundenheit an die sachliche Begründung von Entscheidungen nicht auch die Kontrollmöglichkeiten, die die Bürger, Arbeitnehmer und Kunden gegenüber Entscheidern haben? Können relevante Akteure dann zukünftig noch unabhängig von Sachfragen und Prozessen der Entscheidungsfindung handeln? Erleidet unsere Demokratie wirklich einen Schaden, wenn durch einen Volksentscheid auf Papier nicht nur mit ja/nein gestimmt werden kann, sondern sich der Bürger weitaus differenzierter mit Verbesserungsvorschlägen einbringen kann? Wir sollten den Bürgern in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft endlich mehr Zutrauen entgegen bringen.

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Vom Glück der zweiten Chance

2009-09-09, von Moritz Avenarius

Aus Fehlern lernen gilt immer noch als eine der Königsdisziplinen auf dem schwerem Weg zu neuen Ideen und eigenen Verhaltensänderungen. Aber Hand aufs Herz: Wann – und mehr noch: wo – konnten Sie das letzte Mal wirklich so richtig einen Fehler machen, um dann im unmittelbaren Anschluss darüber lernorientiert zu reflektieren. Und im besten Fall gar die Chance zu haben, das so neu gelernte gleich auszuprobieren und anzuwenden. Solche Gelegenheiten sind leider rar gesät, vor allem in einer Geschäftswelt, die durch den Drang nach schnellen Erfolge und hohem Leistungsdruck geprägt ist.

BarCamps bieten Lernfreiräume

Eins meiner positivsten Erlebnis in Sachen Lernen aus Fehlern passierte im Oktober 2008 auf dem BarCamp Berlin3. Es war mein 2. Camp an dem ich mitmachte, und mit über 600 Teilnehmern war es eines der größten in Deutschland überhaupt. Gleich am ersten Tag faste ich mir ein Herz und bereitete meine erste Session vor, getreu dem Motto: „Erfahrung macht klug“. Ich wollte einen Vortrag halten über mein Spezialgebiet ‘Szenarioentwicklung und -anwendung für weitreichende strategische Entscheidungsprozesse’. Emsig bastelte ich PowerPoint-Slides zusammen, übersetzte gar noch schnell ins Englische, da viele internationale Teilnehmer vor Ort waren. Zu Beginn war meine Session ganz gut besucht mit etwa 30-40 Zuhörern. Mit vollem Elan trug ich vor, zeigte ein Slide nach dem anderen. Um dann nach gut 10min feststellen zu müssen, dass sich die Reihen vor mir deutlich lichteten … Abstimmung mit den Füßen, die campübliche unmittelbare Rückmeldung der eigenen Relevanz. Deutlich angespannt brachte ich schließlich meinen Vortrag zu Ende in der vorgesehen Sessionzeit von 45min.

Erst frustriert, dann motiviert

Es waren noch ein paar Interessenten im Raum geblieben – und ich deutlich frustriert über die recht zurückhaltende Resonanz. Doch dann nahm mich einer der alten BarCamp-Recken Stefan P. Roos zur Seite, klopft mir anerkennend auf die Schultern und sagte (sinngemäß): „Gut gemacht Junge, gleich eine eigene Session gegeben auf Deinem ersten großen Camp. So macht man das, weiter so. Nur, beim nächsten Mal kürzt Du Deinen Vortrag auf 10min und nutzt den Rest der Zeit, um die Anwesenden mitreden zu lassen. Du bist sicher nicht der einzige hier, der was zu dem Thema zu sagen hat.“ Das saß, denn ich war tatsächlich blind davon ausgegangen, dass ich der Experte im Raum auf dem Gebiet sei.

Nun hatte ich meine Lektion gelernt. Was aber noch viel besser war, ich konnte am 2. Tag des Camps mein neues Wissen anwenden. Ich gab eine Session, die ganz auf Interaktion angelegt war. Als begeisterter Improvisationtheaterspieler zeigte ich meinen Teilnehmern, wie wir gemeinsam mit nur sieben Sätzen eine einfache Geschichte erzählen mit Held, Helfer, Problem und Lösung. Alle hatten 45min lang viel Spaß – und ich diesmal deutlich mehr und positive Rückmeldungen als bei meinem ersten Versuch am Tag zuvor.

Und bei Ihnen?

Also, wann konnten Sie das letzte Mal in ihrem Berufsalltag so richtig etwas falsch machen, ohne dabei gleich in den Boden versinken zu müssen? Und wo hatten Sie die Chance zeitnah hieraus zu lernen und es anschließend besser zu machen?

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