Wir haben die Wahl und dürfen einen Kandidaten vorschlagen und unsere Favoriten wählen. Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis erstellt erstmals eine Liste mit “Deutschlands Köpfe der Nachhaltigkeit”. Wieso zum Beipiel Ursula von der Leyen für den Nachhaltigspreis vorgeschlagen wurde, leuchtet mir nicht so ganz ein. Prof. Götz W. Werner hätte den Preis verdient.
Mit auf der Liste sind aber auch beispielsweise vertreten:
“Politiker benehmen sich wie Junkies, die süchtig sind und immer mehr wollen“, sagte kürzlich Meinhard Miegel in einem Interview zu seiner Anklageschrift „Exit“- Wohlstand ohne Wachstum“.
Miegel nennt sie „Wachstumsfetischisten“. Gemeint ist zum Beispiel Wirtschaftminister Rainer Brüderle. Kaum zieht der Export an, kaum steigen die Investitionen und lassen das Bruttoinlandsprodukt um 2,2 Prozent in die Höhe schnellen, wirkt die Droge und wie benebelt, stößt Brüderle ein Freudenschrei aus: „Wir erleben derzeit einen Aufschwung XL!“ Auch Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer gehört zu den Junkies, die süchtig nach Wachstum gieren. Er beschwört ein Sommermärchen herauf. Wie bitte? Hat er “Sommermärchen” gesagt?
Die Wachtums-Lüge Die materielle Wohlstandsvermehrung wirkt wie ein Sog, die Sucht ist verbreiteter, als man denkt. Dabei hatten bereits in den 70er Jahren Autoren wie Dennis Meadows, Hoimar von Ditfurth oder Herbert Gruhl zu einem Entzug geraten. Bücher wie „Die Grenzen des Wachstums“ „So lasst uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen“ oder „Ein Planet wird geplündert“ zeigten klar auf, wohin die Gier führt und wie sich die Abhängigkeit negativ auswirken wird.
Die Mahner sind verstummt oder bei den Grünen gelandet. Die Kritiker konnten jedenfalls den Siegeszug des Kapitalismus nicht stoppen. Noch mehr Autos, noch mehr Urlaub, noch mehr Luxus.
Hat uns der Konsum glücklicher gemacht? Oder besinnen wir uns gerade darauf, dass man Glück nicht kaufen kann? Ein aktueller Artikel in der Zeit trägt die Überschrift „ Die Deutschen zweifeln am Kapitalismus.“ Na endlich bewirkt die Krise ein Umdenken, erkennen wir, dass Werte wichtig werden. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung belegt, dass die Deutschen nachdenklicher und wachstumskritischer geworden sind. Den Menschen geht es um nachhaltiges Wachstum, um den Schutz der Umwelt, um den sozialen Ausgleich in unserer Gesellschaft. Und viele wünschen sich eine neue Wirtschaftsordnung. Das macht Mut!
Denn: Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluß vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, daß man Geld nicht essen kann.” (Indianische Weisheit)
Aber wann kommen die Politik-und Wirtschaftsjunkies von der Droge „Wachstum“ los?
Unser Leben wird immer komplexer, immer schneller. Ständig werden wir aufgefordert, Altes über Bord zu werfen und Neues zu lernen. Die technologischen Möglichkeiten machen immer mehr möglich. Nur bei all´ den tollen Technologien und Veränderungen wird etwas Wichtiges übersehen:
Der Mensch ist nicht dafür geschaffen, sich in dieser Geschwindigkeit an neue Gegebenheiten zu gewöhnen und so riesige Mengen an Input aufzunehmen.
Würden wir es wirklich versuchen, würden wir uns schon bald total überfordert fühlen und im Kopf Achterbahn fahren. Um damit bestmöglich zurecht zu kommen, nutzt der Mensch unbewusst Filter, durch die er nur das durchlässt, was er annehmen und verarbeiten kann. Je nach Persönlichkeit wird stärker gefiltert oder mehr durchgelassen.
Dieser Mechanismus ist ein unbewusster Selbstschutz. Der eine schützt sich vor Überforderung, der andere will damit sicherstellen, seine Energien nicht aufzubrauchen, und andere wiederum möchten damit ein Gefühl von Unsicherheit vermeiden. Was so empfunden wird, dass es nicht zu bewältigen ist oder noch unbekannt ist, wird lieber ausgeblendet.
Wir wollen alles schaffen und blenden uns dabei selbst aus
Jedoch speziell im Arbeitsleben versuchen wir zu ignorieren, dass es bei uns ein paar Begrenzungen gibt. Das soll nicht bedeuten, dass wir nicht entwicklungsfähig sind. Aber vieles braucht einfach Zeit, die wir uns oft nicht mehr geben. Weiterlesen »
Kann sich noch gemand an “Ginger” erinnern? Ende der 1990er Jahre kursierten im Internet sagenhafte Geschichten rund um dieses Codewort. Ein paar Auserwähle hatten ein geheimnisvolles Gerät gesehen, was jeder sofort haben wollte. Betuchte wie Amazon-Chef Jeff Bezos und Apple-Chef Steve Jobs beteiligten sich auf der Stelle mit Millionen Risiko-Kapital. Ginger wurde das Potenzial zugeschrieben, das Bild unserer Städte total zu verändern.
Diese Frage habe ich mir – und anderen – in den vier Jahren als Umweltbeauftragter der TUI oft gestellt. Gutes Wetter, eintauchen können in andere Kulturen, aber auch eine intakte Natur und Umwelt, dies waren häufig genannte Antworten von Reisenden und Tourismusverantwortlichen. Viele Reisende und Reiseverkäufer sind zunehmend bereit, sich für einen nachhaltigen Tourismus zu engagieren, bewerten allerdings die eigenen Möglichkeiten, etwas ändern zu können, oft als sehr gering. Es gibt aber auch jene, die sich aktiv engagieren. Ich habe immer wieder engagierte Menschen und Organisationen in den Urlaubsländern getroffen, die sich begeisternd für den Schutz ihrer Region einsetzen. Gibt es einen Weg beide Gruppen – die Interessierten und die bereits Aktiven – zu verbinden? Die Idee zu Futouris wurde geboren …
Gemeinsam mehr bewegen als jeder alleine
So lautet die Vision von Futouris, dem Verein, den ich 2009 gemeinsam mit sieben TUI Unternehmen gegründet habe. Gemeinsam leben wir diese Vision, in dem wir ganz konkret nachhaltige Projekte in den Urlaubsregionen initiieren und fördern und dabei möglichst viele Tourismusverantwortliche, engagierte Organisationen und Reisende einbeziehen. Die Projekte sind langfristig angelegt und müssen gemäß der Futouris Satzung entweder eine Sozial-, Klimaschutz- oder Umweltausrichtung haben. So fördert Futouris z.B. das Projekt „Growing the Future“in Südafrika, bei dem arbeitslose Frauen über ein Jahr zu ökologischen Gärtnerinnen ausgebildet werden oder das Projekt „Buena Proa“, bei dem es um den Aufbau eines Wal- und Delfinbeobachtungsnetzwerks auf den Kanarischen Inseln geht. Jedes Futouris Mitgliedsunternehmen übernimmt eine Patenschaft für ein Projekt und soll möglichst viele seiner Kunden ansprechen und involvieren – so zum Beispiel durch die Darstellung der jeweiligen Projekte in den Reisekatalogen, – unterlagen und -websites. Spenden (über ein Formular auf www.futouris.org) kommen direkt den Projekten zu Gute. Die administrativen Kosten des gemeinnützigen Vereins werden durch einen jährlichen Beitrag der Mitgliedsunternehmen gedeckt. Futouris hat 2009 alle administrativen und behördlichen Hürden gemeistert und wächst seitdem kontinuierlich. Bereits 2009 kamen rund 90.000 € für die Förderung konkreter Projekte zusammen, die Mitgliederzahl hat sich von 7 auf 13 nahezu verdoppelt, und wir eröffnen im Juli unser erstes kleines Büro in Berlin. Ich glaube fest daran, dass der Tourismus die Kraft hat, Entwicklungs- und entwickelte Länder, arme und reiche, zu verbinden.
Brücken bauen für die Zukunft
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man andere nur anstecken kann, wenn man selbst von etwas begeistert ist. Die Futouris Projekte sind daher so angelegt, dass man als Pate regelmäßig informiert oder sogar konkret mit einbezogen wird. Wir planen für die Zukunft, dass Mitarbeiter von Mitgliedsunternehmen idealerweise für eine gewisse Zeit freigestellt werden, um bei Projekten mitarbeiten zu können. Einmal so eingetaucht, wird man diese einmaligen Erfahrungen nicht so schnell vergessen – und wird zum Multiplikator des nachhaltigen Gedankens. Doch nicht nur die unmittelbaren Mitgliedsunternehmen werden angesprochen: Futouris versteht sich von Anfang an als für jeden offene Plattform. Der deutsche Reiseverband hat die Schirmherrschaft übernommen und die Leuphana Universität Lüneburg hat Futouris mit dem Masterstudiengang Management & Entrepreneurship unter Leitung von Professor Dr. Edgar Kreilkamp über ein Jahr als Forschungsprojekt begleitet. Wir wollen Menschen für eine nachhaltige Zukunft begeistern!
Futouristen gesucht!
Sind Sie ein Futourist? Glauben Sie auch, dass wir gemeinsam mehr erreichen können als jeder alleine? Haben Sie Lust, sich mit uns für konkrete Projekte in Ihrem Lieblingsland zu engagieren? Oder haben Sie Ideen, wie wir Futouris weiterentwickeln können? Ich freue mich auf einen regen Austausch mit Ihnen.
Schauen Sie doch bei Ihrem nächsten Hotelbesuch mal in die Minibar! Seitdem bekannt wurde, dass der Hersteller Nestlé Palmöl verwendet, durch das der Lebensraum der Orang Utans in Indonesien zerstört wird, bitte ich Hotelbesitzer, diese Schokoriegel zu entfernen. In einem Fall habe ich sogar die Einkaufsabteilung einer ganzen Hotelkette – die sich Umweltbewusstsein auf die Fahnen schreibt – gebeten, das Produkt aus der Listung zu nehmen. Auf Antwort warte ich noch. Aber ich hab’s wenigstens versucht. Bin gespannt, was draus wird.
Es ist weit weg, tausende Kilometer entfernt. Und doch geht es ganz nah, immer wieder ein Stich ins Herz. Wie geht es Euch, wenn Ihr Bilder der verklebten Landstriche, der toten Vögel und der zerstörten Natur seht? Weggucken, schreiend weglaufen, toben, weinen – dem Drama im Golf von Mexiko stehe ich immer wieder fassungslos gegenüber.
Die schlimmste Umweltkatastrophe wirft viele Fragen auf:
Wie weit geht die Gier der Ölkonzerne? Muss in diesen Tiefen Öl gefördert werden? Wie ist es um die Sicherheitsstandards bestellt?
Völlig absurd: Nachdem heute BP im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko einen winzigen Erfolg erzielen konnte, stiegt die BP Aktie um 4 Prozent, in Worten: Vier Prozent! Und da sagte doch heute BP-Chef Tony Hayward: „Die Ölbranche muss ihr Geschäftsmodell überdenken!“ Das Ausmaß der BP Öl-Katastrophe ist sehr deutlich auf der Website “If is was my home“ zu erkennen. Und noch deutlicher: Livestream auf PBS
Nun, man könnte meinen es gehört sich für ein bloggendes, neu entstehendes Stadtviertel inmitten Düsseldorfs nicht, über die Preisentwicklung am aktuellen Immobilienmarkt zu berichten – vielleicht ein wenig zu kontrovers, immerhin stehen wir ja auch zum Verkauf. Dennoch, oder gerade deshalb, berichten wir heute über die Quadratmeterpreis-Entwicklung Düsseldorfs. “Teurer”, “Teurer” und nochmals “Teurer” titelt gar das Wirtschaftsmagazin “capital” in seiner neuesten Studie, die wir gern aufgenommen haben.
Was ist “Teuer” – Lebensqualität? Lebensart? Lust am Leben? Was war zuerst da? Die Immobilien, die Düsseldorf zum “teuren” Pflaster machen, oder das Flair einer Stadt, die den Wunsch hier zu leben zur Antriebsfeder der hiesigen Immobilienpreis-Politik macht? Gute Frage – nächste Frage!
Was ist die Ursache für nachlässigen Journalismus? Unwissenheit oder Ignoranz?
“Weiß ich nicht. Ist mir auch egal” könnte eine witzige Antwort sein.
Aber mir ist es nicht egal. Wenn ich schludrige oder vor Fehler strotzende Beiträge lese, wird leicht die Grenze meiner Gelassenheit tangiert. So heute Morgen. Da las ich als Überschrift in www.areamobile.de:
Zunächst ist da dieses grauenhafte Deutsch: “doppelt Speicher” anstatt “doppeltem Speicher”.
Dann scheint der Schreiberling einer Technologiesite nicht zu wissen, was Auflösung ist. Aus der doppelten Auflösung (960 statt 480 Pixel, bzw. 640 statt 320) wird dann gleich die vierfache Auflösung. Hauptsache die Headline klingt cool.
Schludrig auch die Vergleiche. Etwas weiter im Artikel heißt es: “Der Touchscreen soll die hohe Auflösung von 960×640 Pixel haben, das Panel des iPhone 3GS verfügt nur über 320×480 Bildpunkte.” Das Panel wird zum Touchscreen und die Bildpunkte zu Pixeln. Und damit das ganze nicht langweilig wird, werden auch gleich noch mal Breite und Höhe vertauscht.
Nun könnte ich über solche leicht überschaubaren Dinge hinwegsehen. Aber nur, weil ich mich zufällig damit auskenne. Aber wie sieht es bei anderen Berichten aus? Ein Beispiel: In diesem SPIEGEL-ONLINE Artikel wird die Kaufkraft zwischen 1960 und 2009 verglichen. Da steht dann “1960 musste der deutsche Durchschnittsverdiener noch mehr als zwei Wochen für ein Schwarzweißgerät arbeiten. Heute bekommt er einen einfachen Farbfernseher im Wert von knapp 190 Euro nach gerade mal anderthalb Tagen.” Wenn man sich dann die Daten etwas genauer ansieht, dann steht da für 1960 ein Arbeitseinsatz von 351 Std. und 38 Minuten. Zwei Wochen? Da hat wohl jemand Wochen mit Monaten verwechselt.
Und so geht es munter weiter. Anstatt Milliarden steht dort Millionen, aus Billionen werden Milliarden usw. Und das in Sites, die sich zur Crème de la Crème des deutschen Journalismus rechnen.
Haben jetzt die übernommen, die in der Schule das Fach Mathe “abwählen” durften? Wird jetzt alles von Praktikanten erledigt? Oder ist die Qualität egal – Hauptsache die Quote stimmt? Dummheit oder Ignoranz?
Neulich habe ich mich über den mangelnden Datenschutz von Facebook geärgert und meine Kritik hier in diesem Blog geäußert. Montag den 10.Mai rief mich dann eine sehr nette Dame vom WDR an. Zunächst dachte ich, es ginge um meine GEZ-Gebühren. Doch die Redakteurin berichtete mir, dass sie mich zum Thema Facebook interviewen wolle. Sie sei vom Team der WDR Sendung Monitor und habe meinen Kommentar auf dem innovativ.in Blog gelesen.
Nach kurzem Zögern stimmte ich dem Interview zu, das dann gleich am vergangen Freitag bei mir im Home Office durchgeführt wurde. Die Sendung mit meiner Kritik an Facebook wird dann am kommenden Donnerstag (20. Mai 2010) um 21:45 Uhr in der ARD ausgestrahlt. Wer es verpasst findet den Beitrag dann nach der Sendung hier.