Archiv für die 'Motzecke' Kategorie

Unglaublich, aber wahr!

2010-01-25, von Elita Wiegand

Es reicht, mir reicht’s – ich habe die Nase voll. Ich setze mich unermüdlich dafür ein, Menschen zu vernetzen, die mutig sind, Unternehmer, die andere Wege gehen, Querdenker, die sich vom Mainstream verabschieden und Standpunkte vertreten, die Neues wagen. Verdammt, wir brauchen mehr Menschen in der Wirtschaft, der Kultur und Politik, die etwas anstoßen, die etwas bewegen, Vorreiter für Veränderungen – wir brauchen Querdenker! Deshalb bin ich angetreten und habe den „Business-Club für Innovatoren, Wertschöpfer und Querdenker” gegründet, engagiere ich mich für das neue Denken in der Wirtschaft, weg von der Konkurrenz hin zur Kooperation, zu Vertrauen, Wertschätzung und Werten.

“Querdenker” ist als Wortmarke geschützt 
Und was ist passiert? Eine Firma steht im Markenregister beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) eingetragen als Inhaberin der Wortmarke „Querdenker”. Die Firma monopolisiert das Wort „Querdenker” für Druckereierzeugnisse, Werbung und Ausbildung.

Es ist unfassbar, aber JEDER, der die markenmäßige Benutzung „Querdenker” wählt, könnte früher oder später abgemahnt werden. Unglaublich auch, dass das Wort „Querdenker” überhaupt als (Wort-)Marke geschützt werden kann, denn der Begriff steht im Duden, bei Google gibt dazu etwa 270.000 Einträge und darunter sind zahlreiche Blogs, Agenturen und Firmen aufgelistet.

Und wir, unser Business-Club steht im Fokus. Für uns hat das folgende Konsequenzen:

  • Der „Business-Club für Innovatoren, Wertschöpfer und Querdenker”, der seit fünf Jahren! so heißt, muss umbenannt werden – gestern haben wir den Untertitel auf unserer Website und hier im Blog gelöscht
  • Das Interview „Querdenker-Talk” mit dem Wirtschaftsministerium und Rainer Plempe zum Thema Elektroautos ist gelöscht
  • Die erfolgreiche Veranstaltungsform des Business-Clubs “Querdenker-Forum” (haben wir das erste Mal unter dem Titel von vier Jahren veranstaltet)  muss unbenannt werden
  • Wir mussten die Firmenbroschüre ändern 
  • Wir haben sämtliche Beiträge im Blog und der Website löschen müssen, in dem das Wort „Querdenker”  in der Überschrift aufgetaucht ist (darunter natürlich viele Beiträge, die verlinkt sind)
  • Die Rubrik „Querdenker” in unserem Blog musste entfernt werden

Das alles kostet Nerven, Energien, Kraft, viel Zeit und vor allem Geld.

Querdenker überall
Für mich gehört das Wort “Querdenker” zum normalen Sprachgebrauch und offensichtlich sehen das vieler meiner Kollegen in den Medien genauso. Das geht auch aus dem Wortschatz-Lexikon der Uni Leipzig hervor, der zu dem Begriff  “Querdenker” seitenlang Zitate veröffentlicht hat, die in der Presse erschienen sind.

“Es darf keine bürokratischen Einengungen geben, die  Querdenker stoppen!”
Zum Beispiel das Zitat: „ Es darf keine bürokratischen Einengungen geben, die Querdenker stoppen. (Quelle: archiv.tagesspiegel.de ) Und Prof. Lothar Späth sagte: „ Ich bin sicher, dass wir zur Bewältigung der auf uns zukommenden Krisenprobleme noch mehr Querdenker brauchen, die nicht in festgefahrenen Gleisen Lösungen suchen, sondern bei neuen Einfällen und Innovationen.”

Freiheit für Querdenker
Genau wie Lothar Späth, verbinde ich mit Querdenkern die tiefe Überzeugung und Hoffnung für Veränderungen, die wir so dringend brauchen, um die Probleme in unserer Gesellschaft zu lösen. Wir müssen gemeinsam kämpfen, damit wieder jeder den Begriff Querdenker wann und wie er will, gebrauchen kann. Jetzt können wir beweisen, dass wir die wahren Querdenker sind.

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Stinksauer: Die unseriösen Verkauf-Tricks der Telekom

2009-11-02, von Elita Wiegand

Wie hätten Sie reagiert? Eine nette Telefon-Stimme bietet Ihnen eine schnellere Internetverbindung an. Keine Zusatzkosten, die Telekom schickt Ihnen sogar einen kostenlosen Splitter, alles ganz einfach und schnell. Wenn auch zunächst etwas skeptisch, hat mich das Angebot überzeugt. Nach einigen Tagen erhielt ich den Splitter, dann ein Anruf, dass morgen auf die schnelle Webverbindung VDSL umgestellt wird. Dass sich hinter dem Angebot, das Entertain Programm verbirgt, hat mir vorher  keiner gesagt.   

Unverschämtheiten am laufenden Band
Am nächsten Morgen wurde nicht umgestellt, aber ich lahm gelegt: Kein Web, keine Mails. Anruf bei der Telekom. Um 16 Uhr schalten wir Ihren Anschluss wieder frei. Weitere Telefonate mit dem Magenta-Riesen. Um 17 Uhr immer noch keine Verbindung zum Web. „Dauert bis Mitternacht”, sagte mir der x-te Call-Center Mitarbeiter.
Am nächsten Morgen immer noch kein Anschluss, wieder endlose Telefonate und dann der Hinweis, dass ich für den VDSL Anschluss ein neues Speedport benötige. WUT!!!  Also auf in den nächsten Telekom-Shop, Speedport gekauft, angeschlossen. Fehlanzeige! Nix!  Es folgten weitere Telefonate bei der Beschwerdestelle. „Ja tut uns leid, aber die Kollegen wollen eben das „Entertain Paket verkaufen”, musste ich mir anhören. „Wir schicken einen Techniker, aber das kann dauern!” Es dauerte. “Ihre Leitung ist technisch gestört”, hieß es dann. Nach zwei Tagen, um 17 Uhr leuchtet dann endlich das Lämpchen für das Web auf.

Dicke Rechnung
Dass ich stinksauer war, muss ich nicht mehr explizit schreiben. Schlimmer aber, sind die eigentlichen Kosten, die mir entstanden sind. Meine Arbeit ist wie bei vielen anderen durch das Internet bestimmt. Bedeutet:

  • Zwei Tage Verdienstausfall
  • Ein neuer Speedporter = 198 Euro
  • Unzählige Anrufe
  • Ein Techniker, den ich auf eigene Rechnung bestellt habe, damit er mir bei dem Telekom-Murx hilft, um die   Gebrauchsanweisung von 160!!! Seiten überhaupt zu verstehen und  den Speedporter anzuschließen
  • Ein Router, den ich erst vor kurzem gekauft habe und der jetzt überflüssig ist

Deshalb hier meine Warnung an alle: Wenn Sie demnächst jemand von der Telekom anruft, der Ihnen mit säuselnder Stimme einen schnelleren Internetzugang verspricht, sagen Sie laut NEIN!

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Ganz gut aufgestellt

2009-08-05, von Wolff Horbach

Alle paar Wochen oder Monaten geistert ein neuer, beknackter Spruch durch die Medien, den viele begeistert nachzuplappern versuchen. Mal wird “ergebnisoffen verhandelt” – welch ein Quatsch: entweder ich verhandele, dann ist das Ergebnis noch offen; oder das Ergebnis steht schon fest, dann brauche ich nicht weiter zu verhandeln. Dann wird “gegen-finanziert” – beim Finanzieren muss ich offensichtlich Geld ausgeben, bekomme ich beim Gegen-Finanzieren Geld raus?. Das nächste mal wird auf  “Augenhöhe miteinander geredet”: ich sehe schon die vielen Bierdeckel, Bänkchen und Bierkisten, die die Hünen mit den Zwergen exakt auf Pupillenniveau vereinen. Wie weiland Humphrey Bogard in Casablanca, der auch eine Kiste zu Hilfe nehmen musste, um der 5 cm größeren Ingrid Bergman “Ich schau dir in die Augen, Kleines” einzuhauchen.

Soeben begegnete mir in bei “ZDF Heute” wieder einer dieser dummen Sprüche: “Wir sind ganz gut aufgestellt.” Ich habe schon vergessen, wer es über welche Firma gesagt hat. Ich finde solches Gerede einfach nur dumm. Da redet so ein Geschäftsführer einer Firma daher, als würde am Samstag nur ein 90min-Spiel gegen einen anderen Verein stattfinden. Er redet nur über die Zukunft. Und drückt darin die Hoffnung aus, dass es schon gut ausgehen wird. Das geht in die gleiche Richtung wie “Wir werden aus der Krise gestärkt hervorgehen”.

Haben Sie schon mal einen CEO einer wirklich erfolgreichen Firma so reden hören? Würde Steven Jobs von Apple sagen “Wir sind gut ganz aufgestellt?” Never. Das käme dem Geständnis gleich: “Uns sind die Ideen ausgegangen.”

Für mich ist das dumme Gerede nur ein Eingeständnis von Phantasie- und Gedankenlosigkeit. Ich empfehle solchen Sprücheklopfern und Nachplapperen mal ein Sabbatical, eine Auszeit in einem Zenkloster oder ein paar Wochen mit dem Rucksack durch Südamerika. Das klärt die Sinne und verschafft wieder Bodenständigkeit.

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Drogeriemarkt Schlecker im Visier: Hände hoch!

2009-08-05, von Elita Wiegand

Räuberpistolen-Geschichten? Nicht hier im Blog … oder gerade hier? Tatort: ein Drogeriemarkt . Die Kassiererin wird mit einem Brotmesser bedroht, der Täter raubt mehrere hundert Euro und verschwindet. „Markt in einer Woche zwei Mal überfallen”, lautete die Überschrift in der Rheinischen Post und das macht mich so wütend, dass Sie erfahren müssen, warum.

Verantwortungslos
Meine Empörung heißt Schlecker. Jeden Tag wird eine der 10.000 Filialen des Billigdiscounters Schlecker überfallen. Ich wiederhole: Jeden Tag eine Filiale. Das ist kein Zufall, sonder dahinter steckt eine Unternehmenskultur, die verantwortungslos ist. Schlecker ist dafür bekannt, die Mitarbeiter auszubeuten und unter Tarif zu zahlen. Der Herrscher der Drogerieketten Anton Schlecker kalkuliert knallhart, muss knallhart kalkulieren, um seine Waren billig anzubieten. Der Sparwahn auf Kosten der Mitarbeiter gipfelt darin, dass in den meisten Filialen lediglich eine Angestellte arbeitet, die für die Kasse und für den gesamten Drogeriemarkt zuständig ist. Somit haben Räuber ein leichtes Spiel, zumal die Kassiererin mit dem Rücken zur Ladentür sitzt.

Es reicht
Wenn Sie „Schlecker und Überfall” eingeben, spuckt Ihnen Google über 46.000 Treffen aus. Überfall in Dresden, Überfall in Losheim, Überfall in Recklinghausen usw. Die Gewerkschaft hat mehrfach auf die Missstände hingewiesen, bislang erfolglos.

Ich kaufe seit Jahren nicht mehr bei Schlecker und mit mir strafen viele Kunden den Billig-Discounter ab. Doch reicht der stille Protest?

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Warum muss man Karstadt eigentlich retten?

2009-06-08, von Elita Wiegand

frage ich mich.  20 Gründe, die dagegen sprechen. Karstadt sollte dicht machen, weil…

  • der Arcandor-Konzern jahrelang über seine Verhältnisse gelebt hat.
  •  Karstadt versäumt hat, eigene Marken aufzubauen.
  • die Häuser unerotisch sind.
  • unglaublich viele Managementfehler gemacht worden sind, die aber Hauptverursacher Thomas Middelhoff als Erfolge verkauft hat.
  • Kaufhäuser a la Karstadt für junge Kunden ein Auslaufmodell sind.
  • wir mit anderen Shopping-Konzepten, als „alles unter einem Dach” gut leben und konsumieren.
  • die Store-Shops bei Karstadt weder mit Vielfalt noch attraktiven Preise locken.
  • Karstadt “old business” bedeutet.
  • die Luft im Kaufhaus schlecht ist.
  • wir Lust auf Neues haben; neue Konzepte, neuer Inhalt, neue Angebote.
  • der Kunde heute mitreden will, sich einmischen will, nach Sinn, Ethik und Werten fragt.
  • sich Karstadt keinen Deut um die Bedürfnisse und Wünsche der Web 2.0 Generation schert 
  • die Karstadt Modelabels Yorn, Inscene und She eh keiner kennt und deshalb auch nicht vermisst.
  • der penetrante Geruch der Parfümabteilungen im Erdgeschoss dazu animiert, sofort zu verduften.
  • das Angebot im 2nd Laden besser ist, als die Kleidungsstücke, die Karstadt anbietet.
  • die angestaubten Exponate in diversen Abteilungen nicht zum Kauf reizen.
  • die Restaurants für die Kunden einer schlechten Kantine gleichen, es mufflig riecht und das Essen unappetitlich aussieht.
  • sich viele fragen, warum wir zum Beispiel das Modelabel “Esprit” bei Karstadt kaufen sollen, wenn es in den Esprit-Läden ein größeres und besseres Angebot gibt.
  • die Bedienung entweder nicht da oder unfreundlich ist.
  • wir Karstadt längst den Rücken zugedreht haben.

Mehr Gründe? Her damit!

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Staatlich verordnet: Das Jahr der Kreativität und Innovation

2009-01-07, von Elita Wiegand

eu-jahr-2009-2_01Wenn die Europäische Union heute zum Jahr der Kreativität und Innovation 2009 aufruft, ist Skepsis angebracht. Der Bundestag hat dazu ein PDF veröffentlicht - ist weniger lehrreich, sondern vielmehr leer, ohne erkennbare Inhalte.  Heißt es doch, „dass auf europäischer und nationaler Ebene eine intensive Öffentlichkeitsarbeit stattfindet, um die Bevölkerung und die Regierungen der Mitgliedstaaten auf das gewählte Thema aufmerksam zu machen.“ Ein guter Vorsatz, der sich offensichtlich bewährt, wie sich an diesem Beitrag zeigt.

“Gut funktionierendes Wissensdreieck”
Wie nicht anders erwartet, will man mit dem Jahr der Kreativität und Innovation ein deutliches Zeichen setzen. Denn, „Der Europäische Rat stellte auf seiner Tagung vom 8. und 9. März 2007 in Brüssel fest, dass die allgemeine und die berufliche Bildung Grundvoraussetzungen für ein gut funktionierendes Wissensdreieck (Bildung – Forschung – Innovation) seien und maßgeblich zur Förderung von Wachstum und Beschäftigung beitrügen.“ Man beachte die blitzgescheite Auffassungsgabe der EU-Politiker, die auf den Punkt genau die Zusammenhänge treffend formulieren.” Und fast scheint es, als sei der Begriff „gut funktionierende Wissensdreieck“ in einem Brainstorming Prozess oder Think Tank entstanden.

Sensibilisierungskampagnen
Damit ist das kreative Potential der EU-Politiker bei weitem nicht erschöpft: Im Rahmen des Europäischen Jahres für Kreativität und Innovation sollen auch Sensibilisierungskampagnen stattfinden. Das Wort spricht für den unsensiblen Umgang mit der Sprache und ist allein deswegen bedenklich. Damit sich die Kreativität in Europa wortreich austobt, sind zudem Diskussionen und Konferenzen auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene geplant.
Kreativität und Innovation lassen sich nicht staatlich verordnen, meine ich. Wohl dem, der mich vom Gegenteil überzeugt.

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Zeugin von Liebesgeflüster

2008-10-12, von Elita Wiegand

Mir gegenüber sitzt eine junge Frau. Sie wischt sich Tränen aus ihrem Gesicht, schluchzt, fleht, bittet, seufzt, säuselt. Sie ist fremd gegangen und nun will sich ihr Partner von ihr trennen. Ich erfahre Einzelheiten, mit wem sie eine Affäre hatte und warum und das es nur einmal passiert sei. Sie beteuert, dass sie ihn, nämlich ihren Partner immer noch liebt und sie fleht ihn an, dass er ihr verzeiht.
Der Fahrgast neben ihr und ich sind unfreiwillig Hörzeugen des dramatischen Wortwechsels. Ort des Geschehens: Eine Straßenbahn. Die Fahrt von Kaiserwerth in die Düsseldorfer Innenstadt dauert etwa 25 Minuten und so lange dauerte auch das Handygespräch.
Ich finde es erschreckend, dass Menschen intime Gespräche öffentlich führen. Keine Zeit mehr, zuhause in Ruhe zu telefonieren? Oder einfach nur auszusteigen, um sich auf das Gespräch zu konzentrieren? In Schweden gibt es übrigens seit 2006 handyfreie Zonen auch für den ÖPNV. Und die norwegische Staatsbahn NSB verzeichnet eine steigende Nachfrage nach Ruhewagen. Statt starrer Regeln appelliere ich an den gesunden Menschenverstand. Ich will keine Liebesdramen mithören und Telefonate von Geschäftsleuten   la: “Ich bin in fünf Minuten im Büro. Was gibt es Neues in der Firma?”, halte ich auch für ziemlich überflüssig.

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Finanzkrise: Endlich einen Schuldigen gefunden!

2008-10-09, von Elita Wiegand

Vor der Kamera wirkte er besorgt, Falten auf der Stirn und er blickte düster drein. Mit gepresster Stimme sagte er: “Die Finanzkrise führt dazu, dass sich die Menschen in Europa beim Autokauf zurückhalten!” Der Opel-Sprecher aus Rüsselsheim hat seine Aufgabe erledigt. Für den Rest sorgen die Medien und verbreiten die Schlagzeilen: “Opel stoppt die Produktion – Folgen der Finanzkrise” Und fast sind wir bereit, die Nachricht bedenkenlos zu schlucken. Moment mal!

Vor zwei Wochen erfuhren die 5.000 Mitarbeiter der Werke in Bochum, dass die Produktion gestoppt wird. Die Opel-Mutter General Motors kämpft mit Milliardenverlusten und jetzt, so scheint es, muss die Finanzkrise für die jahrzehntelangen Fehlentscheidungen des US-Autobauers herhalten. Inzwischen haben auch schon BMW, Mercedes sowie die VW-Töchter Seat und Skoda Produktionskürzungen angekündigt, um auf den Nachfragerückgang zu reagieren.
Wie gut, dass es einen Schuldigen gibt. Somit kann die Automobilindustrie die Fehler der letzten Jahre vertuschen. Denn: Viele Automobilhersteller haben den Trend zum “downsizing” und zur Energie-Effizienz verschlafen.
Wenn es derzeit Gewinner der hausgemachten Krise gibt, dann liefert der Smart ein gutes Beispiel: »Im letzten Monat entschieden sich nach Angaben der Stuttgarter weltweit 11.500 Kunden für einen Fortwo – zehn Prozent mehr als im Vorjahresmonat», schrieb der Spiegel.

Und: Die Fehlentscheidungen der europäischen Automobilhersteller gipfeln darin, dass nach staatlicher Hilfe gerufen wird. Der Europäische Herstellerverband ACEA fordert von der EU ein niedrig verzinstes Kreditpaket von über 40 Milliarden Euro. Und nun raten wir doch mal, wofür das Geld gebraucht wird? Die Kfz-Lobbyisten wollen damit die Entwicklung sparsamerer Fahrzeuge fördern und die Autos auf die geforderten Emissionsobergrenzen umzustellen können.

Leute, ich fasse es nicht mehr!  Für was muss der Steuerzahler eigentlich noch alles herhalten?

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Anschluss verpasst!

2008-08-16, von Elita Wiegand

Leider sind diese Beispiele kein Einzelfall. Gestern und vorgestern passiert. Wie kann das sein, frage ich mich und nach wie vor steigt Wut hoch, wenn Geschäftsleute komplett den Anschluss verpassen. Da antwortet  der Chef eines kleines Unternehmens auf meine Frage nach seiner Mailadresse: “Öh, weiß ich nicht. Da müssen Sie meine Mitarbeiterin  anrufen.” Der andere sagt mir, dass er vom kein Web keine Ahnung hat. “Das macht alles meine Sekretärin!” Schluck… Abgehakt.

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Wirtschaftsministerium NRW von gestern

2008-08-13, von Elita Wiegand

Muss mal gerade Luft ablassen, weil mich diese Nachricht nervt: Gestern habe ich das NRW Wirtschaftsminsterium angemailt und darum gebeten, dass man mich für das Wirtschaftsportal Business-on.de in den Presseverteiler aufnimmt. Ich brauche hier sicherlich nicht zu erwähnen, dass heute jedes Unternehmen Pressemitteilungen per Mail verschickt. Unglaublich, aber wahr, liest sich die Antwort des Wirtschaftsministeriums: ”Wir versenden unsere Pressemitteilung und Einladungen nach wie vor per Telefax.”

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