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13.09.2011  12:49 Uhr

e-gefuehl in Düsseldorf
Mit Elektrofahrzeugen in die Zukunft

Wer einmal das lautlose Fahrgefühl erlebt hat, ist begeistert. Doch noch drücken viele auf die Bremse, verhalten sich abwartend, sind unsicher. Der innovative Düsseldorfer Fachbetrieb e-gefuehl will mit Elektroautos durchstarten und vor allem Unternehmen als Kunden gewinnen.

Michael Buschmaas will Menschen bewegen. Keine leichte Aufgabe. Die Resonanz ist überwältigend und Politiker, Unternehmer und Wissenschaftler singen Lobeshymnen auf  Elektroautos und fahren auf die CO2-freie Zukunft der Mobilität ab. Doch im Alltagsgeschäft überwiegt die Skepsis. „In Düsseldorf sind gerade mal 22 Elektroautos unterwegs“, bedauert er. Im April 2011 hat Michael Buschmaas seinen innovativen Fachbetrieb „e-gefuehl - elektrisch unterwegs“ eröffnet und er verkauft 3- und 4-rädrige E-Fahrzeuge. Zudem ist e-gefuehl Partner von „Lautlos durch Deutschland", dem größten Netz von Fachbetrieben, die sich auf Elektromobilität spezialisiert haben.

20 Elektroautos pro Monat verkaufen 

Mit seinen E-Bikes ist er längst auf der Überholspur, aber die emissionsfreien Stadtautos bleiben auf der Stecke. „Es gibt zu viele Berührungsängste“, betont der Geschäftsführer. Der Unternehmer vertraut auf seinen Businessplan: “Ich will 20 Elektroautos pro Monat verkaufen“, sagt er überzeugend, aber er weiß auch, dass noch viel Aufklärung notwendig ist. Dass Elektroautos mit Haushaltsstrom fahren und man zum Aufladen der Batterie lediglich eine ganz normale Haushaltssteckdose in der Garage oder am Haus benötigt, hat sich herumgesprochen, aber es mangelt beispielsweise an Informationen über die Reichweite oder über Ladestationen.

Im Angebot: Das Elektroauto Buddy, Copyright: Elita Wiegand
Im Angebot: Das Elektroauto Buddy

Elektroautos amotisieren sich in sieben Jahren

Zudem ist es schwer gegen das Argument der Kosten anzukämpfen. „Obwohl sich ein Elektroauto in sieben Jahren amortisiert, „ist der Kaufpreis für private Kunden noch zu hoch." Tatsächlich kosten die umweltfreundlichen Kleinwagen zwischen 25.000 und 28.000 Euro. Michael Buschmaas hat sich auf die italienischen Hersteller Tarrazi und den norwegischen „Buddy“ spezialisiert. Das emissionsfreie Stadtauto „Tazzari ZERO“ zum Beispiel erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h und die Reichweite beträgt immerhin 140 Kilometer.

Lautloses Fahrgefühl erleben

Die Vorzüge im Stadtverkehr sind überzeugend, „aber man muss das lautlose Fahrgefühl einmal erleben. Nach einer Testfahrt ist jeder begeistert", erzählt der e-gefuehl Geschäftsführer. Deshalb vermietet er die elektrischen Autos für Probefahrten zum Preis von 89 Euro. Damit bestätigt sich eine Untersuchung des Fraunhofer Instituts, die ergeben hat, dass Elektroautos von den Konsumenten, die bereits Erfahrungen mit der Elektromobilität gemacht haben, positiver beurteilt werden. So bleibt für den tatsächlichen Kauf entscheidend, dass interessierte Kunden Testmöglichkeiten für Elektrofahrzeuge erhalten.

Unternehmen sind gefragt 

Nach dem Willen der Bundesregierung sollen im Jahr 2020 über eine Million Elektroautos auf den Straßen fahren. Das Ziel wird nur zu erreichen sein, indem man auch die Hybridfahrzeuge dazu zählt. Um voranzukommen muss man Flotten, also Mietfahrzeuge und Business Fleetcars einbeziehen. Michael Buschmaas setzt auf das Umweltbewusstsein von Unternehmen. „Wir haben inzwischen einen Nachhaltigkeitswettbewerb in der Wirtschaft und wer sich mit ökologischen Programmen schmückt, sollte für die Mitarbeiter elektrische Fahrzeuge anschaffen“, sagt er.

Elektromobilität verschlafen

Während in China, Japan oder Amerika die Elektromobilität boomt, haben die deutschen Hersteller den Anschluss verpasst und die Entwicklung verschlafen.“Wir hinken in der Batterietechnologie hinterher. Jetzt fließen Milliarden Forschungsgelder in den Bereich und vielleicht entsteht in zwei bis drei Jahren ein Schub. „Auch wenn ein Elektroauto fünf Jahre steuerfrei ist, wird die Elektromobilität bei uns zu wenig gefördert“, betont Michael Buschmaas. Es braucht Anreize, gesetzliche Vorgaben und mehr Engagement der Kommunen. Dennoch bleibt er optimistisch. Die Nachfrage wird steigen, weil die Ölressourcen knapp werden und man in Städten nach Lösungen suchen muss, um die Zukunft der Mobilität zu sichern.  


 

(Elita Wiegand)

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Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1, 2, 3 © Elita Wiegand

 

 


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