Intelligenz und Selbstdisziplin
Die Macht der Disziplin – Wie wir unseren Willen trainieren können
Abnehmen, mehr Geld verdienen, weniger Stress, weniger Alkohol, aufhören mit dem Rauchen. Die guten Vorsätze aus der Silvesternacht sind inzwischen meist vergessen. Woran liegt das?
Gibt es einen Weg, die Vorsätze trotz aller Widrigkeiten halbwegs einzuhalten?
Diese Fragen und noch einige mehr beantwortet das brandneue Buch von Roy Baumeister und John Tierney “Die Macht der Disziplin – Wie wir unseren Willen trainieren können”
Intelligenz und Selbstdisziplin
Baumeister ist Psychologie-Professor und einer der weltweit führenden Experten auf dem Gebiet der Selbstregulation und Selbstkontrolle. Tierney ist Wissensschaftsjournalist bei der New York Times und hat wohl seinen Beitrag dazu geleistet, dass das Buch trotz der komplexen Materie leicht lesbar und gut verständlich lesbar ist.
Psychologen sind sich weitgehend darüber einig, dass besonders zwei Faktoren für eine Lebenszufriedenheit wichtig sind: Intelligenz und Selbstdisziplin. Lange Zeit hat man daran gearbeitet, durch Trainingsprogramme die Intelligenz zu verbessern. Aber man musste leider feststellen, dass dies nur in sehr begrenztem Maße möglich ist. Selbstdisziplin lässt sich dagegen in weitem Maß trainieren. Wie ein Muskel (Im Original heißt das Buch “Willpower”). Mangelnde Selbstdisziplin ist dagegen für fast alle persönlichen und gesellschaftlichen Probleme verantwortlich: zwanghafter Konsum, Verschuldung, Gewalt, schlechte schulische Leistungen, Alkohol- und Drogenmissbrauch, ungesunde Ernährung, usw.
Ablenkunungen
Baumeister ist vor allem durch eine Entdeckung bekannt geworden: Willenskraft ist eine Frage der Glucose-Versorgung des Gehirns. Unsere Disziplin, Ziele umzusetzen und Bemühungen fortzusetzen, ist nicht eine rein mentale Frage, sondern hat sehr damit zu tun, ob unser Gehirn (noch) genug Glucose hat. Haben wir zu wenig geschlafen, schlecht oder gar nicht gefrühstückt, dann fällt es uns sehr schwer, Aufgaben anzugehen oder wichtige Entscheidungen zu treffen. Wenn wir Entscheidungen treffen, Versuchungen widerstehen, dann wird der Glocose-Vorrat aufgebraucht. Ist es erschöpft, dann haben wir keine Widerstandskräfte mehr gegen Versuchungen. Die Folge: Wir lassen uns sehr leicht ablenken, die Dingen verführen, die wir hinterher bereuen. Wir treffen Entscheidungen, die schnelle Befriedigung schaffen, langfristig aber meist schwere Nachteile nach sich ziehen.
Das Buch zeigt anhand zahlloser Beispiele und vieler außergewöhnlicher Experimente, wie das ganze funktioniert. Vor allem zeigt es aber auch, welchen Nutzen wir aus diesen Erkenntnissen gewinnen können:
Die Widerstandskräfte gegen Versuchungen sind begrenzt
Wer die Grenzen kennt und achtet, kann daraus eine Menge Vorteile ziehen. Egal, ob es dabei um das Erledigen von Aufgaben geht, ob jemand abnehmen, mehr Sport treiben oder mit dem Rauchen aufhören will.
Nachlassend Widerstandskräfte sind an bestimmten Symptomen erkennbar. Wenn wir sie kennen und sie wahrnehmen, können wir Fallen vermeiden und für eine Erholung sorgen.
Energie für Veränderungen steht nur begrenzt zur Verfügung. Ihre Investition will klug überlegt und eingesetzt sein. Wer sich überfordert, erreicht am Ende gar nichts.
Wir tappen in unsere Planungsfallen
Die meisten Menschen tappen in eine Planungsfalle: Aufwände werden vielfach unterschätzt. Wer in diese Planungsfalle gerät, schafft sich selbst eine Menge Stress. Es ist besser, weniger zu planen und mehr auf die Durchführung zu achten. Eine permanente Kontrolle und Reflexion des Durchgeführten führt dann zu einer realistischeren Planung. Die Belohnung gibt es dann in Form von weniger Stress und besserer Zielerreichung.
Fazit: Das Buch ist wissenschaftlich fundiert geschrieben, aber trotzdem sehr gut und einfach lesbar. Die vielen Verweise sind diskret gesetzt, so dass sie dem interessierten Leser eine einfache Vertiefung ermöglichen, aber den Lesefluss nicht stören. Die Kapitel sind gut strukturiert und die Inhalte sind durch die guten Geschichten leicht merkbar. Das Buch ist praxisorientiert, so dass der Leser daraus eine Menge gut umsetzbarer Tipps entnehmen können.
(Wolff Horbach)
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Tags:- Wolff Horbach
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Bild Nr. 1 © Wolff Horbach
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