Drucken Versenden 1 Kommentar   Weiterempfehlen
24.01.2012  00:08 Uhr

Buchtipp
Mindfuck: Warum wir uns selbst sabotieren und was wir dagegen tun können

Die Autorin des Buches "Mindfuck" Petra Bock ist Gewinnerin des Coaching Award 2012. Ihr Buch wurde von „Coaching heute“ als „Coachingbuch des Jahres ausgezeichnet. Grund genug, es genauer unter die Lupe zu nehmen.

In einer Zeit, in der scheinbar alle Türen offenstehen, liegt die Bringschuld beim Einzelnen. Nicht die Gewerkschaft sorgt für das Plus auf dem Gehaltskonto, sondern der beherzte Gang zum Vorgesetzten. Und wer dennoch auf der Stelle tritt, bemühe weder die vermeintlich schlechten Chancen auf dem Arbeitsmarkt, noch das bildungsferne Elternhaus, sondern löse statt dessen die inneren Blockaden. Eine Anleitung zum Durchstarten liefert jetzt Petra Bock in ihrem fulminanten Selbstcoaching-Buch Mind-Fuck.

Was hindert dich daran, deine Ziele zu erreichen

Das Buch fällt auf fruchtbaren Boden, denn Leben heute heißt nicht mehr einfach "irgendwie durchkommen". Zufrieden darf sein, wer sich selbst verwirklicht. Und so geht es nicht mehr darum, seine Zeit in einer Bank abzusitzen oder sich als Bäckereifachverkäuferin durch den Tag zu lächeln. Die Meßlatte liegt höher, es geht um den Schriftsteller oder den Tauchlehrer auf den Malediven. Warum auch nicht. "Was hindert dich daran, deine Ziele zu erreichen", ist deshalb die Standardfrage der Coachs. Die Antwort steht fest: "Du selbst."

Gefahren lauern überall

Petra Bock schöpft aus dem Vollen und verknüpft die für das neurolinguistische Programmieren (NLP) zentralen "Glaubenssätze" mit der Transaktionsanalyse und dem "Inner Game"-Konzept Timothy Gallweys. Herauskommen sind dabei die von Petra Bock so benannten "Mindfucks", wie sie provokant die Techniken der Selbstsabotage nennt. Genau sieben solcher Techniken hat sie in langjähriger Arbeit als Coach identifiziert. Alle führen dazu, dass wir an der schlechten Gegenwart festhalten, anstatt in die bessere Zukunft aufzubrechen:

  • Der Katastrophen-Mindfuck malt die Zukunft in düstersten Farben (wenn ich etwas verändere, verliere ich die Rente, habe kein Dach über dem Kopf und nichts zu essen).
  • Der Selbstverleugnungs-Mindfuck stellt den Dienst an anderen (Ehepartner, Familie, Kinder, Kollegen) über die "Genehmigung" zur Selbstverwirklichung.
  • Der Druckmacher-Mindfuck bringt soviel Strom in die Sache, dass man sie besser gleich sein lässt.
  • Der Bewertungs-Mindfuck sorgt dafür, sich selbst und andere entweder hoffungslos über- oder unterzubewerten
  • Der Regel-Mindfuck ist im Alltag auch bekannt als "das haben wir schon immer so gemacht".
  • Der Misstrauens-Mindfuck hindert uns daran, gute und beglückende Erfahrungen mit anderen zu machen, weil wir ständig Angst haben, von ihnen über den Tisch gezogen zu werden.
  • Der Übermotivations-Mindfuck deckt schwerwiegende Probleme zu, indem er uns zur Ablenkung wie besessen in Projekte, Aufgaben oder Sportarten stürzen lässt.

Das Drehbuch des Lebens lesen lernen

Man kann über die Anleitungen, die Petra Bock in ihrem Buch gibt, um diese "Mindfucks" zu überwinden, streiten. Schließlich handelt es sich dabei auch um grundlegende Persönlichkeitsdispositionen, die, folgt man Gehirnforschern wie Gerhard Roth, nicht viel Spielraum für Veränderung lassen. Dass es aber diese Techniken der Selbstsabotage gibt, daran ist kein Zweifel - ein kleiner Exkurs in die eigenen Verhaltensweisen wird als Beweis genügen. Und wenn es schon nicht gelingt, das eigene Drehbuch komplett umzuschreiben, so ist es doch äußerst sinnvoll, es wenigstens zu kennen. Managementbuch.de Fazit: "Mindfuck" liefert eine gute Diagnose der Selbst-Sabotagetechniken. Damit hilft das Buch, neue Denk- und Handlungsfelder zu erobern. Gleichzeitig baut Petra Bock aber eine fatale Falle. Denn die Rückseite der Medaille "Du schaffst es" ist mit "Selber schuld" beschriftet – was mit Sicherheit für reichlich neuen "Mindfuck" sorgt.


 

(Wolfgang Hanfstein)

  • Tags:
  • Managementbuch.de
  • Wolfgang Hanfstein
  • Mindfuck
  • Petra Bock
  • Coaching
  • Buch
  • Techniken

Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © Verlag

 

 


Verwandte Artikel »

 

1 Kommentar »

24.01.12 11:11 Uhr
Heike Winter
Ablenker, Verhinderer und Saboteure
Reißerischer Titel ...

Selbstverständlich haben wir alle es in unserem 'Inneren Team' auch immer wieder mit Ablenkern, Verhinderern und Saboteuren zu tun ... und jedem ist es möglich sie zu identifizieren und zu transformieren.

Blöd nur, wenn dabei eine "Du-schaffst-es-Medaille" rauskommt, die mit vielen Motivationstrainern gepresst wurde. Die Rückseite ist tatsächlich mit "Selber schuld" geprägt.

Die Transformation aller Ablenker, Verhinderer und Saboteure verlangt Bereitschaft und zwar zu 100%. Wenn auch nur 1% fehlt, tappen wir immer wieder in die beschriebenen *Mindfuck-Fallen*.

Und ob ich wirklich bereit bin, die volle Verantwortung für mein Leben zu tragen, Konditionierungen und Ängste über Bord gehen zu lassen, kann mir kein Coach dieser Welt 'beibringen'. So pathetisch und weichspülerisch es auch für den ein oder anderen klingen mag: es geht nur mit dem Herzen gut ... Meine Empfehlung: Geld für Tschakka-Tschakka-Bumm-Bumm-Seminare sparen und stattdessen inne halten, ruhig werden ... und mit dem Herzen hören ... es antwortet auf alle Fragen die wir stellen!
 Ihr Kommentar


Ihr Kommentar:
Bei einer Antwort möchte ich per Email benachrichtigt werden an
      meine Emailadresse: (wird nicht veröffentlicht)
 

 
 
Der Business-Club für Querdenker
© 2012 innovativ.in UG haftungsbeschränkt  Alle Rechte vorbehalten.