Drucken Versenden Kommentare   Weiterempfehlen
01.06.2011  08:30 Uhr

MyStore
Das Kaufhaus der Zukunft

Die Innenstädte sind trist und öde, die Einkaufstraßen ein Einheitsbrei. Ob Berlin, Hamburg oder München – die Angebote sind austauschbar. Inzwischen sind viele Kunden mit den Waren und Dienstleistungen der Massenmärkte unzufrieden und sie suchen nach individuellen Produkten. Deshalb hat Zukunftsforscher Klaus Burmeister die Idee eines neuen Kaufhauses entwickelt. Das “Do-it-yourself Kaufhaus” (DIY) ist für die Zielgruppen gedacht, die qualitätsorientiert sind und sich von der Masse differenzieren wollen.

Das Kaufhaus der Zukunft von Klaus Burmeister

Über ein Jahrhundert galten Kaufhäuser als Magnet. Die prunkvollen Häuser veränderten die Konsumlandschaft und glänzten durch ihre vielfältige Warenidylle. Der „Alles unter einem Dach“- Slogan bewährte sich bestens, aber inzwischen meiden Kunden die Verkaufsflächen und das einstige Kaufparadies entpuppt sich als Auslaufmodell. Doch wie sieht das Kaufhaus der Zukunft aus?

Radikale Innovation der Dienstleistung im Einzelhandel

„Wir brauchen eine radikale Innovation der Dienstleistung im Einzelhandel“, fordert Klaus Burmeister, Geschäftsführer der Foresight Company Z_punkt. Der Zukunftsforscher hat mit „MyStore“ ein Konzept entwickelt, dass das alte Businessmodell der Kaufhäuser auf den Kopf stellt. Statt Massenwaren, werden hier individualisierte Waren und Dienstleistungen angeboten und damit kann jeder Kunde den aktiven Part der Entwicklung von Produkten übernehmen. Open Innovation oder Interaktive Wertschöpfungen bilden das Fundament für das zukunftsfähige Kaufhaus. „Für die Konsumenten soll MyStore als ein „Third Place“ dienen – ein Marktplatz, ein Ort der Begegnung, ein Zentrum für Kultur, Innovationen und Trends“, schwärmt Klaus Burmeister.

Konsummärkte umkrempeln

Kaufen ist ein Erlebnis und die haptische Shopping-Lust ist den Konsumenten keineswegs vergangen. Um dem „Einheitsbrei“ der Kaufhäuser zu entgehen, suchen Verbraucher nach coolen Produkten, individuell müssen sie sein, innovativ und anders. Das Internet ist Vorreiter für einen Trend, der sich immer mehr durchsetzt: Kunden reden mit, informieren sich bei Facebook und Blogs und sagen ihre Meinung. Sie interessieren sich für die Werte eines Unternehmens, wollen wissen, wie und wo die Waren produziert werden und setzen sich kritisch mit der Unternehmenskultur auseinander. “Das neue Bewusstsein wird die Konsummärkte umkrempeln,“ betont Klaus Burmeister. Gewinner des Trends sind kleine Manufakturen und regionale Anbieter, Handwerker und Designer.

Kreativwirtschaft: Do-it-yourself Kultur

„Auf drei Ebenen ermächtigt MyStore dem Kunden, Teil einer Do- it-yourself-Kultur zu werden“, erklärt der Zukunftsforscher. Kern des Kaufhauses ist die Ebene der Fertigung: In dieser gläsernen Werkhalle finden sich verschiedenen State-of-the-Art digitaler Fertigungsinseln, wie computergesteuerte CNC-Maschinen bis zu 3D-Druckern, aber auch Pressen, Schneidegeräte, Schneiderei, Tischlerei, Polsterei, Lackierwerkstatt sowie Gerätschaften für die Metallverarbeitungen sind denkbar. Die Geräte werden von Fachpersonal oder zertifizierten Laien bedient. Auch bietet ein Gerätepark zahlreiche Werkzeuge zum Verleih an. Die Produktionsebene könnte gleichzeitig auch ein Aus- und Weiterbildungsbetrieb sein, welcher in Kooperation mit dem regionalen Handwerk, Kammern und Schulen agiert. Angedacht sind auch Kooperationen mit Maschinenherstellern, die hier ihren neuste Entwicklungen auf den Prüfstand stellen.

Erlebniswelten für individualisierte Produkte

Auf der Ebene der Präsentation sind alle individualisierten und personalisierten Produkte und Dienstleistungen zur Schau gestellt. Dabei sind die Verkaufsräume in verschiedene Erlebniswelten aufgeteilt. Beispielsweise die Themenwelt Familie: Hier findet der Kunde biologische Kindernahrung oder Kuscheltiere, die nach der Kinderzeichnung angefertigt worden sind oder die Eltern können sich zum Thema Erziehung beraten lassen. Trendsport bietet maßgeschneiderte Sportgeräte, Reparaturservice oder Individualreisen. Und in der Erlebniswelt der Mode kann der Kunde das maßgeschneidertes Hemd, die Bluse oder den Anzug ordern und er findet Kleidung von kleinen Labels und jungen Designern. Beinahe jede Wunschvorstellung, für die Einrichtung der eigenen vier Wände realisiert die Themenwelt „Individual Home“: Von selbst gestalteten Tapeten, Kacheln, Böden, Möbel, Baumaterial bis hin zu Vorhängen oder Bettwäsche – alles lässt sich nach dem individuellem Geschmack gestalten.

Themenwelten: Von Beauty bis Home Entertainment

Als weitere Themenwelten der Präsentationsebene sind Beauty, Digital World, Cooking (inklusive einem ausladenden Gastronomiebereich), Creative Crafts, Gaming, Garden, Home Entertainment und Wellness angedacht. Ergänzt werden kann das Angebot durch eine Auswahl von lokalen Produkten sowie ausgesuchten Waren, die sich durch Individualität auszeichnen.

Beratungsinsel für die Kunden

Die Ebene der Präsentation ist die Schnittstelle zum Kunden. Dort sind die individualisierten oder personalisierten Produkte und Dienstleistungen zur Schau gestellt. Der Kunden kann solche Waren entweder direkt erwerben oder sich inspirieren lassen und in Beratungsinseln seine Wünsche und Vorstellung realisieren. Die Verkaufsräume sind thematisch in fokussierte Erlebniswelten aufgeteilt.

Emotionale Kauf- Erlebnisse

Die Themenparks garantieren ein emotionales Erlebnis. Gemeinsam haben die Themenparks, dass der interessierte Kunde beim Kauf eines individualisierten Produktes bei jeder Phase des Produktionsprozesses, von der Entwicklung bis zur Realisierung, beteiligt sein kann – ein Kauferlebnis ist garantiert. Darüber hinaus befindet sich in jeder der Themenwelt ein gesonderter Showcase für die beliebtesten Kundendesigns, durch ein Web 2.0 basiertes Votingsystem eruiert. So kann tendenziell jeder Kunde auch zum Produzenten werden und das Sortiment wird permanent erneuert.

Events, Lounges, Workspaces

Klaus Burmeister ist Gründer und Geschäftsführer von Z_punkt und verantwortet Innovations- und Foresight-Prozesse, Copyright: Z_punkt
Klaus Burmeister ist Gründer und Geschäfts­führer von Z_punkt und verantwortet Innovations-und Foresight-Prozesse

Die dritte Ebene ist die der Interaktion. Hier bietet MyStore angebotsbezogene Events, vom Kosmetikstudio über den selbstkochenden Ernährungsberater bis zur Präsentation innovativer Smart Materials und Materialkunde. Aber auch der Face-to-Face-Austausch der Kunden, Warenpräsentationen, literarische und musikalische Events und Lounges sowie Cafes und Workspaces bis zum Designhotel sind denkbar. MyStore öffnet sich bewusst zum Kunden, den Bürgern, der Stadt und wir was Kaufhäuser schon früher waren: kultureller Anziehungspunkt im städtischen Lebensraum.

Kreativität, Konsum, Kommunikation

Zusammengenommen manifestiert MyStore einen „Third Place“, ein Begegnungsort zwischen Konsum, Kreativität, Kommunikation und Projektwirtschaft. Eine interaktive Erlebniswelt, die eine Renaissance des alten Prinzip des „Alles unter einem Dach“ bedeutet und der Kundschaft von heute, wie der Kundschaft der Kaufhäuser von damals, sämtliche Möglichkeiten und Produkte der modernen Welt präsentiert. Es geht um nicht weniger als um die Neuerfindung des Kaufhauses.

LINK: www.z-punkt.de


 

(Elita Wiegand)

  • Tags:
  • Klaus Burmeister
  • Kaufhaus der Zukunft
  • Z_punkt
  • MyStore
  • Präsentation
  • Dach
  • Themenwelt Trendsport
  • Megatrends
  • Kommunikation
  • Angebote
  • Erlebniswelt

Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © Wikipedia
Bild Nr. 2 © Z_punkt

 

 


Verwandte Artikel »

 

Ihr Kommentar »


Ihr Kommentar:
Bei einer Antwort möchte ich per Email benachrichtigt werden an
      meine Emailadresse: (wird nicht veröffentlicht)
 

 
Suche
 
Der Business-Club für Querdenker
© 2012 innovativ.in UG haftungsbeschränkt  Alle Rechte vorbehalten.